"Beraten Sie mich, Vater"

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Aleks

"Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Aleks » 31.01.2010, 13:08

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen!
Ich Sünder habe mir vorgenommer ein orthodox-christliches Buch - "Beraten Sie mich, Vater" vom Serbischen aufs Deutsche zu übersetzen und unter dem gleichnamigen Thema zu posten. Ich hoffe, dass ich wenigstens einmal pro Woche eine "Frage-Antwort" hier posten kann. Es geht darum Antworten orthodox-christlicher Geistlicher auf gewöhnliche Fragen und Unklarheiten aus der christlichen Alltäglichkeit und des kirchlichen Lebens zu finden. Ich hoffe ihr habt Vergnügen beim Lesen und vor allem hoffe ich noch mehr, dass wir alle dieses Wissen für unser alltägliches christliches Leben anwenden sollten um gottgefälliger zu Leben und ein Stückchen näher zum Ziel - ins Himmelreich zu gelangen - kommen können, so wahr uns Gott helfe. En Christo! Der sündige Bruder Aleks in Christo

„Beraten Sie mich, Vater“
Antworten orthodox-christlicher Geistlicher auf gewöhnliche Fragen und Unklarheiten aus der christlichen Alltäglichkeit und des kirchlichen Lebens.


1. Ich habe gehört, dass nach dem Empfangen der Heiligen Eucharistie es besser wäre, nicht Ikonen zu küssen und nicht mit Glaubensgeschwistern in Christo Begrüßungsküsse auszutauschen. Ist das so? Darf man überhaupt Ikonen am Tag des Empfangens der Heiligen Eucharistie küssen?


Es ist keine Sünde Ikonen, das Kreuz und andere Heiligtümer nach Empfangen der Heiligen Eucharistie zu küssen, aber man sollte sich davon aus praktischen Gründen enthalten, damit nicht „zufällig“ ein Partikel des Heiligen Mysterions aus dem Mund herunterfällt.
Deswegen, nach Empfangen der Heiligen Eucharistie, sollte man sich sorgfältig den Mund mit dem Tuch, den der Diakon haltet, abwischen lassen.
Auf der anderen Seite, da du schon Christus ganz in dir empfangen hast und dich mit Ihm durch die Heiligen Mysterien vereinigt hast, besteht kein Bedarf irgendein Gegenstand zu küssen, und auch wenn dieser wenigstens geweiht ist, weil der Schöpfer unvergleichlich größer ist als jede Schöpfung.
In dir hast du das Heiligtum, das über allen Heiligtümern steht, empfangen und deshalb bemühe dich mit gottgefälliger Furcht, hüte dich vor allem was sündhaft ist: Verurteilung, leeres Geschwätz, Boshaftigkeit, Nachträglichkeit, Reizbarkeit, Wut, Völlerei, Faulheit, Leidenschaften und jeder anderer Sünde.
Am Tag, an dem man die Heilige Eucharistie empfängt, macht man keine Metanien.

2. In den Beispielen zur Beichte verwendet man häufig Wörter wie: "Zuhälterei", "Nahrung zur späten Stunde einnehmen", "Nahrung zur frühen Stunde einnehmen", "unverdienten Gewinn erwerben", "Andere zum Lachen zu bringen", "sich mit Essen vergnügen" - erklären Sie, was bedeuten diese Worte?

Man sagt, dass sich jemand mit Zuhälterei beschäftigt, wenn dieser „Treffen“ zwischen Männer und Frauen arrangiert, die dann unzüchtig leben, d.h. unverheiratet, ohne kirchlicher Ehe bleiben.

Das Einnehmen von Nahrung zur späten Stunde ist, wenn man Nahrung nach den Abendgebeten einnimmt, d.h. nach den Gebeten bevor man schlafen geht.

Das Einnehmen von Nahrung zur frühen Stunde ist, wenn man Nahrung nach den Frühgebeten und Gottesdienst in der Früh (wenn man zur Kirche geht) einnimmt.

Das Erwerben unverdienten Gewinns ist, wenn jemand einen ungerechten Gewinn durch gesetzlose Tätigkeiten, Diebstahl, Raub, Steuerhinterziehung, Provision (Prozente) einnimmt, jemandem Geld leiht indem man auch Zinsen dafür verlangt...

Andere zum Lachen zu bringen ist, wenn jemand zügellos lacht und andere zum Lachen bringt indem er obszöne oder schamhafte Witze und Scherze von sich abgibt oder unanständige Bewegungen und Handlungen ausführt.

Sich mit Essen zu vergnügen ist, wenn sich angenehmes Essen lange Zeit im Mund befindet, wenn man sich nicht dazu entschließt es hinunter zu schlucken, sondern den Geschmack genießt und auch wenn man allzu viel isst und man beim übermäßigen Essen genießt.

3. Heisst das, dass Essen, Geld und Ruhm - Sünde sind?

Das Essen in seiner Essenz ist keine Sünde, sondern die Völlerei; Geld ist auch keine Sünde, sondern die Liebe zum Geld; Ruhm ist auch keine Sünde, sondern die Hochmut; im Wesentlichen kommt die Sünde nicht selbst aus den Sachen, sondern von deren Missbrauch, sagt der ehrwürdige Maximos der Bekenner.

4. Warum darf man vor der Heiligen Liturgie nichts essen?

„Diejenigen die zum Gottesdienst gehen und vorher noch gegessen haben, schreibt der Heilige Johannes von Kronstadt, - setzen sich freiwillig eine unnötige und schädliche Last auf, sie verschließen im vornhinein ihre Herzen für das Gebet und versperren den Weg, bei dem heilige Gedanken und heilige Gefühle ankommen.“
Man sollte äusserst vorsichtig sein und sich vom Essen vor dem Gottesdienst hüten. Man sollte vor Augen haben, dass „das Reich Gottes nicht Essen und Trinken“ (Röm. 14,17) ist, d.h. Gott kann nicht in Jemanden regieren, dessen Herz mit übermäßigen Essen und Trinken belastet ist. Jener der vor der Heiligen Liturgie isst oder trinkt (oder raucht) darf nicht zur Heiligen Kommunion antreten, nicht einmal das Antidoron darf eingenommen werden.

5. Darf ich während der Fastenzeit Fastengerichte essen die die Kirche erlaubt, aber die ich mit Genuß esse?

Während der Fastenzeit wäre es gut sich vom Essen züruck zu halten das dir gefällt. Feinschmeckerei in der Fastenzeit ist Sünde. Es ist Sünde wenn man mit den Fastengerichten übertreibt und diese genießt, weil das dann als Betrug, in der Essenz des Fastens als Enthaltsamkeit, gilt.

6. Was bedeutet das: „Sünden beim Beichten abschwächen“ ?


Passt auf, dass ihr bei der Beichte nicht folgendes sagt: „Andere haben mich überredet...“, „Ich bin schwach, deshalb habe ich gesündigt...“, „Ich habe das aus menschlicher Schwäche getan...“, „Ich ärgere mich, weil mich die anderen nerven...“, „Ich gehe nicht zur Kirche, weil mir die Beine wehtun...“. Es ist Sünde sich selbst auf diese Weise zu rechtfertigen und die eigenen Sünden während der Beichte abzuschwächen. Das Rechtfertigen pflanzt euch der Teufel ein, und wer „verzeihe“ sagt, der sticht den Teufel mit dem Feuer der Sühne und Demut. Einmal fragte man den gottgeweihten Poimen den Großen, was für Gott am ärgerlichsten ist. Der Heilige antwortete: „Wenn ein Mensch sich selbst rechtfertigt!“. Die Selbstrechtfertigung wirft den Menschen in die Hölle, jedoch Buße löst Gnade in Gott aus.

7. Sollte man kleine Sünden aufschreiben, damit man sie beichtet und vor dem Geistlichen Vater sühnt?


Selbstverständlich sollte man jede Sünde aufschreiben, aber mindestens auch die kleinste Sünde an die man sich erinnert, und danach diese ehrlich bereut. Es gibt keine „kleinen“ und „großen“ Sünden, jede Sünde entfernt den Menschen von Gott. „Kleine“ Sünden führen unbemerkt zu „großen“ Sünden und deswegen warnt die Überlieferung der Kirche die Christen, dass sich diese insbesonders vor der „Apokalypse der winzigen (kleinen) Sünde“ hüten sollen.

8. Sollte man nur Sünden die man getan hat, bereuen?

Nein, man sollte es auch bereuen, wenn man keine gute Tat vollbracht hat und auch weil wegen dir andere Menschen keine guten Taten vollbringen konnten.
Nach den Worten der Aposteln: „Denn wer da weiß Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde.“ (Jakobus 4,17). Und der Heilige Johannes Chrysostomos lehrt uns: „Man sollte, vor allem, die eigenen Sünden bereuen; zweitens, für Sünden mit denen wir unsere Nächsten durch Anreiz, Empörung oder eines schlechten Beispiels verleitet haben; drittens, für jene guten Taten die wir verrichten konnten, aber es nicht getan haben; viertens, für jene guten Taten mit denen wir unseren Nächsten abgeleitet haben. Für all diese Taten sollte man eine Antwort von dem eigenen Gewissen und der eigenen Erinnerung suchen und Gott anbeten, dass er uns erleuchten möge.“

9. Wo ist der Unterschied zwischen der Liebe zur Neuheit und Neugier?

Die Liebe zur Neuheit ist ein leidenschaftlicher Wunsch Neuigkeiten, fremde Sünden und Probleme, unnötige Sachen, allgemein alles zu erfahren was dich nicht betrifft. Neugier ist, bei Christen, der geistige Wunsch jenes zu erfahren, das nützlich für die Seele ist, und vor allem wie man errettet werden kann. Der gottgeweihte Symeon der Neue Theologe sagt: „Selig sind, die deren Herz keine Liebe zur Neuheit hat; denn sie werden Gott schauen.“. Jeder Christ sollte freudig sein, wenn er viel mehr über Gott, durch das Lesen des Heiligen Evangeliums, der Vita der Heiligen, der Taten der Heiligen Altväter und der orthodox-christlichen glaubenslehrenden Literatur, erfahren kann.

10. Ich habe Angst zur Kirche zu gehen, damit man auf mich keinen Bann wirft. Man sagt, dass es dort viele Hexer gibt.

Diese Gedanken fügt Ihnen der Feind der Menschheit zu – der Teufel. Die Kirche ist für den Gläubigen der himmlische Ort und der Ort der Säuberung von den Sünden. Die Errettung wird kaum möglich für jenen sein, der nicht zur Kirche geht. Alle heiligen Altväter lehren, dass es keine Errettung ohne der Kirche und ausserhalb der Kirche gibt. Aber, der Mensch irrt sich, wenn er Hexern und Magiern eine größere Kraft als Gott zuschreibt. Gott ist stärker als jede Hexerei und Magie. Aus der Heiligen Schrift wissen wir, dass nicht nur die Magier, sondern auch der Teufel nichts ohne Gottes Genehmigung anrichten können. Gott wird auch niemals eine Versuchung genehmigen die größer ist, als es der Mensch aushalten kann.

11. Existieren sündhafte Berufe?

Ja. Es existieren viele sündhafte Berufe: sich kriminel befassen ( unter der Tarnung legaler Geschäfte ); Prostitution; Zuhälterei ( Agentur für „geschäftliche Begleitungen“ ); Striptease und ähnliches; sich mit der Herstellung und dem Verkauf von Drogen und alkoholischen Getränken befassen; sich mit Okultismus und Magie befassen ( Wahrsagerei, Astrologie, Prophezeiung des Schicksals, Bioenergie-tismus, „Wunderheilerei“... ); Schwangerschaftsabbrüche durchführen, d.h. „Abortuse“; gotteslästernde, pornografische und sündhafte Literatur, Zeitschriften oder VIdeos verfassen und verbreiten; Zinsen für geliehenes Geld verlangen, Erpressung und Zuschläge für Schulden verlangen; sich mit Berufen befassen bei denen das Entblößen des eigenen Körpers erforderlich ist und wodurch Andere zu sündhaften Gedanken und Wünschen gereizt werden (Schauspielerei, Modeling, „Stars und Promis“); ständig sonntags arbeiten; in Institutionen und Organisationen (auch staatlicher Natur) arbeiten die Atheismus planen, propagieren und durchführen, die weiters Gewalt und Ungerechtigkeit ausüben, die gegen die Gesetze Gottes und gegen staatliche Gesetze verstoßen, jene die gegen die rechtliche Ordnung verstoßen, sowie auch terroristische Aktivitäten gegen Christen und Menschen allgemein verüben...

Auf der anderen Seite gibt es Berufe die beim ersten Blick korrekt erscheinen, aber sündhaft sein können. Zum Beispiel, ist es gut als Bibliothekar zu arbeiten? Das hängt davon ab, mit was für Büchern man arbeitet. Wenn man mit christlichen Büchern arbeitet, dann ist das ein heiliger und guter Beruf, aber auch für die Seele ist es nutzbringend. Aber wenn es um erotische Romane, oder noch schlimmer, antichristlicher Literatur geht, dann ist das ein sündhafter Beruf. Man sollte dann diesen Job wechseln. Leider, viele weltliche Berufe in unserer Zeit sind untrennbar mit der Sünde verbunden, und für die Sünde - das Befassen mit solcher Arbeit, sollte man bei der Beichte bereuen. So eine Arbeit sollte man mit dem Segen des geistlichen Vaters kündigen und sich auf einer neuen Arbeitsplatzsuche machen.

12. Wie sollte man für jene beten, bei denen wir uns nicht sicher sind ob sie noch leben oder nicht?

Du wirst nichts falsch machen, wenn du für die Verstorbenen wie für die Lebenden betest, weil in Gott alle leben. Alle, ausser die Häretiker, Schismatiker und Abtrünnige. Diese sind tot und auch wenn sie körperlich leben (gottgeweihter Nektarius von Optina).

13. Wann enden Sonn- und Feiertage?


Beim Morgengrauen.

14. Wie sollte man sich wenden oder einfachhalber sich in der Gesellschaft vor Menschen benehmen die offensichtlich geistig krank sind?

Man sollte zu solchen Kranken ein christliches Mitgefühl haben und in sich selbst für sie beten. Im eigenen Leben sollte man sich an folgende Regel halten: „Liebe und respektiere jeden“.
Der Starez Arsenius der Athonite schreibt: „Wenn sich jemand in der Nähe von geistig Kranken aufhält, sollte man sehr vorsichtig sein, damit der Teufel denjenigen nicht zu Gedanken verführt, dass man äusserst fromm sei (deshalb wurde man von Gott vor so einer Krankheit bewahrt), dass man die Gnade Gottes hat, dass man besser als der geistig Kranke sei und ähnliches. All das richtet der Teufel an, damit der Mensch über sich denken würde, dass man gottgefällig lebt und besser als die Anderen sei (und vom betroffenen geistig Kranken). Ein Mensch, der so nachzudenken beginnt, entzieht sich den Segen Gottes und wird zu einer leichten Beute des Teufels.“

15. Darf eine Frau, Trauzeugin bei der Hochzeit sein? Denn man sagt, dass die Frau kein Recht hat die Krone über das Haupt von jenen zu halten, die heiraten.

Natürlich darf eine Frau, Trauzeugin bei der Hochzeit sein, ausser wenn sie die Regel hat (Menstruation). In besonderen Situationen sollte man durch den Rat des geistlichen Vaters handeln.

16. Wie sollte man mit heiligen Abbildungen (zB: Ikonen) in weltlichen Zeitschriften, Zeitungen und auf Briefmarken vorgehen?

„Man sollte sorgfältig die heiligen Bilder entfernen und sie vor der Schändung aufbewahren“ – ratet uns der Erzbischof Nikon von Vologod. Wenn man diesen Rat hört, sollte der fromme Gläubige die heiligen Bilder aus der Zeitung oder Zeitschrift herausschneiden, damit diese nicht geschändet werden oder nicht in den Müll oder in die Toilette landen. Die herausgeschnittenen Bilder kann man aufbewahren oder, falls dafür die Notwendigkeit besteht, können sie im Ofen verbrannt werden.

17. Kann man Computer, Fernseher, Radio und ähnliche Sachen weihen?

Die Sache an sich ist keine Sünde, sondern es ist wichtig wie man und mit welchem Ziel man es benötigt: für gute oder für schlechte Zwecke. Den Computer kann man zum Spielen von Computerspielen oder zum Schauen von pornografischen Websites oder Photos verwenden, aber man kann es auch zur Vorbereitung zum Drucken von kirchlichen Büchern, zur Übersetzung von christlicher Literatur, zur Verbreitung des Evangeliums von Christus über das Internet verwenden... Das gleiche gilt für das Tonbandgerät: man kann sündhafte Lieder hören und aufnehmen, aber man kann auch Gebete, geistliche Lieder und göttliche Belehrungen aufnehmen. Die Kamera kann man für verschiedene weltliche und sündhafte Vergnügen verwenden und weiters könnte die Benutzung der Kamera in der Kirche die Aufmerksamkeit der Gläubigen beeinträchtigen, ihre Achtsamkeit beim Gebet erschweren, aber man kann auch damit Geistliche, Klöster und Ikonen fotographieren... Demzufolge ist es klar, dass jene Sache geweiht werden kann bei der wir vermuten, dass diese nicht für sündhafte Zwecke verwendet wird. Aber falls auch ein ganz kleiner Zweifel darin besteht, dass eine Sache sündhaft und unanständig verwendet werden könnte, dann sollte man sowas nicht weihen. Wenn man die Wohnung weiht, werden dabei auch alle Sachen geweiht, so dass keine Notwendigkeit besteht insbesondere zum Beispiel den Fernseher zu weihen. Natürlich, es existieren auch Sachen und Objekte die nicht geweiht werden dürfen, wie zum Beispiel: Bordelle, Casinos, Wettbüros, Cafés, Waffen und Ähnliches...

18. Darf man die Verantwortung auf sich nehmen, um weniger bekannten Leuten die weit weg leben, ein/e Taufpate/Taufpatin zu sein?

Es ist eherenhaft und gut Taufpate sein zu dürfen. Es ist Sünde die Taufpatenschaft abzuweisen. Aber, falls die Eltern des Kindes in Sünde leben und in ihrer Wohnung Gotteslästerung herrscht, dann sollte man Besuche meiden, damit es nicht zum Sündigen kommt; man sollte für das Taufkind beten und dafür sorgen, dass dessen Name bei der Proskomidie, während der heiligen Liturgie, erwähnt wird.

19. Darf ein Christ nach der nächtlichen Schändung ( Samenerguß im Schlaf ) in der Früh zur Kirche gehen, Ikonen küssen, Heiliges Wasser und das Antidoron einnehmen?

Zuallererst sollte man sich waschen, die Unterwäsche wechseln und aus dem Gebetsbuch die Gebete des heiligen Basilius des Großen, gegen die nächtliche Schändung im Schlaf, lesen. Man sollte in die Kirche zur Liturgie gehen, aber – nach dem Rat der Geistlichen aus dem heiligen Berg Athos – aus Respekt zum Heiligtum, sollte man nicht die heilige Eucharistie empfangen, Ikonen & Reliquien küssen und nicht das Antidoron bei der ersten Liturgie an der man anwesend ist ( Morgengottesdienst oder heilige Liturgie ), einnehmen. Sondern erst beim nächsten Gottesdienst ( Abendgottesdienst ) darf der Christ die Ikonen und die Reliquien küssen. Man sollte nicht nach dieser Sünde durcheinander sein, sondern man sollte sie so bald wie möglich beichten und es bei der Beichte bereuen. Hier ist es wichtig zu erfahren wie es zur nächtlichen Schändung im Schlaf gekommen ist. Ist es durch deinen Fehler passiert ( du hast dich voll gegessen, du hast lange geschlafen, du hast jemanden verurteilt, du hast dir sündhafte Bilder und Filme angeschaut, du hast am letzten Tag oder vor dem Schlafen fürchterlich leidenschaftlich nachgedacht, und Ähnliches...) oder ist der Teufel daran schuld, der dich im Traum verführt hat, damit du eine nächtliche Schändung erlebst und er es dir unmöglich macht, zum Beispiel in der Früh die heilige Kommunion zu empfangen... Eigentlich ist das eine Sache die der geistliche Vater beurteilen sollte und man sollte seine Meinung, wie es am besten ist zu handeln, befolgen.

20. Wenn man zur Kirche geht, sollte man die besten Kleider tragen oder sollte man gewöhnliche Kleidung tragen?


Aus dem Leben der Heiligen erfahren wir, dass sie sich zum Besuch der Kirche passend und sauber gekleidet haben, aber kein luxuriöses Gewand trugen.

21.Sollte man sich den Segen von allen Priestern der Reihe nach holen, oder genügt es wenn man es sich von einem Priester holt?

Was besser ist, hängt von den Umständen ab.

22.Man sagt, dass man während der Verneigung (Metanoia) den Boden nicht mit den drei Fingern berühren darf, weil das angeblich von einer Respektlosigkeit gegenüber der Heiligen Dreifaltigkeit zeugt.

Und warum sollte man jedes Mal bei der Verneigung mit der Hand den Boden berühren? Gott schaut mit Zuneigung auf jene Verneigung, die man mit Demut und ohne irgendeine Theatralik mit den Gedanken an Gott und dem Gefühl der eigenen Unwürdigkeit und Sündhaftigkeit, macht.

23.Wie sollte man vorgehen, wenn ich Angst habe oder es mir ekelhaft in der Kirche erscheint Ikonen oder das Kreuz zu küssen das vorher ein offensichtlich kranker Mensch geküsst hat?


Das sind wieder Provozierungen des Teufels, der den Menschen empören will. Man sollte wissen, dass Krankheiten und Infektionen nicht über kirchliche Heiligtümer übertragen werden. Nehmen wir zum Beispiel ein Wunder, das man ständig sehen kann – in der Kirche empfangen hunderte und tausende Menschen aus dem gleichen heiligen Kelch die heilige Eucharistie, und nach allen trinkt der Diakon oder der Priester den Rest aus und niemand infiziert sich.

24.Was würden Sie mir raten, wenn man mein Kind in der Schule zwingt über Werke von Häretikern zu lernen, wie zum Beispiel, Tolstoi; oder dass es erotische Romane lesen muß, das Sünde ist; oder dass es andere antichristliche Handlungen ausüben muß.


Man sollte sich bemühen, dass das Kind in der Schule alles meidet was sündhaft ist. In allem sollte man den Schullehrern und Professoren zuhören, alle sie sollte man lieben, aber nicht mehr als Gott. In den Apostelngeschichten lesen wir: „Man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen.“ (Apostelngeschichten: 5,29). Falls die Schullehrer die Kinder dazu zwingen gotteslästernde Dinge zu tun, dann haben die Eltern die christliche Verpfichtung sich dagegen zu widersetzen und das zu verhindern.

25.Kann ich die Polizei anrufen wenn mein Ehemann trinkt und mich schlägt? Ist das christlich?


Christen haben immer folgendermaßen gehandelt: das, was für die Seele harmlos ist, hat man ertragen müssen, aber vor jenen Sachen, die für die Seele und das Leben schädlich waren, hat man sich entfernt. Zum Beispiel, während der (geistig) Kranke nichts Böses getan hat, hütete, fütterte und diente man ihm, und falls er gefährlich wurde – wirft Gläser um sich, schlägt Leute und Ähnliches... – hätte man ihn ins Krankenhaus für geistig Kranke geliefert. Falls dem Kind oder den Kindern Gefahr droht, dann haben Sie als Mutter die Verpflichtung sie zu beschützen, im Übrigen wie auch Ihr Leben, weil es zuerst Gottes und dann erst Euer Leben ist.

26.Kann man während der Liturgie über die seitliche Tür in die Kirche eintreten, wenn das bequem ist, oder geht das nur durch den Hautpeingang (westliche Tür)?

Man kann in Abhängigkeit von den Umständen tun, aber immer sollte man beachten, dass man damit nicht andere Gläubige beim Beten stört.

27.Ist es erlaubt Fresken in der Kirche, draußen oder drinnen zu küssen, und wann ist die beste Zeit dies zu tun?


Es gibt viele Ikonen die für das Küssen gedacht sind, aber den Fresken gegenüber ist es besser sich zu verbeugen und herzlich vor ihnen zu beten. In jedem Fall sollte man Fresken nicht während des Gottesdienstes ( vor allem nicht jene, die in der Nähe der Ikonostase sind ) küssen und somit die Gläubigen beim Beten zu stören.

28.Falls zum Taufritual ein Erwachsener schreitet, muss er vorher beichten gehen oder nicht?


Die heilige Taufe löscht und spühlt alle vorher verrichteten Sünden, durch die Macht des Segens Gottes, weg. Wenn der Mensch sogar eine große Notwendigkeit zur Beichte verspührt, vor allem für sogenannte „Todsünden“, in Bezug dessen sollte er den Rat eines erfahrenen geistlichen Vaters – Priesters aufsuchen und sein Ratschlag befolgen.

29.Darf man in der Kirche ein Gedenken an jene abgeben die infolge einer Krankheit durch Trunkenheit gestorben sind?

Man darf, falls sie orthodox-christlich waren.

30.Kann man in den Gebeten zu hause lebende ungetaufte Verwandte oder Abtrünnige erwähnen?


Man kann sie erwähnen und man sollte sie mit einem herzlichen Gebet zu Gott erwähnen, damit er sie erleuchtet und zur Vernunft bringt, dass sie sich taufen lassen falls sie nicht getauft sind, oder dass sie zum orthodox-christlichen Glauben zurückkehren, falls sie vom Glauben abgetreten sind. Man sollte für sie beten während sie noch leben, aber falls sie in diesen Todsünden sterben, dann sollte man einen erfahrenen geistlichen Vater für Rat fragen, ob man und wie man für sie beten kann. Solchen Verstorbenen können Almosen helfen, die man in ihrem Namen gibt.

31.Wie sollte man vorgehen wenn der Geburtstag eines Verwandten oder eines engen Freundes an einem Fastentag ist, das Essen jedoch nicht fastenkonform (Fleisch, Milchprodukte, Eier...) ist und gefeiert wird?

Falls der Geburtstag eines unserer Engsten an einem Fastentag ist, sollte man das Feiern an einem anderen Tag verlegen an dem das erlaubt ist. Falls wir zu jemandes Geburtstag oder Feier an einem Fastentag eingeladen wurden, sollte man mit einem innigen Gebet hingehen, den Nachmittag oder Abend verbringen, Fastengerichte essen, falls es solche gibt, aber falls es solche Gerichte nicht gibt, sollte man nichts essen um nicht das Fasten zu brechen, sondern dem Gastwirt erklären, weshalb man nicht (Fleisch, Milchprodukte, Eier...) essen darf, immer sich erinnernd : „Man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen.“ (Apostelngeschichten: 5,29).

32.Zündet man Kerzen für die Lebenden ausschließlich „oben“ , und Kerzen für die Verstorbenen ausschließlich „unten“ an? Denn einige sagen, dass es falsch sei Kerzen für die Verstorbenen „oben“ anzuzünden. Einige sind der Ansicht, dass es Leute gibt, die einem Lebenden einen Schaden zufügen können, wenn man für ihn „unten“ eine Kerze anzündet (wo eigentlich Kerzen für die Verstorbenen angezündet werden) und somit einen „Fluch auf ihn werfen“, d.h. sie veranlassen, dass er schnell stirbt.


In vielen Kirchen existiert der Brauch, dass man für die „Lebenden“ die Kerzen „oben“ anzündet, und für die „Verstorbenen“ – „unten“, d.h. an Orten die in der Kirche oder neben der Kirche dafür vorgesehen sind. Aber, im Wesentlichen gibt es keinen Unterschied wo man die Kerzen anzündet, weil in Gott gibt es keine Toten, sondern alle leben in Ihm, jene die verstorben sind und jene die noch leben, künftig, dass unser Gott, wie die Bibel sagt: „Gott aber ist nicht der Toten, sondern der Lebendigen Gott“ (Lukas: 20:38).

Die zweite Frage bezieht sich auf einen ganz gewöhnlichen Aberglauben und Blödsinn. Jene die mit solcher „Hexerei“ Andere zu schädigen versuchen, stehen unter der Macht des Teufels und verrichten eine schwere Sünde der eigenen Seele und dem eigenen ewigen Schicksal zu. Man sollte diese Sünde sofort beichten gehen und sie dafür ehrlich bereuen. Unser Leben hängt vom lebendigen Gott ab, und nicht von Menschen und ihren (boshaften) Absichten. Alles was in unseren Leben passiert, hängt vom milden Willen Gottes ab und nicht vom boshaften menschlichen Willen.

33.Kann ich Mönchskleidung tragen, obwohl ich kein Mönch bin?

Jener der fremdes Gewand trägt ( zB: ein Laie trägt Priestergewand, eine Frau trägt Männerkleidung oder ein Mann trägt Frauenkleidung ), wie die Altväter sagen – ist ein Götzendiener und sündigt somit. Das Mönchstum besteht nicht aus der Mönchskleidung oder dem Komboskini, sondern in der wahrhaften Demut, Gehorsamkeit gegenüber dem geistlichen Vater, der Duldsamkeit, dem Opfer, der allvergebenden Liebe und anderen christlichen Tugenden.
Jener, der sich vor all dem Weltlichen losgesagt hat, zum Beispiel, von der Ehefrau, vom Grundbesitz, vom Reichtum und anderen Sachen, wurde erst vom Äußerlichen her zum Mönch, aber noch nicht von innen, sagen die Altväter. Wahrhaftig ist sogar jener Mönch, der im Gehorsam seines geistlichen Vaters sich von seinem eigenen Willen losgesagt hat, sich von den leidenschaftlichen Gedanken und der seelischen Verbundenheit zur Welt losgelöst hat. Von außen her ist es leicht zu einem Mönch zu werden, aber es ist eine große Leistung notwendig damit der Mensch von innen her ein Mönch werden kann.
Tragt keine Mönchskleidung, sondern bemüht euch, unter dem Gehorsam des geistlichen Vaters, während ihr in dieser Welt lebt und soweit es euch möglich ist, ein Mönchsleben zu führen.

34.Sollte man Kinder an großen kirchlichen Feiertagen zur Schule gehen lassen, und somit den Gang zum Gottesdienst opfern?

Es wäre besser sie zur Kirche Gottes zu holen, aber zur Schule sollte man sie nur gehen lassen, wenn es dafür einen sehr wichtiger Grund gibt, denn : „Man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen.“ (Apostelngeschichten: 5,29).

35.An Feiertagen sollte man nicht arbeiten gehen.Was aber soll man machen, wenn große kirchliche Feiertage an normalen Arbeitstagen sind?

Am besten wäre es, wenn es möglich ist, sich einen freien Tag zu nehmen oder unbezahlt abwesend zu sein und zum Gottesdienst zu gehen. Falls das unmöglich ist, sollte man dann zur Arbeit gehen und den ganzen Tag innerlich im gebetlicher Stimmung verbringen. Das Geld das man an diesem Tag verdient, sollte man als Almosen für die Kranken und Armen verwenden.

36.Was soll man machen, wenn Fastenzeit ist und man die heilige Kommunion empfangen muss, aber keine Möglichkeit besteht, sich mit jemanden zu versöhnen, weil diese/r weit weg von uns lebt, wegen einer Krankheit oder wegen eines anderen wichtigen Grundes die Situation schwer erscheint?

Über einen Brief sollte man um Vergebung bitten oder im Herzen vergeben und die heilige Kommunion mit der Absicht empfangen, dass wenn man den Menschen sieht, von ihm die Vergebung erbitten wird.

37.Warum ist es notwendig asketisch zu leben?

Der allgemeine Zweck des asketischen Lebens ist der Kampf gegen die Hochmut, der Eigenwille, der Egoismus, die Faulheit, die Leidenschaftlichkeit, die Beleidigung der Nächsten, aber alles wegen der Strebung zur engeren Vereinigung mit Christus und des Lebens in Christo. Ohne Leistung gibt es kein christliches Leben, weil es keine Bewegung zu Gott gibt, der Annäherung zu Gott. ( „Dvigati se“ aus dem altkirchenslawischen für „sich bewegen“ ). Aber, falls unsere äußerlichen tugendhaften Handlungen, unsere Leistungen, nicht dieses wesentliche Ziel haben – die kirchliche Vereinigung mit Gott und das kirchliche Leben mit Gott und in Gott, dann – und auch wenn sie wie ein gottgefälliger Ausdruck aussehen – könnte die Quelle dieser Leistungen die Hochmut, die versteckte Selbstgefälligkeit und die Gotteslästerung sein, und sie können nur noch mehr den sündhaften Zustand des Menschen vertiefen.

38.Kann man Kinder ohne den Taufpaten taufen lassen, und dürfen der Vater oder die Mutter Taufpaten des Kindes sein?

In der Not ( wie zum Beispiel, wenn tödliche Gefahr droht ), kann man die Taufe ohne den Taufpaten durchführen, aber der Vater oder die Mutter können keine Taufpaten sein. Allgemein sollte man wissen, dass Taufpaten nicht jene Personen sein dürfen, die nicht das 12-te Lebensjahr vollendet haben, jene die ungetauft sind, jene die nicht orthodox-christlich sind, jene die sich in Häresie und Irrtum (römische Katholiken, Protestanten, Adventisten, im Allgemeinen – Mitglieder aller Sekten ) befinden. Denn, wie können diese das Patenkind in der Wahrheit erziehen, wenn diese selber nicht die Wahrheit kennen?

39.Wie sollte man vorgehen, wenn man das Vertrauen im geistlichen Vater verloren hat, aber sich schämt das zu sagen?

Darüber sollte man mit einem anderen geistlichen Vater reden. In jedem Fall sollte man darüber nicht um herum reden. Es existieren solche Sünden (vor allem einige körperliche), über die sich der Mensch schämt bei der Beichte zu reden, vor allem wenn eine Frau bei einem jungen Priester beichten gehen muss. Was sollte man bei so einer Situation tun ( vor allem wenn diese Sünden schwer sind und nicht bei der gemeinsamen Beichte vergeben werden können ) ?
Man sollte einen anderen, älteren und erfahreneren geistlichen Vater finden in dem man vertrauen haben kann und vor ihm diese Sünden bereuen kann.
An diesen Tagen können ohne Fasten ( weil zu Ostern und Weihnachten darf man nicht fasten ), ausschließlich nur jene die heilige Kommunion empfangen können, die die ganze Fastenzeit im Essen und Trinken, und Abstinenz in der Ehe gefastet haben. Dafür gibt es, ein aus dem Kanon, bestimmte Regel.

40.Einige sagen, dass man nach 8 Uhr abends, bevor man die Heilige Kommunion empfängt, nichts essen sollte. Existiert eine Regel in diesem Bezug?

Diejenigen, die ab Abend vor dem Empfang der heiligen Kommunion sich vom Essen enthalten – machen das falsch. Aber erst, nach der Regel, ab 0 (24) Uhr nachts, darf man nichts mehr essen und trinken.

41. Ich habe gehört das man am Tag der Enthauptung des Heiligen Johannes den Täufer rundes, das an eine Form des Kopfes erinnert, d.h. Äpfel, Wassermelonen etc... nicht essen darf?

Das ist purer Aberglaube. Man darf nur nicht Fleisch, Milchprodukte, Eier etc. essen, sogar Fisch und Meeresfrüchte darf man nicht einnehmen, weil das ein strenger Fastentag ist.

42.Kann man aufs Grab oder aufs Grabkreuz ein Photo des Verstorbenen hinstellen? Sollte man das Grab pflegen? Darf man kleine Tische, Bänke daneben stellen und darf man beim Grab essen?

Und auch wenn das als Volksbrauch gilt, das Aufstellen eines Photos auf das Grabdenkmal ist von keinem geistlichen Nutzen. Fromme Gläubige stellen aufs Grab kleine Ikonen, zünden eine Öllampe und Kerzen an und beten herzlich für den Verstorbenen. Man sollte kein „Festessen“ beim Grab herrichten, weil das ein heidnischer Brauch ist. Vor allem ist es sündhaft Zigaretten am Grab (weil man damit dem Verstorbenen Raucher eine Freude erweisen will) anzuzünden, oder im gleichen Ziel, eine volle Schnapsflasche mit dem Flaschenhals in die Erde hineinstößt ( damit sich der Verstorbene „reichlich betrinken“ würde ). Zum Grab holt man sich eine besondere Süßspeise aus Körnern, Nüssen oder Honig, dass während der kirchlichen Seelenmesse und Gedenken, mit schwarzen Wein zum Gebetsgedenken und Ruhe der Seele des Verstorbenen übergossen wird.

43.Kann man aufs Grab ein Denkmal hinstellen auf dem ein Kreuz eingeritzt ist?

Es wäre besser am Grab, anstatt eines Denkmals, nur ein Kreuz aus Stein oder Holz hinzustellen.

44.Einige Priester erlauben die Beichte nach der „Salbung“, und Andere nur bis zur „Salbung“. Hat das eine Bedeutung?

Das heilige Mysterion der Beichte, sollte man vor der Salbung durchführen, d.h. vor Empfängnis des Sakraments der Ölung, weil im heiligen Sakrament der Ölung (Salbung) die vergessenen Sünden und Sünden aus Unwissenheit vergeben werden und weiters werden körperliche Unvermögen und Krankheiten geheilt.

45.Darf jeder das Sakrament der Ölung (Salbung) erhalten, und es möglich ist, wenn sich der Mensch in „Unreinheit“ befindet, d.h. an Tagen an denen die Frau die Monatsregel (Menstruation) hat oder an einem Tag an dem der Mann einen nächtliche Schändung im Schlaf (Samenerguß im Schlaf) hatte?

Die Kirche hat das heilige Sakrament der Ölung, schon seit Anbeginn der apostolischen Zeit eingeführt um Kranke zu heilen. Deswegen erhalten kranke und alte Menschen das heilige Sakrament der Ölung, weil mit dem Alter gewöhnlicherweise auch Krankheiten kommen. Es gibt auch den Brauch, über das der heilige Dimitrij von Rostov redet, dass man am Gründonnerstag in den Klöstern auch Gesunde salbt. Genauso wie man sich an „unreinen Tagen“ (wenn Erwachsene getauft werden) nicht taufen lassen sollte und nicht die heilige Kommunion einnehmen sollte, sollte man an diesen Tagen nicht das heilige Sakrament der Ölung nehmen, sondern nach dem Ratschlag des geistlichen Vaters, sollte man abwarten bis sich die Umstände zum Empfang des heiligen Sakraments ergeben. Auf der einen Seite sollte man einen wesentlichen Unterschied zwischen der Menstruation einer Frau, das ein Merkmal des weiblichen Geschlechts ist und in sich keine Sünde birgt, machen und auf der anderen Seite den Samenerguß im Schlaf beim Mann machen, das im allermeisten Fall das Ergebnis der Sünde ist und diese Sünde sollte man beim geistlichen Vater beichten gehen.

46.Dürfen sich Ungetaufte während der Heiligen Liturgie oder während des Abendgottesdienstes in der Kirche aufhalten?

Ungetaufte können sich während des ganzen Abendgottesdienstes und des Morgengottesdienstes in der Kirche aufhalten, aber während der Heilige Liturgie darf man sich nur bis zum Ende ihres ersten Teils, das auch als „Liturgie der Katechumenen“ bezeichnet wird, und Anfang des zweiten Teils, das man auch als die „Liturgie der Gläubigen“ nennt, d.h. bis zum Zeitpunkt wenn der Diakon die Katechumenen (Ungetaufte) mit folgendem Satz auffordert: „Katechumenen, tretet aus!“, in der Kirche aufhalten. Im frühen Christentum existierte der Brauch, dass vor den kirchlichen Türen Wächter standen, die dafür sorgten, dass nach dem Austreten aller Katechumenen kein einziger von den Ungetauften mehr in die Kirche eintreten konnte, weil im zweiten Teil der Heiligen Liturgie, d.h. während Liturgie der Gläubigen oder dem Kanon der Eucharistie, diese nicht teilnehmen konnten – das heilige Sakrament der Eucharistie einzunehmen, das ausschließlich für getaufte orthodoxe Christen vorgesehen ist.

47.Wenn ein Fremder das Antidoron oder eine Kolyva in der Kirche anbietet, sollte man es dann annehmen oder ist es besser es abzulehnen?

Man kann taktisch und höflich das Antidoron ( weil manchmal kann es sein, dass das überhaupt kein Antidoron, sondern ein gewöhnliches Brot ist ) oder die Kolyva ablehnen, weil manchmal einige Leute Selbstmördern, jenen die als Ungläubige gestorben sind oder Abtrünnigen ein Gedenken abgeben, jedoch es Sünde ist für diese Leute zu beten.

48.Dürfen Christen, die in der Welt leben, ein Komboskini tragen?

„Trag es mit dir“, sagte der gottgeweihte Barsonufius von Optina seiner geistlichen Tochter, „aber so, dass es niemand sehen kann“. Es gibt einige Leute die das Komboskini tragen um den Eindruck einer „geistlichen Person“ zu vermitteln, das jedoch Sünde ist, weil es Hochmut ist.

49.Was macht man, wenn das Weihwasser verfault ist? Sollte man es lieber trinken oder ist es besser es wegzuschütten?

In der Regel verfault das heilige Wasser nicht, weil es geweiht wurde. Falls das aber trotzdem, aus einem nur für Gott bekannten Grund passieren sollte, dann sollte man das heilige Wasser vorsichtig in einen Fluss gießen (dort wo es einen Strom gibt, ein sogenanntes „lebendes“ Wasser, und kein stehendes) oder in die Erde, dort wo man nicht mit den Füßen tritt. Beschädigte Ikonen, die Prosphora, Reste eines Festbrotes oder Weizen verbrennt man (falls die Möglichkeit besteht – im kirchlichen Ofen).

50.Kann man ein Kaugummi vor der Heiligen Kommunion kauen?

Vor der Heiligen Kommunion isst man gar nichts: das heißt, man darf nicht einmal ein Kaugummi kauen. Man darf auch kein Kaugummi nach der Heiligen Kommunion kauen, damit ja kein Partikel der Heiligen Kommunion sich zufällig mit dem Kaugummi verbindet und später, Gott bewahre, diese gemeinsam mit dem Kaugummi ausgespuckt wird.

51.Sollte man sich die Zähne vor der Heiligen Liturgie putzen, d.h. vor der Heiligen Kommunion?

Bevor man am Sonntag oder an einem Feiertag zur Kirche geht, sollte man sich duschen gehen, die Hände und das Gesicht waschen und ein sauberes Gewand und Schuhe anziehen, genauso vor der heiligen Liturgie sollte man sich die Zähne putzen gehen ( u.a. damit man mit dem Mundgeruch andere Menschen nicht stören kann ).

52.Sollte man sich die Zähne nach dem Empfangen der Heiligen Kommunion putzen?

Nach dem Empfang der Heiligen Kommunion, sollte man sich aus praktischen Gründen den ganzen Tag lang nicht die Zähne putzen, damit ein Partikel des heiligen Sakraments, das vielleicht in einem Zahn oder zwischen den Zähnen hineingefallen ist, nicht hinaus gewaschen wird und mit der Zahnpasta ausgespuckt wird.

53.Wie geht man am besten vor, wenn es in der Kirche während der Liturgie sehr eng wird und man gezwungen ist mit dem Rücken vor der naheliegendsten Ikone zu stehen?

In der Not ist es keine Sünde, während der Liturgie, mit dem Rücken vor einer Ikone zu stehen. Man sollte nur beachten, dass man dem Altar während der heiligen Liturgie niemals den Rücken kehren darf ( wie es des Öfteren einige Gläubige falsch machen, während sie in der Reihe auf die Beichte warten ), weil das als Respektlosigkeit gegenüber dem lebendigen Gott und des Sakraments der Errettung der Welt gilt, das auf dem heiligen Tisch im Altar endet.

54.Ich habe gehört, dass es nicht gut ist Schuhe zu tragen auf deren Zunge sich ein Kreuz befindet. Sollte man das beachten?

Man sollte sich bemühen ohne dass sich ein Kreuz dem Schuh befindet, tragen.

55.Ist es gut das Haus mit Weihrauch zu erfüllen? Kann das ein einfacher Gläubiger durchführen? Einige sagen, dass das Weihräuchern nur dann wirkt, wenn es ein Priester durchführt.

Es ist gut die eigene Wohnung mit Weihrauch an jedem Sonn- und kirchlichen Feiertag zu erfüllen. Man erfüllt das Weihräuchern so, indem man in der Luft ein Kreuzzeichen vor der Ikone macht. Das sollte der Hauswirt mit einem herzlichen Gebet zu Gott durchführen indem er von den anderen Hausbewohnern begleitet wird. Zuallererst werden alle Ikonen mit Weihrauch erfüllt und danach alle Wohnungsräume. Vor allem gut ist es Kranke mit Weihrauch zu erfüllen.
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Re: B - "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Sinaitis » 31.01.2010, 19:13

Dein Übersetzungswerk sei gesegnet, Aleks.
Schon die erste Frage zeigt, wie konkret das Buch, ist und schon die erste Antwort zeigt, wie geistlich und theologisch richtig der Vater denkt und antwortet. Er bringt die Dinge auf den Punkt. Danke.
Ich wünsche Dir Kraft zur Fortsetzung und den Heiligen Geist als Beistand bei diesem missionarischen Tun.
Sei gesegnet

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Re: B - "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Nicaios » 31.01.2010, 19:40

Lieber Bruder Aleks,

zunächst einmal Danke für Deine Mühe. Das Buch macht einen sehr lesenswerten Eindruck. Könntest Du mir den serbischen Originaltitel und Bezugsangaben nennen? Würde es gerne auch im Original lesen. Hab vielen Dank.

бог благослови те!

твој брат Коста ;)
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Δόξα Πατρὶ καὶ Υἱῷ καὶ Ἁγίῳ Πνεύματι, καὶ νῦν καὶ ἀεὶ καὶ εἰς τοὺς αἰῶνας τῶν αἰώνων. Ἀμήν. +

Слава Отцу, и Сыну, и Святому Духу, и ныне и присно, и во веки веков. Аминь. +

Aleks

"Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Aleks » 31.01.2010, 20:59

2. In den Beispielen zur Beichte verwendet man häufig Wörter wie: "Zuhälterei", "Nahrung zur späten Stunde einnehmen", "Nahrung zur frühen Stunde einnehmen", "unverdienten Gewinn erwerben", "Andere zum Lachen zu bringen", "sich mit Essen vergnügen" - erklären Sie, was bedeuten diese Worte?

3. Heisst das, dass Essen, Geld und Ruhm - Sünde sind?

4. Warum darf man vor der Heiligen Liturgie nichts essen?


Um das ganze spannender und anregender fürs eigene Denken zu machen, werde ich die Fragen für das nächste Mal vorher posten... die Antwort kommt demnächst und erscheint gleich unter diesen Fragen. Mal sehen, vielleicht habts ihr ja im Großen und Ganzen das ganze richtig gedacht.... :)
Zuletzt geändert von Aleks am 04.05.2010, 00:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Elias » 01.02.2010, 13:30

Браво...то је превише, добар посао брат.. :up:

твој брат Илије

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Re: B - "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Nassos » 01.02.2010, 22:39

Aleks hat geschrieben:2. In den Beispielen zur Beichte verwendet man häufig Wörter wie: "Zuhälterei", "Nahrung zur späten Stunde einnehmen", "Nahrung zur frühen Stunde einnehmen", "unverdienten Gewinn erwerben", "Andere zum Lachen zu bringen", "sich mit Essen vergnügen" - erklären Sie, was bedeuten diese Worte?

3. Heisst das, dass Essen, Geld und Ruhm - Sünde sind?

4. Warum darf man vor der Heiligen Liturgie nichts essen?


Um das ganze spannender und anregender fürs eigene Denken zu machen, werde ich die Fragen für das nächste Mal vorher posten... die Antwort kommt demnächst und erscheint gleich unter diesen Fragen. Mal sehen, vielleicht habts ihr ja im Großen und Ganzen das ganze richtig gedacht.... :)
Lieber Bruder Alex,

vielen Dank für den Post. Ich bitte Dich, lass die Fragen noch etwas wirken. Eventuell könntest Du ja einen Zwischenfragenpost erstellen, um die Fragen wieder an die Oberfläche zu holen.

Die Allheilige Gottesgebärerin schütze Dich und die Deinen,
Nassos

Aleks

Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Aleks » 04.02.2010, 16:08

2. In den Beispielen zur Beichte verwendet man häufig Wörter wie: "Zuhälterei", "Nahrung zur späten Stunde einnehmen", "Nahrung zur frühen Stunde einnehmen", "unverdienten Gewinn erwerben", "Andere zum Lachen zu bringen", "sich mit Essen vergnügen" - erklären Sie, was bedeuten diese Worte?

Man sagt, dass sich jemand mit Zuhälterei beschäftigt, wenn dieser „Treffen“ zwischen Männer und Frauen arrangiert, die dann unzüchtig leben, d.h. unverheiratet, ohne kirchlicher Ehe bleiben.

Das Einnehmen von Nahrung zur späten Stunde ist, wenn man Nahrung nach den Abendgebeten einnimmt, d.h. nach den Gebeten bevor man schlafen geht.

Das Einnehmen von Nahrung zur frühen Stunde ist, wenn man Nahrung nach den Frühgebeten und Gottesdienst in der Früh (wenn man zur Kirche geht) einnimmt.

Das Erwerben unverdienten Gewinns ist, wenn jemand einen ungerechten Gewinn durch gesetzlose Tätigkeiten, Diebstahl, Raub, Steuerhinterziehung, Provision (Prozente) einnimmt, jemandem Geld leiht indem man auch Zinsen dafür verlangt...

Andere zum Lachen zu bringen ist, wenn jemand zügellos lacht und andere zum Lachen bringt indem er obszöne oder schamhafte Witze und Scherze von sich abgibt oder unanständige Bewegungen und Handlungen ausführt.

Sich mit Essen zu vergnügen ist, wenn sich angenehmes Essen lange Zeit im Mund befindet, wenn man sich nicht dazu entschließt es hinunter zu schlucken, sondern den Geschmack genießt und auch wenn man allzu viel isst und man beim übermäßigen Essen genießt.

3. Heisst das, dass Essen, Geld und Ruhm - Sünde sind?

Das Essen in seiner Essenz ist keine Sünde, sondern die Völlerei; Geld ist auch keine Sünde, sondern die Liebe zum Geld; Ruhm ist auch keine Sünde, sondern die Hochmut; im Wesentlichen kommt die Sünde nicht selbst aus den Sachen, sondern von deren Missbrauch, sagt der ehrwürdige Maximos der Bekenner.

4. Warum darf man vor der Heiligen Liturgie nichts essen?

„Diejenigen die zum Gottesdienst gehen und vorher noch gegessen haben, schreibt der Heilige Johannes von Kronstadt, - setzen sich freiwillig eine unnötige und schädliche Last auf, sie verschließen im vornhinein ihre Herzen für das Gebet und versperren den Weg, bei dem heilige Gedanken und heilige Gefühle ankommen.“
Man sollte äusserst vorsichtig sein und sich vom Essen vor dem Gottesdienst hüten. Man sollte vor Augen haben, dass „das Reich Gottes nicht Essen und Trinken“ (Röm. 14,17) ist, d.h. Gott kann nicht in Jemanden regieren, dessen Herz mit übermäßigen Essen und Trinken belastet ist. Jener der vor der Heiligen Liturgie isst oder trinkt (oder raucht) darf nicht zur Heiligen Kommunion antreten, nicht einmal das Antidoron darf eingenommen werden.



Nächstes Mal werden folgende Fragen beantwortet:

5. Darf ich während der Fastenzeit Fastengerichte essen die die Kirche erlaubt, aber die ich mit Genuß Esse?

Antwort folgt demnächst

6. Was bedeutet das: „Sünden beim Beichten abschwächen“ ?


Antwort folgt demnächst

7. Sollte man kleine Sünden aufschreiben, damit man sie beichtet und vor dem Geistlichen Vater sühnt?

Antwort folgt demnächst



P.S: Um das ganze transparenter zu gestalten werden alle Fragen & Antworten auch im allerersten Post eingefügt.
Zuletzt geändert von Aleks am 04.05.2010, 00:40, insgesamt 1-mal geändert.

Nassos
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Nassos » 05.02.2010, 00:43

Aleks hat geschrieben:4. Warum darf man vor der Heiligen Liturgie nichts essen?

„Diejenigen die zum Gottesdienst gehen und vorher noch gegessen haben, schreibt der Heilige Johannes von Kronstadt, - setzen sich freiwillig eine unnötige und schädliche Last auf, sie verschließen im vornhinein ihre Herzen für das Gebet und versperren den Weg, bei dem heilige Gedanken und heilige Gefühle ankommen.“
Man sollte äusserst vorsichtig sein und sich vom Essen vor dem Gottesdienst hüten. Man sollte vor Augen haben, dass „das Reich Gottes nicht Essen und Trinken“ (Röm. 14,17) ist, d.h. Gott kann nicht in Jemanden regieren, dessen Herz mit übermäßigen Essen und Trinken belastet ist. Jener der vor der Heiligen Liturgie isst oder trinkt (oder raucht) darf nicht zur Heiligen Kommunion antreten, nicht einmal das Antidoron darf eingenommen werden.
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Michael » 07.02.2010, 17:22

ich bin schon auf den 7. Punkt gespannt. :mrgreen:
Zuletzt geändert von Michael am 12.05.2010, 21:13, insgesamt 1-mal geändert.
„Heilig, heilig, heilig, furchtbar und groß, hoch(erhaben),
bewundernswert und verherrlicht ist der Herr in die Äonen der
Äonen!“

Aleks

Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Aleks » 09.02.2010, 20:21

5. Darf ich während der Fastenzeit Fastengerichte essen die die Kirche erlaubt, aber die ich mit Genuß esse?

Während der Fastenzeit wäre es gut sich vom Essen züruck zu halten das dir gefällt. Feinschmeckerei in der Fastenzeit ist Sünde. Es ist Sünde wenn man mit den Fastengerichten übertreibt und diese genießt, weil das dann als Betrug, in der Essenz des Fastens als Enthaltsamkeit, gilt.

6. Was bedeutet das: „Sünden beim Beichten abschwächen“ ?


Passt auf, dass ihr bei der Beichte nicht folgendes sagt: „Andere haben mich überredet...“, „Ich bin schwach, deshalb habe ich gesündigt...“, „Ich habe das aus menschlicher Schwäche getan...“, „Ich ärgere mich, weil mich die anderen nerven...“, „Ich gehe nicht zur Kirche, weil mir die Beine wehtun...“. Es ist Sünde sich selbst auf diese Weise zu rechtfertigen und die eigenen Sünden während der Beichte abzuschwächen. Das Rechtfertigen pflanzt euch der Teufel ein, und wer „verzeihe“ sagt, der sticht den Teufel mit dem Feuer der Sühne und Demut. Einmal fragte man den gottgeweihten Poimen den Großen, was für Gott am ärgerlichsten ist. Der Heilige antwortete: „Wenn ein Mensch sich selbst rechtfertigt!“. Die Selbstrechtfertigung wirft den Menschen in die Hölle, jedoch Buße löst Gnade in Gott aus.

7. Sollte man kleine Sünden aufschreiben, damit man sie beichtet und vor dem Geistlichen Vater sühnt?


Selbstverständlich sollte man jede Sünde aufschreiben, aber mindestens auch die kleinste Sünde an die man sich erinnert, und danach diese ehrlich bereut. Es gibt keine „kleinen“ und „großen“ Sünden, jede Sünde entfernt den Menschen von Gott. „Kleine“ Sünden führen unbemerkt zu „großen“ Sünden und deswegen warnt die Überlieferung der Kirche die Christen, dass sich diese insbesonders vor der „Apokalypse der winzigen (kleinen) Sünde“ hüten sollen.



8. Sollte man nur Sünden die man getan hat, bereuen ?

Antwort folgt...

9. Wo ist der Unterschied zwischen der Liebe zur Neuheit und Neugier?

Antwort folgt...

10. Ich habe Angst zur Kirche zu gehen, damit man auf mich keinen Bann wirft. Man sagt, dass es dort viele Hexer gibt.

Antwort folgt...
Zuletzt geändert von Aleks am 04.05.2010, 00:40, insgesamt 1-mal geändert.

Nassos
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Nassos » 09.02.2010, 23:00

Aleks hat geschrieben:Während der Fastenzeit wäre es gut sich vom Essen züruck zu halten das dir gefällt. Feinschmeckerei in der Fastenzeit ist Sünde. Es ist Sünde wenn man mit den Fastengerichten übertreibt und diese genießt, weil das dann als Betrug, in der Essenz des Fastens als Enthaltsamkeit, gilt.
gibt es da eine Grenze zwischen "sich erfreuen über eine gesegnete Mahlzeit" und "in Wonne genießen", das wohl hier gemeint ist?
Aleks hat geschrieben:Passt auf, dass ihr bei der Beichte nicht folgendes sagt: „Andere haben mich überredet...“, „Ich bin schwach, deshalb habe ich gesündigt...“, „Ich habe das aus menschlicher Schwäche getan...“, „Ich ärgere mich, weil mich die anderen nerven...“, „Ich gehe nicht zur Kirche, weil mir die Beine wehtun...“.
was ist wenn man, um genau dies zu vermeiden, ein "böseres" Bild von sich gibt. Wenn man eine "kleine" Sünde als solche nicht zu erkennen geben will und deshalb schwerwiegender erscheint?
Aleks hat geschrieben:Sollte man kleine Sünden aufschreiben, damit man sie beichtet und vor dem Geistlichen Vater sühnt?
Muss man jedes einzelne Vergehen aufzählen oder reicht es, dies generell zu sagen (z.B. "Vater, ich fluche oft, wenn ich zornig bin...").

Hm, andererseits, denke ich, wird einem der geisliche Vater schon den richtigen Weg zeigen, eventuell nachhaken, nicht wahr?
Aleks hat geschrieben:8. Sollte man nur Sünden die man getan hat, bereuen ?
Man sollte auch über Versuchung reden. Eventuell kann der geistliche Vater helfen, dass man nicht in die Falle tappt. Also das Problem an der Wurzel, an seinem Ursprung bekämpfen.
Aber etwas bereuen, dass man evtl. unwillentlich gedacht/gefühlt hat, ich weiß nicht recht.

Danke und Gruß,
Nassos

Aleks

Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Aleks » 09.02.2010, 23:24

Nassos hat geschrieben:
Aleks hat geschrieben:Während der Fastenzeit wäre es gut sich vom Essen züruck zu halten das dir gefällt. Feinschmeckerei in der Fastenzeit ist Sünde. Es ist Sünde wenn man mit den Fastengerichten übertreibt und diese genießt, weil das dann als Betrug, in der Essenz des Fastens als Enthaltsamkeit, gilt.
gibt es da eine Grenze zwischen "sich erfreuen über eine gesegnete Mahlzeit" und "in Wonne genießen", das wohl hier gemeint ist?
meine meinung: man sollte sich lieber über christus als über das essen erfreuen... christus sollte unser tägliches brot sein... mit christus sollten wir uns den tag versüßen, nicht mit essen. christus sollte unser trost sein, nicht das essen :) . das essen sollte man nur konsumieren wenn man hungrig ist und so lange essen bis man den größten teil des hungers gesättigt hat, ein bisschen hunger sollte schon übrig bleiben damit es nicht zum übermäßigen essen wird.
Nassos hat geschrieben:
Aleks hat geschrieben:Sollte man kleine Sünden aufschreiben, damit man sie beichtet und vor dem Geistlichen Vater sühnt?
Muss man jedes einzelne Vergehen aufzählen oder reicht es, dies generell zu sagen (z.B. "Vater, ich fluche oft, wenn ich zornig bin...").
ich denke man kann das auch so machen wie du es formuliert hast... ist ja leichter und zeitsparender als wenn man immer die gleiche SItuation aufzählt die zu verschiedenen Zeitpunkten stattfand...


En Christo
Brauder Aleks
Zuletzt geändert von Aleks am 04.05.2010, 00:40, insgesamt 1-mal geändert.

Nassos
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Nassos » 09.02.2010, 23:29

Aleks hat geschrieben:meine meinung: man sollte sich lieber über christus als über das essen erfreuen... christus sollte unser tägliches brot sein... mit christus sollten wir uns den tag versüßen, nicht mit essen. christus sollte unser trost sein, nicht das essen :) . das essen sollte man nur konsumieren wenn man hungrig ist und so lange essen bis man den größten teil des hungers gesättigt hat, ein bisschen hunger sollte schon übrig bleiben damit es nicht zum übermäßigen essen wird.
Also: keine Grenze.

Aleks

Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Aleks » 11.02.2010, 11:38

8. Sollte man nur Sünden die man getan hat, bereuen?

Nein, man sollte es auch bereuen, wenn man keine gute Tat vollbracht hat und auch weil wegen dir andere Menschen keine guten Taten vollbringen konnten.
Nach den Worten der Aposteln: „Denn wer da weiß Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde.“ (Jakobus 4,17). Und der Heilige Johannes Chrysostomos lehrt uns: „Man sollte, vor allem, die eigenen Sünden bereuen; zweitens, für Sünden mit denen wir unsere Nächsten durch Anreiz, Empörung oder eines schlechten Beispiels verleitet haben; drittens, für jene guten Taten die wir verrichten konnten, aber es nicht getan haben; viertens, für jene guten Taten mit denen wir unseren Nächsten abgeleitet haben. Für all diese Taten sollte man eine Antwort von dem eigenen Gewissen und der eigenen Erinnerung suchen und Gott anbeten, dass er uns erleuchten möge.“

9. Wo ist der Unterschied zwischen der Liebe zur Neuheit und Neugier?

Die Liebe zur Neuheit ist ein leidenschaftlicher Wunsch Neuigkeiten, fremde Sünden und Probleme, unnötige Sachen, allgemein alles zu erfahren was dich nicht betrifft. Neugier ist, bei Christen, der geistige Wunsch jenes zu erfahren, das nützlich für die Seele ist, und vor allem wie man errettet werden kann. Der gottgeweihte Symeon der Neue Theologe sagt: „Selig sind, die deren Herz keine Liebe zur Neuheit hat; denn sie werden Gott schauen.“. Jeder Christ sollte freudig sein, wenn er viel mehr über Gott, durch das Lesen des Heiligen Evangeliums, der Vita der Heiligen, der Taten der Heiligen Altväter und der orthodox-christlichen glaubenslehrenden Literatur, erfahren kann.

10. Ich habe Angst zur Kirche zu gehen, damit man auf mich keinen Bann wirft. Man sagt, dass es dort viele Hexer gibt.

Diese Gedanken fügt Ihnen der Feind der Menschheit zu – der Teufel. Die Kirche ist für den Gläubigen der himmlische Ort und der Ort der Säuberung von den Sünden. Die Errettung wird kaum möglich für jenen sein, der nicht zur Kirche geht. Alle heiligen Altväter lehren, dass es keine Errettung ohne der Kirche und ausserhalb der Kirche gibt. Aber, der Mensch irrt sich, wenn er Hexern und Magiern eine größere Kraft als Gott zuschreibt. Gott ist stärker als jede Hexerei und Magie. Aus der Heiligen Schrift wissen wir, dass nicht nur die Magier, sondern auch der Teufel nichts ohne Gottes Genehmigung anrichten können. Gott wird auch niemals eine Versuchung genehmigen die größer ist, als es der Mensch aushalten kann.

Nächste Fragen die beantwortet werden:

11. Existieren sündhafte Berufe?

12. Wie sollte man für jene beten, bei denen wir uns nicht sicher sind ob sie noch leben oder nicht?

13. Wann enden Sonn- und Feiertage?

14. Wie sollte man sich wenden oder einfachhalber in der Gesellschaft vor Menschen benehmen die offensichtlich geistig krank sind?

15. Darf eine Frau, Trauzeugin bei der Hochzeit sein? Denn man sagt, dass die Frau kein Recht hat die Krone über das Haupt von jenen zu halten, die heiraten.

16. Wie sollte man mit heiligen Abbildungen (zB: Ikonen) in weltlichen Zeitschriften, Nachrichten und auf Briefmarken vorgehen?


P.S: Frage 16 wird uns eine sehr interessante Antwort geben ;)

En Christo
Bruder Aleks in Chisto
Zuletzt geändert von Aleks am 04.05.2010, 00:41, insgesamt 1-mal geändert.

holzi
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Religionszugehörigkeit: röm. katholisch
Wohnort: Regensburg

Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von holzi » 11.02.2010, 13:01

Aleks hat geschrieben:10. Ich habe Angst zur Kirche zu gehen, damit man auf mich keinen Bann wirft. Man sagt, dass es dort viele Hexer gibt.
Gibt es diesen abstrusen Aberglauben tatsächlich? :panik5:
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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