Verständnisfrage

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Nikolaj
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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Nikolaj » 24.07.2017, 09:50

Ich denke, Lazzaro hat Recht, zu Hause kannst du beten wie du willst. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass die meisten der katholischen Gebete auch für orthodoxe Christen in Ordnung sind. Sachen wie Filioque muss man natürlich dann streichen.

Ist die Regel des heiligen Serafim von Sarov nicht der einorthodoxte Rosenkranz? Ich glaube, dass diese Regel durch den Einfluss der katholischen Praxis nach Russland gekommen ist und ursprünglich auf dem Rosenkranz basierte. Die Ikone, vor welcher der Heilige Serafim gebetet hatte sieht ja auch nach einem recht westlichen Stil aus... Vielleicht irre ich mich aber...

Hier mal die Abbildung der Gottesmutter von Sarov
Bild

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Mary
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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Mary » 24.07.2017, 19:24

Nikolaj hat geschrieben:Ist die Regel des heiligen Serafim von Sarov nicht der einorthodoxte Rosenkranz? Ich glaube, dass diese Regel durch den Einfluss der katholischen Praxis nach Russland gekommen ist und ursprünglich auf dem Rosenkranz basierte.

Das ist möglich. Er ist dann aber - auf gut orthodoxe Weise - noch ein wenig verlängert worden. Die 15 Abteilungen passen nämlich nicht auf einen üblichen Rosenkranz mit 5 mal 10 Perlen :wink:
sprich, man müsste einen katholischen Rosenkranz dreimal rundrum beten... oder halt aufteilen.

lieben Gruss
Mary
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Entropie
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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Entropie » 11.08.2017, 21:14

Zunächst danke ich euch erst einmal ganz herzlich für die aufschlussreichen Anworten (und Entschuldigung, dass das so lange auf sich hat warten lassen).

:^)

Das Lesen der Bibel geht ganz gut voran (ich benutze allerdings die deutsche Einheitsübersetzung [die die katholische Kirche auch nutzt], weil das Englisch mir dann doch die ein oder anderen Schwierigkeiten bereitet), aber in letzter Zeit bin ich tiefer Konfusion verfallen.
Ich weiß, dass das eigentlich keine Sache ist (zumindest glaube ich das), die ich hier fragen sollte, aber da ihr (oder Sie :P) die einzigen Christen seid/sind, die ich "kenne" und von denen ich weiß, dass sie "authentisch" sind (ein besserer Ausdruck ist mir einfach nicht eingefallen), weiß ich nicht, an wen ich mich sonst wenden soll .... Und ich flehe darum, dass das nicht respektlos aufgenommen wird. Das ist wirklich nicht meine Absicht. :cry:

Also es ist folgendermaßen: Ich habe gelesen und gemacht und gebetet und habe "im Internet" Leute befragt (von denen ich nicht weiß, wie ehrlich sie waren oder ob sie im "echten Leben" überhaupt Christen sind) und so weiter ... und nach einem gewissen Abwägen von (für mich zumindest) ziemlich überzeugenden Argumenten (ich bin wirklich nicht besonders gebildet auf dem Gebiet des Schisma von 1054 und den Dingen, die dazu geführt haben - und daher vermutlich leicht zu beeindrucken) bin ich felsenfest zu der Überzeugung gelangt römisch-katholisch zu werden (ich bin ja weder getauft nocht sonstiges, sondern ein "Neueinsteiger"). Sogar so sehr, dass ich einem Priester eine Mail geschrieben habe, wegens Bibelunterricht, allgemeiner Einführung etc. pp.. Aber nach einigen Tagen - d.h. im Prinzip innerhalb der letzten Woche - habe ich aus mir selbst heraus Zweifel daran entwickelt. Ich kann nicht sagen warum das so ist, aber irgendwie ist mein Herz mit dieser Entscheidung tief drinnen nicht einverstanden.
Ich bin tief hin- und hergerissen zwischen der katholischen und der (russisch-) orthodoxen Kirche und ich weiß nicht was und wie ich machen soll oder was das "Beste" ist. Ich ersuche um Rat, denn ich möchte das Richtige tun ... aber ich weiß nicht was das Richtige ist ...

Zum Schluss noch einmal die Bitte, dass ihr (oder Sie, ich möchte nicht ungebürlich sein) das auf keinen Fall als Respektlosigkeit aufnehmt/-en. Ich weiß nur nicht an wen ich mich sonst wenden kann ...

Ich vermute meine Frage bzgl. des Rosenkranzes rührte auch daher.

Ansonsten wünsche ich allen eine gesegnete Nacht und verbleibe mit aller Ehrerbietung,
Hannes
Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner.

Christian
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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Christian » 12.08.2017, 07:01

Erst nochmals recht herzlichen Dank für Deinen Tip, meine Frau hat sich diese orthodoxe Studienbibel aus England schicken lassen und liest nun nach Plan täglich darin. In Deutsch gibt es ja nichts Vergleichbares, und auch eine neue (dann orthodoxe) Übersetzung wäre lange nicht das, was mit diesem Werk geleistet wurde.

Die Einheitsübersetzung ist sicher suboptimal (steht vom Ansatz und vor allem vom Ergebnis her bei mir grad noch kurz vor der Eine-Welt-Übersetzung der Zeugen Jehovas), aber mit den orthodoxen Kommentaren dazu wäre man "eigentlich" auf der "sicheren Seite". (meine Frau [kommt gerade vom Lesen] sagt - nein, die Einheitsübersetzung auf keinen Fall, Luther, eine ältere Ausgabe ohne die Modernisierungen...um Himmels willen Luther, der kommt der Sache noch am nächsten)

Ich denke mal, Zweifel an der katholischen Kirche sind zwangsläufig und berechtigt. Die beiden deutschen "Volkskirchen" sind die reichsten der Welt - und halten demzufolge auch den umfangreichsten Religionsbetrieb (oft mühsam und mit viel Aufwand und wenig Nutzen) aufrecht. Im Vordergrund steht nur allzu oft der schnöde Mammon und die Macht. Als es bei mir vor knapp einem halben Jahrhundert darum ging, daß ich den Wehrdienst als Christ in einer kommunistischen Armee (NVA) verweigerte, wurde ich von der katholischen Kirche von einem Tag auf den anderen fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. Die guten Beziehungen zum Staat, die Privilegien wie Westgeld, Westreisen, Westbücher, Westzeitschriften, Westwaren incl. Baumeterial etc. waren der katholischen Kirche weitaus wichtiger als ein klares Bekenntnis zur Gewaltfreiheit und zur Abwendung vom Kommunismus. Meiner Frau zuliebe habe ich der katholischen Kirche nach der Wende nochmals eine Chance gegeben - wir waren bald zehn Jahre katholisch. Nur wenn man dann täglich erleben muß, wie die katholischen Jünger des armen Jesus von Nazareth mit den Armen verfahren (höchstens Klientel innerhalb des Geschäfts mit der Armut statt anerkannte Glieder der Gemeinden) und lieber dem bürgerlichen Mittelstand eine Heimstatt bieten (von dem ja noch etwas zu holen ist), dann merkt man sehr schnell, daß man sich auf dem falschen Bahnsteig befindet (wie bestellt und nicht abgeholt).

Seit knapp zehn Jahren sind wir jetzt auf dem orthodoxen Weg. Und mit dem Wissen und der Erfahrung von heute wäre es uns schwer möglich, katholische Kirche noch als Kirche und nicht als Verführerin aufzufassen. In der orthodoxen Kirche gibt es mehr Glauben und mehr Menschlichkeit - und es geht weniger um Macht und Geld. Die Priester gehen ganz anders mit den Gläubigen um (es gibt ein grundsätzlich anderes Verhältnis zwischen Klerus und Laien). Auch die Glaubensinhalte sind weniger vom Dogma geprägt, sondern sind für uns nachvollziehbarer. Sie sollen ja auch keine Weltmachtsallüren stützen. Und für mich persönlich besonders wichtig: diese ganze Kategorie orthodoxer Heiliger, welche nicht von Diokletian, nicht von den Persern, nicht von den Arabern, nicht von den Türken die Krone des Märtyriums erlangten, sondern von der katholischen Kirche. Da kann doch schon mal grundsätzlich etwas nicht stimmen. Obendrein finde ich, wenn ich hier in Ostdeutschland in die (geschichtliche) Tiefe gehe, eine christlich-orthodoxe Vergangenheit, welche von der katholischen Kirche regelrecht ausgerottet wurde. Auch da kann schon mal grundsätzlich etwas nicht stimmen. Mit all der Erkenntnis dürfte es schwer fallen, jemals wieder zur katholischen Kirche zurückzufinden - trotz der sprachlichen und auch kulturellen Schwierigkeiten, die man als Deutscher mit den autokephalen orthodoxen Kirchen nun mal hat (zum Glück gibt es ja wenigstens ein deutsch-orthodoxes Kloster in Buchhagen - hier der Link zum Orthpedia-Artikel http://www.orthpedia.de/index.php/Dreif ... _Buchhagen). Wenn Du eine russisch-orthodoxe Gemeinde in Deiner Nähe hättest, wäre das natürlich prima zur Anbindung - orthodox ist orthodox (und die Russen bilden ja die stärkste autokephale orthodoxe Kirche der Welt).

In Halle zeigt unsere Karte bei orthpedia: Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde "Heiliger Prophet Elias und Heiliger Märtyrer Mauritius" Franckesche Stiftungen - Haus 24, Franckeplatz 1 06110 Halle Pr. Tudor Mustea Tel.:{+49} (0) 151 / 29 01 38 79‬‬ E-mail: mustea.tudor@gmail.com (http://www.orthpedia.de/index.php/Kateg ... nach_Orten) Die letzte Info, die ich hatte, war: "Die neugegründete Gemeinde des Hl. Elias in Halle wird ihr erstes Gemeindefest am Sa, 22.7. zelebrieren. Zu Gast: unser Weihbischof Sofian Brasoveanul aus München. Adresse: Willi-Dolgner-Str. 1, 06118 Halle (Beginn 9:00 Uhr)." (viewtopic.php?f=98&t=3393&start=30)

In Leipzig gibt es die Hl.-Alexius-Gedächtniskirche: Philipp-Rosenthal-Str. 51 a,04103 Leipzig http://www.russische-kirche-l.de E-Mail: info@russische-kirche-l.de Tel.: 0341-2218928 http://www.orthpedia.de-Artikel (http://orthpedia.de/index.php/Hl.-Alexi ... schland%29).

Das ist meine Ansicht infolge meiner Erfahrungen. Inwieweit sie für andere sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen. Ich hoffe, wenigstens etwas zur Fragestellung beigetragen zu haben. LG Christian

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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Hetairos » 12.08.2017, 23:07

Hallo Hannes,
Ohne die persönliche Erfahrungen von Christian gemacht zu haben, muss ich ihm leider, was die Machtkirche Roms angeht, Recht geben. Es gibt aber noch die andere römisch-katholische Kirche, in der eine Spiritualität existiert und ein ganz tiefer Glaube, ich habe in jungen Jahren einen Blick hineinwerfen dürfen. Nur bei allem, was ich mitbekomme, verschwindet diese zusehends - vor allem in Deutschland. Was Lateinamerika oder Südeuropa betrifft, so kann man den alten Glauben in all seiner Schönheit noch finden; wie es darüber hinaus aussieht kann ich aber nicht beurteilen. In Berlin gibt es von katholischer Seite das Institut Philipp-Neri, vielleicht ist das für Dich interessant - solltest Du mal in der Nähe sein. Auf der anderen Seite gebe ich Christian Recht, wenn er Dir das Kloster in Buchhagen empfiehlt und erweitere die Empfehlung mit der Verkündigungs-Einsiedelei Justin: http://www.spyridon-skite.de/43701/43722.html. Vergleiche doch diese drei und schaue auch mal bei einer griechischen Gemeinde vorbei.
Darüber hinaus denke ich, dass es nicht schlecht ist, sich Zeit zu lassen. Ein Studium kann einem viel abfordern, vereinsamen und zu Kurzschlüssen verführen. Kontakt zu Kommilitonen und Sport tun da immer gut. Den ersten Schritt hast Du mit Deiner Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben schließlich schon vollzogen und ich bin mir ganz sicher, dass die richtigen weiteren Schlüsse gezogen werden. Habe Vertrauen und Geduld in Dich und Gott, das sind wesentliche christliche Tugenden und ein erster Schritt geistlichen Lebens.

Gottes Segen Dir, Hetairos
Aν πεθάνεις, πριν πεθάνεις, δεν θα πεθάνεις, όταν πεθάνεις!

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Re: Verständnisfrage

Beitragvon stefan1800 » 14.08.2017, 11:32

@Christian:
Ich weiß nicht, woher Sie Ihre Behauptung nehmen, daß die orthodoxe Kirche mit den ärmeren Leuten einen besseren Umgang pflege und daß es der orthoden Kirche nicht auch um Macht ginge.
Ich kann nur von meiner Erfahrung mit der russisch-orthodoxen Kirche sprechen, da meine Frau Weißrussin ist. Meine Frau praktiziert ihren Glauben, hat aber in Weißrussland ebenfalls erlebt, daß in bestimmten Gemeinden die Ärmeren gerade nicht sonderlich beachtet wurden. Ich darf im übrigen auf die katholische Soziallehre und die Enzyklika Rerum Novarum Papst Leo XIII. von 1891 verweisen. Meines Wissens fand die Soziallehre in der russisch-orthodoxen Kirche erst sehr viel später Beachtung.
Die "Weltmachtsallüren", die Sie der römisch-katholischen Kirche unterstellen, pflegt die russisch-orthodoxe Kirche nach ihrem Verständnis auch, da die orthodoxe Kirche sich ja ebenfalls als die "wahre Kirche" ansieht. Hinzu kommt gerade im russischen Bereich die Idee vom Dritten Rom und die damit verbundene gefährliche Zusammenarbeit mit der russischen Politik, siehe Kyrill und Putin. Die Bescheidenheit ging dadurch verloren, nicht nur politisch, meines Erachtens auch materiell, wenn man sich Kyrills Residenz betrachtet. Meine Frau betrachtet dies ebenfalls mit Mißtrauen.
Es mag paradox klingen: Aber die direkten russischen bzw. weißrussischen Erfahrungen, seit ich meine Frau kenne, haben mich sehr darin bestärkt, römisch-katholisch zu bleiben und diese Kirche als die wahre anzusehen !

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Ivan1983
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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Ivan1983 » 14.08.2017, 14:00

stefan1800 hat geschrieben:Es mag paradox klingen: Aber die direkten russischen bzw. weißrussischen Erfahrungen, seit ich meine Frau kenne, haben mich sehr darin bestärkt, römisch-katholisch zu bleiben und diese Kirche als die wahre anzusehen !


Lieber Bruder,
Bitte vermische nicht alles in ein Topf.
Man sollte zuerst sich um seine eigene Rettung kümmern, und nicht um Residenzen des Patrirachen und anderes was man so "irgendwo gehört hat". Kannst du dir den Tagesablauf unseres Patrirachen vorstellen? Weiss du was er für die Kirche tut und getan hat? Bitte messe ihn nicht an seiner Residenz.
Man hört genau so vieles vom Papst und Kath. Bischöfen. Aber das ist doch alles unsere menschliche Beschäftigung hier und jetzt.
Die Orthodoxe Kirche gibt uns zu 100% alle Mittel zur Rettung mit all Ihrer Schönheit und Traditionen und besonders unseren Heiligen, dessen Leben, Taten und Opfer andere Kirchen bereits vergessen haben oder ignorieren.
Unsere Heilige waren der lebende Beweis hier auf der Erde über die Richtigkeit und Wahrheit des Orthodoxen Glaubens.
Kein anderer Glaube der Welt kann die Beziehúng zwischen Leib und Seele so gut erklären, kein Glaube der Welt kann Mittel zu Bekämpfung der Leidenschaften und Seelischen Krankheiten bieten. Orthodoxe Glaube ist eine Wissenschaft, die niemand widerlegen kann.

So tut mir Leid noch mal für so viel Emfindlichkeit.
Möge der liebe Gott dich auf dem richtigen Weg führen, denn nur Er alleine kann das.

Gottes Segen
Ivan
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Re: Verständnisfrage

Beitragvon stefan1800 » 14.08.2017, 15:48

@Ivan1983:
Für die "Wissenschaftlichkeit" des orthodoxen Glaubens" hätte ich gerne Anhaltspunkte, das ist mir komplett unklar.
Die römisch-katholische Kirche hat genauso ihre Heiligen und Vorbilder, auf die wir Katholiken uns berufen können ! Für mich ist das eine Ansichtsfrage, gerade auch was das Papsttum betrifft. Mit "Vermischung" hat das für mich nichts zu tun, sondern das ist ein Teil des Ganzen. Der Glaube der Kirche zeigt sich für mich nicht nur in ihren Heiligen, sondern auch in der Beziehung zur weltlichen Gewalt.

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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Christian » 14.08.2017, 19:47

Ich bin alt genug und weit genug herumgekommen in dieser Welt, um zu wissen, daß in vielen Ländern und Gemeinden Ärmere weniger angesehen sind. Doch so drastisch wie hierzulande, wo die Armen nur noch als Klientel für das Geschäft mit der Armut gebraucht werden, ansonsten aber nicht gleichberechtigte Glieder der meist gutbürgerlichen Gemeinden sind, habe ich es nirgends erlebt. Da macht die Caritas Milliardengeschäfte mit Aus- und Übersiedlern - viel Geld für oft fragwürdige Leistungen. Mit den Flüchtlingen geht es munter so weiter - diese Gelder überkompensieren gar den finanziellen Verlust durch die Rekordaustritte der letzten Zeit (so nimmt es nicht Wunder, wenn sich die "Volkskirchen" für eine weiteren Zuzug von oftmals muslimischen Flüchtlingen aussprechen). Man wird aber den Flüchtlingen aus Ostdeutschland, Osteuropa oder dem Nahen Osten, welche unter dauerhaft prekären Verhältnissen leben müssen, nicht mit einer Sozialenzyclica kommen können. Und den immer zahlreicheren Deutschen in dauerhaft prekären Verhältnissen auch nicht. Konkret sieht es doch so aus: Wer in einer solchen Schlange wie vor dieser Suppenküche steht ( http://pankow.franziskaner.de/Neubau.806.0.html ), hat auf demselben Gelände in den Angeboten für die Gemeinde ( http://pankow.franziskaner.de/Gottesdie ... 610.0.html ) nichts verloren. Es darf sich auch ruhig jemand in dieses WÄRMECAFÉ ( http://www.dominikaner-berlin.de/aktivi ... ecafe.html ) setzen und die Webseite ernst nehmen und helfen wollen: "Wer? alle die bei der Durchführung des Wärmecafés helfen wollen". Man wird ihm zeigen, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat. Er ist und bleibt Klientel und gehört natürlich nicht zu den Gutmenschen der Gemeinde. In einem orthodoxem Kloster wie diesem in der alten russischen Hauptstadt Staraja Ladoga( http://www.uspenie-ladoga.ru/ ) wäre so etwas undenkbar (oder auch in den wenigen orthodoxen Klostern resp. Skiten hierzulande). Ich könnte uns mit Dutzenden solcher Beispiele weiterermüden - wozu? Den Armen bleibt lediglich die Verheißung der Bibel. Doch hier hat der papistische Unfehlbarkeitsanspruch und vor allem die weitgehende Entmündigung der Gläubigen durch die römisch-katholische Kirche den Weg der Rettung für den Einzelnen leider zu nachhaltig versperrt. Mir geht es nicht um die materielle Ausstattung von Kirchen oder Residenzen eines geistlichen Oberhauptes. Die Geschichte der Religionen zeigt uns, daß hier schon immer das Beste gerade eben noch genug war, auch schon Jahrtausende vor Christus. Da ich weder mit dem Papst noch mit einem Patriarchen persönlichen Kontakt habe, geht es mir um die Gemeinde vor Ort, um die Basis. Nur davon handelt meine Erfahrung. Und in einem möchte ich Ivan recht geben: "Die Orthodoxe Kirche gibt uns zu 100% alle Mittel zur Rettung mit all Ihrer Schönheit und Traditionen und besonders unseren Heiligen." Wie oft hat die römisch-katholische Heilige verfolgt, vertrieben, verbrannt - und hinterher verschwiegen oder, wo das nicht ging, vereinnahmt! (die französische Nationalheilige Jean d'Arc, der Apostel Europas Methodios...) Die geschönten Heiligenviten, welche die historische Wahrheit verdehen, sind sehr zahlreich. Gerade die Beschäftigung mit den Heiligen hat mich zu der Erkenntnis gebracht, daß mit der römisch-katholischen Sicht der Dinge etwas nicht stimmen kann. LG Christian

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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Lazzaro » 15.08.2017, 00:23

Der Amstmißbrauch des höheren Klerus ist ein Grundübel aller Religionen, was immer ein Anlaß für einen Religionswechsel. Da sind die einen nicht besser als die anderen. Ich möchte daher auf Hannes vorherige Frage zurückkommen:

Lieber Hannes,
Du beschreibst uns als autentisch, -vielen Dank für das Kompliment!- die Leute im Internet aber als jemanden, von denen Du nicht weißt, wie sich im reellen Leben geben. Es scheint, daß sie Dich sehr mit fachtheologischem Wissen bearbeitet haben. Nun ja, bevor Du zu dem Schluß kommst, der Papst müsse Unfehlbar sein oder eben auch nicht, solltest Du die Frage, ob Jesus als Gottes Sohn für uns Menschen und zu unsrerem Heil gestorben und auferstanden ist, mit JA beatworten können. Sei Dir erst im klaren, daß Du wirklich Christ werden willst, bevor Du überlegst, welche Kirche Dich taufen soll.

Dazu kommt Folgendes:
Man läßt sich immer in einer bestimmten Gemeinde taufen. Und zwar in der Gemeinde vor Ort, in der man sein künftiges religiöses Leben verankern will. Die Hilfe aus dem Internet, zum Beispiel dieses Forum, kann das konkrete Erleben des Glaubens in der Kirche nicht ersetzten. Ich bin hier nicht mehr als eine Art Faktencheck.

Und mein Faktencheck sagt mir das Dein Zustand ganz normal ist. Du bist auf der Suche, Du hast zwei Angebote und weißt nicht welches Du nehmen sollst. Ich werde Dir jetzt nicht sagen, daß eine katholische Taufe ein Freifahrtsschein in die Hölle ist, sondern ich gebe Dir den Rat, dir beide Gemeinden genau anzusehen. Gehe einfach abwechseld in die kath. und orth. Kirche. Wie ist der Pfarrer? Wie ist der Gottesdienst? Die Sprache? Die Leute? Sind sie offen oder eher abweisend? Spiegelt das so meine Vorstellung vom Christentum wieder? Und ganz wichtig, handeln sie so, wie sie predigen?
(Ich hatte einen Arbeitskollegen, der lange zwischen Islam und Christentum schwankte, der hatte einen Zettel bei sich, auf dem auf der einen Seite die erste Koransure und auf der anderen das Vater unser stand, und er las beide Texte abwechseld, bis er sich dann für die freikirchliche Taufe entschied.)
Doppelgläubigkeit ist an sich nicht gut, als ein Teil des Entscheidungsprozesses aber durchaus hilfreich, wenn Sie nach einer angemessenen Zeit beendet wird.

Eine Konversion ist immer ein Prozess, der vor der Taufe beginnt, aber danach noch lange, lange nicht abgeschlossen ist. Es gibt Menschen, die lassen sich erst evangelisch taufen, werden dann katholisch, damit sie die Kirche in der Orthodoxie finden können.

Ganz konkreter Rat:
Mach das Gepräch mit dem katholische Pfarrer, sage ihm aber ganz ehrlich, daß du zwischen Orthodoxie und Katholizismus schwankst. Du bist nicht getauft und deshalb hast Du das Recht dazu! Das ist ganz wichtig! Und dann triffst Du Dich mit dem orthodoxen Pfarrer und machst es ebeso. Danach legst Du mal die theolog. Kontroversen beiseite, und überlegst, wo Du Dich wohler oder "richtiger" gefühlt hast.

Gute Nacht!
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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Igor » 15.08.2017, 05:54

Grüß Gott!

Lieber Hannes, ich stimme Lazzaro zu.

Ergänzend dazu ein möglicherweise interessantes Video für Dich:

http://orthpedia.de/index.php/Orthodoxe ... l?video=51

Priestermönch Paisios erzählt über seinen Werdegang vom röm.-katholischen Priester zu einem orthodoxen Mönch und Priester.

Mehr zum Thema auch in :arrow: diesem Strang.

In Christo
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Ivan1983 » 15.08.2017, 08:27

stefan1800 hat geschrieben:@Ivan1983:
Für die "Wissenschaftlichkeit" des orthodoxen Glaubens" hätte ich gerne Anhaltspunkte, das ist mir komplett unklar.
Die römisch-katholische Kirche hat genauso ihre Heiligen und Vorbilder, auf die wir Katholiken uns berufen können ! Für mich ist das eine Ansichtsfrage, gerade auch was das Papsttum betrifft. Mit "Vermischung" hat das für mich nichts zu tun, sondern das ist ein Teil des Ganzen. Der Glaube der Kirche zeigt sich für mich nicht nur in ihren Heiligen, sondern auch in der Beziehung zur weltlichen Gewalt.

Lieber Stefan,
Ich kriege in meinem Umfeld viel mit von meinen Orthodoxen Brüdern und Schwestern " Der Priester raucht", "Der Priester hat in der Fastenzeit, einen Kurzen getrunken","Die Frau von dem Priester trägt kein Kopftuch zu Liturgie, warum sollte ich den tragen?", "Woher hat der Priester Geld für seinen Mercedes?". Wenn ich einen übergewichtigen Priester sehe, kommt bei mir ungewollt der Gedanke "fastet er nicht richtig?",oder " Hat er seine Essgewohnheiten/Leidenschaften nicht im Griff"
Warum kümmern wir uns den um die Rettung des Priesters oder seiner Frau? Warum kümmern wir uns um seinen 10 Jahre alten Mercedes, der heutzutage auf dem Markt nichts Wert ist? Oder um sein Gewicht, vielleicht hat er Diabetes oder So viel um die Ohren, dass er nicht mal schafft sich um seine Gesundheit zu kümmern.
Wenn wir zum Kelch antreten um die Eucharestie zu bekommen, ist es immer noch das Leib und das Blut Christi. Das ist das Wichtigste. Unsere Geistliche haben den Rang von den Apostel übernommen und man sollte diesen Rang getrennt vom Menschen behandeln. Denn alles was du bekommst oder verlierst, hängt von deinem Glauben ab und nicht von menschlichen Charakter des Priesters oder Patriarchen usw. Man sollte die Kirche und dazu gehörigen Sakramente und auf keinen Fall irgendwelche Positionen oder persönnliche Meinungen als Mittel zu eigenen Rettung sehen.
Was die Wissenschaft betrifft. Alles was auch u.a. unsere gemeinsame Heilige an Litheratur hinterlassen haben, ist erstaunlich genial. Da wird die komplette geistige Natur des Menschen und der Bezug zum Körper erklärt. Was Sie für Erfahrungen gemacht haben. Welche Leidenschaften, welche Verhaltensfaktoren hängen womit zusammen Schritt für Schritt und Stück für Stück. Das erstaunliche ist, dass die Bücher immer aktuell sind, obwohl Sie schon über Tausend Jahre alt sind.Kein Psychologe der Welt kann dir das bieten.
Ich weiss vielleicht zu wenig über katholischen Glauben, deshalb möchte ich auch keine Kritik ausüben. Ich bin aber froh, dass ich in den Othodoxen Glauben reingerutscht bin, da möchte ich nicht mehr raus. :)

Gottes Segen für dich lieber Bruder
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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Nikolaj » 16.08.2017, 10:59

Mary hat geschrieben:Das ist möglich. Er ist dann aber - auf gut orthodoxe Weise - noch ein wenig verlängert worden. Die 15 Abteilungen passen nämlich nicht auf einen üblichen Rosenkranz mit 5 mal 10 Perlen :wink:
sprich, man müsste einen katholischen Rosenkranz dreimal rundrum beten... oder halt aufteilen.


Liebe Mary,
stimmt... Aber mit Verlängerungen von Gebeten haben wir in der orthodoxen Kirche Doch keine Probleme. Schnell mal nach einer +2-stündigen Liturgie 'schnell mal' ein +1-stündiges Moleben mit Akathist und Wasserweihe ist in Russland ja recht üblich. Warum dann nicht den Rosenkranz dreimal beten? :)

PS: Aber, wehe jemand tritt für eine Verkürzung ein... :explode:

Gruß
Nikolaj

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Re: Verständnisfrage

Beitragvon Entropie » 16.08.2017, 14:48

Habt dank für die Hilfe !

Ich werde Lazzaro's Rat befolgen und mich lagsam aber sich an beide herantasten sozusagen.
Und vielen dank Igor für das Video, ich werde es mir direkt anschauen.

Was die theologischen Dinge angeht ... ich wurde tatsächlich mit "harten Fakten" bombardiert, warum der römische Stuhl eine Art Alleinstellungsmerkmal hat und der Papst unfehlbar ist, so er Dogma "ex cathedra" verkündet usw.. Ich bin aber (trotz des Berufes haha) eigentlich garnicht so super "faktenorientiert" - und für diese "harte Philosophie" habe ich eigentlich (oder gar nicht) nicht viel übrig. Das heißt, vom Prinzip her spricht mich die orthodoxe Interpretation schon eher an - mit den Mysterien usw. und weil ich eigentlich der Meinung bin, dass ich als Mensch Gott nicht wirklich "vollständig" (oder eher: so richtig) begreifen kann, auch nicht mit der ausgeklügeltsten Argumentationsstruktur (das geht vor allem in Richtung der Scholastik) - also "intellektuell".

Das ist ja, warum ich so "zerrissen" bin. Auf der einen Seite gibt es da diese riesigen Argumente sozusagen für Rom und den Katholizismus - auf der anderen Seite wirkt das fast schon anmaßend (ohne jetzt respektlos gegenüber dem Katholizismus sein zu wollen) -- jetzt vollkommen unabhängig davon, ob mir die "Modernisierung" nach Vat II., die in die katholische Kirche Einzug gehalten hat, gefällt oder nicht.

Aber nichtsdestotrotz: Vielen Dank ihr Lieben für die Anregungen und Hilfen. Ich bin zwar immernoch nicht viel weiter, aber zumindest habe ich jetzt eine ungefähre Richtung zum einschlagen, um die "Verwirrung" langsam aber sicher zu entwirren :D

Ich wünsche allen noch einen wundervollen Tag und verbleibe mit den allerbesten Wünschen,
Hannes
Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner.

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Re: Verständnisfrage

Beitragvon PascalBlaise » 17.08.2017, 08:39

Hallo Hannes!

Wenn Du das Thema Schisma Ost-West in der ganzen Tiefe beleuchten und studieren wolltest, müsstest Du Dir viel Zeit nehmen
- vermutlich Jahre. Auf keinen Fall solltest Du Dich zu sehr beeinflussen lassen von Dingen, die irgendwelche Leute in Internetforen
schreiben - sei es katholisch, sei es orthodox. Mir ist schon klar, dass der letzte Satz eine Selbstreferenz enthält :D

Auf jeden Fall sind die orthodoxen Kirchen generell (noch?) immer stark mit einer Nationalität verknüpft (griechisch,russisch, etc.).
Die Frage ist, ob das für Dich zu einem Problem werden könnte, wenn Du Dich damit nicht so gut identifizieren kannst.

Durch seine herausragende Rolle und mediale Präsenz schießen sich andere christliche Gemeinschaften (Protestanten, Orthodoxe) mit
Vorliebe auf den Bischof von Rom ein. Natürlich hat er großen Einfluss, aber er ist auch stark durch die Lehre der Kirche gebunden.
Wir beten für ihn, aber es wird total überschätzt, welche Rolle der Papst im normalen Glaubensleben spielt.

Ich bilde mir ein, inzwischen beide Seiten ein bisschen zu kennen: Seit Kindheit an praktizierend als Katholik,
durch meine Frau auch die Orthodoxie: Es bleibt schwierig und es ist auch in der Vergangenheit zu viel Unrecht passiert:
Ich glaube nicht (mehr) an irgendeine "versöhnte Verschiedenheit" oder dergleichen ökumenischen Blabla, das ist oft leider nicht wirklich aufrichtig.
Am Ende wird nur einer tatsächlich Recht haben, Ost oder West und es macht einen Unterschied!

Das bedeutet aber nicht, dass man sich nicht gegenseitig mit Respekt und Achtung begegnen kann, ja muss.
Gerade durch die Beobachtung des Glaubens meiner Frau und auch die Auseinandersetzung (!) habe ich sehr viel über den
eigenen Glauben neu gelernt bzw. wieder entdeckt. Das ist meistens wirklich nicht angenehm oder einfach, im Gegenteil.
Als Katholik glaube ich nicht, dass die orthodoxe Kirche die "una sancta" aus dem Credo ist,
aber der Vergleich mit den Orthodoxen gibt mir immer wieder viel zu denken und ist meist viel relevanter als z.B. mit Protestanten,
die häufig theologisch und praktisch zu weit "weg" sind in vielerlei Hinsicht.

Auf jeden Fall hast Du ohne Zweifel eine schwierige Entscheidung vor Dir, und ich wünsche Dir, dass SEIN Geist Dich erkennen lässt,
welcher Weg zu gehen ist!

PascalBlaise


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