Mönch werden auf Athos

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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orthohans
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Mönch werden auf Athos

Beitrag von orthohans » 31.07.2007, 23:22

Kyrie eleison

Liebe Brüder

Frage:

Ist es schwierig, Mönch auf Athos zu werden?

Kann man auf dem Athos auch eine Ausbildung zum Priestermönch machen?

Kann der 4-Tages-Aufenthalt verlängert werden, für Leute die Klöster wegen eines Eintrittes kennenlernen wollen?

Wie sind Eure Erfahrungen auf dem Heiligen Berg?

Gibt es in der Orthodoxie Klöster die Mönchsmangel haben?

Besten Dank, liebe Grüsse

orthohans

doxa Theou
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Milo
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Beitrag von Milo » 01.08.2007, 12:04

Lieber orthohans,

in der Tat gibt es fast überall Bedarf an Mönchenund Nonnen.

Falls Du aber mal "reinschnuppern" möchtest in das tägliche orthodoxe Mönchsleben, musst Du nicht erstmal weit reisen.
Hier hast Du die Möglichkeit, und auch der Abt kam vom Athos runter, Dir also entgegen ;-)
http://www.orthodoxfrat.de/seite7.htm

Ich denke einige Fragen könntest Du bei dieser Bruderschaft bereits lösen.

Herzlich,

Milo

orthohans
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Dank

Beitrag von orthohans » 01.08.2007, 12:29

Lieber Milo

Dir bin ich unendlich dankbar. Ausserdem hege ich grosse Sympathien
für das serbische Volk.

Mir ist es wichtig, dass ich in verschiedene Klöster reinschnuppern kann.

So wachse ich auch im Glauben.

Noch weiss ich nicht, ob ich mich serbisch-orthodox oder russisch-orthodox taufen lasse.

Du schreibst immer gute Beiträge. Das Niveau hier ist sehr hoch, ich bemühe ich, das Niveau in meinen Beiträgen möglichst hoch zu halten.

Wenn es nicht immer gelingen sollte, kyrie eleison.

Mit lieben Grüssen

Hans
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian » 01.08.2007, 13:16

Lieber Hans,

bleib ganz entspannt! Du bist hier bei Geschwistern, egal ob Laie oder Theologe !

und

Taufe (auch wenn es hier nicht her gehört) ist nicht an eine Jurisdiktion gebunden. Du bist Teil der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche, ganz gleich ob du nun von den Serben, Bulgaren, Russen, Griechen aufgenommen wirst.

Lisa
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Beitrag von Lisa » 01.08.2007, 14:34

Lieber Hans,

entscheidend für Deine Entscheidung ist der Anschluß an eine Kirchengemeinde.

Dies kann natürlich ein Kloster sein. Aber bevor man Mönsch wird ist ein langer Weg. Vertraue Dich Deinem geistlichen Vater an.

Zwar kann ich im Büro den Link von Milo nicht öffnen, aber ich vermute das er Dir die Skite des hl. Spyridon nahegelgt hat.

Und das kann ich nur unterstützen. Dort wirst Du willkommen geheißen und Du kannst viel lernen.

Wir schaffen es viel zu selten dorthin zu fahren.

Ein lieber Gruß aus dem Rheinland

Elisabeth
Lisa

Milo
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Beitrag von Milo » 01.08.2007, 16:56

Lieber Hans,

zum dritten mal :wink: ...

ich kann meinen Vorrednern in allem nur zustimmen!
Und wo ein Wille ist, ist bekanntlich... ein Weg...durch Wahrheit ...ins ewge Leben.

Christus unter uns!

sündiger br. milo

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Elias
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Beitrag von Elias » 04.08.2007, 11:05

Gottes Segen Orthohans...

Es gibt auch ein Deutsches orthodoxes Kloster wo du das Leben eines Mönch leben kannst....


Deutsches orthodoxes Dreifaltigkeitskloster
37619 Bodenwerder - Buchhagen
Telefon. 05533 - 999369
Bulgarisches Orthodoxes Partriarchat
Metropolie von West- und Mitteleuropa

Rene

Beitrag von Rene » 04.08.2007, 12:12

Hallo,

Kloster des Hl. Hiob von Pocaev
81247 München, Hofbauernstr. 26

http://www.russian-church.de/main/cms/index.php?lang=de

http://www.russian-church.de/muc/bote/

L.G. Rene

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Sebastian
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Beitrag von Sebastian » 04.08.2007, 12:12


Rene

Beitrag von Rene » 04.08.2007, 20:54

Lieber orthohans,

vielleicht solltest du als allererstes der Taufe entgegen streben.

protopeter
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einige zusätzliche Gedanken...

Beitrag von protopeter » 05.08.2007, 22:43

Lieber Hans !

Ich verstehe Ihren Enthusiasmus nur zu gut - und warne zugleich vor möglichen (durchaus unbewußten) Fehleinschätzungen orthodoxer Existenz: Natürlich ist das Mönchtum ein entscheidender Gradmesser der rechtgläubigen Kirchlichkeit, natürlich mühen sich gerade die Klöster darum, das Gebetsleben und die gottesdienstliche Praxis in besonderer Weise zu praktizieren; doch scheint es zunächst wirklich notwendig, den Glauben in der "Welt" einzuüben.

Eine der von mir apostrophierten Fehleinschätzungen, die häufig anzutreffen ist, geht davon aus, daß das "echt orthodoxe" Dasein einzig im Mönchsstand vergegenwärtigt ist. Die Überbetonung des monastischen Ideals hat dann die (zumeist unbedachte) Folge, daß das Leben der Kirche im "weltlichen Umfeld" als nicht so "vollkommen" empfunden wird - mit einer solchen Geisteshaltung können durchaus große Probleme verbunden sein. Nicht wenige geistliche Väter (unter ihnen auch Heilige) betonen, daß sich einzig derjenige zum Eintritt in ein Kloster und für ein Leben in Askese entscheiden solle, der auch durchaus fähig wäre, ein Leben in der "Welt" zu führen. Diese bewußte Entscheidung sollte vor allem keine Flucht aus der Verantwortung sein, der man als Christ eben gerade auch in der Welt auf vielerlei Arten nachkommen kann.

Ich denke, es muß dazu nicht extra betont zu werden, daß das Mönchsleben keinesfalls als "geistlich verbrämtes Aussteigertum" begriffen werden darf (aufgrund tendenziöser Berichterstattung mag man zuweilen durchaus diesen Eindruck bekommen); auch ist hier nicht unbedingt die Frage entscheidend, in welchem Kloster man Mönch wird: In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an den Ausspruch eines serbischen Mönches, daß es (wo auch immer) nötig sei, den Athos im Herzen zu tragen - nicht der Ort des Mönchslebens kann entscheidend sein, sondern die entsprechende innere Haltung. Diese wird vor allem durch die Tugend der Unterscheidung der Geister grundgelegt; ein Mönch, dem dies zu eigen ist, verkörpert in der Tat das geistliche Ideal - auch ohne auf dem Athos gelebt zu haben.

Als ein deutliches Beispiel dieser Haltung nenne ich Priestermönch Seraphim Rose (+ 1982), der amerikanischer Abstammung war, sein ganzes Leben in den USA verbrachte, sich intensiv um Askese und geistliche Erleuchtung mühend seine Wirkung als Geistlicher Vater entfalten konnte, sodaß er - obwohl noch nicht "offiziell" kanonisiert - schon kurze Zeit nach seinem Entschlafen als Heiliger verehrt wurde.

Mit herzlichen Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter

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Athos in Platina

Beitrag von peter » 06.08.2007, 12:08

Ja, danke, lieber Erzpriester Peter,
daß Sie nochmals auf Father Seraphim Rose hingewiesen haben, dessen Lebenswerk in der Biographie des Hieromonks Damascene beschrieben wird. Dieses Buch "Father Seraphim Rose, His Life and Works", St. Herman of Alaska Brotherhood, Platina California, 2005, ist höchst eindringlich, birgt enorme Erfahrungsschätze für Zeitgenossen des 20. und 21. Jahrhunderts. Es ist jetzt in dritter Auflage erschienen, leider bislang nur in Englisch zu haben. Die ca. 1000 Seiten wurden uns im Jahre 2003 von den Schwestern des Klosters Lesna, Provement, France, ans Herz gelegt, und wir haben diese Lektüre nicht bereut. Ich bin drauf und dran, mir das Ganze nochmals vorzunehmen. Es ist wohl das wichtigste Werk aus neuerer Zeit, welches alle Aspekte der Orthodoxie "in praktischer Absicht" durchgeht. Und die Gemeinschaft in Platina brauchte nicht zum Athos zu reisen, sie hat sich selbst einen Zweig Athos begründet. So wie Father Seraphim auch Schriften zur Nördlichen Thebais aus der Wüste, der Thebais Ägyptens erschlossen hat ... Und 2006 erschien von der St. Herman of Alaska Brotherhood der Saint Herman Calendar zu den "Saints of the German Speaking Lands", ein Schatz ohnegleichen !

Heiliger Vater Seraphim, segne unsere Arbeit in den deutschen Landen !

Peter
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)

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