"Beraten Sie mich, Vater"

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Elias
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Elias »

Wie so oft gibt es mehrere Meinungen aber ich halte es so wie Aleks, ich halte mich an das Fasten genauso wie es mir mein geistlicher Vater gesagt hatte. Am Anfang als ich mit dem Fasten angefangen habe und ich auch das Fasten gebrochen habe, hat er mir ein Auge zugedrückt aber im gleichen Moment gesagt das ich mich daran halten sollte, wie uch bei einigen anderen Dingen und ich kenne auch einige Mönche die das genauso sehen wie ich. Wer nicht Sündigen möchte sollte solche Einladungen meiden oder den Gastgeber höftlichst bitten auch etwas zum Fasten bereitzustellen, das machen selbst meine Eltern obwohl sie nicht Fasten und das auch ziemlich sinnlos halten aber sie wissen das es mir wichtig ist und daher tun sie das. Zu diesem Thema gibt es verschiedene Meinungen und wer meint er könne es verantworten das Fasten zu brechen sol es tun aber die anderen die es nicht tun wollen nicht dazu anstiften und eine Disko veranstalten das es falsche Nächstenliebe sei. Das schlechte Gewissen ist der beste Lehrer und zeigt einem jeden das er gerade etwas falsches getan hat...Nur ein Beispiel, ein Freund von mir war eine kurze Zeit im Kloster und er wollte Rauchen, im Kloster ist aber Rauchverbot und er spazierte mit einer Zigarette durchs Kloster. Der zuständige Abt (georgisches Kloster) fragte ihn: "Ey Junge, was machst du da?" Er antwortete "Mamao, ich gehe nur eine Rauchen" und der Abt antwortete: "Wenn du schon sündigst dann mache es gefälligst alleine und stifte die anderen nicht dazu an." Wenn ich mein Fasten für so etwas unbedeutendes Unterbreche dann ist unser Fasten nichts wert....(Zitat eines heiligen Vaters)

In diesem Sinne noch schöne Fastenzeit
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Joseph
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Joseph »

Ilija, alles schön und gut.... wie ich es schon sagte, jeder muss es mit sich und vor Gott verantworten.

Ich bin nur nicht erpicht in eine Bibelzitiererei einzugehen. Wenn Alex St. Peter zitiert: "Petrus aber antwortete und die Apostel und sprachen: Man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen." (Apostelgeschichten 5,29). und es damit als non-plus-ultra hinstellt (wobei dieses Zitat aber auch garnichts mit fasten zu tun hat), kann man sich genau so gut fragen warum derselbe Apostel, weil er den römischen Hauptmann ehren wollte, sich nicht an das Gebot gehalten hat welches Juden, von Gott auferlegt, das Betreten eines heidnischen Hauses und die Annahme heidnischer Gastfreundschaft verbietet.

Aber Petrus hat nämlich genau wie unser Herr gehandelt der am Sabbat geheilt, von der Samariterin Wasser angenommen und mit ihr gesprochen und mit Steuereinnehmern und Huren am selben Tisch gegessen hat und damit im Namen der Liebe zu unserem Nächsten die Regeln gebrochen hat. Ich erinnere mich auch, daß unser Herr nicht mit Wohlwollen auf diejenige jüdische Sekte blickte welche Regeln über alles stellte. Er sagte etwas von toten Buchstaben des Gesetzes und von Stolz.

Womit ich nicht einig gehe, und ich folge den Fastenregeln so gut ich kann, ist das man die Regel wichtiger nimmt als seinen Nächsten, in welchen wir Christus erkennen sollten und welcher sich die Mühe macht uns etwas Gutes zu tun und dem wir, aus einer starren Auslegung von Regeln, welche den persönlichen Kampf gegen den Widersacher, im "Geheimen," helfen soll, seine liebe Geste unter eine Regel einschneien lassen... (Die paschal Predigt von St. Johannes Chrysostomos kommt mir dabei auch in den Sinn)

Aber wie gesagt macht es so wie ihr es für richtig befindet, aber seid behutsam vor der Eitelkeit und Selbsgerechtigkeit welche der Böse uns als fromme Regeln unterjubelt.

Gruß
Joseph
PS: das heißt natürlich nicht das man sich, um die Fastenregeln zu umgehen, dauern von Freunden zu deren nicht-fasten Festen in der Fastenzeit einladen lässt. Sowas habe ich auch schon gehört... es gibt wie bei allem immer einen gottgefälligen Mittelweg.
Wenn die Menschen gottlos werden, sind die Regierungen ratlos, die Lügen grenzenlos, die Schulden zahllos, die Besprechungen ergebnislos, die Aufklärung hirnlos, die Politiker charakterlos, die Christen gebetslos, die Kirche kraftlos, die Völker friedlos, die Verbrechen maßlos
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Michael
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Michael »

Wieso fragt Ihr denn nicht euren beichtvater einfach wie er das sieht. :?:
Wenn er sagt, nein faste, egal was auch kommt dann machste das so.
Aber wenn er sagt, es ist nicht falsch wenn du das fasten unterbrichst, damit der Nächste nicht betrübt ist dann machst du DAS!
Haltet euch einfach an den Beichtvater. Er hat die Gabe der Unterscheidung. (Diakrisis)

So sehe ich das :roll:
Zuletzt geändert von Michael am 12.05.2010, 20:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Joseph
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Joseph »

Michael hat geschrieben: Haltet euch einfach an den Beichtvater. Er hat die Gabe der Unterscheidung. (Diakrisis)
So sehe ich das :roll:
Recht haste! Das mache ich schon immer.
Aber warum und worüber sollen wir dann diskutieren....? Der Ratschalg des Beichtvaters ersetzt ja nicht automatisch das eigene Denken, oder?
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Michael
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Michael »

Joseph hat geschrieben:
Michael hat geschrieben: Haltet euch einfach an den Beichtvater. Er hat die Gabe der Unterscheidung. (Diakrisis)
So sehe ich das :roll:
Recht haste! Das mache ich schon immer.
Aber warum und worüber sollen wir dann diskutieren....? Der Ratschalg des Beichtvaters ersetzt ja nicht automatisch das eigene Denken, oder?
Ja stimmt.
Zuletzt geändert von Michael am 12.05.2010, 20:10, insgesamt 1-mal geändert.
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songul
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von songul »

Ich denke die Gabe der Unterscheidung sollte jeder Gläubige pflegen und üben.
Michael
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Michael »

Bist du dir sicher das wir laien diese auch kriegen können? Die Diakrisis?
Vater Martinos meinte da was anderes.
Zuletzt geändert von Michael am 12.05.2010, 20:10, insgesamt 1-mal geändert.
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songul
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von songul »

Michael hat geschrieben:Bist du dir sicher das wir laien diese auch kriegen können? Die Diakrisis?
Vater Martinos meinte da was anderes.
Ob wir Laien diese kriegen können ist wie bei jeder anderen spirituellen Erfahrung nicht einfach so zu beurteilen. Ganz sicher nicht ohne geistliche Begleitung.
Nur wenige Starets/Altväter haben die Gabe der rechten Unterscheidung erlangt, und viele der Heiligen.
Was meinte denn Vater Martinos?

LG Songul
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Joseph
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Joseph »

Michael hat geschrieben:Bist du dir sicher das wir laien diese auch kriegen können?
Wenn Du ein Mönch bist gibst Du die Entscheidungen über Dein Seelenheil Deinem Abt oder Staretz und folgst ihm bis auf's i-tüpfelchen in seinen Anweisungen. Der Abt hat sich dafür aber auch für Deine Seele vor Gott zu rechtfertigen....
Da Du aber kein Mönch bist, bist Du selbst vor Gott für Deine Handlungen verantwortlich. Dein Beichtvater kann Dir raten, und meistens sind seine Ratschläge auch gut, aber er übernimmt nicht die Verantwortung für Dich....

So Du bist schon selbst gefordert die nötige geistes und körperliche Arbeit für deine Erlösung zu vollbringen....

Gruß
Joseph
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Andromachi
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Andromachi »

Oh, nein, wir sind "innere Mönche", wie ein Schriftsteller es bezeichnete, d.h. wir folgen unserem Beichtvater in allem. Nur da, wo die Kirche keine Aussagen gemacht hat und wir unseren Beichtvater nicht erreichen können, folgen wir nach innigem Gebet, dem, was uns als nicht schädlich erscheint. Aber zum Thema Fasten, hat unsere Kirche genaue Anweisungen gegeben.
Der Apostel Johannes (2Joh 1,10) schreibt:
"Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre mitbringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf, sondern verweigert ihm den Gruß".
Und das tut man aus christlicher Liebe, denn vielleicht erkennt er seinen Fehler und kehrt um. Wir liegen also nicht falsch, wenn wir solche Einladungen nicht annehmen.
Ich habe einen Artikel in Übersetzung aus dem Russischen gelesen, der hieß "Das rosa Christentum". Entschuldigung, wenn meine Angaben nicht ganz stimmen. Den Text hat Vjatseslav Maltschev geschrieben und er wurde in der Zeitung "Orthodoxes Heiliges Petrupolis" veröffentlicht. Der Autor bezeichnete als "rosa" die Meinung, dass Gott so gütig sei, dass Er am Ende alle Menschen verzeihen werde. Maltschev sagt, dass dem nicht so sei: Gott ist Liebe, aber Er ist auch Gerechtigkeit. Wir können nicht nur die eine Seite vom Christentum sehen. Wer sagt, das eine ist richtig, aber das andere auch, der ist im Unrecht.
Mein Beichtvater sagt: Εinige meinen: Christus hat gesagt: "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Und sie fahren fort: "Seht ihr? Christus sagte also "Wer will". Warum zwingt ihr uns, etwas zu tun? Christus hat uns die Freiheit der Wahl überlassen". Nun, sagt mein Beichtvater, das ist nicht so. Christus hat gesagt, dass niemand gezwungen ist, Ihm zu folgen. Jeder hat die freie Wahl Christus zu folgen oder nicht. Wer aber Christus als Retter anerkennt und Ihm folgt, für den gilt ganz fest: Er soll das Kreuz Christi tragen.
Schließlich soll ich den weisen Rat eines Priesters erwähnen. Er sagt: Immer wenn du in einem Dilemma stehst, sollst du dem schwierigen Weg folgen. Du kannst sicher sein, er entspricht Gottes Willen.
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Priester Alexej
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Priester Alexej »

Ich glaube, auch ein Leihe kann einen geistigen Vater finden, dem er vollständig folgt. Ein solcher ist aber eine große Seltenheit und eher eine Ausnahme als eine Regel. Um einen Menschen wirklich vollständig zu leiten, muss der Geistliche Vater außer einem Heiligem Leben auch Jahrzehnte Erfahrung haben. Es gibt in der russischen Sprache den Begriff des Mladostarzen - Mlado- (jung-) und Starez. Damit werden Priester bezeichnet, die nach 5 - 10 Jahren Dienst meinen, sie wären wie Starzen, den Menschen selbst schwerste Entscheidungen (Kloster oder Heirat, sogar wen heiraten etc.) abnehmen und eine geistliche Führung auf sich nehmen, für welche sie schlicht und einfach weder Gaben noch Erfahrung haben. Solche "Starzen" gibt es heute leider viele, der verstorbene Patriarch hat immer wieder vor ihnen gewarnt. Natürlich hat ein Priester nach seiner Weihe besondere Gnadengaben, aber diese zu behalten ist schon eine große Herausforderung, diese aber so zu perfektionieren, dass durch dieses Priester wirklich der Heilige Geist sprechen würde, ist nur wenigen Starzen und Gerontas vorbehalten.

Ein Mladostarez lässt bei sich oft alles Nachfragen, nicht nur wen heiraten, wohin in den Urlaub fahren, in welchem Geschäft einkaufen. Es gibt natürlich auch Menschen, die selber wollen, dass ihnen alle Entscheidungen abgenommen werden. Ihnen sagt der Priester bei jeder Beichte, dass seine Worte nur Ratschläge sind, und dass sie selbst entscheiden müssen, was aber oft keine Wirkung hat.

Wenn ich nach Fastenregeln gefragt werde, verweise ich auf den offiziellen Kalender des Russischen Patriarchats. In diesem sind die allgemein gültigen Regeln für Mitglieder der ROK aufgeführt. Wer eine Ausnahme braucht, soll dann einen Priester um Erlaubnis fragen - des Gehorsams wegen.

Ich erinnere Mich an die schwangere Frau eines Kommilitonen, deren Schwangerschaft sehr schwierig verlief. Wenn Sie morgens nicht zumindest etwas gegessen hatte, brach sie schon in kurzer Zeit zusammen. Der Priestermönch aus der Lavra, bei dem sie gebeichtet hattet, erlaubte es ihr nicht, zur Kommunion zu gehen. Wobei wir ja wissen, dass nicht der Mensch für das Fasten ist, sonder das Fasten für den Menschen. Und Heilige Väter haben so oft betont, wie wichtig es für eine Frau und ihr Kind ist, während der Schwangerschaft die Hl. Kommunion zu empfangen. Aber wir entscheiden ja letzten Endes selbst, wem wir uns anvertrauen - wie es der Hl. Johannes Klimakos sagte.

Vater Basilius aus der Sklite des Hl. Spyridon, der mein Geistlicher Vater gewesen ist, als ich in der Skite gelebt habe und auch einige Zeit danach, sagte mir etwas, was mein Verständnis eines geistlichen Vaters völlig veränderte. Er sagte, die Aufgabe des geistlichen Vaters ist nicht einfach nur Anweisungen zu Geben, sondern ein Kind so zu erziehen, dass es eines Tages erwachsen wird...

Vater Basilius, der ja von vielen Menschen als ein Mann eines Heiligen Lebens angesehen wird, zu dem Gemeindepriester nur zu oft Menschen mit ernsten Problemen verweisen, sagt nur äußerst selten etwas im Imperativ. Ich kenne nur ein-zwei Fälle. In der Regel sagt er so etwas wie "Es wäre richtig, es so und so zu tun..."
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.
Andromachi
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Andromachi »

Ja, Alexej, du hast Recht, wir brauchen nicht unseren Beichtvater über alles zu fragen. Wie soll er wissen, ob ich jemand heiraten soll oder nicht? Das ist meine eigene Entscheidung und hat nichts mit Sünde zu tun. Aber noch etwas: Wir lesen in vielen Geschichten aus dem Gerontikon, dass junge Mönche dem falschen Rat ihres Beichtvaters folgten und Gott sie dann vor geistlich negativen Folgen geschützt hat.
Ich erinnere mich an eine Geschichte von einem jungen Mönch, der im Gehorsam eines bösen alten Mönchs lebte (Ich hab΄s, es ist in der Climax, 4. Rede, 111). Sein geistlicher Vater hat ihn so schlecht behandelt, dass er an den Folgen gestorben ist. Die anderen Mönche glaubten nicht, dass der junge Mönch gestorben ist. Als Beweis führte sie der Alte zum Grab und rief: Vater Akakius, bist du gestorben? Und der tote Mönch antwortete aus dem Grab: Wie kann einer, der gehorcht, sterben? Seitdem lebte der alte Mönch in Reue am Grab seines υποτακτικός.
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Andromachi »

Entschuldigung, was bedeutet Strang? Ich denke, es bedeutet nur ein Thema innerhalb eines Forums, nicht das ganze Forum, oder?
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songul
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von songul »

songul hat geschrieben:
Michael hat geschrieben:Bist du dir sicher das wir laien diese auch kriegen können? Die Diakrisis?
Vater Martinos meinte da was anderes.
Ob wir Laien diese kriegen können ist wie bei jeder anderen spirituellen Erfahrung nicht einfach so zu beurteilen. Ganz sicher nicht ohne geistliche Begleitung.
Nur wenige Starets/Altväter haben die Gabe der rechten Unterscheidung erlangt, und viele der Heiligen.
Was meinte denn Vater Martinos?

LG Songul
Lieber Michael,

was meinte denn nun Vater Martinos; es würde mich wirklich interessieren.

Grüsse Songul
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Re: "Beraten Sie mich, Vater"

Beitrag von Michael »

Ja richtig liebe Andromarchi. Das denke ich zumindestens.
So ein Beichtvater will ich auch haben Alexej. :)

So jetzt zu Songul, ich zitier mal Vater Martinos, was er schrieb:
Die Gabe der Diakrisis, der "Untescheidung" kommt alleine von Gott. Sie ist
ein Geschenk. Das kann man nicht erwerben. Aber man kann hoffen, daß mit der
Priesterweihe und der Weihe zum Pnevmatikos ein wenig davon geschenkt wird.
Man kann es nicht erwerben!
Hat es dir geholfen? :)
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