Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

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Nassos
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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von Nassos » 29.05.2010, 00:31

Lieber Archon,

meine Betonung war eher das "stets". Wo ist die Grenze zwischen den tatsächlichen Strafen Gottes und den "eigendynamischen" Ereignissen?

Den Fall Konstantinopels als Racheakt Gottes (also Gottes Zorn) darzustellen, das geht mir etwas zu weit. (Sagte Gott nicht nach der Sintflut er möchte der Menschheit nicht mehr mit Zorn nachstellen - sorry für die saloppe Ausdrucksweise).

Aber Deinem Rat, die Psalmen zu lesen, möchte ich wirklich gerne Folge leisten. Schauen wir mal, wie ich in einem Jahr darüber denke... :lol:

Gesegnetes Wochenende,
Nassos

ElvisVrinic
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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von ElvisVrinic » 29.05.2010, 19:27

Nassos hat geschrieben:Lieber Archon,

Schauen wir mal, wie ich in einem Jahr darüber denke... :lol:

Gesegnetes Wochenende,
Nassos

in einen jahr???? :roll:
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

IC XC
NI KA

Nassos
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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von Nassos » 30.05.2010, 02:47

:bigtongue:

Nemanja
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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von Nemanja » 11.06.2010, 06:42

apxwn hat geschrieben:
stefan1800 hat geschrieben:Im Westen wird die Sache natürlich genau umgekehrt interpretiert:
Die Türkenherrschaft wird hier als Strafe dafür gesehen, daß die Orthodoxen die Kompromisse des Konzils von Florenz (1439) nicht angenommen haben.
Das Problem an dieser Interpretation ist, dass "die Orthodoxen" die Kompromisse ja gerade angenommen haben. Der letzte wirklich belegte Patriarch von Konstantinopel vor dem Türkenjoch, Gregorios Mammas, war ein Uniat. Der Umstand, dass die "Orthodoxen" ihren Glauben in Ferrara/Florenz eben doch kompromittiert hatten, ist ja einer der Hauptgründe für die Verselbständigung der Russischen Kirche (1458). Ferrara/Florenz hatte also trotz des Wirkens des hl. Markos von Ephesos ordentliche Nachwirkungen.

Genau, wir haben sie für kurze Zeit angenommen, und hier was ich jetzt dazu im Wikipedia-Artikel dazu gelesen habe "Viele Griechen machten den Zorn Gottes über die falsche Union für die Eroberung verantwortlich"( http://de.wikipedia.org/wiki/Konzil_von ... ra/Florenz ). Die Union sollte glaube ich einen politischen Zweck erfüllen wegen dem Angriff der Türken und die dazu nötige Militärhilfe vom Westen.


So könnte ich die Strafe vielleicht auch zuordnen, denn mir kommt es irgendwie in den Sinn, dass diese 500 Jahre lange Belagerung nicht einfach umsonst geschehen ist, einem gläubigen Volk. Ich würde hier schon von einer Strafe Gottes reden.


Wie verlief das ganze eigentlich davor in Lyon 1274, da gab es doch den ersten Unionsversuch? Andromachi hat schon Recht, vorher wurden wir schon von den Lateinern in Konstantinopel ausgeplündert, misshandelt und getötet.

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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von holzi » 11.06.2010, 06:52

Nemanja hat geschrieben:Wie verlief das ganze eigentlich davor in Lyon 1274, da gab es doch den ersten Unionsversuch? Andromachi hat schon Recht, vorher wurden wir schon von den Lateinern in Konstantinopel ausgeplündert und massakriert.
Bedankt euch bei den Venezianern, die so einen lästigen Handelskonkurrenten ganz elegant beseitigen ließen. Es lief nämlich so, daß die Venezianer den Kreuzfahrern die Überfahrt nach Palästina gratis spendierten, aber sie um eine "kleine Freundschaftsgeste" in Konstantinopel baten. Das Ergebnis dürfte bekannt sein.
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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von Mops » 11.06.2010, 08:56

dann lies mal das Buch "Das Leben aus den Gräbern" . von unseresn serbischen Brüdern.
Super!

holzi
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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von holzi » 12.06.2010, 21:10

Kennt Ihr eigentlich diesen Film hier?
http://vizantia.info/docs/page337_0.htm
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von Filip » 13.06.2010, 08:56

die doku ist sehr gut...schade dass es die doku nicht auf deutsch gibt...
...wer meldet sich freiwillig den film zuübersetzen? :D
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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von Nassos » 13.06.2010, 11:53

Lieber holzi,

vielen Dank für die Bereitstellung des Films. Gestern nacht runtergeladen und ein paar Minuten reingeschaut. Sehr interessant..

Gruß,
Nassos

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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von Mops » 13.06.2010, 13:01

hat jemand von euch schon in den neuen Schmalen Pfad geschaut? Da gibts einen kleinen Beitrag von Christos Tagarakis "Griechenland, Deutschland, Orthodoxie". Das Türkenjoch spielt da auch eine Rolle. Kurzum, es ist eine kleine Klarstellung gegen eine Vermischung von einigen in der deutschen Presse veröffentlichten falschen Daten und antigriechischer Propaganda....
L.G.

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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von Nassos » 20.06.2010, 10:26

apxwn hat geschrieben:Na, Nassos... dann lies mal die Psalmen.
Hallo apxwn,

habe diesen Rat beherzigt. Seit Freitag begleitet mich nun stets ein neu erstandenes Psaltirion.

Eine Frage sei mir erlaubt, auch wenn sie hier off-topic ist: warum stelle ich ständig eine Differenz zwischen der griechischen Indizierung und z.B. der deutschen fest? Beipeil: im Strang zu Ikoneninschriften habe ich eine Ikone Davids verlinkt. Der Text auf der Textrolle findet sich im Griechischen im Psalm 112, bei der Lutherübesetzung im Psalm 113.
Wo genau ist die Differenz?

Vielen Dank und lieben Gruß,
Nassos

holzi
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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von holzi » 20.06.2010, 10:43

Nassos hat geschrieben:
apxwn hat geschrieben:Na, Nassos... dann lies mal die Psalmen.
Hallo apxwn,

habe diesen Rat beherzigt. Seit Freitag begleitet mich nun stets ein neu erstandenes Psaltirion.

Eine Frage sei mir erlaubt, auch wenn sie hier off-topic ist: warum stelle ich ständig eine Differenz zwischen der griechischen Indizierung und z.B. der deutschen fest? Beipeil: im Strang zu Ikoneninschriften habe ich eine Ikone Davids verlinkt. Der Text auf der Textrolle findet sich im Griechischen im Psalm 112, bei der Lutherübesetzung im Psalm 113.
Wo genau ist die Differenz?

Vielen Dank und lieben Gruß,
Nassos
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Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von Nassos » 20.06.2010, 11:09

Hallo holzi,

vielen Dank. Es ist ja komplizierter, als ich dachte. Es weicht ab, um schlussendlich wieder zusammenzuführen?
Ist das protestantisches Werk? Die Tabelle lässt diese Vermutung zu (und die katholische Kirche hat das übernommen... ich pöser purche :diablo2:

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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von Loukia » 20.06.2010, 13:10

Habe ich mich auch immer gefragt, wie es zu dieser verschiedenartigen Zählung der Psalmen kam. Also ist der Psalm 151 nach protestantischer Vorstellung Apokryph? Ist es nicht dieser, der eigenhändig von David dem König verfasst wurde?

Gestern habe ich eine Dokumentation über Katharina die Große gesehen, über die selbst heute noch die erbärmlichsten Gerüchte entsprechend der damaligen Karikaturen von ihr rumgehen. Jedenfalls soll sie laut dieses Dokumentarfilms (vielleicht finde ich nochmals den Sender raus, ich war schon müde, als das lief) ja zu gunsten ihrer Chancen auf die Krone viel Wert gelegt haben darauf, sich als Hüterin des orthodoxen Russlands zu geben; eines ihrer politischen Ziele soll die Befreiung Konstantinopels und die Auferstehung Byzanz gewesen sein.

Meine Geschichtskenntnisse sind zu minimalistisch um dazu etwas zu sagen, aber interessant ist es ja.

Wenn wir heute von Konstantinopel reden, reden wir ja auch von der Türkei. Erdogan soll sich angeblich in letzter Zeit etwas erweichen lassen?
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Filip
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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitrag von Filip » 23.06.2010, 14:27

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