Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

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Stephanie
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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitragvon Stephanie » 24.07.2012, 09:02

Selbstverständlich darfst und sollst du Fragen stellen (und jeder andere auch), nur zu.

Selbstverständlich darfst und sollst du spekulieren (und jeder andere auch) aber dann dann sollte auch klar gemacht werden, dass es sich um Spekulationen handelt und nicht geschrieben werden "es ist so/war so".

Du musst dich nicht mit Heiligsprechungen auskennen um hier zu schreiben, dafür ist das Forum da. Ich konnte aber keine Frage erkennen sondern lediglich eine historische Richtigstellung darüber, dass Konstantin nicht heilig sein könne.

Selbstverständlich hat Byzanz eine enorme Bedeutung, das stelle ich gar nicht in Abrede, aber ich verwehre mich dagegen die (Fort-)Existenz der orthodoxen Kirche zu einem Zufallsprodukt der politischen Entscheidungen Herrschender zu machen. Nicht mehr und nicht weniger. Das führe auch die Überzeugung ad absurdum, dass die Kirche der Leib Christi ist und bis zum Ende der Tage bestehen wird.

Heiligkeit lässt sich nun mal nicht mit historischen Wissenschaften beweisen (aber auch nicht widerlegen).
Deshalb wird dir auch jeder Historiker erklären, dass es zu Zeiten Christi viele Jesuse gab, die gekreuzigt wurden.(Zur Auferstehung schweigen sie sich natürlich aus, denn die ist ja nur ein Symbol/Trostbild usw. für den einfachen Gläubigen, der intellektuell nicht in der Lage ist, die eigentliche Aussage des Christentums, nämliche die neuen Regeln für ein soziales Miteinander zu erkennen... *aufgeklärter, historischer Modus aus*) Oder das Zufallsprodukt der Geschichte, dass dank der erfolgreichen Lobby- und Propagandaarbeit wir heute Christen und nicht Johanniter (nach dem Vorläufer des Herrn) heißen, usw. usf. Du kennst das alles, da bin ich mir sicher, von daher muss ich keine Eulen nach Athen tragen.
Benedikt hat ja schon geschrieben, Heiligkeit ist keine Beförderung, sie ist die Anerkennung von seiten der Kirche dafür, dass die Menschen glauben, dass Gott in/durch einen Menschen deutlich sichtbar wirkt. Prinzipiell gilt das ja für uns alle, wir sind ja auch alle zur Heiligkeit berufen.

Also lieber Balthasar, ich hatte und habe auf keinen Fall vor dich zu beleidigen (woraus du allerdings gelesen hast, dass ich dich als Ungläubigen sehe, ist mir nicht so ganz klar, die Idee käme mir gar nicht) oder dir das Wort zu verbieten (wäre ja auch noch schöner). Aber ich verwehre mich wirklich dagegen, dass die Wissenschaft hier zum Erkenntnisgötzen (das wird sie ja ohnehin schon in der Gesellschaft, da müssen wir nicht auch noch damit anfangen) über Heiligkeit oder Entscheidungen/Aussagen der Kirche erhoben wird!
Es ist ja schon mehrfach und von mehreren (einschließlich meiner eigenen Person) erwähnt worden, dass viele von uns heute die Heiligsprechung Konstantins mit dem Verstand nicht fassen können. Auflösen und aufklären lassen wird sich das für uns aber heute nicht mehr, da bleibt nur entweder das Vertrauen darauf, dass die Kirche wusste was sie da sagt oder eben nicht.

Übrigens kann ich aus der Gegenwart ein anderes Beispiel dafür anführen, wo es mir ganz ähnlich erging: Alexander Schmorell. Ich hatte mich von den Aussagen der Presse und dergleichen leiten lassen, die ihn ja alle als einen politischen Menschen darstellen. Was er auch war. Aber es gibt eben Aufzeichnungen aus der Todeszelle...und wenn man die liest/hört, dann versteht man auch besser, warum die Kirche ihn als Heiligen sieht. Seither sind meine Bauchschmerzen weg.

Also: Reg dich ab, trink nen Tee oder ein Bierchen, je nachdem was du lieber magst, schreib und frag, was das Herz begehrt aber bitte bitte lass dich nicht von der Geschichtswissenschaft über Heiligkeit verwirren :candle: das ist einfach nicht deren Fachgebiet, so sehr sie in anderen Belangen wertvolle Informationen liefert.

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Priester Alexej
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Re: Fall Konstantinopels , 500 Jahre Türkenbelagerung

Beitragvon Priester Alexej » 24.07.2012, 09:43

Ihr lieben, vielen Dank an alle Beteiligten für die tolle Diskussion. Ich finde es war die beste hier seit längerer Zeit.

Das Thema scheint momentan erschöpft zu sein, deshalb habe ich es geschlossen. Gibt es wieder Inhaltliche Beiträge, bitte eine PN, dann wird es wieder geöffnet.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.


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