Orthodoxie im Licht der Bibel

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 17.06.2013, 19:53

Wieviel mal im Jahr wird die Kommunion von der orthodoxen Kirche gemacht?

Danke und Gruss

Miroslav

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Igor
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Igor » 17.06.2013, 20:17

Bei jeder Göttlichen Liturgie (im Sinne von Eucharistie).
Bild
Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 17.06.2013, 22:31

Warum wird dann bei uns am Sonntag die Eucharistie nur den kleinen und kranken Kindern gegeben?

Kein Erwachsener geht nach vorne um das Brot und Wein einzunehmen.

Während der Fastenzeit konnten es nur die, welche gefastet haben, empfangen.

Das Brot ohne Wein erhalten wir immer nach der Liturgie.

Herzliche Grüsse in Christus

Miroslav

Simon
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Simon » 17.06.2013, 22:41

Ich bin ja selber nicht orthodox aber war einmal bei einer Göttlichen Liturgie dabei und beobachtete Ähnliches, was mich dann anschließend veranlasste, meinen orthodoxen Dozenten zu fragen. Er erklärte mir, dass zur Teilnahme an der Eucharistie bestimmte Bußleistungen vorausgesetzt werden, die viele der Erwachsenen nicht erbracht haben, nur wenige ältere Frauen hatten sich auf die Eucharistie vorbereitet. Die Kinder sind jedoch von diesen Bußleistungen befreit und können deswegen immer teilnehmen wenn sie getauft sind.

Nikolaj
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Nikolaj » 18.06.2013, 09:51

Lieber Miroslav,
Warum wird dann bei uns am Sonntag die Eucharistie nur den kleinen und kranken Kindern gegeben?
Jeder kann die Eucharistie empfangen, wenn er nicht von der Kirche ausgeschlossen ist - theoretisch. Denn praktisch ist es so, dass wir uns durch unsere Sünden von der Kirche ausschließen. Daher ist es nötig in der rechten Buße an die Heiligen Gaben - nicht etwa "Brot und Wein", sondern "Leib und Blut Christi" - heranzutreten. Fasten ist teil der Buße und daher auch Teil der Vorbereitung auf den Empfang der Kommunion. Auch außerhalb der Fastenzeit wird von den Gläubigen zur Kommunionsvorbereitun gefastet. In der Regel 3 Tage lang, das variiert aber je nachdem, wie oft derjenige zu den Heiligen Gaben herantritt.
Das Brot ohne Wein erhalten wir immer nach der Liturgie.
Aber, das ist nur gesegnetes Brot und nicht konsekriertes. Das ist nicht der Leib Christi. Deswegen heißt es auch Antidoron (http://de.wikipedia.org/wiki/Antidoron).

Die Praxis der seltenen Kommunion in Russland geht noch bis auf die Zarenzeit zurück. Ich denke, dass es wohl aus der Furcht unwürdig die Kommunion zu empfangen zurückgegangen. Es gibt derzeit viele Gemeinden, in denen viel öfter kommuniziert wird. Viele Gläubige empfangen die Kommunion jeden Sonntag, bzw zu jeder Heiligen Liturgie. Meiner Ansicht nach ist es wohl auch richtig, dass ein Orthodoxer Christ, der versucht christlich zu leben auch an die Kommunion herantritt (trotzdem nicht unvorbereitet).

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 19.06.2013, 09:27

Würde dies bedeuten, wenn ich 3 Tage vor der Heiligen Liturgie am Sonntag fasten würde, könnte ich hervortreten um die Eucharistie mit den kleinen Kindern einzunehmen?

Dann wäre ich der Einzige, da ausser bei den grossen Fastenzeiten kein Erwachsener den wahren Leib und das wahre Blut Christi zu sich nimmt bzw. hervortretet um es einzunehmen.

Kommt mir irgendwie seltsam vor, den dies hat den Anschein als ob alle passiv bei der Sache dabei wären und kein Einziger würdig ist die Eucharistie ausser den Kindern zu feiern?

Die letzten 8 Sonntage habe ich, soviel ich mich erinnere, keinen Erwachsenen gesehen der hervorgetreten ist.

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Nikolaj » 19.06.2013, 11:20

Kommt natürlich drauf an, wie das euer Gemeindepriester sieht. Oft wird darauf bestanden, dass man vorher zur Beichte geht. Das mit den 3 Tagen ist eine Sache der Tradition wie so vieles. Am Besten mal den Pfarrer fragen...
Es ist keiner würdig überhaupt an der Kommunion Teil zu haben. Aber mit der Hoffnung auf die Gnade Gottes können wir da herantreten.

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 19.06.2013, 15:52

Lieber Nikolaj

Da hast du recht, keiner ist normalerweise würdig hervorzutreten..

Bei unserer serbischen Kirchgemeinde geschieht dies während der 4 Fastenzeiten, das vermehrt gläubige Brüder in Christus, welche gefastet haben, hervortreten.

Herzliche Grüsse
Miroslav

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Thuja » 19.06.2013, 16:31

Hallo Miroslav,

es ist am besten, Du sprichst mit Deinem Priester!
Dann weißt Du genau, wie es bei Euch üblich ist.
Bei uns ist es so, dass nicht nur 1-3 Tage Fasten und die Beichte vorangehen müssen, sondern wir haben auch, sei es am Abend oder am Morgen vor der Liturgie noch bestimmte Gebete zu lesen/beten (stehen im Gebetbuch), ebenso nach der Eucharistie noch bestimmte Gebete (wieder im Gebetbuch). Da ist also schon eine richtige "Vor- und Nachbereitung" vonnöten, nicht "mal eben so".

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Igor » 19.06.2013, 16:43

Genauso ist es. Mehr auch in :arrow: diesem Strang und in :arrow: diesem.
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 20.06.2013, 20:58

Kennt jemand Versen aus der Heiligen Schrift welche darauf hindeuten, dass man der Kirche angehören muss da man ansonsten verloren geht oder keine Frucht bringen kann.

Ich hab mir das letzte Mal eine Predigt angehört von einem serbischen Pfarrer, welche sagt, dass man auserhalb der Orthodoxie nicht gerettet werden kann.

Euer Bibel Wissen würde mich interessieren, wenn Ihr die Stellen kennt wo die Heilige Schrift auf die Kirche andeutet.

Herzliche Grüsse
Miroslav

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Balthasar » 21.06.2013, 16:14

Das kann ich mir nicht vorstellen. Ansonsten bestände das Himmelreich ja zum grössten Teil aus Russen und Griechen :mrgreen:

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Balthasar » 21.06.2013, 16:20

Aber diese Thema interessiert mich auch. Soweit ich weiss wird die Taufe doch Konfessionsübergreifend anerkannt, auch von der Orthodoxen Kirche. Ich denke, wer getauft ist und wirklich an den Herrn, Jesus Christus glaubt ist nicht verloren.

Viele Grüße,

Balthasar

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 21.06.2013, 18:30

Hallo Balthasar

Die Serben hast du noch vergessen :D

Nein, ich denke auch das jeder der getauft ist und fest an den HERRN Jesus Christus glaubt, gerettet wird.

Wir bekennen ja die EINE, HEILIGE und APOSTOLISCHE KIRCHE in unserem Glaubensbekenntnis.

Da nach biblischen Verständnis die Kirche die Säule der Wahrheit ist und Ihre Lehre der Wahrheit entsprechen muss, stellt sich die Frage was mit den Katholiken, Protestanten und den weiteren Gemeinschaften welche sich auf die Bibel und Christus berufen passiert, den Ihre Lehre ist nicht die Selbe ansonsten wären Sie ja Orthodox?

Die Heilige Schrift bezeugt, dass es EINEN Leib, EINEN Glauben und EINE Taufe gibt..

Wenn der wahre Leib Christi, die eine wahre orthodoxe Kirche ist, befinden sich alle anderen ja nicht im Leib bzw. in Gemeinschaft mit Christus und sind somit auch keine Glieder oder wie ist dies zu verstehen?

1. Korinther 5, 12:

"Denn was gehen mich auch die an, die außerhalb [der Gemeinde] sind, daß ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, welche drinnen sind? Die aber außerhalb sind, richtet Gott. So tut den Bösen aus eurer Mitte hinweg!

Wie ist dieser Vers zu verstehen, alle die ausserhalb der orthodoxen Kirche sind (Leib Christi) wird Gott richten?

Dann hätte der serbische Vater Joil absolut recht, das auserhalb der orthodoxen Gemeinschaft bzw. auserhalb dem Leib Christi keine Erettung möglich ist..

Herzlichen Dank im Voraus für eure Antworten.

Liebe Grüsse
Miroslav

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Priester Alexej » 22.06.2013, 16:12

Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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