Orthodoxie im Licht der Bibel

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 13.09.2013, 09:35

Hallo Nikolaj

Auch diese Übersetzung beantwortet meine Frage nicht :)

Wird mit "unseren Zusammenkünften" die heilige Liturgie bzw. der Gottesdienst gemeint?

Herzlichen Dank im Voraus für die Antwort.

Lg Miroslav

Nikolaj
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Nikolaj » 13.09.2013, 12:05

Ich wüsste keine andere Erklärung, als die Gottesdienste. Die Eucharistie war ja das Herzstück der Christen in der damaligen Zeit. Es haben alle kommuniziert und das täglich.

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 13.09.2013, 19:15

Danke für die Antwort.

Gibt es Belege oder Beweise, dass die ersten Christen nach den Aposteln die Eucharistie feierten und täglich kommunizierten?

Ich persönlich glaube fest daran, darum habe ich auch diesen Vers hervor genommen um eure Meinung zu erhalten.

Ich kann es mir auch nicht anders erklären, ausser das mit den Zusammenkünften und Versammlungen, die Gemeinschaft der Christen an der heiligen Liturgie gemeint wird.

Jedoch will ich das jemanden aufzeigen bzw. beweisen.

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Igor » 13.09.2013, 20:31

"Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten. " Apg 2,46-47
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 14.09.2013, 20:29

Nach unserem orthodoxen Verständnis, kann es keine Gemeinschaft zwischen Mensch und Gott geben ohne die Eucharistie, ist dies soweit korrekt?

Wer nicht das Brot, welches vom Himmel herabgestiegen ist, zu sich nimmt, kann kein Leben in sich haben, sagt die Heilige Schrift.

Ohne Kommunion mit der Einen, Heiligen und Apostolischen Kirche kann es keine Gemeinschaft mit dem HERRN geben, darf man das so sagen?

Danke für eure Antworten.

Herzliche Grüsse
Miroslav

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Igor » 14.09.2013, 20:32

Lieber Miroslav,
ja, so kann man es sagen.
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 15.09.2013, 23:07

Lieber Igor

Wenn jemand denkt, dass die Mysterien nicht notwendig sind vor Gott und das Gefühl hat er muss keine Gemeinschaft in der Kirche mit Brüdern und Schwestern haben bzw. an der Liturgie anwesend sein, wie wird er nach orthodoxen Kriterien eingestuft bzw. genannt?

Und sollte man solche Menschen aus dem Weg gehen? Ein Protestant z.B. bringt von meiner Sicht her nicht die gleiche Lehre, denn es steht geschrieben:

2. Johannes 1,10:
Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, den nehmt nicht auf ins Haus und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, macht sich seiner bösen Werke teilhaftig.

Wie ist dieser Vers zu verstehen, wenn jemand trotzdem bekennt das Herr Jesus Christus ins Fleisch gekommen ist bzw. das Wort Fleisch wurde?

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Igor » 16.09.2013, 19:05

Lieber Miroslav!
Miroslav hat geschrieben:Wenn jemand denkt, dass die Mysterien nicht notwendig sind vor Gott und das Gefühl hat er muss keine Gemeinschaft in der Kirche mit Brüdern und Schwestern haben bzw. an der Liturgie anwesend sein, wie wird er nach orthodoxen Kriterien eingestuft bzw. genannt?
Ich würde ihn als „andersgläubig“ bezeichnen, also nicht als rechtgläubigen (=orthodox). Eine genauere Bezeichnung hängt noch von anderen Faktoren ab, das ist aber m.E. nach eher weniger relevant, wie er genau bezeichnet würde.
Miroslav hat geschrieben:Und sollte man solche Menschen aus dem Weg gehen? Ein Protestant z.B. bringt von meiner Sicht her nicht die gleiche Lehre, denn es steht geschrieben:

2. Johannes 1,10:
Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, den nehmt nicht auf ins Haus und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, macht sich seiner bösen Werke teilhaftig.

Wie ist dieser Vers zu verstehen, wenn jemand trotzdem bekennt das Herr Jesus Christus ins Fleisch gekommen ist bzw. das Wort Fleisch wurde?
Johannes bezog sich an dieser Stelle seines Briefes auf die gnostischen Häretiker, deren Umgang die rechtgläubigen Christen aus „hygienischen Gründen“ meiden sollten.

Dieser Rat kann auch auf die heutige Zeit bezogen werden, denn es ist im Grunde wie im menschlichen Leben, hat man eine starke Immunabwehr (hier also: einen gefestigten Glauben), dann ist die „Ansteckungsgefahr“ gering. Ist man sich ob der Kraft seines (geistlichen) Immunsystems unsicher, dann sollte man lieber Abstand halten – und wer kann sich schon sicher sein? „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.“

In Christo
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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 20.09.2013, 12:14

Lieber Igor

Vielen Dank für deinen Rat, da bin ich absolut der gleichen Meinung.

Es geht um meinen Nachbarn, der überzeugt der Meinung ist, man müsse nicht einer Gemeinde/Kirche angehören sowie an einer Liturgie anwesend sein, denn es steht nirgends in der Bibel geschrieben..

Jedoch geht aus der Heiligen Schrift klar hervor:

Hebräer 10, 23-25

"Laßt uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken — denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat —, und laßt uns aufeinander achtgeben, damit wir uns gegenseitig anspornen zur Liebe und zu guten Werken, indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie es einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht!

Ohne weitere Versen zu zitieren, wissen wir, dass es schon immer eine Gemeinschaft bzw. sichtbare Kirche seit der Zeit der Apostel gegeben hat, welche sich zusammen traf um zu beten, Brot zu brechen sowie die Eucharistie zu feiern.

Darf man sich eigentlich Christ nennen, wenn man das Gefühl hat, man müsse nicht Gemeinschaft mit Christen in der Kirche bzw. Leib Christi haben um gemeinsam die heilige Eucharistie zu feiern?

Dann ist man meines Betrachten her doch kein Glied im Leibe Christi?

Liebe Grüsse
Miroslav

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von saschJohn » 20.09.2013, 19:33

Mir drängt sich gerade eine Frage auf in Bezug auf die Dogmen und ihre Entstehung in den ersten drei Jahrhunderten, bzw die Zusammenstellung des Kanons in derselben Zeit. Wurden die Dogmen nach dem Kanon entwickelt oder hat man den Kanon den Dogmen angepasst. Anders formuliert, war erst der Kanon da und in den Streitfragen um Christus, Trinität usw. ging man zu den kanonischen Schriften um Antworten zu finden, oder fand man Antworten und stellte danach den Kanon zusammen, was nicht passte flog raus.
Ich persönlich glaube ersteres, das die Väter zur Schrift gingen um Antworten zu finden.
LG
Sascha

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 20.09.2013, 20:47

Hallo Sascha

Ich verstehe deine Frage nicht wirklich.

Die Kirche ist älter als die Schrift.

Wie hätten Sie zur Schrift greifen können wenn die damals, meines Wissens her, im heutigen Umfang nicht vorhanden war?

Die Gemeinden in Antiochien, Jerusalem, Konstantinopel sowie Rom hatten ja einzelne Evangelien und nicht das komplette Neue Testament.

Meinst du mit Kanon, die Bücher in der Bibel bzw. kanonisierte Schriften welche in die Bibel aufgenommen wurden?

Lg Miroslav

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von saschJohn » 21.09.2013, 07:44

Hallo Miroslav
kanonisierte Schriften welche in die Bibel aufgenommen wurden?
Lg [/quote]

genau die emeine ich, der Kanon der Bibel wurde festgelegt (obwohl es vorher schon Briefe, Evangelien usw. gab) dann kamen die großen dogmatischen Streitfälle wie z. B. Trinität. Hat das Auswirkungen auf die Bibel gehabt oder nicht. Haben die Väter bei Festlegung des Kanon der Bibel nur die Schriften aufgenommen die für ihre dogmatische Aussagen sprachen, oder fanden sie in den Briefen des Paulus, den Evangelien usw und dem Alten Testament Antworten auf das Dogma der Trinität. Praktisch heißt das kann ich mich auf die Aussagen der Bibel verlassen, oder muss ich davon ausgehen, das sie zu Gunsten eines Dogma beeinflusst wurde.
LG
Sascha

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Trust-in-CR » 21.09.2013, 10:07

Lieber Sascha

Dies ist eine ziemlich interessante Frage..

Soweit mir bekannt ist, haben wir Orthodoxe Christen und die Katholiken 77 Bücher kanonisiert und die Protestanten nur 66 und die restlichen werden als Apokryphen angeschaut. Falls diese Aussage falsch ist, sollte mich jemand bitte korrigieren..

Ob man die Dogmen aufgrund der Schriften festlegte oder die Schriften aufgrund der Dogmen kanonisierte kann ich nicht beantworten, würde mich aber auch ziemlich interessieren.

Da überlasse ich lieber Igor das Wort, welche sicher zu dieser Frage etwas beitragen kann.

Lg Miroslav

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von Igor » 22.09.2013, 15:54

Grüß Gott!
Miroslav hat geschrieben:Ob man die Dogmen aufgrund der Schriften festlegte oder die Schriften aufgrund der Dogmen kanonisierte kann ich nicht beantworten, würde mich aber auch ziemlich interessieren.

Da überlasse ich lieber Igor das Wort, welche sicher zu dieser Frage etwas beitragen kann.
Aus meiner Sicht kann man Dogmen und Hl. Schrift nicht gegeneinanderstellen oder eine Art „Henne-Ei-Problem“ mit der o.g. Frage konstruieren. Beide sind aus der Hl. Überlieferung abgeleitet bzw. deren Bestandteil. Ich habe in Büchern nachgeschaut, um die historischen Fakten zusammenzutragen. Dabei kann ich zwei Werke empfehlen:
Darin finden wir, dass der Schriftkanon auf dem Konzil von Laodicea um 360 fixiert worden ist und auf dem 6. Ökumenischen Konzil (Drittes Konzil von Konstantinopel) um 680 weltweit verbindlich erklärt worden ist. Mehr zum Kanon auch in den entsprechenden Artikeln :arrow: hier und :arrow: hier in der Orthpedia.

Die Dogmen (übrigens auch Kanones genannt) wurden zeitlich parallel zwischen 325 bis 787 dazu in den sieben ökumenischen Konzilien fixiert. In der Regel erfolgte das immer vor einem konkreten Hintergrund – dass nämlich verschiedene grundlegende Fragen des Glaubens geklärt und zu dieser Zeit aufgetauchte Häresien ausgeräumt werden mussten.

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Re: Orthodoxie im Licht der Bibel

Beitrag von saschJohn » 23.09.2013, 08:29

Hallo Igor
danke für deine Antwort und die LInks. Ich werde die Frage mal weiterdurchdenken, denn ich halte sie schon für wichtig.
LG
Sascha

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