Warum orthodox sein?

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Loukia
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Warum orthodox sein?

Beitrag von Loukia » 10.03.2009, 15:45

[font=Georgia]Von N. M., vormals häretischer protestantischer Gruppenleiter

Diese Frage mag einem gläubigen Orthodoxen unnatürlich erscheinen, hat aber eine große Bedeutung für jemanden, der NICHT im orthodoxen Glauben lebt oder hierzu nur wenig Kontakt hat. Als ehemaliger Leiter einer protestantischen Gruppe und nunmehr Orthodoxer glaube ich, dass es wert ist, eine Antwort auf diese Frage zu geben, und zwar aus dem Blickwinkel meiner früheren Erfahrung als ein Protestant, der ein verschworener Feind der Orthodoxen Kirche war. Wie sieht ein Protestant die Orthodoxie? Und was kann ihn dazu bringen, sie wertzuschätzen?

1. Ein negatives Bild der Griechischen Orthodoxie

Wenn protestantische Pastoren hier in Griechenland die Orthodoxe Kirche erwähnen, geschieht dies fast immer in einem Geist der Kritik. Und in der Tat gibt es, aus der Sicht des westlichen frommen Menschen, viel Störendes. Sehen wir also zunächst einige wesentliche Dinge, die einen Protestanten an der Orthodoxen Kirche stören.



1.1 Die Ignoranz der „plebs"

Wenn ein Protestant mit irgendeinem zufälligen Orthodoxen spricht und damit beginnt, ihm verschiedene Argumente (gewöhnlich aus der Heiligen Schrift) auseinanderzusetzen, hat er in den meisten Fällen einen völlig ahnungslosen Menschen vor sich, in der Regel unerfahren im christlichen Glauben, der zudem oft auch noch ein fanatischer „Anhänger", aber kein bewusst Glaubender ist. In der Tat beschäftigt sich der durchschnittliche orthodoxe Grieche mit der Orthodoxen Kirche viel weniger als mit seiner Fußballmannschaft oder mit ausländischer Literatur oder mit der Wissenschaft oder mit dem ... Buddhismus. So wird dieser Mensch in den Augen eines Protestanten nicht als jemand gesehen, der den orthodoxen Glauben nicht kennt, sondern als ein Vertreter der ... Orthodoxie. So entsteht die Neigung, auf sie herabzusehen wie die Pharisäer zu Zeiten Christi, als sie sagten: „Dieses Volk, das das Gesetz nicht versteht, verflucht ist es." (Joh.7,49)



1.2 Die mangelhaften Presbyter

In den Augen eines Protestanten sind die Skandale des orthodoxen Klerus ein Beweis für die Richtigkeit seines Entschlusses, etwas Anderes, bloß nicht die Orthodoxie, gewählt zu haben. Fast ein jeder orthodoxe Priester wird von ihm als „Feind" angesehen, als „Söldner des Feindes", als „Betrüger", als „räuberischer Wolf", als „unethisch" und „ausbeuterisch". Vor allem aber spielen der Fanatismus und die Feindseligkeit, die bei einigen von ihnen auftauchen und sich kundtun können, die am stärksten abstoßende Rolle.



1.3 Der Mangel an Solidarität in der Gemeinde

Während die meisten griechischen Protestanten sich in ihren Versammlungen einander herzlich begegnen, beobachten sie in den meisten orthodoxen Gemeinden genau das Gegenteil. Die Gemeindemitglieder empfinden sich als Unbekannte unter Unbekannten, und für einen Protestanten ist dies genau ein Zeichen für die fehlende christliche Liebe, deren Vorhandensein er hingegen bei den Treffen seiner eigenen minoritären Gruppe spürt, wo sich alle untereinander kennen und engeren Kontakt miteinander pflegen gerade wegen der ihnen gemeinsamen Besonderheit.



1.4 Die Art und Weise der Gottesverehrung

Die Protestanten empfinden die orthodoxe Weise der Gottesverehrung als „außer-biblisch". Sie haben eine Abneigung gegen die Ikonen, die kirchlichen Gesänge, die Kirchen, die Mysterien, die Gewänder, die Gottesdienste, die Kirchengesetze usw. Alles, was nach ihrer Lehre nicht zum „urchristlich biblischen" Prototyp der Verehrung gehört, ist für sie christlich nicht „gültig" und wird von ihnen als „menschliche Tradition" bezeichnet. Sie finden die „Anarchie" störend, die im orthodoxen Leben und in der orthodoxen Verehrung zu herrschen scheint, sowohl unter den Laien als auch unter den Klerikern, und es stört sie überhaupt ihr Verhalten. An das disziplinierte Leben ihrer Gruppe gewöhnt, empfinden sie den hiesigen orthodoxen Glauben wie eine Durchgangsstation.
Aus dem oben Gesagten ist ersichtlich, dass die hiesigen Protestanten (ebenso wie die im Westen aufgewachsenen „Orthodoxen" unserer Gegenwart, die Einwände gegen unseren Glauben erheben) sich hauptsächlich bei den sichtbaren Phänomenen, den Symptomen, aufhalten. Sie untersuchen nicht in der Tiefe die Gründe für diese Erscheinungen. Sie bleiben an der Oberfläche und das Wesentliche entgeht ihnen. Das Ganze wird verallgemeinert und das Einzelne wird übersehen. So bleiben wichtige Faktoren des Glaubens unbekannt, ohne dass sie sich jemals gefragt hätten „welchen Wert einige der Dinge, die ihnen als Grundlagen beigebracht wurden", im Protestantismus haben.
Das Ergebnis ist, dass sie nicht einmal VERSUCHEN, die Dinge vom Standpunkt des gläubigen Orthodoxen aus zu sehen. Denn nur auf diese Weise könnten sie die Großartigkeit der Orthodoxie erkennen. Wenn man nicht versucht, den anderen und die Art seines Denkens zu verstehen, wird man NIEMALS weder das Verhalten des anderen in seiner Tiefe verstehen können, noch die „Symptomatologie" seines Glaubens. Und das ist genau der Grund, weshalb ich, BEVOR ich auf die Frage „Warum sollte ich orthodox sein" antworte, zuerst aufzeigen wollte, was jemanden, der im Westen aufgewachsen ist, an der Orthodoxie abstößt.

Nachdem ich die Gründe dargestellt habe, die mich früher veranlaßt haben, die Orthodoxie zu hassen, möchte ich jetzt aufzeigen, welche Gründe mich, denselben, dazu geführt haben, die Orthodoxie zu lieben, die häretische Gruppe, die ich in meiner Unwissenheit geschaffen hatte, aufzulösen und mich in die orthodoxe Kirche des Herrn einzugliedern.


2. Die Quelle des christlichen Glaubens

Die erste wesentliche Sache, die einen ausreichenden und ernsthaften Grund dafür bildet, dass jemand christlicher Orthodoxer ist, besteht darin, die Bedeutung der Glaubensquelle zu verstehen. Ein Protestant hat gelernt (und akzeptiert ohne zu hinterfragen), dass die Quelle des christlichen Glaubens angeblich die Heilige Schrift ist und dass außerhalb ihrer nichts anderes zu akzeptieren ist. Er glaubt sogar, dass die Heilige Schrift aus 66 Büchern besteht, ohne dass er jemals eine Erklärung dafür bekommen hätte, aus welchem Grund jene 10 anderen Bücher weggelassen worden sind, welche von der Orthodoxie anerkannt werden.
Wenn so jemand herausfindet, das die Heilige Schrift weitere 10 Bücher besitzt, dass sie NICHT „die Quelle des christlichen Glaubens" ist, sondern dass die Quelle des christlichen Glaubens durch die Jahrhunderte die Erfahrung der Kirche „im Heiligen Geist" ist (was „Heilige Tradition" genannt wird), und dass das Neue Testament von der orthodoxen Kirche im 4. Jahrhundert n.Chr. zusammengestellt worden ist, dann ist er erschüttert. Er versteht, dass irgendetwas „nicht in Ordnung" ist von dem, was ihm im Protestantismus als „wahr" und „undiskutierbar" beigebracht wurde. Die Basis seines Glaubens ist unrettbar zerstört. Er versteht, dass es unmöglich ist, die Orthodoxe Kirche, die ihm die Heilige Schrift vermacht hat, zurückzuweisen, um nur die Heilige Schrift anzuerkennen, die doch ein Produkt der Orthodoxen Kirche ist. Und wenn dieser Mensch logisch denkt und die Wahrheit liebt, dann möchte er die Dinge aus dem Blickwinkel der Orthodoxie sehen und verstehen, warum die „wahre Säule und Grundfeste der Wahrheit" (1.Tim.3:15) die Kirche und nicht die Heilige Schrift ist.
Die Orthodoxe Kirche ist also die Kirche, die eine KONTINUIERLICHE UND STABILE BASIS als Quelle ihres Glaubens hat, im Gegensatz zum Protestantismus. Die Kirche wird getragen vom Leben der Heiligen im Heiligen Geist und ist historisch bezeugt, vom Anfang bis heute.
Wenn ein Protestant das verstanden hat, wird er aufhören zu fragen: „Wo steht das in der Heiligen Schrift, was ihr da tut?" Denn er hat begriffen - ob die Heilige Schrift es sagt oder nicht -, dass es genügt, wenn es die Kirche im Heiligen Geist sagt, damit es gültig ist und angenommen wird als eine Weise der Gottesverehrung.



3. Historisches Zeugnis

So wird dieser Mensch sich mit der Nachforschung der HISTORISCHEN Kirche zu beschäftigen beginnen. Was auch immer jemand behaupten mag über die frühen Christen, was sie in ihrer Gottesverehrung angeblich taten oder glaubten, es gibt historische Dokumente, Texte der ersten Christen und archäologische Funde, die zeigen, dass die Christen bereits ganz zu Anfang Gott auf orthodoxe Art und Weise verehrten und nicht auf protestantische Weise. Es gab Synoden, einen eigenen Klerus, Ikonen, Kleidung, die Verehrung der Heiligen und ihrer Reliquien, klar definierte Dogmen, die Göttliche Liturgie, die Beichte, die Heilige Ölung, Salbung, Totenfeiern, das Kreuz, Fasten, Feste ... Alles war so seit Beginn, nur bei unbedeutenden Einzelheiten veränderte sich ihr Ritus. Wenn ein Protestant all dies in den alten historischen Quellen entdeckt, erkennt er, dass alles, was ihn seine Führer lehrten, ein willkürliches und falsches Bild über die erste christliche Kirche liefert. Und er erkennt, dass das, was er an der orthodoxen Verehrung als „außerbiblisch" hasst, genau das ist, was uns der Herr selbst übergeben hat!
Die historische Nachforschung wird jemanden, der gute Absichten hat, höchst wahrscheinlich von den protestantischen Erfindungen des 16. Jahrhunderts weg und hin zur orthodoxen Gottesverehrung führen.



4. Apostolische Nachfolge

Die folgende ebenso ernste Thematik, die jemanden verstehen läßt, warum es keine „Christlichkeit" außerhalb der orthodoxen Kirche geben kann, ist die Frage nach der apostolischen Nachfolge. Beim Studium der alten christlichen Quellen versteht man auf einmal Verse der Heiligen Schrift, die man füher ohne diese Kenntnis leicht mißverstanden hätte oder die einem gar unbekannt geblieben wären. Man erkennt, dass die Kirche mit dem gottgegebenen synodalen System funktioniert, und dass dieses System die Garantie für die Einheit, für den Zusammenhalt und für das Leben der Kirche im Heiligen Geist ist.
Dieses Studium wird einen zu der Gewißheit führen, dass seit Beginn in der Kirche Christi niemand willkürlich, ohne Autorität, handelt. Es gibt vielmehr eine gestufte Autorität, die von Gott Vater selbst ausgeht, und durch den Bischof einer jeder Stadt bis zum letzten Christen reicht. Man erwacht aus der protestantischen Lethargie und erkennt, dass die Autorität des Bischofs nicht eine „menschengemachte" Sache ist, sondern ein grundlegendes christliches Glaubensdogma. Und man beginnt, nach der Machtquelle seiner protestantischen Führer zu fragen (vielleicht auch nach seiner eigenen, falls man der Pastor dieser Versammlungen sein sollte). Wer hat ihnen das Recht gegeben, die anderen zu führen?
Man wird ebenso überrascht sein, herauszufinden, dass die Kirche nie gefallen ist (wie einige es einem gesagt haben), sondern in der Geschichte immer weitergeht, in Zusammenarbeit und Einheit mit dem Herrn Jesus Christus, im Heiligen Geist. Und man wird sogar erkennen, dass sich diese Apostolität NUR in der orthodoxen Kirche findet, wenn man nämlich die Gründe und die Art erfährt, wodurch das Schisma mit den Papisten geschaffen wurde. Danach wird einem die Straße zur Orthodoxie vollends zur wegweisenden Einbahnstraße.



5. Anworten, die Konsequenzen im Leben haben

Alles oben Dargelegte gibt einem konsequente Antworten auf das, was man einstmals an der orthodoxen Kirche kritisiert hat. Es werden einem nun die Gründe für die „Anarchie" bei vielen Laien und Klerikern der Orthodoxie einsichtig. Man begreift, dass in einem Synodalen System ohne pyramidenartige Hierarchie mit festgefügter, unverrückbarer Machtstruktur es nur natürlich ist, wenn verschiedene Meinungen und Zusammenstöße in nebensächlichen Fragen zwischen Bischöfen auftauchen. Er versteht, dass in einer Gottesverehrung der Freiheit so etwas im Volk Gottes immer vorkam und dass auf dem „Feld" Christi Unkraut wuchs, wächst und wachsen wird. Dass es also nur natürlich ist, wenn es eine Reihe von Klerikern und Laien gibt, die diese Freiheit - vor allem zu ihrem EIGENEN SCHADEN - ausnutzen. Und dass es nur natürlich ist, wenn in sich einem solchen Glauben der Freiheit auch Pseudochristen und Opportunisten befinden.
Man weiss jetzt, was, warum und wie man glaubt. So versteht man auch, dass man, anstatt die Haltung anderer zu kritisieren, sich besser auf sein eigenes Leben und Verhalten konzentriert, weil man sehr gut weiss, dass man vor Gott weder früher noch jetzt so ist, wie man sein sollte. Und anstatt von den anderen zu erwarten, dass sie den ersten Schritt tun, wäre es besser, dass man selber versucht, eine Runde gläubiger Brüder um sich zu sammeln, mit denen man einen christlichen Kreis bildet, wie man ihn sich wünscht. Denn man selbst ist schließlich nicht unbeteiligt an der Verantwortung gegenüber anderen.



6. Dogmatische Klärung

Ob jemand Protestant war oder nicht, er findet in der orthodoxen Kirche noch etwas, was nirgendwo anders gefunden werden kann. Er findet nämlich die VOLLKOMMENE DOGMATISCHE FOLGERICHTIGKEIT. Und wenn auch jemand die Orthodoxie (entgegen ihrer Natur) als „weltliches Idol" betrachten wollte, ihre Überlegenheit würde immer vollkommen offen liegen, als entgegengesetzt gegenüber jeglichem menschengemachten Idol, gegenüber jeder Philosophie, Religion oder Ideologie, weil nur die orthodoxe Kirche eine OFFENBARUNG Gottes ist in den Fragen des Lebens und der Rettung.

Nur in der Orthodoxie erfährt man die EINZIGE Weise, wie Gott als Person erkannt werden kann und die Bedeutung der Person in Jesus Christus.
Nur in der Orthodoxie erfährt man eine erprobte Weise der Psychotherapie durch die experimentelle Bestätigung in der Person der Heiligen.
Nur in der Orthodoxie erfährt man, warum Gott dreieinig ist und was es bedeutet, dass „Gott Liebe ist".
Nur in der Orthodoxie spürt man das Element der Freiheit in der Gottesverehrung und erfährt den Grund für das Opfer Christi, entfernt von der Furcht vor einem Rächer-Gott.
Nur in der Orthodoxie erfährt man die Wahrheit über die Hölle und das Paradies und schätzt die Größe der Liebe Gottes.
Nur in der Orthodoxie kann man hier und jetzt die zukünftige Zeit des Königreichs Gottes erleben, weit weg von allen falschen Zukunftsversprechungen, die keine tatsächliche Entsprechung in der wirklichen Welt haben.
Dies alles, zusammen mit den Komponenten der orthodoxen Dogmatik hat eine solche Fülle und Konsequenz, wie sie der Mensch nirgendwo anders finden kann. Denn nirgendwo anders ist die göttliche Offenbarung unverfälscht zu finden. Wenn der Mensch die Orthodoxie als Maßstab für den Vergleich nimmt, dann erkennt er jede Ideologie und jedes fremde Dogma als ungenügend.



7. Das Leben im Heiligen Geist

Wenn der Mensch innerhalb des orthodoxen Glaubens und Lebens die wirkliche Bedeutung der Orthodoxie erfährt, und wenn er langsam verwandelt wird in eine Ähnlichkeit mit seinem Gott und Herrn Jesus Christus, dann beginnt er, sein Leben und das seiner Mitmenschen auf eine völlig andere Weise ins Auge zu fassen, wie man es nirgendwo anders antreffen kann.
Er lernt sein Selbst zu vergleichen, aber nicht mit den „Bösen und Verfluchten dieser Welt", um sich selbst als „reines und auserwähltes Gefäß" zu empfinden, sondern mit dem VOLLKOMMENEN und ALLERREINSTEN Herrn Jesus Christus. Und ein jeder solcher Vergleich hinterläßt in seiner Seele Demut und Nichtigkeit. Er erkennt den christlichen Weg, nicht als „Verurteilung" seiner Brüder „aus der Höhe", sondern als einen gemeinsamen Weg der Menschheit zum Ziel ihres Daseins. Jedes Mal, wenn der Gläubige seinen sündigen Mitmenschen betrachtet, richtet er ihn nicht, sondern es tut ihm in der Seele SEIN SELBST leid, denn es hat an derselben Substanz teil, und er leidet Schmerzen um ihn. Und er weiß, dass nicht nur dessen Sünde, sondern auch seine eigene Sünde Öl ins Feuer der Boshaftigkeit der Welt schütten. Und er betet und bereut, anstatt zu verurteilen. Und er fühlt den Fall des anderen wie seinen eigenen und hat Angst um seine Rettung.
Jedes Mal, wenn er sündigt, verzweifelt er nicht, sondern schaut mit Hoffnung auf die Güte und Liebe Gottes, der für den Sünder gekreuzigt wurde und nicht für den Gerechten. Und er richtet sich wieder auf und fährt mit erneuerten Kräften in seinem Kampf fort.
Er verlangt nach PERSÖNLICHEM Kontakt mit seinem Bruder, mit seiner Einzigartigkeit, die jede menschliche Person ausmacht, und sucht nicht nach einem üblichen, legalistischen Prototyp, der gleichgeschaltet ist in Verhalten, Ethik und Leben. Deshalb kann er um Segen bitten zu einer so allreinen und heiligen wie der Gottesmutter und gleichzeitig zu einem Heiligen, der früher ein Mörder und Gewalttäter war. Und er kann sich über die anarchische Weise der Gottesverehrung in einer orthodoxen Kirche freuen; und anstatt empört zu sein, preist er den freien und individuellen Ausdruck des Glaubens ohne typisierte Haltungen eines jeden einzigartigen Menschen an Gott,.
Er geht an dem Abfall im Kirchengarten vorüber und setzt sich zwischen seine Blumen, um ihren belebenden „Saft" zu riechen. Und er läßt sich von einem jeden belehren, gemäß dem Talent, das Gott ihm anvertraute. Und er schätzt die göttliche Macht, Blumen in einem Garten zu schaffen, der fortlaufend zerstört wird durch welche Art von Feinden und Gegnern auch immer.
Und da der Mensch, NUR in der orthodoxen Kirche des Herrn, nach und nach erleuchtet wird, begegnet er Ihm, „wie er wirklich ist" und erlebt mit Ihm die Transzendierung der Zeit, teilnehmend am Leben Gottes.
Für jemanden, der richtig, wenn auch nur wenig, von der Größe und Tiefe des orthodoxen Glaubens weiß und seine Schritte auf den Weg des Heils lenkt, und, wenn auch nur wenig, mit den Heiligen schreitet und, wenn auch nur wenig, vom Wasser des Lebens kostet, für den gibt es keine Rückkehr!

Übersetzung: Marion Alipranti-Conrad, Universität Athen[/font]
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Loukia
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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von Loukia » 25.09.2010, 17:13

Wollte das mal wieder nach oben schieben, weil ja sich in letzter Zeit öfter Protestanten angemeldet haben und das für sie interessant sein sollte.
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Ali111
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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von Ali111 » 25.09.2010, 17:50

wunderbarer Text , wirklich :D

ElvisVrinic
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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von ElvisVrinic » 25.09.2010, 20:50

geliebte Brüder und schwestern in christo,

Super text elisa daumen hoch. :mrgreen:

Aber was natürlich ich jetzt auch dazu sagen will ist einfach nur:

es wird nichts nützen den die meisten protestanten sind einfach eingefahren und werden sogar dieses irgendwie verdrehen. Glaub es mir. So trarig es auch ist. :( :cry:

(Hoffe jetzt habe ich kein öl ins feuer gegossen :| )


LG

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Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

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Nassos
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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von Nassos » 25.09.2010, 22:31

Jaha, im Forum gibt es einiges zu entdecken, wenn man sich mal die Zeit nimmt, in den read-only-status zu gehen.
Immerhin besteht dieses Forum aus drei ehemaligen Einzelforen.

Ich kanns immer wieder nur empfehlen, da mal einzutauchen.

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Joseph
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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von Joseph » 26.09.2010, 07:03

ElvisVrinic hat geschrieben:.......es wird nichts nützen den die meisten protestanten sind einfach eingefahren und werden sogar dieses irgendwie verdrehen.
Elvis sei nicht verzagt. Die meisten Konvertiten zur Orthodoxie hier in Nordamerika kommen von den Protestanten. Und von denen kommen die Gescheitesten - die Gruppenleiter, die Pfarrer (manche bringen ihre ganze Gemeinde, mit hunderten von Gläubigen, zur Orthodoxen Kirche) und andere leitenden Positionen- Was Du als "eingefahrene" Protestanten siehst sind meistens nur noch nominale Christen... Aus eigener Erfahrung mit ehemals protestantischen Konvertiten, kann ich sagen, daß die Orthodoxe Kirche in NA die Besten der Protestanten anzieht, diejenigen die denken und tonangebend in ihren alten "Kirchen" waren.... Sie kennen ihre Bibel, sind alle tief-gläubig und wenn dann Orthodox geworden sind sie die eifrigsten Missionare für die OK...

Gruß
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Wenn die Menschen gottlos werden, sind die Regierungen ratlos, die Lügen grenzenlos, die Schulden zahllos, die Besprechungen ergebnislos, die Aufklärung hirnlos, die Politiker charakterlos, die Christen gebetslos, die Kirche kraftlos, die Völker friedlos, die Verbrechen maßlos
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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von Loukia » 26.09.2010, 11:36

Ich vermute, das wir in Europa/Deutschland zumindest erstmal eine Art "Innere Mission" in der Orthodoxie brauchen könnten, Katechese für alle. Am besten auf Deutsch, wo doch viele in zweiter und dritter Generation hier kaum noch die Sprache ihrer Eltern udn Großeltern kennen, oder eben nicht genug, um auch nur Grundpfeiler unseres Glaubens zu lernen und zu verstehen.
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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von ElvisVrinic » 26.09.2010, 16:20

Loukia hat geschrieben:Ich vermute, das wir in Europa/Deutschland zumindest erstmal eine Art "Innere Mission" in der Orthodoxie brauchen könnten, Katechese für alle. Am besten auf Deutsch, wo doch viele in zweiter und dritter Generation hier kaum noch die Sprache ihrer Eltern udn Großeltern kennen, oder eben nicht genug, um auch nur Grundpfeiler unseres Glaubens zu lernen und zu verstehen.
tja das ist das nächste problem - gäbe es religionsunterricht oder würden sich mal unsere geschwister auf die orthodoxie besinnen und eine art sonntagsschule gründen, dann würde das echt sehr viel helfen.

Die meisten wissen ja nicht weshalb orthodox - orthodox ist, einige kennen nicht mal das herzensgebet aber prahlen wie gläubig und weise sie sind. :|

Irgendetwas muss getan werden - ich meine es im ernst. Viele konvertieren zu diesen sekten, weil die echt nicht wissen was das wesen der orthodoxie ist andere fahren sich auf die volkskultur ein - andere machen wieder was anderes etc. pp.

Wollt das mal wieder hervorrufen.

Gruß

Elvis
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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von Nassos » 27.09.2010, 01:00

ElvisVrinic hat geschrieben:einige kennen nicht mal das herzensgebet aber prahlen wie gläubig und weise sie sind.
Das mit den Jesusgebet ja (wobei ich nicht mal weiß, ob das das allerwichtigste ist), aber jemand der prahlt wie gläubig und weise er/sie ist, habe ich bis heute noch nicht getroffen...

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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von Joseph » 27.09.2010, 03:18

ElvisVrinic hat geschrieben:...Irgendetwas muss getan werden - ich meine es im ernst. Elvis
Elvis, was steht im Weg, daß Dich hindert so etwas zu gründen?

Man fängt klein in seiner eigenen Kirche an und wenn es erfolgreich ist werden andere Kirchen die Idee aufgreifen... Um Religionsunterricht zu geben braucht man kein Professor der Theologie zu sein oder Priester, man muß nur seinen Glauben kennen und in seinem Nächsten vermitteln wollen. Frag mal Deinen Priester ob und wie Du helfen kannst....

Loukia, Du auch.....

Man sollte in diesen Dingen nicht warten bis "Andere" das machen, sondern selbst den ersten Schritt unternehmen...

Gottes Segen dazu

Gruß
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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von ElvisVrinic » 27.09.2010, 13:34

Nassos hat geschrieben:
ElvisVrinic hat geschrieben:einige kennen nicht mal das herzensgebet aber prahlen wie gläubig und weise sie sind.
Das mit den Jesusgebet ja (wobei ich nicht mal weiß, ob das das allerwichtigste ist), aber jemand der prahlt wie gläubig und weise er/sie ist, habe ich bis heute noch nicht getroffen...
tja es gibt immer ein erstes mal - ich sags doch viele viel viele leben in der häresie (auch wenn die orthodox sind) :roll:
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von alexis » 04.12.2010, 02:12

Warum orthodox sein?
Gibt es eine Kirche mit längerer Tradition als die Orthodoxie? Das Alte Testament wurde auf jüdisch geschrieben und das Neue? Nicht auf lateinisch oder etwa auf englisch sondern auf griechisch! Das heisst hier liegt der wahre Ursprung der einzigen katholischen Kirche. Im Jahr 1050 war das große Schisma und die Westkirche (Katholiken) haben sich von der Ostkirche (Orthodoxie) abgespalten. Von den Katholiken haben sich erst in den letzten Jahrhunderten die Protestanten entwickelt mit sämtlichen Splittergruppen wie Baptisten, Neuapostolischer Kirche oder sogar Zeugen Jehovas.
Wo ist die Tradition dieser Kirchen? Wo sind die Reliquien? Wo ist das alte Testament? Wo sind die Wurzeln? Die Protestanten zersplittern sich in immer kleinere Gruppen, weil sie keinen Halt finden. Sie zweigen sich das von den Katholiken bzw. Orthodoxen ab was ihnen sinnvoll erscheint. Den Rest schmeissen sie weg. Der Werteverfall führt hier soweit, dass sie sogar legitimieren ihre Toten zu verbrennen!!! Im Sinne der Orthodoxie sind Protestanten nicht einmal getauft und die fragen hier allen Ernstes warum man orthodox sein sollte? Die Protestanten wollen modern sein und cool und realisieren nicht den Sittenverfall in ihren Reihen. Ich war mal aus Neugier in einer evangelischen Gemeinde, da haben die Leute während des Betens die Füße auf den davorstehenden Stuhl gelegt und die ganze Zeit nur Gitarre gespielt und dazu gesungen. Wo ist der Respekt vor Gott? Wo ist deren Kirchenchor? Nenn mir mal einen Lobgesang Protestant, der die Tiefe eines "Ave Maria " oder gar eines "Αξιον εστιν" hat. Die haben gerade mal 3 Jahrhunderte Kirchengeschichte und wollen tatsächlich unsere knapp 2000 Jahre alte Tradition in Frage stellen? Im Grunde sägen sie den Ast ab, auf dem sie sitzen... :x:

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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von Nassos » 04.12.2010, 03:44

Wir dürfen uns aber nicht über die anderen definieren, sondern an uns selber arbeiten.
Hierzu möchte ich gerne nochmal Loukia rezitieren:
Loukia hat geschrieben:Ich vermute, das wir in Europa/Deutschland zumindest erstmal eine Art "Innere Mission" in der Orthodoxie brauchen könnten, Katechese für alle. Am besten auf Deutsch, wo doch viele in zweiter und dritter Generation hier kaum noch die Sprache ihrer Eltern udn Großeltern kennen, oder eben nicht genug, um auch nur Grundpfeiler unseres Glaubens zu lernen und zu verstehen.
Gruß,
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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von Mops » 04.12.2010, 10:05

leider gibt es in Deutsch kaum geschichtliche Literatur... selbst in der Schule wird den Kindern noch die römische Auslegung der Geschichte beigebracht. Darum ist es doppelt schwer. Andererseits hat Nassos recht! Schauen wir auf uns, versuchen wir unseren Glauben wirklich zu leben, dann kann man auch zum Leuchter werden...
Die Orthodoxe "Missionierung" ist einzig die Liturgie.
Mit geschichtlichen Tatsachen kann man niemanden überzeugen, das wollen die Menschen nicht akzeptieren, weil sie ihr Leben lang etwas anderes geglaubt bzw gewußt haben...

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Re: Warum orthodox sein?

Beitrag von Priester Alexej » 04.12.2010, 13:00

Die Apostel und viele Heilige haben aber zuerst gepredigt, und erst dann gebetet! Ich kenne persönlich Menschen, die grade durch Geschichte Orthodox geworden sind. Einer von Ihnen sagte zu mir, dass Orthodoxie der einzige Glauben sei, der keine Angst vor der Geschichte habe.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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