Philokalie

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Evagrios Pontikos
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Philokalie

Beitragvon Evagrios Pontikos » 15.01.2010, 13:12

Auf Wunsch von Nassos poste ich Euch hier ein paar Infos zur deutschen Übersetzung der Philokalie.
Nassos hat geschrieben:... Zur Philokalie kann ich nicht viel sagen, da ich das Buch nicht kenne. Da Du, lieber Evagrios, aber sehr angetan zu sein scheinst, bitte ich Dich hier oder im Strang "Bücher" doch nochmal die Daten zum Buch zu geben. Schön wäre auch eine kurze Inhaltsangabe.

Dem komme ich gerne nach!

Die Philokalie ist eine Sammlung von Auszügen verschiedener asketischer Schriftsteller der hesychastischen Tradition vom 4. bis 15. Jahrhundert. Sie beginnt mit einer Belehrung, die dem Heiligen Antonios dem Großen (Begründer des Eremitentums, ca. 251-356) zugeschrieben wird. Weitere bedeutende Autoren sind z.B. Evagrios Pontikos :D , Johannes Cassianus, Gregor der Sinait, Symeon der Neue Theologe, Johannes von Damaskus, Makarius der Große von Ägypten, Isaak von Ninive und Ephraem der Syrer, Johannes Klimakos, Gregor Palamas.

Die Philokalie könnte als Väterantologie des Hesychasmus bezeichnet werden. Für die Tradition des Jesusgebets ist sie von größter Bedeutung, alleine schon, wenn man sich ihre Entstehung und dann Übersetzungsgeschichte ansieht:

Die Philokalie wurde als Anthologie vom Athos-Mönch Nikodemos Hagioreites zusammengestellt und erschien 1782 erstmals in Venedig. 1793 erschien die kirchenslawische Übersetzung, die der Archimandrit und Starez Paissij Welitschowski erstellt hatte. Das russische Panteleimon-Kloster auf dem Athos gab 1877 eine erweiterte Übersetzung in modernem Russisch heraus, die Bischof Theophan der Klausner erstellt hatte. Bischof Theophan wird in der russischen Kirche aufs höchste verehrt und geschätzt.

Im deutschen Sprachraum gab es die Philokalie lange Zeit nur als Auswahlbändchen (in zwei unterschiedlichen Versionen) in der Reihe "Klassiker der Meditation". Seit ein paar Jahren nun liegt endlich eine vollständige deutsche Übersetzung der Philokalie in 6 Bänden vor (5 Bände und ein Registerband). Sie wurde von einem deutschen Eremitenmönch erstellt, der unbekannt bleiben will. Die Übersetzung gilt als kongeniales Werk, die in dieser Weise nur von einem aus der Stille lebenden Mönch erstellt werden konnte. Auch ich muss sagen, dass sie sich hervorragend liest. Besonders die dortige Einführung mit dem Hinweis auf die Übersetzungsprinzipien finde ich sehr gut. Die deutsche Ausgabe der Philokalie wird vom Verlag "Der christliche Osten" herausgegeben (http://www.christlicher-osten.de). Auf einer eigenen Webseite (http://www.philokalie.de) wird die Ausgabe ausführlicher vorgestellt, unter anderem auch mit einer Wiedergabe des vollständigen Inhaltsverzeichnisses. Anzumerken ist noch, dass diese Ausgabe auch von der Gestaltung her (Einband, Format, Schriftbild und -größe, einführende Texte zu den Autoren etc.) eine wahre Freude ist. Bei mir hat sie einen Ehrenplatz bekommen. Der Preis von derzeit 250 Euro ist zwar auf den ersten Blick hoch, aber angemessen, wenn man bedenkt, dass vernünftig gedruckte und gebundene Bücher in relativ kleiner Auflage oft erheblich mehr kosten.

Auch in anderen (europäischen) Sprachen gehen Übersetzer daran, die Philokalie ihren Landsleuten in vollständiger Ausgabe zugänglich zu machen. So übersetzte Bischof Kallistos Ware die Philokalie ins Englische (ich weiß nicht, ob sie schon vollständig vorliegt). In Rumänischer Sprache erscheint derzeit auch nach und nach eine erweiterte Übersetzung der Philokalie.

Die Philokalie ist nicht leicht zu lesen, vor allem, wenn man es als Theologe gewohnt ist, etwa eine Dogmatik relativ zügig zu lesen. Manche Texte sprechen einen an, man liest sie wieder und wieder. Manche Texte bleiben einem verschlossen. Da bleibt einem nur, mit Luther den Hut zu lupfen und weiterzugehen. Ich habe mir die deutsche Ausgabe vor vielleicht eineinhalb Jahren gekauft. Relativ regelmäßig (täglich) lese ich darin. Dann bleibt sie vielleicht auch einmal ein paar Wochen unbenutzt liegen. So bin ich inzwischen am Ende des ersten Bandes angelangt. Manche Texte lese ich immer wieder einmal, weil sie mich so sehr angesprochen haben (z.B. von Evagrios Pontikos oder von Johannes Cassianus).

Auf der Startseite von www.philokalie.de schreibt der Herausgeber, Pater Dr. Georg Hohmann OSA, in sehr persönlicher Weise von der Philokalie. Ich kann seine Sätze gut nachempfinden. Dort findet der interessierte Leser auch weitere Infos über die Entstehung der Philokalie sowie über die deutsche Übersetzung im Verlag "Der christliche Osten".
Pax et bonum!

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Nassos
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Re: Philokalie

Beitragvon Nassos » 16.01.2010, 23:00

Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung.

Jedoch habe ich noch eine Frage: wer ist die Zielgruppe des Buches? Ist das wirklich für uns Normalsterbliche geeignet? Wichtig, aber nicht nur um festzustellen, ob man 250€ (schluck) gut investiert hat.

Eventuell gibt es ja auch andere Bücher, die nicht so in die Tiefe gehen, und das Thema auch behandeln.

Kurzum: ich kenne mich mit Philokalie Null aus (außer, dass der Begriff "das Gute liebend" bedeutet).

Gruß,
Nassos

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Evagrios Pontikos
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Re: Philokalie

Beitragvon Evagrios Pontikos » 17.01.2010, 21:14

Nassos hat geschrieben:Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung.

Jedoch habe ich noch eine Frage: wer ist die Zielgruppe des Buches? Ist das wirklich für uns Normalsterbliche geeignet? Wichtig, aber nicht nur um festzustellen, ob man 250€ (schluck) gut investiert hat.

Das Buch ist schon für die gedacht, die es als "Buch fürs Leben" wollen. Wenn man sie vierzig oder mehr Jahre liest, relativiert sich der Preis... :wink: Ich würde nicht empfehlen, sie einfach zu kaufen, weil man denkt, "man muss es haben". Ich habe vor ungefähr zwanzig Jahren die "Kleine Philokalie" und das russisch-orthodoxe Buch "Das immerwährende Herzensgebet" (von Alla Selawry zusammengestellt und herausgegeben) gekauft. Vor allem das zweite hat mich sehr begleitet. Als dann die mehrbändige Ausgabe endlich erschien, habe ich sie gekauft, nachdem ich bei einem Bekannten, der sie schon hatte, einen längeren Blick hineinwerfen konnte.

Wenn man z.B. mit der "Kleinen Philokalie" gute Erfahrungen gemacht hat und gerne mehr möchte, dann wäre auch die vollständige deutsche Ausgabe etwas. Ob sie etwas für Normalsterbliche ist, lässt sich nicht so pauschal einfach sagen.

Hineinschauen kann man z.B. in der Buchhandlung Sophia in Würzburg. Sie ist die Verlagsbuchhandlung des herausgebenden Verlags "Der christliche Osten". Oder man kann in der Klosterbuchhandlung in der Abtei Niederaltaich hineinschauen. Manche der Mönche dort leben ja nach dem byzantinischen Ritus. Deshalb hat die Buchhandlung viele orthodoxe Bücher im Angebot.

Oder man kennt einen orthodoxen Priester, der vielleicht Deutscher ist. Der hat sie ja eventuell auch.
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Re: Philokalie

Beitragvon Nassos » 30.03.2010, 22:48

Liebe Evagrios,

schon etwas länger her. Ich hoffe es geht Dir gut, und dass Du hin und wieder vorbeiguckst.

Also, ich habe kürzlich in unserer Kirche etwas mit Philokalie gefunden:
Philokalia der russischen Niptikon (keine Ahnung, wie ich das letzte Wort zu verstehen habe). Es ist ein mehrbändiges Werk, dass ein Grieche geschrieben bzw. übersetzt hat (Petros Mpotsis). Original geschrieben wurde es im Kloster des Hl. Hermann von Alaska in Kalifornien.

Der erste Band beinhaltet Weisungen des Heiligen Seraphim von Sarow, der als Großer unter den russischen Heiligen geehrt wird.
Am Tag darauf (vorgestern) habe ich auch den zweiten Band entdecken und mir zulegen können. Hier geht es um Vater Nazarios (Abbas).

Geht das in diese Richtung - falls Du diese Bücher kennst?

Vielen Dank und Gruß,
Nassos

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Re: Philokalie

Beitragvon Michael » 30.03.2010, 23:12

250 Euro :lol: :lol:
Alder Schwede
Zuletzt geändert von Michael am 12.05.2010, 20:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Philokalie

Beitragvon Nassos » 30.03.2010, 23:13

NIcht nur den Preis sehen (ja - ich weiß ja) sondern auch die Leistung hierfür. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das ein riesiges Werk.

Andromachi
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Re: Philokalie

Beitragvon Andromachi » 31.03.2010, 09:11

Nassos, hier ein Auszug aus einer orthodoxen Seite, die das Wort niptikoi erklärt. Wenn Du das Wort nicht kennst -was mir unwahrscheinlich erscheint-, aber die Handlungen selbst führst Du bestimmt aus. Könntest Du die kurzen Absätze übersetzen?
http://www.romiossini.com/articles.php?lid=1239
Νήψη, στην εκκλησιαστική ορολογία, σημαίνει άγρυπνη και ανύστακτη εποπτεία και επαγρύπνηση του νου και της καρδιάς. Παράγεται από το ρήμα νήφω, πού έχει τη σημασία του είμαι προσεκτικός, άγρυπνος, ξύπνιος, με ξεθόλωτο νου. Για να έχει ευδόκιμους καρπούς η νήψη θα πρέπει να συνοδεύεται, από τη φλογερή, αδιάλειπτη και καρδιακή προσευχή. Και τα δύο, νήψη και προσευχή, το ένα προϋποθέτει το άλλο. Και τούτο δεν είναι έργο και προνόμιο των ασκητών και μοναχών, άλλα απευθύνεται σ΄ όλους τους πιστούς Χριστιανούς , που επιθυμούν ν' ακολουθήσουν το σταυρικό δρόμο που οδηγεί στην τελειότητα του Ευαγγελίου και στην εν Χριστώ οικοδομή του ανθρώπου.

Οι Άγιοι υπήρξαν όλοι νηπτικοί. Νηπτικοί πατέρες ονομάστηκαν όσοι άσκησαν συστηματικά τη νήψη και άφησαν συγγράμματα για το φως αυτό της ψυχής . Η Φιλοκαλία δεν είναι τίποτε άλλο από νηπτική πραγματεία. Γράφει σχετικά ο όσιος Ησύχιος ο Πρεσβύτερος.
«Αυτός είναι πραγματικά αληθινός μοναχός που πετυχαίνει τη νήψη και αυτός είναι, αληθινός νήφων που είναι στην καρδιά του μοναχός».


Also niptikos ist jemand, der ständig über seinen Geist und sein Herz wacht: Warum habe ich jetzt gelacht? Warum bin ich jetzt böse geworden? Warum habe ich jetzt gesprochen? Warum habe ich jetzt geschwiegen? Alle unsere Handlungen haben eine Wurzel in unserem Inneren und meistens puppen sie sich als egoistische Regungen heraus.
Meine Meinung zur Philokalie -die ich nicht ganz gelesen habe-, ist, dass man sie sparsam genießen sollte. Denn wenn man nur einen Spruch daraus liest, hat man Nahrung für eine Woche.
Hier vom Heiligen Markus, dem Asketen (um 430 herum): Die 226 Kapitel über die, die glauben, dass sie ihre Werke als gerecht erweisen, Nr. 145. (Über die Übersetzung bin ich mir nicht sicher. Was heißt z.B. δικαιώνω? gerecht machen. Was bedeutet aber gerecht? Selbst das ist mir nicht völlig klar).
Zum Heiligen Markus: Er war der Heilige, den der Beichtvater des Heiligen Symeon d. n. Theologen las. Man sagte damals: Verkauf alles und kauf Markus (Πάντα πώλησον, Μάρκον αγόρασον).
Das Zitat Nr. 145. Das Wissen über die Sachen wird den Menschen gegönnt, je nach der Arbeit, die sie leisten, um den Geboten Gottes zu folgen. Das tiefe Wissen der Wahrheit aber, je nach ihrer Hoffnung auf Christus.

ElvisVrinic
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Re: Philokalie

Beitragvon ElvisVrinic » 31.03.2010, 09:27

Liebe Brüder und Schwestern,

nun ja an sich scheinen die Bänder komplett "teuer" zu sein, aber man muss bedenken die Verfasser sind mönche vom Berg Athos, ein gutes Regelwerk wenn man den Hesychasmus stärker praktizieren will.

Ausserdem die kleine Philokalie ist glaube ich nicht so teuer bzw. ich denke das dieses mehr für uns weltliche geeignet ist. Man muss ja nicht gleich übertreiben.

der HERR schütze euch.
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

IC XC
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Re: Philokalie

Beitragvon Michael » 31.03.2010, 12:12

Stimmt Nassos, das ist ein gutes Buch. Das gleicht sich dann wieder aus mit dem Preis.
Zuletzt geändert von Michael am 12.05.2010, 20:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Philokalie

Beitragvon Nassos » 31.03.2010, 21:45

Νήψη, στην εκκλησιαστική ορολογία, σημαίνει άγρυπνη και ανύστακτη εποπτεία και επαγρύπνηση του νου και της καρδιάς. Παράγεται από το ρήμα νήφω, πού έχει τη σημασία του είμαι προσεκτικός, άγρυπνος, ξύπνιος, με ξεθόλωτο νου. Για να έχει ευδόκιμους καρπούς η νήψη θα πρέπει να συνοδεύεται, από τη φλογερή, αδιάλειπτη και καρδιακή προσευχή. Και τα δύο, νήψη και προσευχή, το ένα προϋποθέτει το άλλο. Και τούτο δεν είναι έργο και προνόμιο των ασκητών και μοναχών, άλλα απευθύνεται σ΄ όλους τους πιστούς Χριστιανούς , που επιθυμούν ν' ακολουθήσουν το σταυρικό δρόμο που οδηγεί στην τελειότητα του Ευαγγελίου και στην εν Χριστώ οικοδομή του ανθρώπου.

Οι Άγιοι υπήρξαν όλοι νηπτικοί. Νηπτικοί πατέρες ονομάστηκαν όσοι άσκησαν συστηματικά τη νήψη και άφησαν συγγράμματα για το φως αυτό της ψυχής . Η Φιλοκαλία δεν είναι τίποτε άλλο από νηπτική πραγματεία. Γράφει σχετικά ο όσιος Ησύχιος ο Πρεσβύτερος.
«Αυτός είναι πραγματικά αληθινός μοναχός που πετυχαίνει τη νήψη και αυτός είναι, αληθινός νήφων που είναι στην καρδιά του μοναχός».

Die Nipsis bedeutet im kirchlichen Sprachgebrauch wachbleibende und unermüdliche Aufsicht und Wachhaltung des Verstandes und des Herzens. Es entstammt dem Verb "nifo", das soviel bedeutet wie "ich bin vorsichtig, wachsam, wach und mit reinem Verstand". Um gute Früchte zu tragen, muss die Nipsis vom flammenden, unermüdlichen und herzlichem Gebet begleitet werden.
Beides, Nipsis und Gebet, setzt einander voraus. Und dies ist kein Werk und Vorrecht der Asketen und Mönche, aber es richtet sich an alle gläubigen Christen, die den schweren Kreuzweg, der in die Vollendung des Evangeliums und die in Christo Errichtung des Menschen führt, zu folgen wünschen.

Alle Heiligen waren niptikoi. Niptikoi Väter wurden diejenigen genannt, die systematisch die Nipsis geübt und Werke über dieses Licht der Seele hinterlassen haben. Die Philokalie ist nicht anderes als niptische Abhandlung. Diesbezüglich schreibt der Selige Hesychios der Ältere:
"Derjenige ist wahrlich ein echter Mönch, der in der Nipsis erfolgreich ist und es ist derjenige wahrhafter Nifon, der im Herzen Mönch ist."


Befehlt ausgeführt, Ma'm. Ich entschuldige mich nur für die miese Qualität...

Und vielen Dank für die Mühe. Die Nipsis scheint etwas sehr schwer erreichbares zu sein. Nun, ansonsten würde es ja auch nicht so hervorstechen, nicht wahr?
Aber dass wir solch große Vorbilder haben, gibt mir schon sehr viel.

Lieben Gruß,
Nassos

Andromachi
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Re: Philokalie

Beitragvon Andromachi » 31.03.2010, 22:32

Ich habe den Verdacht, dass man anfängt, sich selbst zu beobachten erst nachdem man sich selbst zugegeben hat, dass man nicht perfekt ist. Wir sind diesen Gedanken nicht gewohnt und verdecken jeden Fehler mit einer Ausrede, zuerst vor uns selbst und an zweiter Stelle von den anderen. Bei mir wenigstens beobachte ich das sehr oft.
Aber die Übersetzung finde ich prima.

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Re: Philokalie

Beitragvon Andromachi » 31.03.2010, 22:39

Wichtig ist auch, dass man alles im Namen Christi tut. Denn zu-sich-selbst-finden, das versuchen auch andere, aber durch die eigene Kraft. Wir Orthodoxe aber wissen (s. auch Hl. Makarios), dass wir es ohne Ihn zu NICHTS bringen .
Leute, im Moment ist es halb zwölf und morgen bin ich um halb sieben verabredet. Der Hl. Vassilios der Große wartet auf uns mit seiner herrlichen Litougie, die wir nur 10 Mal im Jahr hören können.

ich wünsche allen, die bald schlafen gehen,
einen erholsamen Schlaf

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Evagrios Pontikos
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Re: Philokalie

Beitragvon Evagrios Pontikos » 01.04.2010, 17:10

Nassos hat geschrieben:...Also, ich habe kürzlich in unserer Kirche etwas mit Philokalie gefunden:
Philokalia der russischen Niptikon (keine Ahnung, wie ich das letzte Wort zu verstehen habe). Es ist ein mehrbändiges Werk, dass ein Grieche geschrieben bzw. übersetzt hat (Petros Mpotsis). Original geschrieben wurde es im Kloster des Hl. Hermann von Alaska in Kalifornien.

Der erste Band beinhaltet Weisungen des Heiligen Seraphim von Sarow, der als Großer unter den russischen Heiligen geehrt wird.
Am Tag darauf (vorgestern) habe ich auch den zweiten Band entdecken und mir zulegen können. Hier geht es um Vater Nazarios (Abbas)...

Lieber Nassos,

offenbar gibt es mehrere Werke mit dem Namen Philokalie. Die von Dir erwähnte ist anscheinend eine Auswahl mit russischen Vätertexten, wenn sie mit dem Hl. Seraphim beginnt. Der lebte ja im 18./19. Jahrhundert. Die von mir erwähnte Philokalie versammelt eine Auswahl von Väterschriften beginnend mit altkirchlichen Vätern (Hl. Antonios und andere) bis hin zu Gregorios Palamas und Symeon von Thessaloniki und anderen, d.h. bis zum 15. Jahrhundert.

Bischof Theophan der Klausner, ein großer Starez der russischen Kirche, veröffentlichte die ursprünglich griechisch geschriebene Philokalie in moderner russischer Sprache (was vor ihm ebenfalls schon Paissij Welitschowski in kirchenslawisch gemacht hatte). Tehophan starb 1894. Seine Übersetzung der griechischen Philokalie erweiterte er meines Wissens noch um ein paar russische Väter, vielleicht auch Texte von Seraphim von Sarow. Aber das weiß ich nicht genauer.

"Philokalie" bedeutet zunächst nur "Liebe zur Schönheit ( womit die Tugend gemeint ist)". Es könnte sein, dass im orthodoxen Bereich auch noch andere Auswahlbände mit Vätertexten so genannt werden. Aber da bin ich nicht der Experte.

"Niptikon" kommt von "nepsis" und bedeutet "Nüchternheit". Der vollständige Titel der Philokalie ist, glaube ich, "Philokalie der Heiligen Väter der Nüchternheit", was dann ungefähr bedeutet: "die Liebe der Heiligen Väter der Nüchternheit zur Tugend". Hoffe, dass ich das jetzt aus der Erinnerung richtig geschrieben habe.
Pax et bonum!

Evagrios Pontikos

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Re: Philokalie

Beitragvon Nassos » 03.04.2010, 14:58

Lieber Evagrios,

vielen Dank. Sicher ist mir bekannt, dass es das Werk "Die Philokalie" gibt und dann auch weitere Bücher, die die Philokalie zum Thema haben.
Es ist aber interessant zu sehen, dass die Philokalie - sowohl als Werk als auch als Bedeutung - eher unbekannt sind. Kein Wunder, denn das scheint ein hochmystisches, schwer nachzuahmendes Thema zu sein.

Wie dem auch sei.

Frohes Osterfest,
Nassos

kyrillos
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Re: Philokalie

Beitragvon kyrillos » 17.04.2018, 23:26

Gibt es einen Link, wo man die Philokalie auf Altgriechisch herunterladen kann???
Christos anesti!


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