Metropolit Hilarion

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Lazzaro
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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von Lazzaro » 05.05.2011, 09:11

Christo é risorto!

Gerade eben habe ich mit Gottes Hilfe folgendes Interview gefunden:
http://www.andreas-petrus-werk.at/?hilarion

Viel Spaß beim Lesen!
Lazzaro
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Hermann
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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von Hermann » 05.05.2011, 09:35

Das Interview habe ich auch vor einiger Zeit gelesen. Interessant!

Und gerade habe ich wieder was Bemerkenswertes von ihm gelesen, auf Englisch: “We Do not Have Enough Bridges Between the World of the Church and Secular Society”. Hilarion spricht zu Studenten der orthodoxen Thikons-Universität in Moskau. Er sagt, die säkulare Welt sei für viele von der kirchlichen Welt weit abgetrennt, was Erfahrungen, Denken oder Konezpte betreffe. Es gebe zu wenige Brücken dazwischen, und es brauche Führer, um den Schritt auf die andere Seite zu schaffen. Die Studenten - als einmal in säkularen Berufen Tätige, die an einer orthodoxen Universität studiert haben - könnten zu solchen Brücken werden, die so den Missionsauftrag Christi ausführen.

Auch wenn ich nicht an der Thikons-Universität studiert habe, fühle ich mich von den Worten trotzdem angesprochen.
LG Hermann
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stefan1800
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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von stefan1800 » 05.05.2011, 11:51

Das ist eine Frage der Interpretation, ob es richtig ist, diese Brücken zu bauen und wie man den Missionsuaftrag erfüülen sollte.
Denn Christus spricht: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Umgekehrt ist Satan der Herr dieser Welt. Weltanschauliche Brücken kann es da nicht geben ! Sondern nur das Gewinnen möglichst vieler Seelen für Christus.

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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von Priester Alexej » 05.05.2011, 12:16

Was meinst du mit "Weltanschauliche Brücken"?
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von stefan1800 » 05.05.2011, 12:24

Kompromisse mit dem liberalen Weltgeist zu schließen und damit die Kirche der Welt anzupassen wie bei uns Katholiken seit Vatikanum II.

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songul
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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von songul » 05.05.2011, 12:28

stefan1800 hat geschrieben:Das ist eine Frage der Interpretation, ob es richtig ist, diese Brücken zu bauen und wie man den Missionsuaftrag erfüülen sollte.
Denn Christus spricht: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Umgekehrt ist Satan der Herr dieser Welt. Weltanschauliche Brücken kann es da nicht geben ! Sondern nur das Gewinnen möglichst vieler Seelen für Christus.
Versteh ich jetzt auch nicht; das ist doch dasselbe wie wenn Studenten einer katholischen Universität nach ihrem Studium in das Berufsleben übergehen und doch hoffentlich an der Uni genug religiösen Geist mitbekommen haben um ihr Leben nach Christus auszurichten und Zeugnis dafür abzulegen.

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songul
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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von songul » 05.05.2011, 12:29

stefan1800 hat geschrieben:Kompromisse mit dem liberalen Weltgeist zu schließen und damit die Kirche der Welt anzupassen wie bei uns Katholiken seit Vatikanum II.
Orthodoxe haben aber kein V.II gehabt. 8)

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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von Priester Alexej » 05.05.2011, 12:48

St. Tichon ist kein Priesterseminar, dort wird wikrlich "nur" Theologie studiert. Die meistent absolventen werden nicht zu Geistlichen, und gehen weltlichen Berufen nach.

"Wir sind nicht von dieser Welt" im geistlichen Sinn, wir sind nicht des Täufels, sondern Gottes. Das ändert aber nichts dadran, dass wir in dieser Welt leben, arbeiten, undsere Kinder zur Schule bringen, die Errungenschaften dieser Welt wie Elektrizität und Computer nutzen. Und um kompromisse mit dem liberalen Geist geht es auch nicht, wo hast du das im Interview gelesen?

Übrigens ist eine Brücke dazu da, um rüberzugehen. Wir bauen Brücken zu der Welt, damit die Menschen von dort in die Kirche kommen können.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von stefan1800 » 05.05.2011, 14:42

@Songul:
Die Orthodoxen könnten aber ebenso ein VII bekommen, wenn sie mit dem geplanten panorthodoxen Konzil nicht aufpassen.
Ja, falls der Geist der Universität noch christlich ist. In diesem Zusammenhang besteht auch die Gefahr einer Unterwanderung der Hierarchie, wie das bei uns Katholiken auch schon passiert ist.
@Alexej: Das Wirken in der Welt für Christus hatte ich ja schon angedeutet, das sehe ich auch so.

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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von Florianklaus » 05.05.2011, 15:12

stefan1800 hat geschrieben:@Songul:
Die Orthodoxen könnten aber ebenso ein VII bekommen, wenn sie mit dem geplanten panorthodoxen Konzil nicht aufpassen.
Ja, falls der Geist der Universität noch christlich ist. In diesem Zusammenhang besteht auch die Gefahr einer Unterwanderung der Hierarchie, wie das bei uns Katholiken auch schon passiert ist.
@Alexej: Das Wirken in der Welt für Christus hatte ich ja schon angedeutet, das sehe ich auch so.
Siehst Du denn irgendwelche nennenswerten Tendenzen oder Strömungen in der Orthodoxie, die zu einem "orthodoxen Vat II" führen könnten?

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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von stefan1800 » 05.05.2011, 19:43

@Florianklaus:
Ja, diese Tendenzen sehe ich. Ich erinnere an das Beispiel der Interkommunion mit den Katholiken durch einen rumänischen Bischof, was hier schon kontrovers diskutiert wurde.
Außerdem sehe ich Tendenzen zum Ökumenismus beim orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel. Diese Tendenzen zum Ökumenismus gibt es in der katholischen Kirche ebenso seit Vatikanum II. Ja, es geht sogar noch weiter: Interreligiöse Treffen und Gebete werden abgehalten, wie Assisi 1986 und 2002. Ähnliches ist auch für den Herbst 2011 geplant.

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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von Nassos » 05.05.2011, 23:48

Das Vatikanum II hat ekklesiologisch nichts geändert in der römisch-katholischen Kirche, wenn ich das richtig verstanden habe.
In der Geschichte der Kirche - auch der noch geeinten - gab es immer Beispiele von irrenden Patriarchen, sehr starken häretischen Strömungen (Arianismus,...), die aber die Orthodoxie und den Katholizismus der Kirche nicht niederwarfen.
Sie haben aber nicht aufgehört zu jaulen. Außerhalb und auch innerhalb der Kirche.

Wir vertrauen auf den Heiligen Geist und auf die Wahrheit, die Christus ist, und das göttliche Wirken in der Kirche, das unfehlbar ist.

Lieben Gruß,
Nassos

P.S.: und auf dass wir wieder ontopic gehen. ;-)

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Hermann
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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von Hermann » 06.05.2011, 05:27

stefan1800 hat geschrieben:@Florianklaus:
Ja, diese Tendenzen sehe ich. Ich erinnere an das Beispiel der Interkommunion mit den Katholiken durch einen rumänischen Bischof, was hier schon kontrovers diskutiert wurde.
Außerdem sehe ich Tendenzen zum Ökumenismus beim orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel. Diese Tendenzen zum Ökumenismus gibt es in der katholischen Kirche ebenso seit Vatikanum II. Ja, es geht sogar noch weiter: Interreligiöse Treffen und Gebete werden abgehalten, wie Assisi 1986 und 2002. Ähnliches ist auch für den Herbst 2011 geplant.
Und selbst wenn es, wider erwarten, zu so etwas kommen sollte, gibt es da noch einen Unterschied: In der römisch katholischen Kirche ist ein Konzil durch die Bestätigung durch den Papst quasi rezipiert und damit sacrosanct, in der Orthodoxie ist ein Konzil praktisch null und nichtig, wenn seine Beschlüsse nicht vom Volk rezipiert werden.
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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von holzi » 06.05.2011, 07:01

Hermann hat geschrieben:Und selbst wenn es, wider erwarten, zu so etwas kommen sollte, gibt es da noch einen Unterschied: In der römisch katholischen Kirche ist ein Konzil durch die Bestätigung durch den Papst quasi rezipiert und damit sacrosanct, in der Orthodoxie ist ein Konzil praktisch null und nichtig, wenn seine Beschlüsse nicht vom Volk rezipiert werden.
Aber genau das ist doch passiert: Was steht nicht alles in "Sacrosanctum Concilium" über Latein, Choral, Gebetsrichtung etc, was bewahrt werden soll - und trotzdem wurde das alles recht schnell beseitigt.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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Re: Metropolit Hilarion

Beitrag von songul » 06.05.2011, 07:17

Es ist halt der Wurm noch ganz woanders drin...

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