M - wie Mission

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Nassos
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Re: M - wie Mission

Beitragvon Nassos » 12.07.2012, 19:13


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Re: M - wie Mission

Beitragvon Nassos » 29.07.2012, 14:29

Fotos orthodoxer Mission. Unter den Bildern kann man weiterblättern (Doppelte spitze Klammern)

http://www.apostoliki-diakonia.gr/gr_ma ... photos.htm

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Re: M - wie Mission

Beitragvon Nassos » 10.11.2012, 22:44

Mission bei den Aborigenes (hallo, Thuja ;-) ) und orthodoxe Samurai...

http://o-nekros.blogspot.de/2012/11/abo ... a.html?m=1

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Re: M - wie Mission

Beitragvon Thuja » 12.11.2012, 18:04

Das ist ja spannend, danke lieber Nassos!

Liebe Grüße
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Re: M - wie Mission

Beitragvon Igor » 18.07.2014, 19:36

Auf bogoslov.ru gefunden:

:arrow: Über die moderne äußere Mission der Russischen Orthodoxen Kirche

Das hier präsentierte Dokument wurde auf der Sitzung des Geweihten Synods der Russischen Orthodoxen Kirche am 16. Juli 2013 verabschiedet (Journal der Sitzung des Geweihten Synods № 80).


Interessant, weil mit direktem Bezug, dürfte der folgende Abschnitt sein:

5. Mission in der Tätigkeit von Auslandsgemeinden der Russischen Orthodoxen Kirche
Gemeinden der Russischen Orthodoxen Kirche außerhalb ihrer kanonischen Grenzen wurden ursprünglich zur Seelensorge für Russen, die sich weit weg vom Vaterland befanden, errichtet. Doch wurden viele von ihnen zur spirituellen Heimat auch für die Vertreter der einheimischen Völker, die zur Orthodoxie konvertierten.

Die Russische Orthodoxe Kirche hält sich streng an die Normen des kanonischen Rechts und führt auf den kanonischen Territorien anderer Orthodoxer Landeskirchen keine eigene Missionstätigkeit durch, nach dem Prinzip: „Die Bischöfe jeder Provinz sollen wissen, daß (…) nur das allein soll Jeder thun, was auf seine eigene Gemeinde und die ihr untergeordneten Orte Bezug hat“ (34. Kanon). Nur mit einer Einladung der entsprechenden Landeskirche darf sie an deren missionarischer Tätigkeit teilnehmen.

In Ländern, wo das Christentum ein Teil der nationalen Kultur ist und die Volksidentität geformt hat, nutzen Gemeinden der Russischen Orthodoxen Kirche im Werk der Verkündigung der Orthodoxie unter den Einheimischen keine Methoden, die im modernen Kontext mit dem Begriff des Proselytismus einhergehen[3]. Die gleichen Prinzipien verfolgt unsere Kirche auch in Bezug auf andere heterodoxe religiöse Organisationen auf dem kanonischen Territorium des Moskauer Patriarchats. Dabei ist die Kirche für alle offen, die nach Möglichkeiten suchen, die Wahrheit des orthodoxen Glaubens in ihrer Fülle wahrzunehmen. Deshalb ist in Staaten, in denen das Prinzip der Gewissensfreiheit gilt, die Konvertierung von einzelnen Menschen, die vorher anderen Überzeugung (religiösen oder nicht-religiösen) anhingen, ein Ergebnis ihrer freien persönlichen Wahl.

In Ländern, in denen das Christentum die Religion einer Minderheit ist, wird die Orthodoxie unter anderem durch Involvierung orthodoxer Christen in Werke der Nächstenliebe und Wohlfahrt gepredigt, da die Sprache guter Werke von Menschen aller Nationalitäten, Religionen und Kulturen verstanden wird. Die Predigt des Evangeliums Christi tönt am überzeugendsten, wenn Andersgläubige in der Tätigkeit des Missionars die Erfüllung evangelischer Gebote sehen.

Der Integration von Einheimischen ins christliche Leben wird auch gefördert durch: Predigt des Evangeliums und Zelebrierung des Gottesdienstes in den Nationalsprachen; Auswahl von Klerus und Missionaren aus dem Kreis der Einheimischen; Nutzung des Prinzips der kirchlichen Rezeption der Kultur des zu erleuchtendenVolkes mittels der lebendigen Predigt und durch die Verkörperung der orthodoxen Ideale in Volkskultur und Sitten; Heiligung der nationalen Eigenschaften, die Völkern ermöglichen, bei der Bewahrung ihrer eigenen Kultur, Selbstrespekt und Selbstidentifikation, ihren eigenen einzigartigen Beitrag zur Verherrlichung Gottes in Gebeten zu leisten und dabei in harmonischer Einheit mit der ganzen Fülle der Kirche zu verbleiben; Formung von Bedingungen für die aktive Teilnahme von neukonvertierten Einheimischen am Gemeindeleben zwecks Integration ins kirchliche Leben.[4]

[...]

[3] Im modernen christlichen Kontext ist „Proselytismus“ kein Synonym des Wortes „Mission“, denn anders als „Mission“ hat „Proselytismus“ einen negativen Sinn, denn darunter werden gezielte Bemühungen zur Konvertierung anderer Christen zum eigenen Bekenntnis unter Anwendung verpönter Methoden verstanden, so wie wirtschaftliche und politische Beeinflussung, Ausnutzung der elenden Lage der Menschen, indem ihnen medizinische und humanitäre Hilfe angeboten wird, psychologische Beeinflussung sowie Verachtung gegenüber anderen Glaubensbekenntnissen. Als Proselytismus gilt auch die organisierte Mission unter Menschen, die traditionell und kulturell zur örtlichen christlichen Gemeinde gehören.

[4] Die Doktrin der missionarischen Tätigkeit der Russischen Orthodoxen Kirche (2, 1).


Hier noch ein Auszug aus der Zusammenfassung:

6. Richtungen der Entwicklung der äußeren Mission der Russischen Orthodoxen Kirche

[...]

Im Bereich der missionarische Aktivität der Russischen Orthodoxen Kirche im weiteren Ausland:

  • Nutzung der örtlichen Sprachen beim Gottesdienst;
  • Übersetzung und Veröffentlichung orthodoxer Literatur in örtlichen Sprachen;
  • Durchführung regelmäßiger Diskussionen in den örtlichen Sprachen zum Thema Orthodoxie und Verständnis der Heiligen Schrift in der patristischen Tradition;
  • Erweiterung des sozialen und bildenden Dienstes von Gemeinden (Kinderkreise, Gruppen sozialer Unterstützung, Ausbildungskurse für Erwachsene usw.), die sich auf die Einheimischen konzentrieren;
  • aktive Nutzung örtlicher Massenmedien, um die Bevölkerung des jeweiligen Landes mit der Orthodoxie und der Aktivität der Gemeinde vertraut zu machen (Vorlesungen vor auswärtigem Publikum, orthodoxe Photoausstellungen, Präsentationen neuer Auflagen, Durchführung von Exkursionen in Gotteshäuser usw.);
  • Auswahl, Ausbildung und nachfolgende Integration von Kandidaten für die Priesterschaft und Missionaren und Katechisten aus dem Kreis der Einheimischen ins Gemeindeleben.

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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: M - wie Mission

Beitragvon Lazzaro » 18.07.2014, 22:40

Die ROK schreibt: Die Integration von Einheimischen ins christliche Leben würde * auch gefördert durch: Predigt des Evangeliums und Zelebrierung des Gottesdienstes in den Nationalsprachen; Auswahl von Klerus und Missionaren aus dem Kreis der Einheimischen; Nutzung des Prinzips der kirchlichen Rezeption der Kultur des zu erleuchtendenVolkes mittels der lebendigen Predigt und durch die Verkörperung der orthodoxen Ideale in Volkskultur und Sitten; Heiligung der nationalen Eigenschaften, die Völkern ermöglichen, bei der Bewahrung ihrer eigenen Kultur, Selbstrespekt und Selbstidentifikation, ihren eigenen einzigartigen Beitrag zur Verherrlichung Gottes in Gebeten zu leisten und dabei in harmonischer Einheit mit der ganzen Fülle der Kirche zu verbleiben; Formung von Bedingungen für die aktive Teilnahme von neukonvertierten Einheimischen am Gemeindeleben zwecks Integration ins kirchliche Leben.

Hallo! Hallo! Ist da jemand?
Ich möchte vom moskauer Patriarchat seit 22 :!: , in Worten: zweiundzwanzig (Ausrufezeichen), Jahren missioniert werden. Warum macht es immer noch keiner?
Lazarus

* Berichtigung des Gramatikfehlers: Die richtige Form ist Konjunkiv II als irrealis
Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54

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Re: M - wie Mission

Beitragvon Quinni » 19.07.2014, 11:52

Ich habe hier auch noch nichts davon bemerkt, die orthodoxe Kirche scheint in Deutschland unsichtbar zu sein, da sind sogar die evangelischen oft aktiver.

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Re: M - wie Mission

Beitragvon Thuja » 19.07.2014, 18:31

Ja, das finde ich auch außerordentlich traurig, ein bisserl mehr Präsenz, auch in den Medien, wäre sehr gut!!!!

Liebe Grüße
Thuja
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Re: M - wie Mission

Beitragvon Igor » 19.07.2014, 20:04

Grüß Gott!

Im Gegensatz zu den beiden "großen Konfessionen" in Deutschland ist in unseren Diözesen vieles, was über die direkte seelsorgerische Betreuung hinaus geht, de facto nur ehrenamtlich zu leisten.

Also braucht es sowohl engagierte Leute als auch eine gute Koordination, damit das Engagement effizient eingesetzt wird. Mir ist diesbezüglich in sehr guter Erinnerung der entschlafene Erzpriester Leonid Tsypin (s.a. orthpedia.de), der ein großes Talent hatte, dies zu tun.

In Christo
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Re: M - wie Mission

Beitragvon Quinni » 19.07.2014, 21:50

Es gibt Katholiketreffen, Treffen der Evangelischen, bestimmt auch der Orthodoxen. Warum wird darüber aber nicht berichtet in den Medien? Sollte man mal nachfragen.

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Re: M - wie Mission

Beitragvon Thuja » 19.07.2014, 22:19

So ein richtiger "pan-orthodoxer Kirchentag" in Deutschland - das wär's doch 'mal!
So 'was wie das "pan-orthodoxe Chortreffen" der Chöre der div. Münchner orthodoxen Gemeinden - aber eben deutschlandweit, mit Vorträgen wie das "orthodoxe Seminar" zur "Westkirchen-Weihnachtszeit" der russ.-orth. Auslandskirche jedes Jahr in München... *träum*...

Beim 2. ökumenischen Kirchentag in München waren die Orthodoxen auch vertreten, aber relativ "versteckt" am Messegelände, nur der Abend-Gottesdienst auf dem Odeonsplatz war rappelvoll und wunderschön, es war zwar saukalt, aber es hat nicht geregnet!

Träumende Grüße von so einem Ereignis...
Thuja
Господи помилуй мя!


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