Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischof

Die deutschsprachige Orthodoxie stellt sich vor
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Nassos
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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Nassos » 25.01.2012, 23:18

Im Stuttgarter Bereich haben wir orthodoxe Laien angefangen - unter der Initiative unseres Bruders Milo angefangen - uns regelmäßig zu treffen und die Zusammenarbeit zwischen den Jurisdiktionen voranzutreiben. Somit ein erster Schritt in diese Richtung und natürlich mit dem Segen unserer Kleriker.

Es handelt sich hierbei nicht einfach um ein Kaffeekränzchen, sondern es werden Aktivitäten (ob das jetzt gegenseitige Besuche bei Patronatsfesten sein soll, Krankenhausbesuche etc pp usw...) durchgeführt und vorgeschlagen/geplant. Bei Interesse kann ich mehr Details hierzu bringen (natürlich muss man als Gegenleistung sich dann auch entsprechend einbringen oder bei sich auf lokaler Ebene ähnliches einrichten/unterstützen :mrgreen: )

Das erste, was mir bei diesen Treffen wichtig war, war, dass ich mit ORTHODOXEN GESCHWISTERN zusammensaß. Die Frage ob Bulgare, Rumäne, Russe oder Grieche war so was von zweitrangig. Denn den Geist der Verbundenheit unter dem Segen unserer Priester ... wow!

Natürlich ist kann der Wechsel nicht radikal und abrupt sein, ebensowenig darf man sich dagegen verschließen. Meine Erfahrung ist, dass - trotz des Nichtverstehens des gesamten Altgriechischen - ich manchmal im griechsichsprachigen Gebet mehr Spiritualität verspüre, als wenn ich es in Deutsch spreche. Aber auch das ist im Endeffekt Angewohnheit.

Folge einer deutsch-orthodoxen Jurisdiktion wird u.a. sein, dass viel mehr in deutscher Sprache übersetzt wird - also das, wonach unsere Seelen doch so sehr dürsten - und wir dann auch auf dieser Ebene eine gemeinsame Sprache sprechen können, weil wir einfach von selben Buch sprechen. Ja! Lesezirkel. Austausch. Referate.
Wer das machen soll? Lehnen wir uns zurück und seien wir unverkrampft. Na, wir selber. Genug zurückgelehnt, auf geht's! Wenn der Heilige Geist uns trägt, dann wird das auch was. Garantiert.

Lieben Gruß,
Nassos

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Igor
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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Igor » 26.01.2012, 08:33

Grüß Gott!
Nassos hat geschrieben:Im Stuttgarter Bereich haben wir orthodoxe Laien angefangen - unter der Initiative unseres Bruders Milo angefangen - uns regelmäßig zu treffen und die Zusammenarbeit zwischen den Jurisdiktionen voranzutreiben. Somit ein erster Schritt in diese Richtung und natürlich mit dem Segen unserer Kleriker.

Es handelt sich hierbei nicht einfach um ein Kaffeekränzchen, sondern es werden Aktivitäten (ob das jetzt gegenseitige Besuche bei Patronatsfesten sein soll, Krankenhausbesuche etc pp usw...) durchgeführt und vorgeschlagen/geplant. Bei Interesse kann ich mehr Details hierzu bringen (natürlich muss man als Gegenleistung sich dann auch entsprechend einbringen oder bei sich auf lokaler Ebene ähnliches einrichten/unterstützen :mrgreen: )
Das ist ein prima, nachahmenswerter Ansatz. Was die „Gegenleistung“ betrifft – gerne!
Nassos hat geschrieben:Das erste, was mir bei diesen Treffen wichtig war, war, dass ich mit ORTHODOXEN GESCHWISTERN zusammensaß. Die Frage ob Bulgare, Rumäne, Russe oder Grieche war so was von zweitrangig. Denn den Geist der Verbundenheit unter dem Segen unserer Priester ... wow!
Letzteres ist bei diesen Aktivitäten unabdingbar.

Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal auf den :arrow: OJB - Orthodoxen Jugendbund Deutschlands e.V. verweisen, wir hatten ja auch schon :arrow: einen eigenen Strang dazu. Dessen Dach ist sicherlich auch hervorragend geeignet. :idea:
ojb.jpg
ojb.jpg (26.03 KiB) 10042 mal betrachtet
Ich kann leider persönlich nichts über die Qualität und Quantität dessen Aktivitäten beisteuern, da mein Geburtsdatum doch etwas weiter zurück liegt, um mich als Jugendlicher zu bezeichnen (das würde wohl eher Heiterkeit hervorrufen :mrgreen: ). Für die jüngeren unter uns hier dürfte das sicherlich eine Möglichkeit sein, ein aktives orthodoxes Leben mit Gleichgesinnten im deutschen Sprachraum zu gestalten - wir müssen ja das Rad nicht gleich neu erfinden und sollten nach Möglichkeit das nutzen, was es schon gibt.

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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von peter » 26.01.2012, 12:38

Gott zum Gruße,

Eine kleiner Baustein aus Berlin: wir versammeln uns seit ca. anderthalb Jahren unter dem Segen von Vr. Johannes / Mainz in einem Kreis, sobenannt als "Theologische Interorthodoxe Gesprächsuntergruppe (GUG Berlin)". Untergruppe darum, weil ein Gesprächskontext im Zusammenhang der "Gesprächs-Obergruppe" Mainz aufrechterhalten wird. Text- und Bildmaterialien werden von Vr. Johannes per mail und Post bereit gestellt. Materialien örtlicher Gemeinden, neuerdings sogar eigene Beiträge, fließen ein, werden von Vr. Johannes und unterdessen auch weiteren Priestern per Protokoll der Gespräche zur Kenntnis genommen bzw. kommentiert. Das interorthodoxe Konzept funktioniert deswegen einigermaßen fruchtbar, weil vor allem in den Jurisdiktionen versprengte deutschsprachige Orthodoxe zusammenkommen, und sich auf der Basis der Landessprache austauschen. Grundsätzlich wäre das Modell übertragbar (GUG Frankfurt a./M., Hamburg, Düsseldorf, München etc.), lediglich in ländlichen Bereichen mit nur wenigen orthodoxen Kirchen kommt es nicht in Frage. Doch nichts geht über die persönliche Aussprache, von Angesicht zu Angesicht. Und weder der Segen per Netz noch die Medien"kommunikation" kann den lebendigen Geist, gar die "Kommunion" des Heiligen Geistes ersetzen. Damit will ich ermutigen, zusammenzukommen, wo auch immer, was in den Gemeinden ja ohnehin selbstverständlich ist. Und wie richtig bemerkt wurde, an uns selbst liegt es, dass wir deutsch-sprachig vorankommen, unsere Intitiative ist gefragt. Wenn ich an dem Umfang dessen denke, was zu übersetzen wäre, vom Kindergebetsbuch über das Neue Testament bis zur Kirchengeschichte, dann wird unser Leben nicht ausreichen. Da sind uns sogar die Amerikaner voraus. Allerdings darf die Orthodoxie nicht zum Verein muutieren, der mit Programm und Statut zu gründen wäre, Eine lebendig wachsende Gebetsgemeinschaft der deutschen Lande, die aus den unverfälschten Traditionen heraus handelt, könnte erbringen, was wir erhoffen. Ein Landesbischof wird dann zuletzt, als Diener seines "Volkes", den Segen geben.

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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Priester Alexej » 26.01.2012, 15:06

Liebe Songul,

vielen Dank für den schönen Beitrag!

Lieber Nassos - bitte mehr, so ausführlich, wie möglich! Gut wäre es natürlich, wenn ihr zu jeder solchen Aktivität eine kleine Nachricht schreiben würdet, damit man vor allem Arbeitsmaterial für solche Treffen hätte!
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Ehemaliger » 26.01.2012, 16:33

1. Was hat die derzeitige Situation es mit der Kanonizität der Kirche zu tun?
2. Was kann getan werden, um die Orthodoxie in Deutschland zu stärken?
3. Was kann in den Gemeinden getan werden, um ein Gemeindeleben zu gestalten, welches auch für die künftige Generation attraktiv ist und diese zum Glauben führt bzw. ihr diesen erhält?


Liebe Geschwister,

zu 1.
Nun, die Situation, so wie sie im 'Westen' ist, ist so von den Kanones untersagt. Auch wenn das sicherlich richtig ist was V. Alexej sagt, dass Kanones keine Gesetzeskraft als 'Unterlage' haben, so haben sie einen Sinn und haben sich als richtig und gut durch die 2 Jahrtausende erwiesen. Um es klar auszudrücken: Die Kanones sind nicht dazu da nicht angewandt zu werden. Die Situation, die zur Einführung dieser Kanones führte war wohl ganz offensichtlich die, dass mehrere Bischöfe in einer Stadt das Sagen hatten und dementsprechende Unruhe und Rivalitäten entstanden, oder? Sonst hätte man das kaum regeln müssen.
Mit der Situation mehrerer Bischöfe leben wir im Westen schon zu lange und das Panorthodoxe Konzil, das das regeln soll ist seit deutlich mehr als 2 Jahrzehnten im Gespräch und ich sehe noch nicht, dass dort ein Durchbruch zu erwarten ist. Ich sehe, dass es mittlerweile eine Tendenz gibt, sich damit abzufinden und hinter kirchenpolitischen Schwierigkeiten/Gegebenheiten einzurichten. Und das ist falsch.
Lieber Igor, 8 oder auch 10 Bischöfe auf deutschem Territorium, also eigentlich dem Westpatriarchat zugehörendem, sind ebenso unkanonisch wie einer, oder? Hier meine ich gilt schon die Tatsache, dass es die Orthodoxie gibt. Wenn es denn möglich wäre, hätte ich keine Sorgen den römischen Papst als Oberhaupt zu haben, allein, das geht nicht. Aus tiefliegenden Differenzen heraus.

zu 2. Es war in der Mission immer eine Stärke der Orthodoxie, nicht überzustülpen, sondern die Kultur des jeweiligen Landes zu 'verorthodoxieren'. Das war im Falle Georgiens so und auch bei Russland, das hat Paulus so gemacht, indem er den Griechen ein Grieche wurde, auch wenn gewisse Elemente der Antiochiner sich bis heute bei den Grechen gehalten haben. In neurer Zeit war das so bei der Mission in Alaska, wo der Hl Hermann die Kultur der Aleuten erst einmal übernommen hat, das war im Falle von Japan so wo ein einziger Mann, der Hl Nikolas 1861 ankam, er 1863 drei Konvertiten taufte und 1868 10 000! Menschen orthodox wurden (bei seinem Tode waren es 30 000) http://en.wikipedia.org/wiki/Japanese_Orthodox_Church . Lest bitte mal genauer nach wie er das gemacht hat. Und er war durch und durch Russe.
Es gilt doch eigentlich der berühmte Satz: Wenn du nach Rom kommst, dann mach' es wie die Römer, 0der? Daraus ergibt sich für mich die Notwendigkeit die 'Stammesfärbung' abzulegen. Ich kann sehr gut verstehen, dass Gläubige, die in ein fremdes Land kommen erst einmal die eigenen Landsleute suchen und ein Stück Heimat mitnehmen wollen. Das geht aber auf die Dauer zu Lasten der nachfolgenden Generationen. Ich denke wir haben bereits mindestens eine Generation in der Orthodoxie in Deutschland verloren, nun sind wir dabei, die zweite dranzugeben. Das Gespräch mit V. Nikolai, das ich weiter oben schilderte, hat mir das wieder bestätigt. Und meine Beobachtungen hier in Schweden auch.
Was also können wir tun, um die Orthodoxie in Deutschland zu stärken? Nun, aufhören damit, Olivenbäume kultivieren zu wollen. Soziologische Untersuchungen zeigen sehr deutlich, dass die Kulturschwelle ein entscheidendes Hindernis ist, sich einer Gruppe anzuschliessen. Und wir pflegen sie sorgfältig in, meiner Meinung nach, falscher Solidarität mit den falschen Werten. Niemand will 'den Griechen' ihr Griechischsein wegnehmen, es geht aber um die Orthodoxie. Und dieses Problem beschränkt sich ja nicht auf Deutsche sondern das ist noch viel dringlicher bezüglich der 2. und 3. Generation der Einwanderer.
Wir sollten also klare Strukturen schaffen, die ein klares Handel ermöglichen. Und das gerne, V. Alexej, unter einem Omophor. Und gerne das einer kleinen KIrche wie Rumänen oder Antiochia, die haben dann weniger Schwierigkeiten mit den 'Erbhöfen'.

zu 3. Nun, klare Strukturen würden Energien freisetzen. Wir könnten in unseren Gemeiinden damit anfangen beispielsweise Lehrpläne für die Biblische und kirchliche Unterweisung der Kinder und natürlich auch der Erwachsenenkathechese aufstellen und Stätten schaffen, an denen Menschen dazu ausgebildet werden könnten, diesen Unterricht zu geben. Bei 7-8 Priestern in einer Stadt gäbe es Möglichkeiten, mehrere Klein(st)gottesdienste zusammenzulegen und damit Raum, Enegie und Kosten für Anderes, wie Hausbesuche oder Krankenhausseelsorge frei zu machen. Wr könnten die Jugendbünde mehr unterstützen, Pfadfindervereinigungen nicht nur vereinzelt sondern flächendeckend anbieten. Wir könnten finazielle 'Töpfe' bilden, die zur Erhaltung oder den Neubau der Kirchen allgemein und nicht nach ethnischen Gesichtspunkten bestückt werden könnten. Oder für Krankenhäuser (die in Zypern können das). Wir könnte mehr Gottesdienste unter der Woche anbieten und Gemeindeleben besser planen und als Einladung für andere Menschen . . .

Ich dürft mich (und das wäre die freundliche Variante) einen Träumer nennen oder ich könnt mit mir schimpfen, weil ich 'die Realitäten' missachte oder unseren Bischöfen Schlechtes unterstelle. Es stimmt beides nicht. Ich finde nur: Die Orthodoxie muss aufhören, sich in ihrem Ghetto/ihren Ghettos einzurichten

Liebe Grüsse
Benedikt
Zuletzt geändert von Ehemaliger am 26.01.2012, 16:43, insgesamt 2-mal geändert.

Serafim1968
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Deutsche Orthodoxe Kirche

Beitrag von Serafim1968 » 18.02.2012, 07:58

Grüß Gott,

ich möchte gerne mal eine etwas "Provokante These" in das Forum stellen.

Ich habe in Frankreich, Irland, England, Amerika und Italien Gemeinden kennen gelernt die alle Liturgischen Feiern (ausnahmslos in der Landessprache) feierten.

Warum ist es in Deutschland nicht möglich alle Liturgischen Feiern in der Landessprache zu feiern?.
Bei der Verherrlichung von Alexander Schmorell in München wurden viele Teile der Liturgie in deutscher Sprache gefeiert.
Aber dennoch ist das die Ausnahme.

In der Auslandskirche in München wird einmal im Monat eine Liturgie in deutscher Sprache gefeiert, dennoch finde ich es schade das nicht mehr Liturgieen in deutscher Sprache gefeiert werden.

Wie denkt Ihr darüber?

Grüße Serafim

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Igor
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Re: Deutsche Orthodoxe Kirche

Beitrag von Igor » 18.02.2012, 08:35

Lieber Seraphim1968!
Serafim1968 hat geschrieben:Wie denkt Ihr darüber?
Ich denke darüber, dass zu diesem Thema schon sehr viele Diskussionen hier im Forum geführt worden sind, es ist quasi unter den Top Ten. Hier einige ausgewählte Beispiele;

viewtopic.php?f=2&t=2247
viewtopic.php?f=19&t=2726
viewtopic.php?f=98&t=2805
viewtopic.php?f=13&t=2388&start=90
viewtopic.php?f=13&t=2721#p29513

In Christo
Igor

PS:
Die Suchfunktion des Forums ist sehr hilfreich!
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Nassos
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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Nassos » 18.02.2012, 13:57

Hallo Serafim, hallo Igor,

ich habe den neuesten DOK-Strang hierher verschoben, auf dass die Diskussion hier weitergehe.

Ich bitte daher auch in diesem Strang weiterzumachen.

Danke und Gruß,
Athanasios

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Lazzaro
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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Lazzaro » 18.02.2012, 16:46

Unterbrechen wir die Diskussion für etwas Werbung: :D
Wir sind eine kleine Gemeinde orthodoxer Christen aus verschiedenen Ländern. An den Wochenenden und an Festtagen treffen wir uns um gemeinsam Gottesdienste und Liturgie zu feiern.
Wir feiern unsere Gottesdienste vorwiegend in deutscher Sprache, da diese Sprache uns alle verbindet.
Alle Orthodoxen und auch alle Interessierten laden wir herzlich ein uns zu besuchen.
Quelle: http://www.orthodoxe-kirche-albstadt.de ... -gemeinde/
Lieber Seraphim!
Mehr als das können wir nicht machen. Ich weiß, daß es von Penzberg nach Albstadt sehr weit ist.
Leider sind Ausländergemeinden nicht sehr integrationsfreudig. (Ausnahmen wie Herr Idriz sind sehr selten.)
Bei der Verherrlichung von Alexander Schmorell in München wurden viele Teile der Liturgie in deutscher Sprache gefeiert.
Das freut mich zu höhren, ich hätte nicht damit gerechnet.
Lazzaro
Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54

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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Nassos » 18.02.2012, 17:15

Mein lieber Lazzaro,

wir werden uns in den nächsten Wochen in Albstadt treffen und gemeinsam in der Liturgie sein - und es wäre mir eine große Ehre.

Ich verspreche Dir, das zu machen. Und so Gott, unser Herr will, wird es nicht das letzte mal gewesen sein.

Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste!

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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Nassos » 18.02.2012, 17:20

Lazzaro hat geschrieben: Leider sind Ausländergemeinden nicht sehr integrationsfreudig. (Ausnahmen wie Herr Idriz sind sehr selten.)
Bei der Verherrlichung von Alexander Schmorell in München wurden viele Teile der Liturgie in deutscher Sprache gefeiert.
Das freut mich zu höhren, ich hätte nicht damit gerechnet.
Lazzaro
Im Bericht des Bayerischen Fernsehens haben sowohl Ezrprister Alexej (Ikonenschreiber) wie auch Erzpriester Nicolaj einwandfreies Deutsch hingelegt. Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich von Vater Nicolaj - trotz kurzer TV-Präsens - zutiefst beeindruckt bin! Ich würde ihm gerne mal persönlich begegnen wollen (Liturgie besuchen).

So gesehen kann ich Deine "Fehleinschätzung" nicht nachvollziehen. Das brauche ich aber auch nicht ;-)

Alles Liebe,
Nassos

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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Thuja » 18.02.2012, 20:12

Lieber Nassos,

Vater Nikolaj hat mich ja getauft, mit ihm hatte ich ja auch das Taufgespräch, ein sehr belesener, zuugänglicher, humorvoller und herzlicher Mensch! Und sein Deutsch ist 1 A!! Ich bin auch sehr angetan von ihm und seiner Art!
Ja, wenn Du 'mal nach München kommst, kannst Du ihm sicher auch persönlich begegnen.

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!

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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Elias » 18.02.2012, 21:18

Lazzaro hat geschrieben: Leider sind Ausländergemeinden nicht sehr integrationsfreudig. (Ausnahmen wie Herr Idriz sind sehr selten.)
Wer ist Herr Idriz und was meinst du damit?

LG

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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Nassos » 23.02.2012, 15:19

Zum Thema Phyletismus an dieser Stelle: http://www.oodegr.com/english/koinwnia/ ... racism.htm

(bedarf es einer Übersetzung? auch per pn Bescheid geben)

Was geht aus diesem Artikel hervor?

Lieben Gruß,
Nassos

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Re: Und im Übrigen bin ich der Meinung: Ein Land, ein Bischo

Beitrag von Elias » 27.03.2012, 12:24

songul hat geschrieben:Der erste richtige Schritt in eine öffentlichere Richtung kann meiner Meinung nur eine Vereinigung von Orthodoxen Deutscher Zunge (ich schreibe bewusst nicht, Deutscher Nation, denn es geht hier ja nicht um unsere Ethnie, sondern um die Mission) um überhaupt mal eine Körperschaft zu erlangen die ein Gemeinschaftsgefühl vermittelt.
Das ist nämlich nicht zu unterschätzen und gerade das fehlt uns Deutschen oder jenen, die sich am Leben in diesem Land mehr beteiligen. Das ist es ja was die verschiedenen Ethnien in ihren Kirchen hierzulande auch suchen und finden. Nun ist es für uns noch nicht so weit aber es wäre ein wesentlicher Schritt in diese Richtung.
Es gibt Vereine für jeden Pups hier in D und inzwischen auch einen für orthodoxe Zwecke (http://orthodoxinfo.de/index.php/foerderung) und man könnte sich dort anschliessen oder wenn der zu sehr im medialen Bereich sich abspielt doch noch so eine Vereinigung gründen die auf lokaler Ebene die Leute zusammen kommen lässt.
Mein Gott, jede kleine evangelikale Gruppe kriegt das hin oder nicht zu reden von den Zeugen Jehovas und wir Orthodoxe jammern nur aber bleiben sonst auf unserem Gejammere sitzen.
Es gibt so viele Möglichkeiten auf lokaler Ebene, im häuslichen Rahmen (Bibelabende, Hauskreise etc) im Internet Webseiten oder Blogs oder lokale (regionale) Treffen.
Es gibt ja schon via Skype eine Gebetsgruppe; man kann eine Menge tun um damit andere zu motivieren sich anzuschliessen. Es muss vor allem ein Zusammengehörigkeitsgefühl da sein. Solange sich jeder nur "seiner" Kirche verpflichtet fühlt aber von einer gesamt-deutschen Orthodoxie träumt, kommt nichts zustande.
Eine nationale Organisation mit lokalen Zweigstellen muss her in denen sich die Leute zusammentun, ganz egal zu welcher Jurisdiktion sie gehören. Die Orthodoxie spielt die Rolle - nicht nationales Brauchtum anderer Leute.
Die Orthodoxie muss sich erstmal von diesem Image befreien können und das macht man am Besten im kleinen Rahmen und den Deutschen, und denen die sich auch anschliessen wollen um zu zeigen, dass es auch anders sein kann - eben ganz normal für alle...
Gegen die Lokalpolitik der einzelnen Jurisdiktionen hier im Land anzugehen hat zum jetzigen Stand wenig Sinn, da die einfach und auch verständlicherweise den Instruktionen ihrer Heimatpatriarchaten verpflichtet sind und sich nur der Immigrantenseelsorge widmen.
Ich finde das kann nur das Volk (und das sind wir) tun in dem wir uns organisieren und aktiv werden. Auf einzelnen Positionen machen wir doch schon eine Menge: es gibt Verlage, Internethandel, dieses Forum und Orthpedia, noch zwei andere Internetplattformen zum Austasch über die Orthodoxie und anderes mehr.
Es müssen langsam mal alle zusammen finden und sich eben gemeinsam und gegenseitig helfen, Werbung (Mission) machen...sich nicht von den Umständen oder anderem entmutigen lassen.
Denn Mut und Unberirrtheit tun Not; immer wieder sind es gerade die eigenen Landsleute die sich gegen eine breitere deutsche Gemeinde innerhalb der Orthodoxie hier wehren und das meist aus einem falschverstandenen Loyalitätsbewustsein ihrer "Heimatkirche" gegenüber.
:up:

So ein Falsch verstandene Loyalitätsbewusstsein seiner "Heimatkirche" gegenüber hatte ich auch mal! Hatte leider zu nix geführt :oops:
songul hat geschrieben:Und es gibt eine - oder gar eigentlich zwei - Kirchen mit denen man doch vielleicht Dinge organisieren kann und die einem nicht gleich spüren lassen, man sei aber schon....
Packen wir's an.
Welche beiden Kirchen sind es Schwester? Ich ahne welche aber nenn sie bitte, wenn auch nur per pn! Danke dir...

LG

Ilias

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