Am Nachmittag heute hatte ich irgendwie schlechte Laune und da mich dieser Zustand nervte habe ich den Entschluss gefasst zur Samstagabend Vesper zu gehen. Da ich mich am Sonntag sowie mit Aleksandra zum Gottesdienst verabredet habe, dachte ich, ich gehe mal dort hin.
Es fand aber keine Vesper statt und ich war enttäuscht. Gerade war eine Hochzeit zu Ende. Na ja dachte ich, sprichst du wenigstens ein Gebet. In der riesigen Kirche traf ich auf Vater Georgios, der mich herzlich begrüsste. Nachdem ich ihm etwas über mich erzählen durfte, unterhielten wir uns ein wenig und irgendwie schaffte er es meinen unruhigen Zustand zu beruhigen.
Nach einer Weile sagte er: "Sebastian, bleibst du noch ein wenig? Denn gleich fängt unser Gesprächskreis an!" Die Themen waren Ikonen und Athos. Am sehr lebendigen Kreis nahmen auch Katholiken und Protestanten teil. Es begann mit kurzen liturgischen Gesängen, der Priester und des Chorleiters (eines deutsch gebürtigen) und dann ging es ganz schön theologisch zur Sache. Die Teilnehmer durften den Erzpriester alles fragen und er beantwortete es so gut er konnte. Es waren ca. 25 Teilnehmer und es war wirklich "gemütlich" . Wir hatten teils echt kontroverse Diskussionen. Nach dem Kreis (er fing um 19:00Uhr an und endete um 23:00Uhr!) sagte eine Protestantin zu mir: "Ich glaube ich muss meine Ansicht zur Orthodoxen Kirche revidieren, ich habe vieles heute erklärt bekommen, wo ich voher ein falsches Bild hatte." So verstand sie nicht recht die Ikonenverehrung, aber V. Georgios erklärte es so verständlich, dass sie nun ein anderes Bild hat.
Unterstützen wir Vater Georgios Manos in seiner Arbeit mit unseren Gebeten, er ist ein Eiferer für den Herrn, einer der Hände reicht und blöde Klischees versucht abzubauen.
Nach der Runde fragte mich ein Bruder (serbischer Herkunft), ob ich denn Theologie studiere, da ich mich so präzise ausdrücke und soviel wüsste...
Da musste ich an euch denken, denn schließlich weiss ich vieles ja von euch!
Gute Nacht und einen schönen Sonntag.
Sebastian