Mir ist aufgefallen...

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
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Milo
Beiträge: 966
Registriert: 19.06.2009, 23:00
Wohnort: Stuttgart

Mir ist aufgefallen...

Beitrag von Milo »

das wer den orthodoxen Glauben an Christus verlassen hat, und vor allem nicht an der Hl. Überlieferung festhällt (zB. Protestanten)...
kann sicher nicht die richtige Deutungsweise der Hl. Schrifft haben.
Sprich, die Hermeneutik derer kann nicht gleich unserer apostolischen Kirche sein. Sonst hätten wir de facto auch keine Meinungsverschiedenheiten wie bei zB. Priesteramt f. Frauen oder ähnliches...

"Verstehst du auch, was du liest?" - diese Frage des Philippus an den beamteten Eunuchen vom athiopischen Königshof provoziert die Antwort "Wie kann ich (denn), wenn mich niemand anleitet." (Apg. 8, 30)

Wie wichtig ist also die Hl. Überlieferung, die apostolische Sichtweise, ihre Geimeinschaft (apostolische Kirche) und deren Kontinuität bis heute hin!

Diese ist Garant für die richtige Auslegungsweise (Hermeneutik) der Hl. Schrift, und diese wiederum das wir nicht das Evangelium verdrehen, wie auch die andern Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis(2.Petr 3,16)

Wie seht ihr das Ganze?

Es grüßt euch, euer

unwürdiger admin
+
protopeter
Priester
Beiträge: 698
Registriert: 24.07.2006, 21:21
Wohnort: Salzburg

Beitrag von protopeter »

Lieber Br. Milo !

Wenngleich auch schon so einige Zeit verflossen ist, seitdem Sie diese Frage in das Forum stellten , so hoffe ich doch, daß es nicht zu spät ist, auf diese einzugehen - wobei natürlich auch die Diskussionsentwicklung der vergangenen Monate gewisse Akzentuierungen dieses Themas mit sich brachte.

Sie haben recht, wenn Sie davon ausgehen, daß die Hermeneutik einzig in der Orthodoxen Kirche ihren ursprünglich-umfassenden Charakter bewahrte; dabei ist die Frage der Traditionsbegründung von herausragender Bedeutung. Das kirchliche Wirken und die darin enthaltene Verkündung der gottmenschlichen Erlösungsbotschaft können niemals in einem (wie auch immer zu interpretierenden) Widerspruch zur Schriftoffenbarung stehen - daraus ergibt sich eben die Hinwendung zu einer lückenlosen, unwidersprochenen Kontinuität. Ohne den geringsten Zweifel steht deshalb fest, daß nach orthodoxer Auffassung die Offenbarungswahrheiten der Schrift im unmittelbarsten Sinne der Grundstein kirchlicher Existenz sein müssen.

Würden wir die Perspektiven umkehren und gewisse Entwicklungen, die sich in den nichtorthodoxen christlichen Bekenntnissen ereigneten, als "traditionskonform" erachten, so würde dies in letzter Konsequenz dazu führen müssen, daß diese dazu veranlaßt wären, die Heilige Schrift im buchstäblichen Sinne "umzuschreiben", um eine Rechtfertigung für ihre abweichenden Lehrmeinungen zu erhalten. Hier kann es sich für das orthodoxe Gewissen eben nicht nur darum handeln, mögliche Differenzen zwischen "Zeitgeistigkeit" und "Traditionalismus" zu konstatieren; hier steht die Frage von Authentizität und Wahrheit zur Diskussion. Davon ausgehend war und ist es für die Orthodoxe Kirche von außerordentlcher Wichtigkeit, zu allen Zeiten ein lebendiges Zeugnis dynamischer Traditionstreue abzulegen.

Mit besten Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
Milo
Beiträge: 966
Registriert: 19.06.2009, 23:00
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Beitrag von Milo »

Lieber v. Peter,

haben Sie herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Was mir in dem Schreiben damals durch den Kopf ging, war das es ein apsolutes Bedürfniss gab der Anleitung durch eine Authorität bezüglich der Schrifftdeutung.
Nun wissen wir das jede Konfession heute für sich das Recht beansprucht die richtige Hermeneutik zu wahren. Aber Fakt ist doch, das der Lehrer und Meister unser HErr selbst ist, dh. das Er die Schrift seinen Jüngern erläuterte. Diese (Kirche) wiederum sukzessive ihren Mitmenschen, alles harrte aber in einem Konsens, in einer Glaubensgemeinschaft.

Ich frage mich nun zum wiederholten Male: wo haben denn die nichtapostolischen Gemeinden die Authorität (oder Mut) gefunden die Hl. Schrift zu deuten, wenn sie doch offensichtlich die Gemeinschaft der einen vom HErrn gestifteten Kirche verlassen haben? Ist das nicht eigentlich das fahrlässigste Unternehmen in der Theologie, im Seelenheil, was man machen kann?

Man kann einfach nicht ein authentisches Zeugnis von Gott ablegen, wenn man von Ihm, dh. von Seiner Gemeinschaft getrennt bleibt. Das ist onthologisch gesehen unmöglich.
Meine Meinung.

Gedenken Sie meiner,

unwürdiger milo
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