Ratschlag für Anfänger in der Orthodoxie

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Milo
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Ratschlag für Anfänger in der Orthodoxie

Beitrag von Milo »

Hallo ihr Lieben...
ich wollte mal was Besonderes von euch abverlangen.

Und zwar, was würdet ihr einem Beginner, der sich am Anfang
in der orthodoxen Praxisweise nicht zurecht findet, was würdet ihr
im/ihr aus eurer Erfahrung empfehlen zu tun?


Womit sollte er/sie sich am Anfang beschäftigen?
Was sollte er/sie auf jeden Fall lesen, besuchen, kennenleren...?
Wie sollte die Gebetsregel ausehen?

Jeder von uns hat sicher einen "Tipp" welcher dem Bruder/ der Schwester vielleicht eine große Erleichterung sein wird.

Kümmern wir uns mehr um ein ander...

Es grüßt euch herzlich in Christo,

br. milo
Ehre sei Dir oh Herr

Beitrag von Ehre sei Dir oh Herr »

Hallo milo,

ja klingt interessant.
Ich würde zuerst zum Lesen des NT raten und den Besuch der Liturgie empfehlen. Damit hat man schon gut zutun - sozusagen :)

Später möchte er oder sie bestimmt irgendwann ein Gebetbuch haben...
Für die Einführung in die Orthodoxie gibt es einige Werke, die sich sehr gut eignen. Z.B. "Orthodoxes Glaubensbuch"-gibt einen sehr guten Überblick über das Glaubens- und Gebetsleben sowie "Gott ist lebendig" und auch "Christus in euch: Hoffnung auf Herrlichkeit". Damit hat man genug Stoff sich mit der Orthodoxie zu befassen.

Spezielle Dinge kann man ja später lesen...

herzlichst René
peter
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Katechumene

Beitrag von peter »

Lieber Milo, lieber René, liebe Katechumenen,

ich möchte bei meiner Forumsrecherche nochmals auf diese etwas ältere Aufforderung zurückkommen. Ja, die Frage läßt sich zunächst am besten aus dem eigenen Herkommen beantworten, darüberhinaus aber auch durch Erfahrungen, welche seitdem gesammelt wurden.
Ich selbst kam über meine russisch-orthodoxe Frau aus dem fast zur modernistischen Beliebigkeit erschlafften Protestantismus. In der Wüste des "postmodernen", ja "posthumanen" Zeitalters, im Deutschland des katholisch-protestantischen Dilemmas bzw. Stillstands, konnte ich trotz Gefühl und Sehnsucht keinen Horizont überschreiten. Ich flüchtete mich in die utopischen Visionen der Philosophie und Politik. Es bedurfte der Gnade Gottes durch das Zusammentreffen mit meiner Frau (übrigens in einem philosophischen Zirkel). Ich schwor meiner Frau, ich würde sie nur kirchlich heiraten, aber wie. Meine Frau war selbst quasi geflüchtete Dissidentin, aber noch nicht orthodox. Also prüften wir die Kirchen, evangelische, katholische, und orthodoxe. Da fiel die Wahl sehr bald.
Wie schön und erhaben, wie reich waren die orthodoxen Liturgien. Wie
flach und albern, wie veranstaltungshaft der konfessionelle Gottesdienst.
Wir haben mal einen baptistischen Gottesdienst miterlebt, da wurde der
Gottesdienst in Theater verwandelt. Jeder bekam eine Rolle. Es war zum Hinauslaufen. Also mit einem Wort: erster Ratschlag für Erstmotivierte:
Geht zu den orthodoxen Gottesdiensten. Erlebt die althergebrachte Feierlichkeit und Würde, die Gebete und Gesänge, die Ikonen und die Regeln. Es ist wie ein lebendiges Geheimnis inmitten unsrer geschäftigen, hektischen Welt. Das kann bei den Russen, den Griechen, auch bei anderen Nationalitäten sein. Die Orthodoxie unterscheidet sich um wesentliche Grade. Wichtig wurde uns zu Beginn natürlich die pausenlose Lektüre, auf der Basis der täglichen Schriftlesung, später erweitert durch
Gebetbuch, Synaxarion und Apostolos. Sehr nützlich war die Befassung mit Kirchengeschichte. Bei Hilarion press kann man sich die "Pocket church history" von Father Aidan Keller bestellen, demnächst auch in Deutsch. Wenn man sich wirklich die 2000 Jahre vor Augen führt, wird das Votum für die Alte Kirche, nämlich die Orthodoxie, selbstredend.
Abschließend noch ein persönlicher Grundsatz nach immerhin 14 Jahren Orthodoxie-Leben: Es muß klar sein, daß wir hier die Perle des Kaufmanns gefunden haben, um derentwillen wir alles Übrige hinter uns lassen und geringschätzen (ohne Verächtlichkeit gesagt).

Für heute erst mal genug !

In Christus Jesus Peter
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)
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+Christoph
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Beitrag von +Christoph »

Lieber Vater Peter,

eine Frage, die vielleicht etwas pauschal ist, die mir beim Lesen gleich gekommen ist:
Was findest du war in deinem Leben ausschlaggebender:
Die Orthodoxie, weil die Lehre am ürsprünglichsten und authentischsten, auch am nachvollziehbarsten ist (etc.) und deshalb für dich persönlich das Richtige ist oder

Die Menschen, die dir als orthodoxe Christen begegnet sind, an deren Leben du gemerkt hast: Mit der orthodoxen Tradition und dem tiefen Wissen um den Glauben und die Mystik lebt jeder Mensch besser, weil es "die beste Konfession ist", die Konfession, die den Menschen am besten erfahrbar ist, die beste Grundlage bietet.

Ich persönlich unterscheide in

1) Die geschichtlichen/ dogmatischen/ theologisch praktischen Fragen und

2) Wie der Glaube draus resultierend praktische gelebt wird, in seinen verschiedenen Formen, Zeiten und Ländern ( Russland war für mich darauf bezogen ein wichtiges Erlebnis)

Eigentlich erübrigt sich die Frage, denke ich. aber vielleicht kannst du abstufen zwischen Lehre/ Geschichtlichem und realer Umsetzung . Ich hoffe, ich habe mich differenziert genug ausgedrückt. :? Du kannst mir auch gerne per PN antworten, wenn du möchtest, weil es eine persönliche Frage ist, evtl. interessiert es die anderen aber auch :)

Segne Vater! Mit freundlichen Grüßen, Christoph
protopeter
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Beitrag von protopeter »

Lieber Christoph !

Ich denke, da liegt jetzt ein kleiner Irrtum vor - nicht ich habe den Beitrag, auf den Du Dich beziehst, verfaßt, sondern mein Namensvetter aus Berlin; vielleicht schreibe ich aber auch noch etwas zu diesem Thema.

Möge die Gnade des Dreieinen Gottes mit Dir sein !

Herzliche Grüße aus Salzburg sendet
Erzpriester Peter
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+Christoph
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Beitrag von +Christoph »

Oh, sorry, mein Fehler. Kann passieren:)

Dann geb ich die Frage an den anderen Peter weiter, aktuell steht sie ja noch.

Gottes Segen wünsche ich euch euch allen! Christoph
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian »

+Christoph hat geschrieben: eine Frage, die vielleicht etwas pauschal ist, die mir beim Lesen gleich gekommen ist:
Was findest du war in deinem Leben ausschlaggebender:
Die Orthodoxie, weil die Lehre am ürsprünglichsten und authentischsten, auch am nachvollziehbarsten ist (etc.) und deshalb für dich persönlich das Richtige ist oder

Die Menschen, die dir als orthodoxe Christen begegnet sind, an deren Leben du gemerkt hast: Mit der orthodoxen Tradition und dem tiefen Wissen um den Glauben und die Mystik lebt jeder Mensch besser, weil es "die beste Konfession ist", die Konfession, die den Menschen am besten erfahrbar ist, die beste Grundlage bietet.
Hi Christoph!

ich heisse zwar weder Peter, Protopeter, Theopeter(fan), Peter d. Große, Peter Pan (vielleicht kommt der ja auch noch zu uns :roll: ) etc. antworte Dir aber als sog. "Übertreter" in die Orthodoxie (den Begriff Konvertieren mag ich eigentlich gar nicht so gerne, denn für mich war es eher ein Eintreten in die ürsprünglichste, unverfälschte Form des existenten Christentums. Dieser Eintritt stellte einen großen Sinneswandel für mich dar.)

Deine Frage möchte ich ganz kurz beantworten:
Sowohl als auch!

Kleine Ausnahme: Die Wortwahl "beste Konfession" ist im Zusammenhang mit Orthodoxie mE. nicht zu wählen. Anstelle dessen würde ich "beste Konfession" ausklammern und durch "den von mir erkannten, von Christus gelegten, ehrlichen und wahren Weg" ersetzen.

Grüsse
Dein Br. Sebastian
p.s. Entschuldigung, dass ich noch nicht anrief... kommt noch die Tage ;)
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+Christoph
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Beitrag von +Christoph »

Sebastian hat geschrieben:
Kleine Ausnahme: Die Wortwahl "beste Konfession" ist im Zusammenhang mit Orthodoxie mE. nicht zu wählen. Anstelle dessen würde ich "beste Konfession" ausklammern und durch "den von mir erkannten, von Christus gelegten, ehrlichen und wahren Weg" ersetzen.
;)
Hi Sebastian,

von Christus gelegt ist aber doch im Hinterkopf primär geschichtlich gesehen, oder? In dem Kontext könnte z.B. auch ein Baptist dasselbe behaupten.

Auch an alle: Es ist klar, das beides wichtig ist und wohl kaum alleine ausschlaggebend ist. Aber vielleicht gibt es Menschen, bei denen das eine sehr dominant ist. Würde mich freuen, wenn jemand von euch schreibt.

Gottes Segen wünscht Christoph :D
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian »

+Christoph hat geschrieben:
Sebastian hat geschrieben:
Kleine Ausnahme: Die Wortwahl "beste Konfession" ist im Zusammenhang mit Orthodoxie mE. nicht zu wählen. Anstelle dessen würde ich "beste Konfession" ausklammern und durch "den von mir erkannten, von Christus gelegten, ehrlichen und wahren Weg" ersetzen.
;)
Hi Sebastian,

von Christus gelegt ist aber doch im Hinterkopf primär geschichtlich gesehen, oder? In dem Kontext könnte z.B. auch ein Baptist dasselbe behaupten.
Hi C.

nun ich denke es liegt an Dir hier eine genauere Differenzierung vorzunehmen. Prüfe!

Bist herzlich an der dort stattfindenden Diskussion eingeladen! :D

Dein Br. S.
Mournies
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Beitrag von Mournies »

liebe freunde,

damit das für mich mehr als interressante thema, nicht in vergessenheit gerät,moechte ich euer einverständnis voraussetzend, den thread weiter ausbauen lassen.(hoffe dies ist nicht missverständlich).
da ich gerade erst am anfang bin,habe ich 1 million fragen,von denen ich mir hier in unserem forum einige antworten erhoffe.für mich gilt besonders ,eure posts lesen und zuhoeren.
wieder einmal gab es für meine suche einen nennen wir es vorfall.auf der rückreise von kreta stand ich lässig an eine wand gelehnt im airport heraklion und wartete auf den aufruf zum boarding, als 6 orthodoxe priester genau auf mich zusteuerten.sie hatten aktentaschen dabei und waren vom alter her zwischen 40 +90 jahren.ein zivilgekleideter juengerer mann wieselte unterwürfig um die herren herum.meine ehefrau befand sich ca. 200 m entfernt von mir in einem anderen bereich des gebäudes.ehe ich mich versah,bildeten die herren einen halbkreis um mich, wodurch ich weder nach links noch rechts ausweichen konnte.so stand ich mit dem rücken an der wand und merkte,wie ich langsam meine haltung veränderte.nun dachte ich, das ist nichts besonderes fuer mich,bin gut erzogen und hätte meine körperhaltung auch verändert, wenn andere menschen mir so nahe kommen.dann bemerkte ich, wie einer nach dem anderen aber besonders der (fuer mich war es ein bischof) priester mit dem hirtenstab ? mit silbernem knauf,mich musterten. ich sah in gütige und wissende augen.sie sprachen zwar leise, aber nicht so, als duerfte ich sie nicht verstehen.dann bemerkte ich,wie sehr ich mich jetzt in diesem moment darüber freuen wuerde, wenn mich einer der herren grüßen wuerde und schämte mich ein wenig dafuer,dass ich nicht weiß, was ich in diesem fall zu tun gehabt hätte.
liebe freunde dieser vorgang war hoechst merkwürdig fuer mich , ich will damit sagen,dass mir im bisherigen leben wenig fremd war,aber hier war ich plötzlich in einer anderen.die herren wurden aufgefordert von ihrem in zivil gekleideten zum boarding zu kommen und sie entschwanden meinen blicken.meine frau fand mich kurze zeit später,ich berichtete ihr über das vorgefallene und bat sie um die kamera,ich wollte unbedingt schauen ,ob ich die herren noch auf den film bannen kann.ich habe sie nochmals sehen koennen und filmte auch.zuhause habe ich dann die dvd direkt aus der kamera in den pc gelegt und abgespielt.nun stellte es sich heraus, dass ich in meiner aufregung vergessen hatte, den record knopf zu drücken,jedenfalls erkläre ich es mir so oder die kamera hatte fuer einen moment einden defekt,jedenfalls war nur noch der hirtenstab mit dem silbernen knauf zu erkennen alles drumherum ist zu dunkel.
was hat diese begebenheit mit eurem thema zu tun ?eine ganze menge, wie ich finde.ich habe viele fragen und immer mehr zufaelle oder begebenheiten werfen neue fragen auf.
deshalb wäre es so wichtig zu wissen,wie und was ihr neuen gemeindemitgliedern empfehlen koennt.man ist eben als suchender oft sehr hilflos und das in kleinsten dingen,wie das o.g. beispiel zeigt.wie begrüßt man nun einen so hohen würdenträger,ich habe es noch nicht herausgefunden.
ich wünsche allen ein gesegnetes wochenende


joerg
Ehre sei Dir oh Herr

Beitrag von Ehre sei Dir oh Herr »

Lieber Jörg,

herzlichen Dank für Deine Zeilen.
Ich bin natürlich auch nur ein wenig wissender Laie, aber ich würde mit dem Lesen des Neuen Testamentes beginnen. Einführende Literatur kannst Du unter dem Link Schriftwerke finden, soweit möglich gibt es dort auch einige Inhaltsangaben. Auch beim Lesen der Heiligenleben kann man viel lernen.

Solche praktischen Ratschläge, wie man z.B. einem Bischof begegnet, würde ich mir von meinem Priester erklären lassen. Man nimmt eine - sagen wir etwas gebückte, demütige Haltung ein mit übereinander gekreuzten Händen und bittet um den Segen. Nach dem Segen küsst man die Hand des Bischofs oder Priesters.
Ich weiß nicht, wie ich es sonst erklären kann... :oops: vielleicht weiß Vater Peter es besser zu formulieren.

Grundsätzlich wird Dir aber niemand einen Fehler zum Vorwurf machen. Mein Priester sagte mir, es ist wie ein Organismus, es wächst alles im Laufe der Zeit...

Ich hoffe, ich konnte zumindest ein klein wenig helfen.

herzliche Grüße und herzlich willkommen!

In Christo
René

In der Hoffnung
Mournies
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Beitrag von Mournies »

hallo rene,

ich danke dir sehr für deine worte.und natürlich ,hilft es mir weiter.es sind nunmal die kleinen schritte am anfang einer jeden neuen sache,die den weg so sehr schwer machen.
ich habe neulich schon einmal kontakt zur hiesigen gemeindeverwaltung aufgenommen und der priester freut sich auf meinen besuch,so sagte er jedenfalls.noch habe ich mit "weltlichen" dingen zu kämpfen,denke aber,dass ich auch diese phase überstehe, um mich dann endgültig meinem wichtigsten thema widmen zu koennen.
nochmals danke für deine unterstützung

joerg
protopeter
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Beitrag von protopeter »

Lieber Jörg !

Da Br. René in seiner Antwort an Sie auf mich verwies, nehme ich die Gelegenheit zu einer kurzen Entgegnung wahr und kann nur das bereits Gesagte bezüglich der Begrüßung eines Bischofs oder Priesters nochmals bestätigen - man verbeugt sich ein wenig, legt die geöffneten Handflächen kreuzförmig ineinander (dies ist ein von alters her überlieferter Bittgestus) und macht damit die Bitte um den Segen deutlich. In einigen Fällen (besonders bei Bischöfen) kann es angezeigt sein, nach dem Segensempfang auch die rechte Hand zu küssen - doch wird das in der Praxis oftmals individuell gehandhabt.

In der Hoffnung, zumindest in diesem Fall für die passende Erläuterung gesorgt zu haben, grüßt mit herzlichen Segenswünschen
Erzpr. Peter
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theofan
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Beitrag von theofan »

Mournies hat geschrieben:....noch habe ich mit "weltlichen" dingen zu kämpfen,denke aber,dass ich auch diese phase überstehe, um mich dann endgültig meinem wichtigsten thema widmen zu koennen.
...
joerg
:!: :!: :!:

"Wenn du den Segen Gottes auf dir verspürt hast, dass er dich aufweckt, dann dann setze alles daran, deinen Willen auf diese Eingebung zu lenken...Erlaube dir nicht, diese Wirkung Göttlicher Gnade fruchtlos dahinfahren zu lassen. Nur diese Erweckung gibt dir die Kraft, dich selbst zu überwinden. Geht sie vorüber - wirst du selbst dich nicht überwinden.Ob sie wiederkommt, vermagst du nicht zu sagen...
Daher streife alles ab, was dieses gerade entzündete Flämmchen löschen könnte, und umgebe dich mit allem, was es ernähren und zu einem Feuer entfachen kann. Ziehe dich zurück und bete...
Entfache den Wunsch JETZT zu handeln. Gerade jetzt wird dein Selbstgespräch ein anderes sein als früher...Unter der Wirkung und Führung göttlicher Gnade wird dein Denken alles um dich herum direkt auf dich beziehen, ...wird dir die Dinge nun von der Seite her zeigen, die am stärksten auf dich zu wirken geeignet ist. Am Ende wirst du in dir die Worte hören: JETZT ABER LOS!"


[Die Idee, erst mal schnell noch das Weltliche zu erledigen, ist keine gute und der Ideengeber nicht Gott!]


Theophanes der Klausner, Weg zur Rettung
protopeter
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Beitrag von protopeter »

Liebe Forumsteilnehmer !

Ein - meines Erachtens entscheidender - Ratschlag, der einem jeden "Anfänger" in der Orthodoxie (mit besonderer Geltung für diejenigen, die erst kurz in die Kirchengemeinschaft aufgenommen sind) vermittelt werden sollte, ergibt sich aus der Aussage von Priestermönch Seraphim Rose, der allzu Übereifrige mit dem Hinweis, daß sie "Lernende und nicht Lehrende" sein sollten, in entsprechende Bahnen zu lenken suchte. Gerade das rechtgläubige Bewußtsein demnach einem jeden Gläubigen die Würde, im Vollsinne Träger der Tradition zu sein, zu eigen ist, erfordert eine entsprechende Orientierung, die eben nicht nur nach "Faktenwissen" zu beurteilen, sondern in der Tat eine Widerspiegelung der orthopraxia sein müßte.

In diesem Sinne sei Vater Seraphim nochmals zitiert: "Das Bewahren und Bekennen orthodoxer Dogmen kann immer im wahren Glauben an Christus gefunden werden, doch findet man den wahren Glauben an Christus im Bekenntnis der Rechtgläubigkeit nicht immer...". So ist es nicht verwunderlich, daß nach heiligväterlicher Überzeugung die Tugenden der geistlichen Nüchternheit, des Maßhaltens und der Besonnenheit eine entscheidende Rolle spielen sollten; abgesehen davon, daß solchermaßen das jeweilige persönliche Zeugnis glaubwürdiger erscheint, entgeht der Betreffende der latenten Gefahr, duch seinen Eifer und Enthusiasmus auf geistliche Irrwege zu geraten, die seine weitere Reifung und Vertiefung seines rechtgläubigen Bekenntnisses mehr als kontraproduktiv beeinflussen könnten.

In der Liebe Christi grüßt
Erzpr. Peter
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