Orthodoxie im Alltag

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Deki_3
Beiträge: 96
Registriert: 09.05.2006, 21:42
Wohnort: Dortmund

Orthodoxie im Alltag

Beitrag von Deki_3 »

Liebe Forumsteilnehmer!

Wieviel Einfluss hat die Orthodoxie in eurem täglichen Leben?
Ich denke bei dieser Frage weniger an grundsätzliche Dinge wie Beten oder das Lesen in der Heiligen Schrift.

Gesunder Körper , gesunde Seele? Ich denke, dass unser Körper der Tempel des (Heiligen) Geistes ist. Ich betreibe viel Sport, ernähre mich gesund und rauche auch nicht. Alkohol gibt es sehr selten, falls Gäste kommen, und dann bleibt es bei Rotwein und endet nicht in Betrunkenheit.

Ebenso finde ich es wichtig, dass man immer sauber und ordentlich gekleidet ist. Man soll anderen Menschen, selbst Ungläubigen gegenüber höflich sein und gute Manieren haben. Wir müssen Vorbilder sein.

Ich könnte Seiten damit füllen, bin aber sehr neugierig auf eure Beiträge.
Eine Frage noch an die Männer der Schöpfung, tragt ihr einen orthodoxen Bart?

Vielen Dank

Möge Gott euch beschützen
Ehre sei Dir oh Herr

Beitrag von Ehre sei Dir oh Herr »

Hallo Savo,

ich kann die Punkte des Nicht (mehr) Rauchens und Nichttrinkens (bis auf wenige Flaschen Bier im Jahr und wenigen Gläsern Rotweins bei besonderen Anlässen) auch auf mich beziehen.
Des Schichtdienstes und anderer Punkte wegen bin ich bei weitem nicht so sportlich wie Du :oops:
Generell teile ich auch Deine Auffassung eines vernünftigen Erscheinungsbildes, wobei ich da wieder vorsichtig herangehen möchte, um nicht unbewußt zum Pharisäer zu werden.
Wichtig ist vor allem das Innere, finde ich. Das NT bietet da ja einige Beispiele wie Du sicher weißt...

Einen Orthodoxen Bart trage ich auch nicht :)
Das ist auch nicht unbedingt nötig, aber wer es mag, warum nicht?
Die Tradition aus dem AT weißt meines Wissens auf die Mönche hin...
Nach den Bibelstellen müsste ich erst etwas forschen, aber vielleicht weiß das z.B. unser Vater Peter schneller und ausführlicher...

L.G. Dein René
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Sebastian
Beiträge: 956
Registriert: 16.12.2008, 13:46
Religionszugehörigkeit: Orthodox (MP)

Beitrag von Sebastian »

Lieber Savo!

Vorab möchte ich ausdrücken, dass ich es schön finde, dass Du dich hier im Forum wieder aktiv regelmäßig beteiligst!

Zur Frage:
savo hat geschrieben:Wieviel Einfluss hat die Orthodoxie in eurem täglichen Leben?
Einen sehr starken! Nachdem ich die Orthodoxie annahm, betrachte ich viele Dinge, ob im Profanen oder Geistigen von einem anderen Blickwinkel. Dinge, die auf einen einströmen, werden in verstärkter Form zuerst geprüft; es hat bei mir einen Wandel weg von einem gewissen gleichgültigen Konsumieren (damit meine ich nicht nur Nahrungsmittel, sondern so ziemlich alle Dinge die den Alltag berühren) hin zu einer, wenn ich diesen Ausdruck benutzen darf, gewissen orthodoxen Objektivität.

Ich muss aber sagen ich finde es schade, dass du zu Beginn der Diskussion dies hier ausklammerst:
Ich denke bei dieser Frage weniger an grundsätzliche Dinge wie Beten oder das Lesen in der Heiligen Schrift
Gerade solch augenscheinlich grundsätzliche Dinge, wie das Gebet, nehmen einen großen und schönen Part in meinem Leben ein.
Gesunder Körper , gesunde Seele? Ich denke, dass unser Körper der Tempel des (Heiligen) Geistes ist. Ich betreibe viel Sport, ernähre mich gesund und rauche auch nicht
Da hast du recht. Der Körper ist auch der irdische Tempel des Geistes. Ein kranker Körper ist für den Seelenzustand bestimmt nicht vorteilhaft, da die körperlichen Belastungen auch das Glaubensleben erfassen können. Ich betreibe auch Sport (leider wegen Prüfungen etwas eingeschlafen :( ) und achte auf Ernährung. Leider rauche ich noch, versuche es mir aber abzugewöhnen.
Ebenso finde ich es wichtig, dass man immer sauber und ordentlich gekleidet ist. Man soll anderen Menschen, selbst Ungläubigen gegenüber höflich sein und gute Manieren haben. Wir müssen Vorbilder sein.
Nun, wie ein Mensch gekleidet ist, ist doch eher zweitrangig. Ich denke der Herr Jesus Christus schaut mehr auf unser Herz und unseren Glauben, als auf Kleidung. Man kann anderen Menschen mM auch keine Vorschriften in dieser Hinsicht machen, sondern, wie du mE sehr richtig bemerkst, mit Höflichkeit und Manieren, den Menschen annehmen. Ich persönlich achte sehr auf ein gepflegtes Erscheinungsbild. In Selbstverliebtheit sollte der eigene Maßstab aber nicht enden.
Eine Frage noch an die Männer der Schöpfung, tragt ihr einen orthodoxen Bart?
Bisher noch nicht, du?
Sehe es hier, wie René.

Interessantes Thema! Danke zurück :D (hätte auch sehr gut unter "Der Enge Weg, der ins Leben führt" gepasst fällt mir gerade ein 8) )

Grüsse nach NRW
Sebastian
Deki_3
Beiträge: 96
Registriert: 09.05.2006, 21:42
Wohnort: Dortmund

Beitrag von Deki_3 »

Vielen Dank für eure Antworten !

Natürlich denke ich da nicht an Designer Mode oder sonstiges liebe Freunde. Aber da die Orthodoxie mein Leben bedeutet und nicht nur ein Teil dessen, bin ich auf eine Art Repräsentant. Und ich möchte meine Religion in angebrachter Weise vertreten.

Ich werde mir direkt nach der Hochzeit diesen besonderen Bart zulegen. Ich kenne einige Landsleute von mir die sehr rechtsgläubig sind und einen Bart tragen. Sie strahlen für mich so viel Frömmigkeit und Weisheit aus, und ich muss ganz erhlich sagen, ich habe vor ihnen gleich ein wenig mehr Achtung und Respekt.
Es zeugt von einer gewissen Fundamentalität (bitte nicht falsch verstehen). Dann sehe ich, dass derjenige es sehr ernst nimmt und praktizierender Orthodoxe ist.


Auch nicht-Orthodoxe sind herzlichst eingeladen, ihren christlichen Alltag zu beschreiben.


Lieber Sebastian, vielen Dank für die brüderliche Resonanz. Ich hoffe, mich noch öfter beteiligen zu können. Leider befinde ich mich in keiner schönen Lebensphase, was mir manchmal die Kraft zur Ruhe raubt.

Ich hatte die grundsätzlichen Dinge ausgeklammert, weil ich denke, dass jeder Gläubige betet und in der Bibel liest.



LG
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Sebastian
Beiträge: 956
Registriert: 16.12.2008, 13:46
Religionszugehörigkeit: Orthodox (MP)

Beitrag von Sebastian »

Lieber Sebastian, vielen Dank für die brüderliche Resonanz. Ich hoffe, mich noch öfter beteiligen zu können. Leider befinde ich mich in keiner schönen Lebensphase, was mir manchmal die Kraft zur Ruhe raubt.
Lieber Br. Savo,

ich wünsche Dir die Hilfe des dreieinigen Gottes, damit eine Wende zum Guten der derzeitigen Lebensumstände herbeigeführt wird.

Gospodi pomiluj!
Ich hatte die grundsätzlichen Dinge ausgeklammert, weil ich denke, dass jeder Gläubige betet und in der Bibel liest.
Gerade aus deinen beschriebenen Umständen denke ich, dass viele Gläubige es aus Kraftlosigkeit nicht schaffen, die nötige Kraft und Ruhe zum Gebet und zur Lektüre der Hl. Schrift zu finden; Keine Kraft und Freude zur Liturgie, keine Kraft zum Gebet, zur Beichte kurz und schlecht keine Kraft zum Glauben. Der Blick auf Christi verwischt und kann letztenendes sich völlig auflösen. Es ist schön, dass bei Dir es nicht so ist, aber messen wir andere Gläubige nicht an unseren Maßstäben. Das ist meine Meinung.

Solchen Gläubigen, die Kraftlos sind und "einschlafen" sollten wir uns besonders annehmen, damit aus Erschöpfung nicht Mutlosigkeit, Verzweiflung und Gleichgültigkeit erwächst! Das schlimmste für einen Gläubigen ist die Verflachung.

LG

Sebastian
danadoina_3
Beiträge: 159
Registriert: 06.02.2007, 19:32

Beitrag von danadoina_3 »

ES wurde auf einem rum.-orth- Forum die Frage gestellt (von einem katol.Gläubiger !) was wir meinen würden, was heißt orthodox zu leben! ES kamen viele Antworten, von Kirchenbesuch, ....bis Beichte, Kommunion.... Ich denke an erster Stelle, soll man versuchen den Tag, Minute für Minute, bewußt zu leben, mit einer Art geistige Wachsamkeit die Gedanken und Taten zensiert und versucht nur die durchzulassen die Gottgefällig sind. Es ist eben der " unsichtbare Krieg" ! Man kommt eben nicht ohne Gottesdienste, Beichte, Kommunion und Beten aus!

Ich habe ein "Juwel"gefunden bei einem der unzähligen heiligen Lehrer die wir in der Kirche geschenkt bekommen haben. Ich werde versuchen es zu übersetzen:

"Erfülle deinen Gebetsregel täglich, mit Sorgfalt und mit der Sorge das dein Gebet nicht wie das dem Pharisäer sein soll sondern wie das dem Zöllner.
Halte dein Verstand in eine andauernde Wachsamkeit und Klarheit.
Verlange nicht und erwarte nicht eine zu großes Trostgefühl vom Gebet.
Er allein weiß wann, ob und wieviel Er uns davon geben muß"
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