Götzenopfer heutzutage?

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Milo
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Götzenopfer heutzutage?

Beitrag von Milo »

Grüß Gott miteinander!

Wie gilt es sich heute zu verhalten, wenn man weis das die Speise im Prinzip ein Götzenopfer ist? (vgl. Apg 15)

Ihr fragt Euch wo gibt es sowas?!

Nun, wenn ihr zB. in ein indisches Restaurant heute essen geht, dann wird von der zubereiteten Speise meist der erste Teil immer einem der indischen Götter geopfert (zB. Ganesch oder Krischna). Ob man will oder nicht, man "partizipiert" quasie durch das Essen an dem Kult.

Oder, wenn bei den Moslems die Zeit des Q,urban kommt, des Opferfestes, dann ist es üblich das die moslemischen Gläubigen ein Teil der Opferspeise an ihre Nachbarn verteilen. Ich kenne diese Praxis zB. in Bosnien sehr ausgeprägt. Aber auch das ist ein Blutopfen an einen Gott der nicht unserer ist. Darf man davon essen?

Gespannt auf Eure Meinungen,

unwissender br. milo
Walter
Beiträge: 443
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Re: Götzenopfer heutzutage?

Beitrag von Walter »

administrator hat geschrieben:Wie gilt es sich heute zu verhalten, wenn man weis das die Speise im Prinzip ein Götzenopfer ist? (vgl. Apg 15)
Diese Frage wurde schon in 1Kor 8 beantwortet. Die Antwort hat m.E. auch beinahe 2000 Jahre später ihre Gültigkeit nicht verloren.

Gruß
Walter


Edit: Link zeigte auf Gen 1; geändert.
Zuletzt geändert von Wanderer am 20.02.2007, 20:04, insgesamt 1-mal geändert.
Milo
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Beitrag von Milo »

Lieber Walter,

danke für den Hinweis. Die Stelle ist interesant, aber ein wenig weiter steht auch Folgendes:

1.Kor 10.14 Darum, meine Lieben, flieht den Götzendienst! 15Ich rede doch zu verständigen Menschen; beurteilt ihr, was ich sage. 16Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? 17Denn ein Brot ist's: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben. 18Seht an das Israel nach dem Fleisch! Welche die Opfer essen, stehen die nicht in der Gemeinschaft des Altars? 19Was will ich nun damit sagen? Daß das Götzenopfer etwas sei? Oder daß der Götze etwas sei? 20Nein, sondern was man da opfert, das opfert man den bösen Geistern und nicht Gott. Nun will ich nicht, daß ihr in der Gemeinschaft der bösen Geister seid. 21Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der bösen Geister. 22Oder wollen wir den Herrn herausfordern? Sind wir stärker als er?


Als hätten hier zwei Autoren den Brief geschrieben. :roll:
Gibt es hierfür eine Erklärung? Was ist nun richtig?
Striktes ablehnen oder manchmal tollerieren des Götzenopfers?

Immer noch unwissender br. milo
Walter
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Beitrag von Walter »

Lieber Milo,

ich verstehe es so: Es gibt nur einen Gott. Daher lehnt Paulus den Glauben an andere Götter ab, ebenso den Dienst an solchen Götzen und auch, Götzen zu opfern. Allerdings spricht nichts dagegen, das Fleisch zu essen, das zuvor andere irgendwelchen nicht existenten Göttern (eben Götzen) opferten, eben weil es ganz normales Fleisch ist und bleibt.

Der Götzendienst schadet den Götzendienern, weil sie damit Gott lästern. Mit dem Fleisch (oder anderen Opferspeisen) passiert dabei aber gar nichts, weshalb man es auch guten Gewissens essen kann.

Schöne Grüße
Walter
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protopeter
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Beitrag von protopeter »

Lieber Milo, lieber Walter !

Das Essen von einer Speise, die als Götzenopfer dargebracht wurde, untersagt der Apostel aus dem Grund, daß es sich hier um eine Mahlgemeinschaft handelt, die ihrem Wesen nach durchaus rituellen Charakter haben kann. Dabei ist es weniger um die Frage zu tun, ob gewisse Götzen tatsächlich existent sind oder nicht - primär handelt es sich um die dahinterstehende Grundintention. Dementsprechend gebietet auch I Kor 8,7-12 entsprechende Vorsicht und Erkenntnis walten zu lassen.

Herzliche Grüße und Segenswünsche,
Erzpr. Peter
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Sebastian
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Re: Götzenopfer heutzutage?

Beitrag von Sebastian »

administrator hat geschrieben:
Nun, wenn ihr zB. in ein indisches Restaurant heute essen geht, dann wird von der zubereiteten Speise meist der erste Teil immer einem der indischen Götter geopfert (zB. Ganesch oder Krischna). Ob man will oder nicht, man "partizipiert" quasie durch das Essen an dem Kult
:shock:

Wusste ich gar nicht!
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theofan
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Beitrag von theofan »

Liebe Gourmets,

ich schlage vor, den feinen Unterschied nicht aus dem Auge zu lassen, ob ein Opfer dargebracht wurde im biblischen Sinne (Auswahl eines reinen Opfertieres, Opferintention, rituelle Vorschriften) oder ob lediglich durch den Koch ein Dank an seinen Gott dargebracht wurde.
Mittlerweile sollte man mal überlegen, ob einem ein solcherart dankbarer Inder nicht geistig näher steht, als ein colasaufenderundpopcornfressender Jungdeutscher, der an gar nichts mehr glaubt und nur noch sich selber danke sagt.

Prost Mahlzeit
Hans-Peter
talitaNeu
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Von nichts kann nichts werden

Beitrag von talitaNeu »

Hallo,

Heißt es denn nicht, dass es ein nichts ist (nicht bestehend, zwecklos, götze0nichts) wenn ein Mensch denkt, dass er Nachrung "etwas" -"dem Nichts" opfert? Heißt es dann nicht in dem Evangelium es ist ein nichts , also eigentlich nicht von Bedeutung, wenn man das ißt, man soll es aber nicht tun, damit Menschen, die nicht so stark sind - meint wahrscheinlich, die dem irgenwie einen wert beimessen (positiv oder negativ ).

Für mich persönlich, da ich es jetzt weiß werde ich mich bemühen es zu vemeiden hineingezogen zu werden. Denke obwohl es ein Nichts-(Götzen)-Dienst ist, ist es eine Beleidigung dem HERRN gegenüber.

Wüßte aber gerne dennoch, was ihr vom ersten Teil dieses Beitrages denkt bzw. ob ich das falsch aus der Bibel verstanden habe. Das Zitat habe ich nicht gerade parat. Sorry

Liebe Grüße Aleksandra
Mein Zuhause

Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.
protopeter
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Beitrag von protopeter »

Liebe Aleksandra !

Um nochmals auf die Frage des Götzenopfers bei I Kor 8,7 zurückzukommen: Gemäß apostolischer Weisung soll hier mit Umsicht zu Werke gegangen werden; die Teilhabe an einem Götzenopfermahl ist demnach auch mit der entsprechenden Verführbarkeit des Betreffenden in unmittelbare Beziehung gesetzt - und zwar nach traditioneller Auslegung gemäß einer "Kenntnis, die unzureichend erleuchtet ist und auf üble Weise urteilt; sie entbehrt ethischer Kraft...". Der Kirchenvater Theodoret von Kyros sagt dazu: "Nicht die Speise verunreinigt, sondern das Gewissen wird befleckt".

In Konsequenz aus dem Gesagten gilt es nun, keinen oberflächlich-pharisäischen Zugang zu finden; auch hier sollte das orthodoxe Prinzip der Unterscheidung der Geister Vorrang haben. In diesem Sinne erscheint Hans-Peters Einwand durchaus berechtigt - der Akt an sich kann für den im Glaubensethos Verankerten keine wie auch immer geartete Relevanz haben; der warnende Rat des Apostels gilt in erster Linie den "Schwankenden" !

Herzliche Grüße sendet
Erzpr. Peter
Walter
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Re: Von nichts kann nichts werden

Beitrag von Walter »

talitaNeu hat geschrieben:Heißt es denn nicht, dass es ein nichts ist (nicht bestehend, zwecklos, götze0nichts) wenn ein Mensch denkt, dass er Nachrung "etwas" -"dem Nichts" opfert? Heißt es dann nicht in dem Evangelium es ist ein nichts , also eigentlich nicht von Bedeutung, wenn man das ißt, man soll es aber nicht tun, damit Menschen, die nicht so stark sind - meint wahrscheinlich, die dem irgenwie einen wert beimessen (positiv oder negativ ).

Wüßte aber gerne dennoch, was ihr vom ersten Teil dieses Beitrages denkt bzw. ob ich das falsch aus der Bibel verstanden habe. Das Zitat habe ich nicht gerade parat.
Liebe Aleksandra,

Du meinst vermutlich auch das achte Kapitel des ersten Briefes von Paulus an die Korinther, das ich oben schon angeführt habe:
Paulus hat geschrieben:
  1. Nun zur Frage des Götzenopferfleisches. Gewiss, wir alle haben Erkenntnis. Doch die Erkenntnis macht aufgeblasen, die Liebe dagegen baut auf.
  2. Wenn einer meint, er sei zur Erkenntnis gelangt, hat er noch nicht so erkannt, wie man erkennen muss.
  3. Wer aber Gott liebt, der ist von ihm erkannt.
  4. Was nun das Essen von Götzenopferfleisch angeht, so wissen wir, dass es keine Götzen gibt in der Welt und keinen Gott außer dem einen.
  5. Und selbst wenn es im Himmel oder auf der Erde sogenannte Götter gibt - und solche Götter und Herren gibt es viele -,
  6. so haben doch wir nur einen Gott, den Vater. Von ihm stammt alles und wir leben auf ihn hin. Und einer ist der Herr: Jesus Christus. Durch ihn ist alles, und wir sind durch ihn.
  7. Aber nicht alle haben die Erkenntnis. Einige, die von ihren Götzen nicht loskommen, essen das Fleisch noch als Götzenopferfleisch und so wird ihr schwaches Gewissen befleckt.
  8. Zwar kann uns keine Speise vor Gottes Gericht bringen. Wenn wir nicht essen, verlieren wir nichts, und wenn wir essen, gewinnen wir nichts.
  9. Doch gebt Acht, dass diese eure Freiheit nicht den Schwachen zum Anstoß wird.
  10. Wenn nämlich einer dich, der du Erkenntnis hast, im Götzentempel beim Mahl sieht, wird dann nicht sein Gewissen, da er schwach ist, verleitet, auch Götzenopferfleisch zu essen?
  11. Der Schwache geht an deiner «Erkenntnis» zugrunde, er, dein Bruder, für den Christus gestorben ist.
  12. Wenn ihr euch auf diese Weise gegen eure Brüder versündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, versündigt ihr euch gegen Christus.
  13. Wenn darum eine Speise meinem Bruder zum Anstoß wird, will ich überhaupt kein Fleisch mehr essen, um meinem Bruder keinen Anstoß zu geben.
Auch finde ich in diesem Zusammenhang wichtig, was Jesus selbst zu dem Thema sagt:
Mt 15 hat geschrieben:
  1. Da kamen von Jerusalem Pharisäer und Schriftgelehrte zu Jesus und sagten:
  2. Warum missachten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen sich nicht die Hände vor dem Essen.
  3. Er entgegnete ihnen: Warum missachtet denn ihr Gottes Gebot um eurer Überlieferung willen?
  4. Gott hat gesagt: Ehre Vater und Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden.
  5. Ihr aber lehrt: Wer zu Vater oder Mutter sagt: Was ich dir schulde, erkläre ich zur Opfergabe!,
  6. der braucht seinen Vater oder seine Mutter nicht mehr zu ehren. Damit habt ihr Gottes Wort um eurer Überlieferung willen außer Kraft gesetzt.
  7. Ihr Heuchler! Der Prophet Jesaja hatte Recht, als er über euch sagte:
  8. Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.
  9. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.
  10. Und er rief die Leute zu sich und sagte: Hört und begreift:
  11. Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
  12. Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Weißt du, dass die Pharisäer über deine Worte empört sind?
  13. Er antwortete ihnen: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.
  14. Lasst sie, es sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen.
  15. Da sagte Petrus zu ihm: Erkläre uns jenes rätselhafte Wort!
  16. Er antwortete: Seid auch ihr noch immer ohne Einsicht?
  17. Begreift ihr nicht, dass alles, was durch den Mund (in den Menschen) hineinkommt, in den Magen gelangt und dann wieder ausgeschieden wird?
  18. Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein.
  19. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Verleumdungen.
  20. Das ist es, was den Menschen unrein macht; aber mit ungewaschenen Händen essen macht ihn nicht unrein.
Schöne Grüße
Walter
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talitaNeu
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Wohnort: Hamburg / Reutlingen

:oops:

Beitrag von talitaNeu »

:oops:
JA Walter, den ersten Teil meinte ich. Danke (sorry, dass ich nicht dies durchgelesen hatte).

Liebe Grüße Aleksandra
Mein Zuhause

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ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.
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