per-ipsum hat geschrieben:Ja, und die Kirche benötigt Spenden, so wie es ein jeder kann. Es gibt ja nicht umsonst die Stelle in der heiligen Schrift, mit der alten Frau am Tempel die ihr letztes opfert.
Zu dem Thema "Spenden" würde mich mal interessieren, ob es bei der hl. messe im orthodoxen-raum auch eine messintention gibt, und ob diese "bestellt" werden kann von einem laien, gegen spende...
Es tut mir leid, ich weiß nicht wo ich die Frage sonst posten soll, es passte gerade. Diese Frage beschäftigt mich schon lange, wieso weiß ich eigentlich garnicht. Aber ich hoffe auf eine Antwort.
Im Gebet verbunden.
bzgl. Spende in der OK
bzgl. Spende in der OK
-
protopeter
- Priester
- Beiträge: 698
- Registriert: 24.07.2006, 21:21
- Wohnort: Salzburg
In der Orthodoxen Kirche ist die Göttliche Liturgie der höchste Ausdruck der gottmenschlichen Synergie - die Manifestation der gesamten Kirche. So ist es nach unserer Tradition eben auch nicht möglich, daß ein Priester ohne Anwesenheit des "Volkes" - also der Gläubigen - die Liturgie feiert. Diese Vorbemerkung ist für das orthodoxe Verständnis der Frage, ob es in unserer Kirche die in der Frage genannten "Meßintentionen" geben kann, von gewisser Bedeutung.
Die darauf lautende Antwort ist ein klares Nein: Es gibt wohl die Möglichkeit, daß der Zelebrant im Zuge der Liturgie (vor allem auch schon bei der Proskomidie) diverser Brüder und Schwestern im Glauben gedenkt; darüberhinaus gibt es paraliturgische Gottesdienste (Panichida - Totengedenken oder Moleben - Bittgottesdienst), in denen das Gedächtnismoment von großer Bedeutung ist. Es wäre allerdings ein Widerspruch in sich, wenn eben der liturgische Gottesdienst - die eucharistische synaxis - durch persönliche "Intention" von Grund auf gewissermaßen "privatisiert" würde.
Um noch auf die Eingangsfrage zu antworten sei gesagt, daß man für die genannten paraliturgischen Feiern indessen durchaus eine Spende geben kann.
In der Liebe Christi grüßt
Erzpr. Peter
herzlichen Dank für deine Antwort.
In der WK, war es im tridentinischen Ritus auch nicht möglich, die Messe ohne mindestens eine Person zu feiern, ich finde es selbst sehr bedauerlich das es geändert wurde.
Eine sogenannte Panachidamesse (ich hoffe ich habe das richtig geschrieben) kann für als Totengedenken gehalten werden. (So habe ich das verstanden).
Ist dieses Totengedenken, dann im Sinne der Toten im Fegefeuer,
ich weiß jetzt nicht genau wie ich das formulieren muß,
oder schließt es alle toten ein. Mir wäre wichtig zu wissen, ob dort
die im Fegefeuer büßenden eingeschlossen sind.
Soweit ich weiß, gibt es die Lehre vom Fegefeuer ja auch in der Orthodoxen Kirche, oder irre ich mich dabei .
Herzlichen Dank schon ein Mal für die Antwort
und hoffe nicht das meine Fragen falsch verstanden werden,
sie kommen mir aus dem Herzen.
es sei mir gestattet, dieses kleine Missverständnis auszuräumen: eine Panichida ist keine Totenmesse, sie enthält kein eucharistisches Hochgebet und keine Kommunion, sondern Psalmlesungen, Gebete, Fürbitten. Kern ist das Gebet des Priesters für den/die Verstorbenen.
In der Göttlichen Liturgie gibt es, wie gesagt, die Möglichkeit, an verschiedenen Stellen auch ganz konkret die Namen Verstorbener in die Aufzählung derjenigen ("Diptychen") einzubinden, für die das Heilige Opfer dargebracht wird.
"Wir bringen diesen geistlichen Opferdienst auch dar für die im Glauben Ruhenden, die Vorväter, Väter, Patriarchen, Propheten, Apostel, Verkünder...
... gedenke auch aller, die entschlafen sind in der Hoffnung auf die Auferstehung zum ewigen Leben, des Knechtes N./ der Magd N. und verleihe ihnen die Ruhe dort, wo das Licht deines Antlitzes leuchtet..."
Darüber hinaus kann vor dem Hochgebet, im erstenTeil unserer "Messe" dann, wenn sie "in der Intention" für einen Verstorbenen gehalten wird, eine besondere Fürbitte ("Litanei für die Verstorbenen") eingeschoben werden.
Das "Fegefeuer" ist eine rein katholische Erfindung, die nicht Bestandteil der orthodoxen Überlieferung ist. In der Orthodoxie gibt es keine vergleichbar ausgefeilte Theorie über den Zustand der Seele zwischen Tod und Gericht, da dies alles höchst spekulativ ist. Lediglich über die unmittelbar dem Tod folgende Phase des Aufstiegs der Seele zu Gott finden sich Bilder, die von "Zöllnern" und "Wegelagerern" sprechen, welche die Seele versuchen, von ihrem Weg abzubringen - Versuchungen des Satans. (Der new-age-Glaube, das öfter beschriebene Licht am Ende des Tunnels sei in jedem Falle schon Christus, gehört auch dazu.). Da die Seele dann "aus der Zeit herausfällt", gibt es anschließend nur einen unbestimmten Zustand der Erwartung des Gerichts.
Diese Sicht ist typisch für orthodoxes Denken, welches das Unsagbare in der Regel auch ungesagt lässt und sich auf die Rettung der Seele hier und jetzt konzentriert.
Buchtipp: Fr. Seraphim Rose, The Soul After Death,
(hier paar Auszüge: http://www.orthodoxinfo.com/death/excerpts_death.aspx )
Gottes Segen
Hans-Peter