Schöpfung und Evolution

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Nassos
Beiträge: 4444
Registriert: 18.12.2008, 21:43

Beitrag von Nassos »

Hallo Halil,

vielen Dank für Deine klare Meinung!
Du bist der Erste, der mich des Atheismus' bezichtigt. Das hat mir noch keiner gesagt. Schnell geschossen, voll daneben...

Zwar beruht dies alles nur auf einem Mißverständnis Deinerseits, aber trotzdem kann ich leider aus Deinen Worten nicht erkennen, dass Du es gut gemeint hast. Ich habe eher den Eindruck, dass wir es bei Dir versemmelt haben und nur noch Strafe verdienen (aber vielleicht liege ich jetzt falsch).

Das Mißverständnis scheint in der Auslegung des Wortes "Kreationismus" zu liegen. Wahrscheinlich verstehst Du "Schöpfung" darunter, deshalb bist Du so entsetzt. Das bedeutet es aber eben nicht.

Was orthodox ist, brauchst Du mir nicht zu sagen, es sei denn Du bist Geistlicher. Abgesehen davon, dass es ein Wort aus meiner Muttersprache ist, wurde ich orthodox getauft und trage das Mal unseres Herrn seit ich ein Baby war. Es hat aber nicht meinen Verstand abgeschaltet.

Ich glaube und ich bekenne, dass Gott der Schöpfer ist, wie es im Glaubensbekenntnis geschrieben steht. Er ist Schöpfer von Himmel und Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren. Seine Schöpfung ist zu groß, als dass ich sie in ihrer Gesamtheit mit meinen Augen und Ohren und meinem Verstand erfassen kann. Ich bin überzeugt, dass der Mensch nie auch nur ansatzweise die Schöpfung verstehen wird, denn egal wie weit er kommt, wenn etwas unendlich groß ist, dann kann er laufen und erforschen bis zum Ende aller Tage, und es wird wieder absolut unbedeutend sein.

Gott hat uns mit Verstand, Logik und Neugier ausgestattet. Ich fasse dies als Hausaufgabe auf, mich bis zu meinem Tod mit Seiner Schöpfung auseinanderzusetzen. Denn je mehr ich davon verstehe, desto mehr Ehrfurcht ist in mir vor Seinem Werk. Ich brauche nicht nach Wundern zu suchen, denn ich lebe in einem!!!! Schon alleine "Leben" ist ein Wunder.

Und jetzt Achtung: das macht mich nicht zum Kreationisten. :shock:

Was genau darunter zu verstehen ist, haben meine Vorgänger in diesem Thread sehr wohl beschrieben.

Ich hoffe, der Unterschied ist klar und wir verstehen uns jetzt. :wink:
Und wie du siehst, ist Mary auch schwer in Ordnung!

Ein gesegnetes und schönes Wochenende,
Nassos
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Avner
Beiträge: 127
Registriert: 29.04.2007, 17:34

Beitrag von Avner »

Hallo,

erst einmal tut es mir leid, wenn ich euch verletzt habe. Ich sage nicht, Gott hat die Welt genau in 7 Tagen erschaffen, das waren womöglich keine Tage sonder Zeitperioden. Aber ich lehne die Evolutionstheorie ab, weil es nicht mal wissenschaftlich nachweisbar ist, wie es manche hier behaupten! Weshalb sollte ich also glauben, dass mein UrUrUrUrUrUr-etc-Opa ein Affe war?

LG
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BratIvan
Beiträge: 23
Registriert: 25.10.2006, 08:55
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gegen Missverständnisse

Beitrag von BratIvan »

Liebe Teilnehmer,

Ich verfolge mit Spannung eure Diskussion und stelle fest, dass es unter einigen vielleicht ein paar Missverständnisse gibt.

Erst einmal: Unter "Kreationismus" versteht man heute verschiedenes. Die extremsten Kreationisten in den USA haben den Geist der Bibel vollends verworfen und glauben an den wortwörtlichen Sinn der Genesis, d.h. in sechs Tagen vor etwa 7000 Jahren hat Gott die Welt, alle Pflanzen und Tiere und den Menschen erschaffen (seltsamer Weise behauptet heute keiner mehr, dass die Erde eine Scheibe und der Himmel ein "Firmament" sei, was ja auch aus dieser Leseart hervorginge).
Manche abgeschwächte Varianten (auch zumeist Amerikanische Protestanten) bestehe "nur" darauf, dass es keine Entwicklung der Arten und dementsprechend keine Verwandtschaft unter ihnen gibt. Gott habe jedes Lebewesen durch einen besonderen Schöpfungsakt (Wunder) neu erschaffen. Meist hält man auch noch an der Sintflut vor ca 4000 Jahren, oder so, fest.

Das große Problem, dass alle diese Ideen haben, ist, dass sie heute einigen sehr gut belegten wissenschaftlichen Fakten widersprechen, wie z.B. der Rotverschiebung des Sternenlichtes, der C3 Methode, Knochenfunden, geologischen Untersuchungen etc..

Das Gott in jedem Augenblick seine Schöpfung erhält und lenkt kann man auch glauben, ohne solche ignoranten Thesen zu vertreten. Gottes Wirken ist für die Wissenschaftler zwar unsichtbar, aber nichtsdestoweniger lässt sie sich erkennen, z.B. in der erstaunlichsten Erscheinung, die wir im Universum kennen: dem Menschen...

Schönen Abend und einen guten Sonntag
Euer s. N. Johannes
IoannesProselytos
Beiträge: 196
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Beitrag von IoannesProselytos »

Avner hat geschrieben:Hallo,

erst einmal tut es mir leid, wenn ich euch verletzt habe. Ich sage nicht, Gott hat die Welt genau in 7 Tagen erschaffen, das waren womöglich keine Tage sonder Zeitperioden. Aber ich lehne die Evolutionstheorie ab, weil es nicht mal wissenschaftlich nachweisbar ist, wie es manche hier behaupten! Weshalb sollte ich also glauben, dass mein UrUrUrUrUrUr-etc-Opa ein Affe war?

LG
Daran glaube ich auch nicht notwendigerweise - denn das ist - wie viele dieser Methoden - auch nur eine Glaubenssache (aber in einer durchaus primitiveren Weise, als es der Glaube an Gott und eine organisierte Religion ist), die ich persönlich niemals nachprüfen werde können.
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BratIvan
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Zwischenruf

Beitrag von BratIvan »

Liebe Leute,

Ich denke wir haben nun viel über die Herangehensweise bei unserem Thema gesprochen. Lasst uns doch Schritt für Schritt über die Bibelverse sprechen. So werden wir nacheinander alle Themen behandeln, von der Abstammung des Menschen bis zum Urknall, oder umgekehrt.

Beginnen wir also mit den ersten Versen (Aus der Elberfelder Bibel):

Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.
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