Als Einleitung möchte ich die damaligen Kommentare hier reinstellen (auf die Stellen zu den Ungeschaffenen Energien gekürzt):
Albert hat geschrieben:Man könnte das philosophisch so ausdrücken: Der Westen hat hauptsächlich eine essentialistische Denkart und der Osten eher eine existentialistische Verständnisweise Gottes. Wobei das zwar eigentlich Vereinfachungen sind aber doch schon treffen.
Die Gefahr im Westen ist dabei Gott zu einem rationalen Erkenntnisobjekt zu machen oder vielleicht auch in eine moralische Instanz .
Gott ist aber ein lebendiges Gegenüber eine Person. Gott ist im Wesen unerkennbar teilt sich aber mit in seiner Eksistenz, seinem Wunsch uns zur Vergöttlichung zu führen, aber nicht in seinem Wesen sondern in seinen Energien.
Das ist klargelegt in der Energienlehre des Palamas und leider geht das im ökumenischen Dialog unter,den dies ist der Punkt an dem der Westen viel lernen könnte.
Immerhin gibt es katholischerseits Menschen, die hier offen sind. Ich nenne mal Michael Kunzler oder Gilbert Greshake. Zudem sind die Anliegen schon auch nicht ganz untergegangen so zum Beispiel bei Cusanus oder im Gebet des einfachen Christen, der ja nicht einen philosophischen Erkenntniswunsch über die Natur Gottes hat, sondern Gott begegnen möchte.
Das ist ein sehr interesantes Thema
Albert hat geschrieben:Der Osten hat im Rückgriff auf andere Kirchenväter und auch in der Verteidigung der mystischen Gebetserfahrung, ein zum einen apophatisches Verständnis, was beinhaltet das über das Wesen Gottes in sich nichts ausgesagt werden kann, außer dem Ausgang der Personen vom Vater und zum anderen verteidigt er das Ziel des Menschen in der Vergöttlichung, was eine Teilhabe an Gott nicht seines Wesens nach sondern in seinem ungeschaffen Außenbezug oder vielleicht besser der liebenden Kommunikation nach bedeutet. Darüber können die Orthodoxen selber aber bestimmt besser berichten, meine Sätze werden da immer verschachtelt.
Sinaitis hat geschrieben:Es wurde schon mehrmals auf die göttlichen Energien hingewiesen, das ist sehr richtig. Ich habe sie nur deshalb nicht in die Diskussion hineingebracht, um nicht zu viele Baustellen gleichzeitig aufzureißen,
Aber eine kleine Fußnote soll daran erinnern, daß die Energienlehre ja von den Lateinern als Häresie verurteilt wurde (auch die Unierten feiern den hl. Grigorios Palamas NICHT - siehe das Orologion von Grottaferrata sowie das Liturgikon von Edelby) und Palamas selbst ja Ketzer erklärt wurde. Das wurde von einem lateinischen Konzil bislang nicht offiziell revidiert und der große Heilige wurde auch nicht rehabilitiert. Es wird ihm wenig ausmachen, da wir ihn geziemend feiern.
Albert hat geschrieben:Das stimmt so nicht die Energienlehre wurde nie offiziell verurteilt. Es gab sehr viel Polemik und sicher auch Unkenntnis aber ein Urteil gab es nie. Ich finde in der Energienlehre eine bedeutende Wahrheit über Gott der auch hinausführt aus einer reinen aristotelischen-scholastischen Theologie.
.Albert hat geschrieben:Es geht um das Wesen Gottes in sich, -jetzt und in Ewigkeit unerkennbar für den Menschen -und Gott in seinen ungeschaffen Energien die untrennbar von Gott sind und deren wir teilhaft werden können. Formuliert von Palamas in Auseinandersetzung mit dem Mönch Barlaam.
Aber ich denke das können die Orthodoxen im Forum besser erklären.
Ich hoffe, dies motiviert zu mehr.
Lieben Gruß,
Nassos