Wer war Gerontas Hadji-Georgios
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holzi
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Wer war Gerontas Hadji-Georgios
ich habe in einem Büchlein über die Mönche auf dem Athos mehrfach den Geronta Chatzigeorgios oder Hadji-Georgios gelesen, der ein offenbvar zu seiner Zeit sehr angesehener Eremit auf dem Athos war. Wo kann ich mehr über ihn erfahren?Die Quellen im Internet sind eher dürftig.
Nochwas: Ist Hadji nicht ein islamischer Titel? Ich bin inzwischen auf etliche griechische Namen gestoßen, die Hadji drinhaben.
Grüße
Konrad
die osmanische Herrschaft, aber vielleicht auch schon davor (ich weiß nicht, ob vom Altgriechischen auch das eine oder andere Wort im türkischen übernommen wurde) hat seine Spuren hinterlassen.
Chatziblalbalba,
blalbaoglou (Kind des ....)
und auch viele Namen, die Berufsbezeichnungen sind, gibt es als griechische Namen (Berberis, Terzis, ...). Darüberhinaus auch weitere Wörter im alltäglichen Leben, in der Musik, Gastronomisches, etc.
Das einzige umgekehrte Beispiel, das mir einfällt, ist "Istanbul", das aus dem Griechischen entlehnt wurde "Εις την Πόλην", Is tin Polin = in die (Konstantins)Stadt.
Nun, alle Fremherrschaften (auf den Inseln auch die Venezianer und die Genuesen) haben ihre Spuren hinterlassen.
Ich finde es lustig, wenn man hier in Deutschland die richtige Aussprache von Chatziblablabla nicht kennt, und dies als "Schatzi" ausspricht. Wie süüüüüüüß! Und toppen kann man das, wenn man den entsprechenden Kollegen auch noch so anspricht....
Ach ja, den Geronta kenne ich leider nicht....
Nassos
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Ist schon draussen ebenso wie "Arsenios der Kappadokier"Sinaitis hat geschrieben:Gerontas Paisios hat über den Geron Chatzi-Georgis den Athoniten (1809-1886) geschrieben. Souroti 1985 (9. Aufl. 2007), 94 Seiten.
Es kommt bald auf Deutsch.
Zu beziehen bei Peter Kofer
PRODROMOS
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orthodoxia.buch@gmx.de
Re: Wer war Gerontas Hadji-Georgios
war gestern in der Kirche, um mit meinem Priester zu sprechen.
Während ich auf ihn wartete, fand ich das Buch des Vater Paisios zum Altvater Chatzi-Georgis. Ist die 4. Auflage.
Holzi, brauchst Du eine Zusammenfassung, wenn ich das Buch gelesen habe oder schaust Du Dich nach der deutschen Ausgabe um?
Christos etechti,
Nassos
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holzi
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Re: Wer war Gerontas Hadji-Georgios
Hallo Nassos,Nassos hat geschrieben:Hallo,
war gestern in der Kirche, um mit meinem Priester zu sprechen.
Während ich auf ihn wartete, fand ich das Buch des Vater Paisios zum Altvater Chatzi-Georgis. Ist die 4. Auflage.
Holzi, brauchst Du eine Zusammenfassung, wenn ich das Buch gelesen habe oder schaust Du Dich nach der deutschen Ausgabe um?
Christos etechti,
Nassos
zunächst einmal ein gesegnetes Weihnachtsfest - du darfst ja mit den Griechen heute schon feiern. Gegen eine Zusammenfassung habe ich gar nichts einzuwenden. Evtl. wäre interessant, was an diesem Geronta so speziell war, daß er ganze Generationen von Altvätern prägen konnte.
Grüße
Konrad
Re: Wer war Gerontas Hadji-Georgios
Ich bin selber darauf gespannt, ich scheine der einzige Mensch zu sein, der zum ersten mal in diesem Forum über ihn hörteholzi hat geschrieben:Evtl. wäre interessant, was an diesem Geronta so speziell war, daß er ganze Generationen von Altvätern prägen konnte.
Gib mir etwas Zeit, mein lieber Freund.
Gruß und Dir und Deiner Familie auch ein gesegnetes Weihnachtsfest.
Der Herr ist geboren!
Nassos
Re: Wer war Gerontas Hadji-Georgios
ich bin Dir ja noch was schuldig. Heute habe ich den Bios des Altvaters durchgelesen.
Vorweg: es sind bzgl. seines "Rufes" hier keine hollywoodeffektmäßigen Anführungen zu erwarten. Kurz: der Altvater hat einen solch hohen geistigen Stand erreicht, er gehört zu den wenigen - und das vermagen Worte überhaupt nicht nahezubringen.
Wenn sich ein Vater Paissios vor dem Vater Georgios wie ein kleines Kind vorkommt, dann hat das eine sehr große Bedeutung.
Vater Georgios - weltlich Gabriel - wurde in eine tiefgläubige Familie hineingeboren. Seine Mutter übte die Askese. Es heißt, das Kind bekam die Askese mit der Muttermilch
Schon als kleiner Junge (die Schwester seiner Mutter war Nonne, und die Besuche dort inspirierten ihn zutiefst) war er dem Mönchtum sehr angetan und übte sich stark in Fasten, Metanoien etc.
Seine geistige Stärke in frühem Alter zeichnete sich u.a. heraus, dass er - während er am Hof des Sultans verweilte, weil sein Onkel dort angestellt war - dem Sultan Mahmud II auffiel in seiner Askese und dieser sich wohl heimlich zum Christen taufen ließ. Zumindest war der Sultan sehr freundlich gegenüber der Kirche eingestellt. Im Buch wird behauptet, dass er deswegen gemeuchelt worden ist.
Gabriel kam zum Athos auf Anraten der Allheiligen selbst, auch wenn die menschlichen Regeln es ihm noch nicht erlauben wollten. Dort wurde er letztendlich aufgenommen und ihm wurde der Name Georgios gegeben.
Sein geistiger Vater wurde Altvater Neophytos, der den jungen Mann sofort mit Freude aufnahm, denn - selber mit Gaben ausgezeichnet - vermochte er die Gaben Gottes in dem jungen Mann zu erkennen (ein Strahlen auf dem Gesicht).
Zu sich selber sehr hart was Fasten, Metanoien, Stehen etc. angeht, zu seinen Mitbrüdern bzw. Besuchern sehr sanft und stets demütig! Sein Name wurde mit dem strengen Fasten asoziiert "der fastet wie ein Chatzi-Georgis".
Mit seinen Gaben war er fähig zu führen, denn mal stoppte er kindlichen Egoismus, mal bremste er übertriebene Begeisterung. Seine geistigen Kinder unterwarfen sich ihm aus Respekt und Liebe, nicht aus Angst oder sturer Regelbefolgung (sie wußten, was sie an ihm hatten).
Trotz der leiblichen Zusetzung durch die harte Askese, nahm Georgios in Gottvertrauen nie Medikamente zu sich. Die Heilige Kommunion war ihm Medizin.
Als Beispiel hierzu brachte er an:
Ein Eremit fragte den Teufel:
- Was ist das fürchterlichste in deinem Leben?
- Sie sind fürchterlich und uns unerträglich.
- Was denn?
- Das Mysterium der Taufe, mit dem wir komplett die Macht und die Rechte auf euch verlieren. Das Kreuz, das uns peinigt, vertreibt uns. Aber insbesonderer die Kommunion. Die Kommunion, setzt der Teufel fort, ist für uns schlimmer als Gehenna des Feuers. Nicht nur, dass wir dem, der sie würdig empfängt, nicht nahetreten können, aber wir haben sogar Angst davon, jenen anzuschauen. Doch so tötlich das alles für uns ist, wir danken den Menschen, die mit ihrer Fahrlässigkeit und ihren sündigen Gewohnheiten sich selber vom Mysterium entfernen. Und so geben sie selber uns wieder das Recht ihre Herzen zu erobern.
Vater Georgios' Einfühlvermögen, seine Fähigkeit zu helfen und zu heilen machten ihn besonders unter den Altvätern. Er erreichte auf seinem Weg zur Theosis das Stadium, in dem es ihm nicht mehr so sehr nach Nahrung bedarf, noch nach warmer Kleidung. Die Kälte und der Hunger konnten ihm nichts anhaben.
Doch wo Licht ist, fällt auch Schatten. Es gab ein paar, denen war das strenge Programm zu streng und sie reichten Klage bei der Verwaltung ein. Diese befahl sofort die Strenge aufzuheben und der Altvater gehorchte flugs.
Seie Reinheit erlaubte es ihm wohl auch, über Tiere zu gebieten. So befahl er einem wildernden Wildschwein nicht mehr in den Gemüsegarten einzufallen - gab es doch auf dem Athos genug zu fressen. Zuvor führte er das hungrige Tier in den Stall und schloss es dort drei Stunden ein (zum Fasten...). Sollte es nochmal auftauchen würde die Zeit verdoppelt werden. Das Schwein kam nie wieder...
Griechische und slawische hagioreiten bewunderten ihn sehr, denn sie spürten die Heiligkeit, die er ausstrahlte. Diese berührte sogar Osmanen, zum Teil hohen Ranges (der Athos war wohl - noch - besetzt?)
Eines Tages schrieb er einen Brief an den Zaren und warnte ihn vor einem Unfall an jenem Tag an jener Stelle. Der Zar lachte freundlich darüber, denn er dachte es sei eine versteckte Almosenbitte und ließ ein Almosen zukommen. Ein halbes Jahr später gedachte er des Briefes, denn der Unfall trat ein. Entgegen der Aussage im Brief kam jedoch niemand zu Schaden. Dem Zaren war klar, dass das an den Gebeten des Altvaters lag...
Je strahlender das Licht, desto dunkler die Schatten. Da der Zar gute Beziehungen zu ihm pflegte, weckte dies den Neid russischer Mönche; desweiteren war der Altvater auch in Russland hoch angesehen, denn auch dort gab es Leute, die sich von ihm beraten ließen bzw. die er geheilt hatte. Zuwendungen teilte er sofort aus, denn es war ihm ein Anliegen ärmer zu sein als die Armen.
So kam es zur Verleumdung durch Russen bei den Griechen und plötzlich hatte der Altvater Druck von zwei Fronten. Zu jener Zeit gab es wohl auch Streitigkeiten um die Zugehörigkeit des Klosters des Hl. Panteleimon. Griechisch oder Russisch? Altvater Georg sah in einer Vision die Allhelige sowohl den Griechen als auch den Russen Segen zukommen zu lassen.
Er riet daher entsprechend, gemeinsam im Kloster zu sein, was aber abgelehnt wurde. Es diente ja dem Frieden und der Liebe.
Mit der Zeit wurde die Bruderschaft des Altvaters zerschlagen und letztendlich reichten die Girtstacheln so weit, dass er des Athos' verwiesen wurde, am 27.10.1882 (alter Kalender). Er kam nach Marmara bei Konstantinopel. Doch ein Mönch hört nicht auf Mönch zu sein. Dort zog er in ein verlassenes Kloster ein und seine Anwesenheit war Labsal für die dort gepeinigten Christen (Regentschaft Abdul Hamits).
Dort wurde er krank und verbrachte sein letztes Lebensjahr im Bett liegend. Doch auch dort führte er die Askese fort und war für die Menschen da. Er entschlief am 17.12.1886. An jenem Tag hatte der Altvater Neophytos, krank aber nicht sterbenskrank im Bett liegend, eine Vision von Georgios. Als er zu sich kam, sagte er Chatzi-Georgios sei tot, er bringe Kolywa mit. Desweiteren sei ihm gesagt worden, dass er in drei Tagen für ihn käme.
Drei Tage später verstarb Altvater Neophytos (für alle anderen) überraschend. Seit der Vision hatte er nicht mehr geredet.
Der Tod des Altvaters Georgios bekümmerte die Massen, selbst die Türken, denn auch viele von ihnen hatte gesundheitlichen Nutzen und geistigen Gewinn vom Altvater. Sie nannten ihn "bizim baba" - "unser Vater".
Es spielt keine Rolle, dass ihn die Kirche noch nicht als Heiligen verehrt. Das was zählt sit das strahlende Leben des Altvaters, dieses simple, gütig-ruhige Vorbild.
Es ist also das hohe Niveau des asketischen und gottgefälligen Lebens des Altvaters Chatzi-Georgios, seine Einfachkeit, sein hoher Grad an Theosis, seine Beliebtheit bei den Leuten und auch der Neid gegen ihn sprechen ja für ihn.
Seien wir dankbar, dass uns Vater Paissios dieses Büchlein hinterlassen hat, denn speziell in der heutigen Zeit des Nachlassens sind solche Gestalten wie der Altvater Vorbilder und die wahren Helden.
(Noch eines: das Anhängsel "Chatzi" wird im Zusammenhang mit seinem Besuch der Heiligen Stätten angeführt - ich weiß aber nicht, wie das zusammenhängt...)
In diesem Sinne bitten wir um seine Fürsprache, denn ihm war die Errettung aller Seelen ein höchstes Anliegen. Ich Unwürdiger möchte mit den Worten abschließen, die auch Vater Paissios verwendete (hoffend, nicht all zu anmaßend zu sein):
Δώξα τω Θεώ
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Andromachi
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Re: Wer war Gerontas Hadji-Georgios
Wir waren in den letzten vier Tagen auf Zypern. Es ist wirklich wunderlich: Unzählige Dörfer dort tragen den Namen eines Heiligen. Eine gesegnete Insel. Die Kirche Zyperns wurde von Apostel Barnabas gegründet. Aber sein Kloster ist jetzt im von den Türken besetzten Teil der Insel. Ich war gestern im byzantinischen Museum von Nicosia. Eine herrliche Sammlung von Ikonen, Mosaiken und Fresken aus den Kirchen der Insel. Der Staat versucht, die Schätze, die von Schmugglern ins Ausland gebracht werden, zurückzukaufen, nicht immer mit Erfolg. Im letzten Jahr sind sieben Mosaiken zurück in ihre Heimat gekommen, die aus dem 5. Jhd. stammen. Vor ein paar Jahren wurden über hundert solcher Teile von der deutschen Polizei in den Händen eines türkischen Schmugglers entdeckt. Bei einigen von ihnen gab es Photos, die bewiesen, dass sie aus den bestimmten Kirchen stammen (bei einem Photo z.B. steht der Priester zufällig vor der Ikone). Aber bei den meisten gibt es keine solchen handfesten Beweise. So weigert sich die deutsche Polizei, die Schätze ihrem "Besitzer" zurückzugeben. Das byzantinische Museum organisiert jetzt eine Ausstellung unter dem Namen "Geiseln in Deutschland" und meint damit diese Ikonen, die nicht zurückgegeben werden. Sie stellen Photos von den Ikonen aus und bitten die Bevölkerung, bei ihren privaten Photos nachzuschauen, ob zufällig irgendeine der Ikonen dort erscheint. Ist das nicht alles sehr traurig?
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holzi
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Re: Wer war Gerontas Hadji-Georgios
Ahhh! Dankesehr. Daß die Muslime für die Pilgerreise nach Mekka sich mit dem Ehrentitel Hadschi schmücken dürfen, das wusste ich. Daß es ein christliches Äquivalent gibt, war mir dagegen neu. Wieder was dazugelernt. Und Dir, lieber Nassos, dankesehr für das Einstellen der BiografieAndromachi hat geschrieben:Zur Bezeichnung "Hadji": Wer eine Pilgerschaft zu den Heiligen Orten unternommen hatte und besonders wer im Jordan "getauft" wurde - also eingetaucht ist, den nannte man Hadji, und dieser Titel wurde ab dem Moment vor seinen Namen gestellt. Das entsprach der Pilgerschaft der Muslime nach Mekka.
Re: Wer war Gerontas Hadji-Georgios
Biographie, Du Modernistholzi hat geschrieben:Biografie
Re: Wer war Gerontas Hadji-Georgios
Re: Wer war Gerontas Hadji-Georgios
Eines Tages verschluckte der Altvater wohl eine Nadel, während er sein Handwerk ausübte, betete um Beistand und der Hl. Minas erschien und zog sie ihm aus dem Hals.
Ach ja: das Wort El Alamein basiert auf den Namen des Hl. Minas...