Klöster

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Joseph
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Re: Klöster

Beitrag von Joseph »

Loukia hat geschrieben:Beten wir dafür! Obwohl ich glaube das alles was irgendwie "griechisch" genannt wird, es in den nächsten Jahren schwer haben wird in Deutschland.
Mmmmmh, warum ist das geplante oder erhoffte Kloster "griechisch"? Ist es nicht ORTHODOX?

Diese Denkart ist was die OK in NA täglich zu bekämpfen hat. Solange das "griechisch" vor Orthodox (oder russisch, rumänisch, serbisch, etc) wichtiger ist als das ORTHODOX bleiben wir im tribalistischem Denken verhaftet und eine Mission unter den Heterodoxen und Neo-Pagans bleibt erfolglos oder zumindest doch sehr beschränkt.

In den "griechischen" Klostern von Elder Ephraim sind die wenigsten Mönche griechisch (obwohl die liturgische Sprache ist) sondern sie kommen aus allen Himmelsrichtungen und viele, wenn nicht die meisten, sind Konvertiten...

Wenn der Metropolit keine "griechischen" Klöster will dann könnte er vielleicht ORTHODOXE Klöster unterstützen.....(der Metropolit der Antiochischen Erzdiözese in NA, +Philip will auch keine und hat auch keine. Er will auch keine Seminare. Daher sind die meisten seiner Priester in den drei, bald vier, OCA Seminaren ausgebildet und seine "auxiliary" Bischöfe werden "eingeflogen")

Gruß
Joseph
Wenn die Menschen gottlos werden, sind die Regierungen ratlos, die Lügen grenzenlos, die Schulden zahllos, die Besprechungen ergebnislos, die Aufklärung hirnlos, die Politiker charakterlos, die Christen gebetslos, die Kirche kraftlos, die Völker friedlos, die Verbrechen maßlos
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Nassos
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Re: Klöster

Beitrag von Nassos »

Dazu müsste wohl das Jurisdiktionssystem abgeschafft werden. Viel Spaß dabei.
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Florianklaus
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Re: Klöster

Beitrag von Florianklaus »

Hallo Joseph,

Du bist anscheinend einer der wenigen hier, der das Problem des "Tribalismus" in seiner ganzen Tragweite erfaßt hat. Solange die Orthodoxie ein lockerer Bund sich selbst genügender Nationalkirchen ist, bleibt auch das ökumenische Gespräch schwierig. Eine Gleichsetzung von Ethnie und Konfession halte ich im übrigen auch theologisch für sehr bedenklich (siehe den Nachbarstrang). Wer katholisch im Sinne des Nizänums sein will, muß für alle Völker und Volksgruppen offen sein.
Elvis
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Re: Klöster

Beitrag von Elvis »

Geliebte Brüder und schwestern in christo,

Also ich weiss echt nicht, weshalb die nation mehr bedeuten soll als orthodox. Ob das wirklich gut sein soll ist doch sehr fraglich. :|

Natürlich ist es sehr gut wenn man Nationalkirchen hat, aber es doch wieder bedenklich, wenn es streitigkeiten wegen der ethnie hat. :wink:


Bei mir in der Gemeinde sind auch "andersstämmige" vertreten, haben wir auch einen Russen und eine bulgarin bei uns in der gemeinde.

Gruß

Elvis
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

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Re: Klöster

Beitrag von Mops »

richtig, ich bin auch ORTHODOX getauft, nicht russisch oder griechisch oder oder...
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Joseph
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Re: Klöster

Beitrag von Joseph »

Nassos hat geschrieben:Dazu müsste wohl das Jurisdiktionssystem abgeschafft werden. Viel Spaß dabei.
Nassos, von dem "Spass" den wir hier in NA damit haben habe ich doch schon des öfteren berichtet. Leider bin ich, in europäischen Foren, oft auf taube Ohren und Unverständnis bis hin zur perönlichen Beileidigung gestoßen. Nun lassen wir uns allerdings nicht von einigen "Querschlägern" davon abbringen das jurisdiktionelle Durcheinander abzuschaffen... Die Jurisdiktionen welche nicht mitmachen bleiben, in langer Sicht, auf der Strecke und lösen sich, durch Überalterung und Insularität, so langsam auf. Ich schrieb aber schon davon und will das hier nicht wieder aaufrollen...

Gruß
Joseph
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Elvis
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Re: Klöster

Beitrag von Elvis »

Joseph hat geschrieben:
Nassos hat geschrieben:Dazu müsste wohl das Jurisdiktionssystem abgeschafft werden. Viel Spaß dabei.
Nassos, von dem "Spass" den wir hier in NA damit haben habe ich doch schon des öfteren berichtet. Leider bin ich, in europäischen Foren, oft auf taube Ohren und Unverständnis bis hin zur perönlichen Beileidigung gestoßen. Nun lassen wir uns allerdings nicht von einigen "Querschlägern" davon abbringen das jurisdiktionelle Durcheinander abzuschaffen... Die Jurisdiktionen welche nicht mitmachen bleiben, in langer Sicht, auf der Strecke und lösen sich, durch Überalterung und Insularität, so langsam auf. Ich schrieb aber schon davon und will das hier nicht wieder aaufrollen...

Gruß
Joseph
he man ich bin auch deiner Meinung, wenns ein bissl tröstet 8)
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Joseph
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Re: Klöster

Beitrag von Joseph »

Florianklaus hat geschrieben:Hallo Joseph,
Du bist anscheinend einer der wenigen hier, der das Problem des "Tribalismus" in seiner ganzen Tragweite erfaßt hat.
Florian, der "set-up" in Europa und Deutschland ist etwas anders als hier in NA wo es eine örtliche OK schon seit 1796 gibt. Aber die Auswirkungen sind dieselben. Leider ist man sich bei Euch dort drüben über das Problem nicht akut bewußt und meint, weil wir hier in NA den größten Radau deswegen machen, das wir nur Störenfriede sind. Aber das scheint sich mit Chambesy und den Episcopal Assemblies weltweit so gaaaaaaaanz langsam zu ändern. Jedenfals ist die Reaktion hier im OF schon viel anders als sie es noch vor einem Jahr war. Damals sah man es noch als persönlichen Angriff auf SEINEN Patriarchen wenn jemand aus einer Jurisdiktion die Politik (und die Person hinter der Politk) einer anderen kritisierte....
Solange die Orthodoxie ein lockerer Bund sich selbst genügender Nationalkirchen ist, bleibt auch das ökumenische Gespräch schwierig.
Florian, hier muß ich Dich leider darauf aufmerksam machen, daß Du eine nicht ganz verstandene Idee hast was die OK ist und wie sie sich organisiert. (Nur nebenbei, die Sache des jurisdiktionellen Durcheinanders hat nichts mit ökumenischen Gesprächen zu tun, sie ist eine reine innere Orthodoxe Rangelei um Pfründe, unfreundlich und manchmal in die Sünde des Phyletismus ausartend, aber hat nichts mit dem Glauben oder Gesamtorganization der OK zu tun). Um ganz spezifisch zu werden (und darauf hoffend nun nicht gleich wieder von den Constantinoplern erschossen zu werden) es handelt sich um eine grundverschiedene Auslegung des "Primates" des Patriarchen von Constple. Er legt ihn aus wie es den meisten Machtzuwachs für ihn erbringt und wo er die Befugnis hat setzt er seine Ansicht auch durch. Neben kleineren, auf dem Zaun sitzenden, Landeskirchen steht er damit im politischen Widerspruch zu fast allen anderen OK, welche sich hinter Moskau aufgereiht haben. Diese Kirchen-POLITISCHEN Rangeleien werden, notgedrungen, in den nächsten Jahren entweder administrativ oder durch ein Konzil (ich bin skeptisch ob eines wirklich zustande kommt) gelöst werden.
Eine Gleichsetzung von Ethnie und Konfession halte ich im übrigen auch theologisch für sehr bedenklich.
Florian, das wurde im Jahre 1872 von einer Synode in Konstantple ( http://orthodoxwiki.org/Phyletism ) als die Sünde des Phyletismus verurteilt. Nur halt, leider, obwohl es Sünde ist, wird sie trotzdem begangen..... wir alle sind halt doch immer wieder Sünder, ob Einzelperson oder ob ganze Landeskirche....!
Wer katholisch im Sinne des Nizänums sein will, muß für alle Völker und Volksgruppen offen sein.
Ja, natürlich. Darum geht es... Als Beispiel muß ich wieder meine Kirche bringen. Alle OK die in der OCA sind haben auf ihren "Hausschildern" stehen z.B. "St. Herman's Orthodox Church" und sind voll mit Menschen aller Nationen. Hier im Ort ist eine ziemlich große und eigentlich schöne "Ukrainian Orthodox Church" welche eine Gemeinde von nunmehr 11 Leuten hat deren jüngstes Mitglied 78 Jahre alt ist und in fast 70 Jahren seit Gründung der Kirche immer darauf bestanden die Liturgie in Ukrainisch und damit einer immer mehr schrumpfenden Gemeinde zu feiern, heute von einem pensionierten OCA Priester, der kein Wort Ukrainisch spricht und die Liturgie in Englisch hält, bedient wird..... So, what was the point?

Gruß
Joseph
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holzi
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Re: Klöster

Beitrag von holzi »

Joseph hat geschrieben:..... So, what was the point?
Ihr könnt einstweilen schon mal auf die schöne Kirche der Ukrainer spekulieren... :lol:
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)
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songul
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Re: Klöster

Beitrag von songul »

Joseph hat geschrieben:
Nassos hat geschrieben:Dazu müsste wohl das Jurisdiktionssystem abgeschafft werden. Viel Spaß dabei.
Nassos, von dem "Spass" den wir hier in NA damit haben habe ich doch schon des öfteren berichtet. Leider bin ich, in europäischen Foren, oft auf taube Ohren und Unverständnis bis hin zur perönlichen Beileidigung gestoßen. Nun lassen wir uns allerdings nicht von einigen "Querschlägern" davon abbringen das jurisdiktionelle Durcheinander abzuschaffen... Die Jurisdiktionen welche nicht mitmachen bleiben, in langer Sicht, auf der Strecke und lösen sich, durch Überalterung und Insularität, so langsam auf. Ich schrieb aber schon davon und will das hier nicht wieder aaufrollen...

Gruß
Joseph
Also nochmal lieber Joseph,

verstanden hat du's bestimmt, aber akzeptieren willst du's einfach nicht.
Wir sind hier in Europa und nicht in NA.
Das ist und bleibt ein Unterschied. Die orthodoxen Ethnien, wie du sie gerne nennst, sind nicht hier (z.B. Deutschland, aber genauso Österreich und andere ähnliche Länder) mit derselben Absicht, die Emigranten haben wenn sie in die Amerikas - Nord wie Süd - auswandern. Sie kommen hierher um zu arbeiten oder heiraten jemanden von hier aber geistig haben viele ihre Heimat nicht verlassen. Warum auch? Sie sind hier genauso noch in Europa wie in ihrem Heimatländern und das ist allen bewusst. Sie essen, trinken, feiern, fühlen, lieben und leiden so wie sie es in ihren Ländern machen würden. Ihre Länder sind verglichen mit dem amerik. Kontinent einen Pups entfernt; Auto, Bus, Zug und Flugzeug alles ist möglich. Man lebt und arbeitet hier in erster Linie und hat sich mal mehr, mal weniger angepasst an das Leben hier; manchmal hat man deutsche Freunde - meistens kaum. Denn die Einheimischen sind nicht wirklich sehr fremdenfreundlich wobei sie immer noch klare Unterschiede machen zwischen Ausländern aus Europa und den denen die entweder Moslems sind oder von Übersee.
Ich beziehe mich in meinen Text vor allem auf die Migranten orthodoxer Herkunft hier bei uns. Das wir uns richtig verstehen.
Sie sind seit Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts zu uns gekommen um beim industriellen Aufbau mitzuhelfen. Zuerst hiessen sie Gastarbeiter und Jahre später Migranten; Als Gastarbeiter werden sie von den Einheimischen eigentlich bis heute angesehen und die Politik hat ganz bewusst das Wort Migranten ausgewählt anstelle des Wortes Einwanderer, denn das hätte auf mehr Wiederstand der lokalen Bevölkerung getroffen. Von diesen Gastarbeitern waren bis zur Öffnung Osteuropas nur Griechen und Serben als Orthodoxe bei uns. Später kamen die anderen hinzu und dadurch ist die orthodoxe Gemeinschaft die drittgrösste Konfession in Deutschland.
Nur sehr zögerlich öffnen sich die einzelnen Kirchen den Bedürfnissen anderstämmiger Menschen die zu ihnen stossen und sich ihnen anschliessen. Man sieht sich in erster Linie zuständig für die eigenen Leute und deren geistigen Bedürfnisse. Die wollen meist auch nichts anderes als dass die religiösen Werte weiter gegeben werden und die Kultur auch im Ausland gepflegt wird. Wie sollte auch anders sein: man hat lediglich innerhalb Europas den Wohn- und Arbeitsplatz gewechselt.
Viele leben und arbeiten hier bis zur Rente und kehren dann nach Hause zurück.
So viel zu den "ethnischen" Kirchen hier und deren Gläubigen, die einfach als Europäer nicht in einen deutschsprachigen Einheitsbrei verpanscht werden wollen.

Nun zu unseren lieben Konvertiten:
Die es ja in gaaanz sanft wachsender Anzahl hierzulande gibt, (Konvertiten zum Islam gibt es allemal mehr; nur so als Vergleich) sind immer noch verschwindend gering und die sich auf fast alle orthodoxen Gemeinschaften hier verteilen.
Griechen und Russen teilen sich wohl die meisten, gefolgt von den Serben und anderen. Sie sind oft auf einsamer Spur oder haben angeheiratet. Alle zeichnet eine grosse Geduld aus, denn die muss man haben, wenn man hierzulande orthodox werden möchte.
Da gibt es allerdings auch solche die dann meinen, eine Familienslava feiern zu müssen, weil man sich der serbischen Kirche angeschlossen hat; es gibt solche die essen nur noch Russisch und wieder andere die können nicht begreifen, dass in einer nicht-griechischen Kirche die Dinge manchmal anders laufen und sind sehr irritiert. Das hat sich auch mit dem immer noch ziemlich schepsen Verhältnis der meisten Deutschen zur eigenen Nationalität zu tun.
Die die ins Kloster wollen werden meist jot-weh-deh geschickt und sind eigentlich ganz froh diese verkommene Gesellschaft verlassen zu haben.
Natürlich gibt es auch die, die sich um die Orthodoxie verdient machen und Bücher übersetzen (dabei aber oft ihre persönlichen Vorlieben mehr berücksichtigen als was auch noch so notwendig wäre) oder deutschsprachige Gottesdienste organisieren oder eben dieses Forum. Aber im grossen und ganzen kann man sagen, dass sich die einzelnen nicht wirklich drum reissen den anderen, der halt einer anderen orthodoxen Kirche angehört kennenzulernen, geschweige denn mal sich daran zu machen, einen Verein zu gründen; eher unüblich für deutsche Verhältnisse.
Denn, man mache sich nichts vor: bevor die Deutschen und jene die sich in diesem Land und seiner Sprache verpflichtet fühlen, sich nicht organisieren, lokal sowie überregional, dann wird das nichts mit einer, wie auch immer gearteten, deutschen Orthodoxie.
Die deutsche Konferenz orthodoxer Bischöfe wird in dieser Hinsicht nicht viel bringen, denn keiner von denen kann sich den nationalen Interessen ihrer Heimatländer ganz entziehen und wollen es auch nicht.
Das, mein lieber Joseph, sind die Verhältnisse bis dato hier und sie sind typisch europäisch und das ist auch gut so; denn wir müssen als solche die Dinge auf unsere Art angehen und uns nicht vom grossen Bruder - ach Verzeih, du bist ja aus dem nicht so grossen Bruder - vom anderen Ufer des Teiches sagen lassen, wie's zu machen ist.

Soweit erstmal.

LG Songul

PS: Ach ja, du bist doch Rentner und hast eigentlich Zeit, dann komm doch rüber und helf mit, anstatt uns hier die ganze Zeit zu raten wie ihr das in NA macht, denn das geht hier meistens nicht so.
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Joseph
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Re: Klöster

Beitrag von Joseph »

songul hat geschrieben: Also nochmal lieber Joseph,
verstanden hat du's bestimmt, aber akzeptieren willst du's einfach nicht.
Wir sind hier in Europa und nicht in NA.
Songul, ich hatte es mir überlegt ob ich Dir antworten soll (Du weißt schon warum) und die Einleitung und der letzte Satz dieser Posting sind nicht besonders hilfreich eine weitere Unterhaltung anzuregen. Aber was soll's....?

Du redest am Thema vorbei. Um Deine Worte mal rumzudrehen; verstanden hast Du's nicht, aber akzeptieren willst Du es einfach nicht....!

Es geht nicht im geringsten um die Geschichte der Einwanderer nach Deutschland die eines Tages irgendwann einmal vielleicht eventuell wieder nach Hause gehen (frag' mal die Poster hier im OF die "eingewandert" sind wann und ob sie wieder "nach Hause" gehen wollen. Nassos wäre ein guter Ausgangspunkt). Es geht darum das die OK von Gott verpflichtet wurde die Gute Botschaft unter ALLE Menschen zu bringen. Das ist etwas anderes als eine "country-club" Seelsorge für sogenannte Einwanderer (die nun schon in der dritten Generation "einwandern") zu unterhalten. Die Situation in Europa oder Deutschland ist in keinster Weise verschieden von der in NA (anders als das die Ankunft der OK in Deutschland natürlich viel jüngeren Datums ist und es keine einheimische 200 Jahre alte OK gibt). Was Du hier beschreibst ist die sterbende Ukrainische Kirche in meinem vorherigen Post auf deutsche Verhältnisse projektiert.

Warum meinst Du, daß die UOK hier von 130 000 zahlenden Mitgliedern in ca. 1970 auf 11 000 im Jahre 1997 abgestürzt ist? Sie hat nicht, wie von Gott aufgegeben, die Kanadier aller Herkunft missioniert sondern einen "country club" für Pirogie-essende, nicht integrierte heimweh-süchtige Ukrainer gegründet (welche alle hier begraben sind denn keiner ging wieder nach Hause und ihre Nachkommen sind nun Millionen Menschen welche nie eine Kirche von innen gesehen haben, geschweige denn eine OK. Die heutigen Einwanderer aus Ukraine gehen meistens in die, englisch sprechende, OCA) Worauf ich hinzeige, und wovor Du und viele Orthodoxe Christen in Deutschland ihre Augen verschliessen, ist daß die OK in Deutschland auf demselben Weg ist wie die UOK in NA (sie ist nicht die einzige, die anderen Ethnien folgen, nur mit etwas Abstand).

Nun kann ich Dir auch sagen warum es fast keine Konvertiten in Deutschland gibt. Die Deutschen (Kanadier) sind keine Griechen, Ukrainer, Serben oder was immer, sie sind Deutsche. Die Kirche hat die Aufgabe sie zu missionieren....d.h. ihnen das Wort Gottes in ihrer eigenen Sprache in ihrem eigenen Land zu bringen. Solange die OK ein "Service Club" für unangepasste, fern-der Heimat OChristen ist, wird sie in Deutschland ein Fremdkörper bleiben. Ist das so schwer zu verstehen? Solange man dem suchenden Deutschen keinen Stuhl anbietet (Okay Nassos, es ist ja alles steh-schwaches Volk) bleibt er draussen.... Die von Dir beschriebenen "Über-Orthodoxen" Konvertiten haben wir auch, das Gehabe und Getue legt sich. Das wichtigste ist, sie haben zur wahren Kirche gefunden und werden, mit Zeit, den ihnen angepaßten Mittelweg finden. So wie die Sache läuft...... glänzen sie bei Euch und in unseren ethnischen OK, aber mit Abwesenheit. Das würde ich auch an ihrer Stelle. So gerne ich Baclava oder Pirogies mag, es hat sehr wenig mit dem Rechten Glauben zu tun.
Die deutsche Konferenz Orthodoxer Bischöfe wird in dieser Hinsicht nicht viel bringen, denn keiner von denen kann sich den nationalen Interessen ihrer Heimatländer ganz entziehen und wollen es auch nicht.
Wenn die Konferenz, auf den Vereinbarungen von Chambesy ruhend, welche der gemeinsame Wille aller OK ist, von ihnen unterschrieben und uns in den neuen Ländern auferlegt, keinen Erfolg hat, dann kann es nur zwei Gründe geben. Der erste ist, daß alle OK welche Chambesy unterzeichet haben (und es sind ALLE) in "bad face" verhandelten, oder zweitens, daß eine oder mehrere OK in "bad-face" handeln. Der erste Fall ist ausgeschlossen, der zweite wahrscheinlich.

Trotzdem, die Kirchen und ihre Hierarchen sowie alle Exarchen sind VERPFLICHTET die Situation zu lösen. Sollten sie politische Spielchen veranstalten und die jurisdiktionale Bereinigung unterwandern, dann wird die Entscheidung entweder vom Konzil (falls es zustande kommt) oder von anderen regionalen Konferenzen, allen voran in NA, gelöst werden. Einen Einspruch kann keine der Unterzeichner-Kirchen machen, denn es waren sie selbst die den Prozess, mit ihrer Unterschrift, eingeleitet und verbindlich gemacht haben.

In Ergänzung zu all dem was ich oben gesagt habe, hat der Heilige Geist in dieser Angelegenheit das letzte Wort. ER wird dafür sorgen, daß die Missionsauftrag unseres Herrn nicht von kirchenpolitischen Shenanigans unterminiert wird...

Gruß
Joseph
Zuletzt geändert von Joseph am 03.09.2010, 02:15, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Klöster

Beitrag von Joseph »

holzi hat geschrieben:
Joseph hat geschrieben:..... So, what was the point?
Ihr könnt einstweilen schon mal auf die schöne Kirche der Ukrainer spekulieren... :lol:
Holzi, ich hatte sie mir schon einmal genau (baulich) unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist, daß ich sie nicht für geschenkt haben wollte. Die bauliche Struktur (sie hatten die Kirche von einer Evangelikalen Gruppe ca 1970 erworben) ist denkbar ungeeignet für eine OK. Der Fußboden ist wie ein Amphietheater angelegt und man sitzt wie im Kino und schaut runter auf den Altar der bis heute noch keine Ikonostasis vor sich hat. Den Boden gerade zu legen würde in die Struktur des Baukörpers eingreifen und ist damit vollkommen ausgeschlossen (wegen der Kosten). Es kommt billiger eine vollkommen neue Kirche zu bauen.... man könnte sie daher verkaufen und neu bauen..... aber es sitzen ja immer noch 11 Leutchen drin, wenn sie einmal im Monat eine Liturgie haben...

Wir werden sehen wie das weitergeht.... ich pass schon auf, hahaha

Gruß
Joseph
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Re: Klöster

Beitrag von holzi »

Joseph hat geschrieben:
holzi hat geschrieben:
Joseph hat geschrieben:..... So, what was the point?
Ihr könnt einstweilen schon mal auf die schöne Kirche der Ukrainer spekulieren... :lol:
Holzi, ich hatte sie mir schon einmal genau (baulich) unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist, daß ich sie nicht für geschenkt haben wollte.
OK, dann wird sie über dem letzten Ukrainer zusammenfallen - oder die Pentecostals kaufen sie... :mrgreen:
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)
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Re: Klöster

Beitrag von songul »

Joseph hat geschrieben:Songul, ich hatte es mir überlegt ob ich Dir antworten soll (Du weißt schon warum) und die Einleitung und der letzte Satz dieser Posting sind nicht besonders hilfreich eine weitere Unterhaltung anzuregen. Aber was soll's....?
Gut dass du nicht so empfindlich bist.
Joseph hat geschrieben:Du redest am Thema vorbei. Um Deine Worte mal rumzudrehen; verstanden hast Du's nicht, aber akzeptieren willst Du es einfach nicht....!
:roll:
Joseph hat geschrieben:Es geht nicht im geringsten um die Geschichte der Einwanderer nach Deutschland die eines Tages irgendwann einmal vielleicht eventuell wieder nach Hause gehen (frag' mal die Poster hier im OF die "eingewandert" sind wann und ob sie wieder "nach Hause" gehen wollen. Nassos wäre ein guter Ausgangspunkt).
Geht es auch nicht; meine Darstellung diente nur dazu, aufzuzeigen dass die Einwanderung hier sich anders gestaltete und immer noch anders gestaltet. Deutschland ist natürlich längst auch ein Einwanderungsland geworden, auch wenn das der Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht wirklich gefällt. Und das ist aber eben der springende Punkt; das macht es den meisten die hierher kommen nicht leicht. Man richtet sich halt ein und kann meist sowieso immer mal schnell nach Hause wenn man will.
2.,3. oder gar 4. Generationen gibt es eigentlich nur bei den Griechen und Serben und ein paar Sprengel anderer Nationalitäten und um so jünger die Generationen werden, umso weniger interessiert sind sie; die meisten jedenfalls.
Bei den post-kommunistischen Einwanderen sind es auch höchstens ein Drittel die überhaupt an einem religiösen Leben interessiert sind.
Die Kirchen sind überhaupt nur voll an Ostern und Weihnachten und das restliche Jahr ist es eher mal mehr mal weniger.
Nochmals: Deutschland ist ein Einwanderungsland aber die Akzeptanz der einheimischen Bevölkerung allen Fremdstämmigen ist in der Mehrheit nicht gross (man nimmt es halt in Kauf) und wer sich nicht anpasst (davon kann ich devinitiv ein Lied singen von) der bekommt das ständig zu spüren. (Man denke nur an die momentane Fachkräftemangel-Problematik und wie ungerne selbst hochqualifizierte Spezilisten so ungern nach Deutschland kommen, da sie überhaupt keine Lust haben sich dem hier auszusetzen; gewiss keine Phobie sondern leider die deutsch-spiessbürgerliche Realität hier) Gerade das aber macht die orthodoxen Kirchen hier recht vital, denn die bieten den ihren eine Heimstatt fern der Heimat oder zumindest mal eine kleine Erholung und das Gefühl, selbst der Platzhirsch zu sein.
Es geht nicht darum dass "die" irgendwann wieder nach Hause gehen; das Erwartet in den meisten Fällen nicht mal die deutsche Bevölkerung aber um mal eine wirklich gleichberechtigte Situation herbei zu führen, gibt es nur die Alternative der Assimilation (die die meisten als gleichberechtigte Europäer - die meisten sind immerhin in der EU - werden das aber nicht akzeptieren) oder braucht es hierzulande eigentlich ein Mehrheitssituation und die werden bei uns wohl am ehesten die Muselmänner erreichen, nicht die Orthodoxen.

Vergiss das Beispiel mit der ukrainischen Kirche; die spielt hier die geringste Rolle. Alle drei orthodoxen Fraktionen haben hier ihre Mini-Dependancen aber die überwiegende Mehrheit der Ukrainier geht in die russische Kirche; auch vom Klerus sind nicht wenige aus der Ukraine.
Joseph hat geschrieben:Nun kann ich Dir auch sagen warum es fast keine Konvertiten in Deutschland gibt. Die Deutschen (Kanadier) sind keine Griechen, Ukrainer, Serben oder was immer, sie sind Deutsche. Die Kirche hat die Aufgabe sie zu missionieren....d.h. ihnen das Wort Gottes in ihrer eigenen Sprache in ihrem eigenen Land zu bringen. Solange die OK ein "Service Club" für unangepasste, fern-der Heimat OChristen ist, wird sie in Deutschland ein Fremdkörper bleiben. Ist das so schwer zu verstehen?
Du kennst mich lang genug um zu wissen, dass ich da gleicher Meinung bin; also dreh mir nicht das Wort im Mund um.
Ich verstehe sehr genau; aber genauso gut verstehe ich auch die Mentalität der meisten Konvertiten die halt, obwohl die Deutschen eigentlich Weltmeister im Vereine gründen sind, mit Ausnahme von Berlin noch nicht mal das geschafft haben.
Joseph hat geschrieben: Die deutsche Konferenz Orthodoxer Bischöfe wird in dieser Hinsicht nicht viel bringen, denn keiner von denen kann sich den nationalen Interessen ihrer Heimatländer ganz entziehen und wollen es auch nicht.
Wenn die Konferenz, auf den Vereinbarungen von Chambesy ruhend, welche der gemeinsame Wille aller OK ist, von ihnen unterschrieben und uns in den neuen Ländern auferlegt, keinen Erfolg hat, dann kann es nur zwei Gründe geben. Der erste ist, daß alle OK welche Chambesy unterzeichet haben (und es sind ALLE) in "bad face" verhandelten, oder zweitens, daß eine oder mehrere OK in "bad-face" handeln. Der erste Fall ist ausgeschlossen, der zweite wahrscheinlich.

Trotzdem, die Kirchen und ihre Hierarchen sowie alle Exarchen sind VERPFLICHTET die Situation zu lösen. Sollten sie politische Spielchen veranstalten und die jurisdiktionale Bereinigung unterwandern, dann wird die Entscheidung entweder vom Konzil (falls es zustande kommt) oder von anderen regionalen Konferenzen, allen voran in NA, gelöst werden. Einen Einspruch kann keine der Unterzeichner-Kirchen machen, denn es waren sie selbst die den Prozess, mit ihrer Unterschrift, eingeleitet und verbindlich gemacht haben.
Dein Optimismus in Ehren und dein Wort in Gottes Ohr.
Ich glaube allerdings nicht dass die Europäer sich von den Amerikanern irgendetwas vorschreiben lassen werden.

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Re: Klöster

Beitrag von Priester Alexej »

Es ist schon ein Ärgernis, dass die meisten Kirchenbesucher Tradition und Glaube verwechseln. Kyrill und Method haben den Russen auch eine griechische orthodoxe Tradition übergeben, das aber in Slawisch. Und auch wenn aus Konstantinopel ab und zu gekommen ist "Du bist orthodox, also ein Untergebener des Imperators", wurden die lokalen Volks-Traditionen (Slawa, Maslenitza) beibehalten. Wenn man nicht an die Deutschen denkt, sollte man zumindest an die eigenen Kinder denken, die schon bald nicht mehr russisch, georgisch oder serbisch sein wollen und nicht an einem Kultur-Klub interessiert sind, in dem sie dazu nur jedes zweite Wort verstehen... Und wenn man sich hier an Kanones erinnert, die ja auch ihre Logik haben, darf es auf einem Territorium gar nicht mehrere Jurisdiktionen geben - ein Problem, das man hierzulande nicht nur nicht versucht zu lösen, sondern eigentlich überhaupt nicht wahrnimmt. Beruhigend ist nur, dass wir Bischöfe und Priester haben, die es verstehen und akzeptieren. Nicht die Mehrheit, aber, so Gott will, die, auf die es ankommt.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.
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