T - wie Trauer

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
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Ieseanul
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T - wie Trauer

Beitrag von Ieseanul »

Liebe Forumsmitglieder,

ich hätte mal eine Frage an Euch:

Mich beschäftigt heute schon den ganzen Tag eine Situation, d.h. eine Katastrophe, die sich gerade in Rumänien zugetragen hat:
Ein mit 16 Personen besetzter Linienbus ist gestern an einem Bahnübergang von einem Zug erfasst worden. 13 Leute kamen dabei ums Leben, 3 andere (u.a. der Fahrer) befinden sich in kritischem Zustand im Krankenhaus.

Der Bus (in Rumänien werden seit einigen Jahren für Überlandfahrten Busse mit ca. 20 Plätzen - Mercedes Sprinter & Co - eingesetzt) war von einem Dorf in die Stadt Iaşi (ganz im Osten) unterwegs, besetzt vorwiegend mit Leuten, die in der Stadt das Kindergeld für ihre Kinder abholen wollten.
Der Fahrer, der gar keinen Personenbeförderungsschein besaß (!) und die letzte Zeit wohl häufiger von Leuten beobachtet wurde, dass er das rote Haltesignal einfach überfuhr, hatte wohl (so gab es der Zugführer zu Protokoll) während der Fahrt irgendwas mit einem Fahrgast zu tun, fuhr ohne Anzuhalten über den Bahnübergang, bemerkte aber den heranfahrenden Zug nicht, was die Tragödie auslöste.
Der Fahrer wurde selbst lebensgefährlich verletzt, sollte er überleben, drohen ihm bis zu 20 Jahren Gefängnis.

Ich habe mir den Film des Nachrichtensenders heute ein paar mal angeschaut (eben den zweiten Clip) und bin einfach nur traurig und geschockt und das schon den ganzen Tag lang. :(
In diesem Dorf Scânteia sind jetzt 13 Familien von jetzt auf gleich von dem Verlust lieber Menschen betroffen.
Dazu kommt ja jetzt auch noch der Zorn auf den Busfahrer und dessen Chef, der ihn niemals hätte ans Steuer lassen dürfen.

Was mich interessieren würde: wie geht ihr als Orthodoxe mit Trauer um ? Was wird der Priester in diesem Dorf jetzt wohl den Leuten sagen ?
Wie tröstet man Trauernde und wie betet man ? Gibt es eine Trauerbegleitung oder ein solches Angebot von seiten der Kirche ?
In dem Film (5 min) wurden einige Leute interviewt bzw. befragt, gleich die erste Frau, die die Reporter im vorbei gehen erwischten, fragte in die Kamera: "Was hat denn Gott gegen uns ??"
Wie reagiert man eurer Meinung nach auf diese Frage ?

Versteht mich bitte richtig, ich suche jetzt nicht wirklich einen Grund für eine theologische Diskussion, ich denke, seit ich das mit dem Unfall heute gesehen habe, seit dem an kaum etwas anderes mehr, natürlich sitze ich hier zu Hause, weit weg und kann auch niemand in keinster Weise irgendwie irgendjemandem nahe stehen oder helfen. Gebetet habe ich allerdings für die Angehörigen und für die Leute, die im Krankenhaus liegen.
Deshalb frage ich mich auch, was es für Hilfe dort jetzt geben kann und wie die Kirche darauf reagiert.

Was sagt ihr dazu ?

Gottes Segen und einen gesegneten Sonntag !
Mathias
"Das Buch der Bücher gleicht einer Quelle, die beständig fließt und um so reichlicher strömt, je mehr man daraus schöpft."
(Hl. Johannes Chrysostomus)
"Cartea Cărţilor se aseamănă cu un izvor care curge in continuu şi care cu atât mai bogat va curge, cu cât cineva va lua din el ."
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Mary
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Re: T - wie Trauer

Beitrag von Mary »

Ieseanul hat geschrieben:Liebe Forumsmitglieder,

ich hätte mal eine Frage an Euch:

Mich beschäftigt heute schon den ganzen Tag eine Situation, d.h. eine Katastrophe, die sich gerade in Rumänien zugetragen hat:
Ein mit 16 Personen besetzter Linienbus ist gestern an einem Bahnübergang von einem Zug erfasst worden. 13 Leute kamen dabei ums Leben, 3 andere (u.a. der Fahrer) befinden sich in kritischem Zustand im Krankenhaus.

Der Bus (in Rumänien werden seit einigen Jahren für Überlandfahrten Busse mit ca. 20 Plätzen - Mercedes Sprinter & Co - eingesetzt) war von einem Dorf in die Stadt Iaşi (ganz im Osten) unterwegs, besetzt vorwiegend mit Leuten, die in der Stadt das Kindergeld für ihre Kinder abholen wollten.
Der Fahrer, der gar keinen Personenbeförderungsschein besaß (!) und die letzte Zeit wohl häufiger von Leuten beobachtet wurde, dass er das rote Haltesignal einfach überfuhr, hatte wohl (so gab es der Zugführer zu Protokoll) während der Fahrt irgendwas mit einem Fahrgast zu tun, fuhr ohne Anzuhalten über den Bahnübergang, bemerkte aber den heranfahrenden Zug nicht, was die Tragödie auslöste.
Der Fahrer wurde selbst lebensgefährlich verletzt, sollte er überleben, drohen ihm bis zu 20 Jahren Gefängnis.

Ich habe mir den Film des Nachrichtensenders heute ein paar mal angeschaut (eben den zweiten Clip) und bin einfach nur traurig und geschockt und das schon den ganzen Tag lang. :(
In diesem Dorf Scânteia sind jetzt 13 Familien von jetzt auf gleich von dem Verlust lieber Menschen betroffen.
Dazu kommt ja jetzt auch noch der Zorn auf den Busfahrer und dessen Chef, der ihn niemals hätte ans Steuer lassen dürfen.

Was mich interessieren würde: wie geht ihr als Orthodoxe mit Trauer um ? Was wird der Priester in diesem Dorf jetzt wohl den Leuten sagen ?
Wie tröstet man Trauernde und wie betet man ? Gibt es eine Trauerbegleitung oder ein solches Angebot von seiten der Kirche ?
In dem Film (5 min) wurden einige Leute interviewt bzw. befragt, gleich die erste Frau, die die Reporter im vorbei gehen erwischten, fragte in die Kamera: "Was hat denn Gott gegen uns ??"
Wie reagiert man eurer Meinung nach auf diese Frage ?

Versteht mich bitte richtig, ich suche jetzt nicht wirklich einen Grund für eine theologische Diskussion, ich denke, seit ich das mit dem Unfall heute gesehen habe, seit dem an kaum etwas anderes mehr, natürlich sitze ich hier zu Hause, weit weg und kann auch niemand in keinster Weise irgendwie irgendjemandem nahe stehen oder helfen. Gebetet habe ich allerdings für die Angehörigen und für die Leute, die im Krankenhaus liegen.
Deshalb frage ich mich auch, was es für Hilfe dort jetzt geben kann und wie die Kirche darauf reagiert.

Was sagt ihr dazu ?

Gottes Segen und einen gesegneten Sonntag !
Mathias
Lieber Mathias,

wie geht es Dir unterdessen mit dieser schrecklichen Nachricht?

Ich frage mich, warum Du keine Antworten bekommen hast (oder nur unsichtbare per pn?). Ist es persönliche Betroffenheit, Schweigen im Angesicht des scheinbar so sinnlosen und schrecklichen Geschehen?

Ich habe mir kürzlich den TV Film angeschaut, der den tragischen Vorfall des Zusammenstosses zweier Flieger über dem süddeutschen Überlingen und den Mord am diensthabenden Fluglotsen thematisiert. Der Film bringt fiktive Dialoge und solche aus der Erinnerung. Er thematisiert die beidseitige Tragik: Den Verlust geliebter Menschen, das Zerbrechen an der "Schuld", auch die Auswirkungen auf Verwandte und Bekannte auf beiden Seiten. Mir ist ein Satz ins Herz gebrannt. Als es zu einer Begegnung des Fluglotsen mit der Mutter eines Opfers kommt, bekennt der Lotse, wie Leid ihm das alles tut. "Ich möchte mein Leben geben, wenn ich es ungeschehen machen könnte." Die Mutter sagt darauf: "Wir alle möchten das."

Man steht so hilflos vor so tragischen, unwahrscheinlichen, nicht fassbaren Ereignissen. Bei dem von Dir geschilderten Fall kommt dazu, dass soviel Fehler passiert sind... dass es schon fast verwundert, dass es nicht früher dazu kam...

Ich glaube nicht, dass es einen spezifisch orthodoxen Umgang mit Trauer gibt. Ich könnte Dir Begräbnisriten schildern oder Totengedenken, aber ich denke, Du fragst nicht danach.
Ich spüre im Umgang mit dem Tod in meiner Gemeinde (ich habe erst einen Todesfall erlebt) die Solidarität aller Mitglieder mit demjenigen, der den Verlust erlitten hat. Es war dieser Mutter, die ihre Tochter verloren hatte, auch erlaubt, noch vier Wochen danach in der Kirche zu weinen oder beim gemeinsamen Essen wurde ihr "Warum?" und ihre Klagen gehört und sie auch mal in den Arm genommen. Gemeinsam das Unfassbare aushalten und nicht zu früh mit Vertröstungen kommen. (Ich denke da an Hiobs Freunde, die einfach still bei ihm sitzen zu Beginn. Vielleicht hätten sie besser garnichts gesagt, ... meinte dazu ein orthodoxer Bischof, ich glaube Bischof Kallistos Ware)

Das Gebet für die Toten ist in der Orthodoxie ebenfalls wichtig, vor allem in den ersten vierzig Tagen. Und das Totengedenken ist immer auch ein Anlass der Gemeinschaft, mit einer Weizenspeise, die nur bei Totengedenken gekocht wird.

Ist das jetzt spezifisch orthodox? Ich erinnere mich an ähnliche Rituale bei meinen katholischen Verwandten auf dem Land...

Sicher wird der Priester auch von der christlichen Hoffnung auf Auferstehung reden. Aber über die Begräbnisriten kann Dir jemand anders sicher besser Auskunft geben.

Lg Maria
Let Your mercy, O Lord, be upon us, as we hope in You.
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Ieseanul
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Beitrag von Ieseanul »

Hallo Maria,

nein, Du bist bis jetzt die erste, die auf mein Posting antwortet.
Betroffen bin ich immer noch, gestern abend, als in einer weiteren Reportage ein kurzer Kommentar eines der Einwohner von Scânteia, der jetzt mit seinen 5 Kindern alleine da steht, gezeigt wurde, kamen mir auch die Tränen.
Meine Frau musste auch weinen, wir haben uns abends noch lange darüber unterhalten.
Klar, für uns ist das auch nicht weit weg, Iaşi ist Bezirksstadt aus der meine Frau kommt, wir waren erst vor ein paar Wochen da und sind selbst (wieder) ein paar mal mit diesen Bussen gefahren und deswegen wissen wir ziemlich genau, worum es da geht und wo die Probleme liegen.

Aber wir fühlen uns natürlich schon gerade deswegen mit den Leuten verbunden, auch wenn wir sie persönlich nicht kennen.

Dazu kommt ja auch, dass krasses menschliches Versagen und in diesem speziellen Fall auch noch schon fast kriminelle Ignoranz die Ursache für diesen schrecklichen Unfall zu sein scheinen.
Hinter dieser Tragödie stecken 13 tragische Schicksale und man möchte eigentlich nur von Haus zu Haus gehen und irgendwie die Leute trösten.

Ich habe gestern, eben so wie ich das konnte, mehrmals für die Leute gebetet, mehr konnte ich leider nicht tun, aber ich glaube, dass das sehr wichtig war.

Ich habe bewusst darauf verzichtet, in diesem Zusammenhang nach Begräbnisriten zu fragen. Sie vermitteln ja auch Nichtorthodoxen wie mir wichtige Einblicke in das Denken der Leute, man sollte sie auch kennen. Einige kenne ich (jedenfalls die aus Moldova und der Bucovina)auch, aber ich konnte und wollte das eine und das andere nicht miteinander vermischen.
Grundsätzlich haben die Rumänen einen ganz anderen Umgang mit dem Tod als ich das hier aus Deutschland kenne, dort werden (gerade auf dem Land) die Toten ja auch zu Hause aufgebahrt, da gibt es schon einiges zu fragen und zu berichten, aber danach war mir zumindest gestern überhaupt nicht.

Auch würde mich interessieren, wie man in der Orthodoxen Kirche mit Tragödien, Trauer und Bewältigung umgeht. Was ich häufig mitbekomme und mir immer wieder auffällt (im Fernsehen/Internet bzw. der Zeitung) ist, dass die Leute sehr schnell ein "Göttliches Gericht" hinter einem Unglück vermuten. Auch das kam in der Reportage klar raus. Aber auch mit dieser Frage beschäftige ich mich mal unabhängig von diesem Unglück.

Ich poste hier mal den Link zu der Reportage. Sie ist ein wenig herausfordernder als das was man bei "Brisant" zu sehen bekommt, wer will mag sich mal einen Eindruck verschaffen, wovon ich rede.
http://stirileprotv.ro/stiri/eveniment/ ... morti.html
Heute ist auch der Busfahrer verstorben, er kann also nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden.

Gottes Segen und vielen Dank für die Rückmeldung,
Mathias
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songul
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Beitrag von songul »

Lieber Ieseanul,

Ich weis zwar jetzt nicht wirklich was du hören möchtest, aber ich werde versuchen auch etwas dazu zu schreiben.

Natürlich sind diese Bilder einem nahegehend und die Trauer der Hinterbliebenen unbeschreiblich.

Aber dass diese Bilder in offensichtlichen Drastigkeit gezeigt werden, hat auch einen ganz konkreten Grund: das Reisen in diesen Minibussen gleicht jedesmal einer Fahrt mit einem Ungewissen Ende, denn der Verkehr auf den rumänischen Überlandstrassen gleicht eher einem Selbstmordkommando denn einem Verkehr. Daran haben gerade auch die Minibusse einen nicht unwesentlichen Anteil.
Ich habe das selber oft genug erleben müssen.
Und so ist es auch Ziel der Regierung, wenn so etwas passiert, ganz offen alles zu zeigen, um die Leute abzuschrecken.

Trauer bei den Orthodoxen ist letztendlich nicht anders als die Trauer bei allen Menschen, den der Tod ist überall gleich.
Nimm die Brandkatastrophe vorgestern in Kuweit: da sind über 40 Frauen und Kinder innert weniger Minuten bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.
Sie hatten keinerlei Chance.

Die Hochzeitsfeier fand wenige Tage vor Beginn des Monats Ramadan statt; ein Paar wollte die Anfangszeit ihres gemeinsamen Lebens in diesem für Moslems segensreichen Monats anfangen, und nun?

Nun werden viele Familien in Tiefster Trauer und Not sein.

Im Überleben des Todes von anderen sind wir alle gleich, d. h. wir empfinden alle die gleiche Ohnmacht der Endgültigkeit.

Das beste was jeder Mensch tun kann ist, für die Seelen der Dahingegangenen zu beten, um Trost für die Hinterbliebenen zu beten und den Ratschluss und die unergründliche Weisheit Gottes nicht zu hinterfragen, selbst wenn's schwer fällt.
In diesem Sinne ist auch die Frage des "Troll" im Nebenstrang zu verstehen (Babies).

Es ist immer auch gut das eigenen Ende sich mal wieder vor Augen zu halten und umzukehren.

LG Songul
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Mary
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Beitrag von Mary »

Ieseanul hat geschrieben:Was ich häufig mitbekomme und mir immer wieder auffällt (im Fernsehen/Internet bzw. der Zeitung) ist, dass die Leute sehr schnell ein "Göttliches Gericht" hinter einem Unglück vermuten. Auch das kam in der Reportage klar raus.
Du wolltest zwar hier nicht drauf rumreiten... aber folgende Bibelstelle ist mir kürzlich untergekommen in dem Zusammenhang. Ich glaube, wir sollten SEHR vorsichtig sein mit solchen Urteilen...
Der Untergang der Galiläer. Der Turm von Siloah
1 Es kamen aber zu der Zeit einige, die berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. 2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben?3 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen. 4 Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen sind als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen? 5 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.
Lukas 13... es spricht der Herr selbst!

Lg Maria
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Ieseanul
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Beitrag von Ieseanul »

songul hat geschrieben:
Aber dass diese Bilder in offensichtlichen Drastigkeit gezeigt werden, hat auch einen ganz konkreten Grund: das Reisen in diesen Minibussen gleicht jedesmal einer Fahrt mit einem Ungewissen Ende, denn der Verkehr auf den rumänischen Überlandstrassen gleicht eher einem Selbstmordkommando denn einem Verkehr. ...
Liebe Songul,

dazu könnte ich vieles sagen, aber man muss Dinge auch immer im Vergleich sehen, Rumänien hat in manchen Bereichen nicht das beste Image, aber häufig hängt das mit bestimmten Themen zusammen, die nach der Revolution häufig in der Presse waren, manche Leute haben das immer noch im Kopf, wenn sie an Rumänien denken. Damit meine ich allerdings nicht dich, mir fällt da nur auf, dass, wenn mal was den deutschen Medien über Rumänien zu sehen ist, häufig irgendwelche Vorurteile mit reinspielen.
Im Vergleich auch mit westeuropäischen Ländern (bestimmt aber mit osteuropäischen Ländern) ist Rumänien ein sehr sicheres Land. In vieler Hinsicht. Rumänien ist ein Land von der Größe der alten Bundesrepublik und (nicht nur) das Straßennetz vor 20 Jahren, nach der Revolution, völlig marode. Da hat sich eigentlich schon sehr viel getan.
Was den Straßenverkehr angeht, wenn ich mir die (LKW-) Unfälle auf Deutschlands Straßen ansehe, hervorgerufen oder mitverursacht durch Kleinbusse ...

Was mir allerdings mal wieder (leider) aufgefallen ist, dass man in Rumänien die Leute auf dem Land schnell mit ihren Problemen alleine lässt. Bei so einer Katastrophe hätte ich ja zumindest erwartet, dass sich mal der Transportminister oder ein anderes Mitglied der Regierung blicken lässt, wenigstens aber der Präfekt, vor allem aber um Trost zu spenden und den Angehörigen beizustehen. Ich will niemandem unrecht tun, aber von dem, was ich mitbekommen habe, gab es keinen offiziellen Besuch in Scânteia.
Einer der Überlebenden liegt jetzt im Krankenhaus und hat von den letzten Sekunden vor dem Unfall berichten können.
Jetzt braucht er Medikamente für 200 Lei (50€) pro Tag, das Krankenhaus hat seiner Familie mitgeteilt, dass sie die Medikamente besorgen müssen, weil sie im Krankenhaus gerade nicht vorrätig sind.
Das ist leider kein Einzelfall, wenn auf dem Land etwas passiert, müssen die Leute sehen, wie sie durchkommen.

Seine Heiligkeit, der Mitropolit IPS Teofan aus Iaşi (sorry, einige orthodoxe Bezeichnungen kenne ich noch nicht auf deutsch, möchte sie aber auch nicht tölpelhaft übersetzen) war jedenfalls da, er hielt das Totengedenken (Parastas) und stand den Angehörigen bei. Das war sehr wichtig für die Leute. Diese Tage finden jetzt die Beerdigungen statt, am Montag sollen weitere 9 Opfer beigesetzt werden.

Hier der Bericht zum Besuch des Mitropoliten, IPS Teofan:

http://stirileprotv.ro/video/alte-doua- ... e/60344691

Was das Thema Trauer angeht, mir ist es natürlich klar, dass Trauer uns immer gleich trifft, unabhängig von Konfession oder Religion.
Was ich gerne gewusst oder erfahren hätte, weiß ich selber nicht wirklich genau. Meine Fragen spiegelten wohl eher meinen Wunsch wieder: das man den Leuten, die dort jetzt leiden, wirklich zur Seite steht.
Der Mitropolit hat es jedenfalls hinbekommen hat sich den Leuten dort zugewandt.

LG Mathias
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Loukia
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Beitrag von Loukia »

Wenn ich mir die wahre Trauer der anderen anschaue, merke ich, was für ein Scheusal ich doch bin, meine Problemchen für traurig zu halten.
Ἡ χάρις τοῦ Κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ μεθ' ὑμῶν. 1. Korinther 16,23
Loukia
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Re: Trauer im Todesfall

Beitrag von Loukia »

Bei uns Griechen ist es üblich sich die vierzig Tage nach so einem Trauerfall nicht zu rasieren (also bei Männern, logischerweise), ist das bei Serben auch so?
Ἡ χάρις τοῦ Κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ μεθ' ὑμῶν. 1. Korinther 16,23
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Re: Trauer im Todesfall

Beitrag von Elvis »

Loukia hat geschrieben:Bei uns Griechen ist es üblich sich die vierzig Tage nach so einem Trauerfall nicht zu rasieren (also bei Männern, logischerweise), ist das bei Serben auch so?
ja :mrgreen:
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

IC XC
NI KA
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