Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
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christodoulos
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Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
ich wäre interessiert wie ihr die Geschichten aus der Bibel versteht! ZB die Geschichte vom Prophet Jonas der versuchte von Gott zu fliehen und sich aufmachte mit einem Schiff. Dass aber wegen ihm in einen Sturm geriet - er wurde über Bord geworfen und von einem Fisch verschluckt. Im Bauch des Fisches, weiter lebend - hat er dann sein berühmtes Gebet gesprochen. 3 Tage verweilte er im Bauch des Fisches. Bis Gott ihn erhörte und der Fisch ihn unbeschadet wieder ausspuckte. Er geht nach Ninive und prophezeiht die Strafe Gottes, sollten sich die Menschen nicht bekehren. Was sie aber tun - sogar das Vieh fastet. Gott verzeiht und die Strafe bleibt aus. Jonas der Gottes Güte vorausgeshen hat, ärgert sich, und legt sich unter einen Strauch den Gott vertrocken lässt. Jonas beginnt ein Zwiegespräch mit Gott.
Wie ist diese Geschichte zu verstehen:
+ Nur Wörtlich
+ wörtlich und typologisch zugleich (Christus hat einmal Bezug genommen auf den Prophet Jonas, denn genauso wie dieser wird der Menschensohn im Bauch der Erde verweilen
+ nur typologisch
+ usw.
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christodoulos
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Re: Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
oder auch dass Gott Adam und Eva "Röcke aus Fellen" gemacht hat - was soll man darunter verstehen? Wie kann Kain vom Angesicht Gottes "wegziehen" - wo doch Gott allgegenwärtig ist. Wie kann er Städte gründen wenn doch nur Adam, Eva, Abel (der wurde ermodert) und Kain lebten? Wer sind die Gottessöhne die sich mit den Menschentöchtern vereinigten?
Der Turmbau zu Babel - der bis zum Himmel reichen sollte. Hat es wirklich vorher nur eine Sprache gegeben? Hat Jakob wirklich mit Gott gerungen bis zum Morgen? Wie kann das sein...ist denn Gott einer der sich mit Menschen rauft?
Oder im Buch Josua, wo es heißt die Sonne stand für einen Tag still?
Re: Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
- Igor
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Re: Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
Das Buch Jonas hat neben der historischen Bedeutung vor allem auch eine prophetische. Wir sprechen ja auch vom Propheten Jonas.christodoulos hat geschrieben:Hallo,
ich wäre interessiert wie ihr die Geschichten aus der Bibel versteht! ZB die Geschichte vom Prophet
[…]
Wie ist diese Geschichte zu verstehen:
+ Nur Wörtlich
+ wörtlich und typologisch zugleich (Christus hat einmal Bezug genommen auf den Prophet Jonas, denn genauso wie dieser wird der Menschensohn im Bauch der Erde verweilen
+ nur typologisch
+ usw.
Die historische ist offensichtlich. Die prophetische Bedeutung hat zwei Schwerpunkte:
1) Das Verweilen im Fisch:
Die Prophezeiung über Christi, Dessen dreitätiges Verweilen im Hades und Dessen Auferstehung.
2) Ninive:
Die Prophezeiung über die Bekehrung der heidnischen Völker. Das war auch etwas Neues und Unerwartetes, bis dahin ging man davon aus, dass Gott ausschließlich das jüdische Volk erretten würde.
In Christo
Igor
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Re: Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
Kain entfernte sich von Gott, indem er sich von ihm entsagte. Er zeigte für sein Vergehen keine Reue vor Gott, sondern wandte sich von ihm ab. Das dürfte mit „wegziehen“ gemeint sein.christodoulos hat geschrieben: Wie kann Kain vom Angesicht Gottes "wegziehen" - wo doch Gott allgegenwärtig ist.
Kain und Abel waren nicht die einzigen Kinder Adams und Evas.christodoulos hat geschrieben: Wie kann er Städte gründen wenn doch nur Adam, Eva, Abel (der wurde ermodert) und Kain lebten? Wer sind die Gottessöhne die sich mit den Menschentöchtern vereinigten?
Re: Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
Mit entfernt ist wohl die geistige Entfernung gemeint, nicht die örtliche oder zeitliche.
Was die Prophezeiung bzgl. der Bekehrung der Heiden angeht: es gibt ja die Griechin, die um die Heilung ihrer Tochter bittet. Jesus sagt ihr, man könne das Brot nicht den Hündlein geben, sondern den eigenen Kindern. Die Frau sagt dann, dass die Hunde auch die Krümel auflesen, die vom Tisch fallen.
Anscheinend war also die Exklusivität Israels durchaus noch ein Thema. Oder darf man dann diese "Geschichte aus der Bibel" so verstehen, dass eben die Teilhabe aller an der Gnade doch hervorgehoben werden sollte (und zwar auf diese Weise, um die Gnade Gottes zu betonen)?
(Und ja, ich weiß, dass am Ende der Evangelien die Apostel zu allen Völkern geschickt werden und dass Paulus der Apostel der Völker ist - aber die o.g. Stelle lässt ja die Frage durchaus zu).
Danke und Gruß,
Nassos
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christodoulos
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Re: Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
Jonas will, nachdem das Wort des Herrn an ihn ergangen war - WEIT WEG VOM HERRN. Nun frage ich mich, was die Hl. Schrift hier sagen will -man kann vor Gott nicht fliehen. Jonas wollte kein Prophet sein - er wollte Gott nicht gehorsam sein. Er will fliehen vor der "Berufung" die Gott für ihn bestimmt hatte. Ich glaube das kommt im Leben oft vor, dass wir nicht dem Ruf Gottes folgen und vor ihm "fliehen".Die Berufung Jonas: 1,1- 2
Das Wort des Herrn erging an Jona, den Sohn Amittais: Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr (das Strafgericht) an! Denn die Kunde von ihrer Schlechtigkeit ist bis zu mir heraufgedrungen.
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Jonas Flucht: 1,3- 16
Jona machte sich auf den Weg; doch er wollte nach Tarschisch fliehen, weit weg vom Herrn. Er ging also nach Jafo hinab und fand dort ein Schiff, das nach Tarschisch fuhr. Er bezahlte das Fahrgeld und ging an Bord, um nach Tarschisch mitzufahren, weit weg vom Herrn. Aber der Herr ließ auf dem Meer einen heftigen Wind losbrechen; es entstand ein gewaltiger Seesturm und das Schiff drohte auseinanderzubrechen.
Die Seeleute bekamen Angst und jeder schrie zu seinem Gott um Hilfe. Sie warfen sogar die Ladung ins Meer, damit das Schiff leichter wurde. Jona war in den untersten Raum des Schiffes hinabgestiegen, hatte sich hingelegt und schlief fest. Der Kapitän ging zu ihm und sagte: Wie kannst du schlafen? Steh auf, ruf deinen Gott an; vielleicht denkt dieser Gott an uns, sodass wir nicht untergehen. Dann sagten sie zueinander: Kommt, wir wollen das Los werfen, um zu erfahren, wer an diesem unserem Unheil schuld ist. Sie warfen das Los und es fiel auf Jona.
Da fragten sie ihn: Sag uns, was treibst du für ein Gewerbe und woher kommst du, aus welchem Land und aus welchem Volk?
Er antwortete ihnen: Ich bin ein Hebräer und verehre Jahwe, den Gott des Himmels, der das Meer und das Festland gemacht hat.
Da bekamen die Männer große Angst und sagten zu ihm: Warum hast du das getan? Denn sie erfuhren, dass er vor Jahwe auf der Flucht war; er hatte es ihnen erzählt. Und sie sagten zu ihm: Was sollen wir mit dir machen, damit das Meer sich beruhigt und uns verschont? Denn das Meer wurde immer stürmischer.
Jona antwortete ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, damit das Meer sich beruhigt und euch verschont. Denn ich weiß, dass dieser gewaltige Sturm durch meine Schuld über euch gekommen ist. Die Männer aber ruderten mit aller Kraft, um wieder an Land zu kommen; doch sie richteten nichts aus, denn das Meer stürmte immer heftiger gegen sie an. Da riefen sie zu Jahwe: Ach Herr, lass uns nicht untergehen wegen dieses Mannes und rechne uns, was wir jetzt tun, nicht als Vergehen an unschuldigem Blut an. Denn wie du wolltest, Herr, so hast du gehandelt. Dann nahmen sie Jona und warfen ihn ins Meer und das Meer hörte auf zu toben. Da ergriff die Männer große Furcht vor Jahwe und sie schlachteten für Jahwe ein Opfer und machten ihm viele Gelübde.
Auch wieso nach Ninive - dort lebten doch Heiden! Er soll den Heiden von Gott verkünden!
Es wird zweimal wiederholt: "WEIT WEG VOM HERRN". Gott der aber allgegenwärtig ist und vor dem man nicht fliehen kann, hindert nun Jonas mit einem Sturm. Was auffällig ist, alle haben Angst und beten zu ihren Göttern nur Jonas ist "GANZ UNTEN" und schläft ruhig. Wie Christus mit den Aposteln im Boot. Aber wie kann er schlafen wenn sich alle fürchten? Er erkennt die Gefahr nicht - die aus seiner Flucht hervorgeht - er ist ganz Unten im Schiff. Er versteckt sich regelrecht.
Die Männer werfen das Los und es fällt auf Jonas - er ist schuld und der Gott der Hebräer. UND SEINE FLUCHT VOR GOTT.
Jonas SAGT SELBST - MAN SOLLE IHN INS WASSER WERFEN. Mich verwundert das - zuerst will er nicht tun was Gott will, dann aber sich selbst opfern um das "Meer" und Gott zu beruhigen.....
Sie tun es - alles wird ruhig. Die Männer erkennen, dass der Gott der Hebräer ein Starker Gott ist - sie opfern ihm sogar.

- Igor
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Re: Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
Genau das ist der entscheidende Punkt, christodoulos. Jonas erkennt seinen Fehler, kehrt sich um zu Gott und durch seine Barmherzigkeit, seine Selbstaufopferung, bringt er das Schiff in ruhige Wasser. Dadurch ist er Vorbild für andere, die sich dann bekehren - und, er sollte auch uns ein Vorbild sein.christodoulos hat geschrieben:Jonas SAGT SELBST - MAN SOLLE IHN INS WASSER WERFEN. Mich verwundert das - zuerst will er nicht tun was Gott will, dann aber sich selbst opfern um das "Meer" und Gott zu beruhigen.....
Sie tun es - alles wird ruhig. Die Männer erkennen, dass der Gott der Hebräer ein Starker Gott ist - sie opfern ihm sogar.
Der Hl. Seraphim von Sarow sagte einmal:
.„Erwerbe einen friedlichen Geist, und um Dich herum werden tausende gerettet.“
Wenn ein Mensch Vorbild im Glauben für die anderen ist (seine Lebensweise, seine Eigenschaften und Tugenden etc.), dann beeinflusst er automatisch die ihn Umgebenden.
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christodoulos
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Re: Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
Ja, irgendwie witzig - Gott erwählt just einen zum Propheten - der sich dann selbst entfernt - aber genau aus diesem Grund müsste er eigentlich mehr Verständnis haben für die Fehler der anderen, die sich genauso wie er von Gott enfernt haben und auch für Gottes Barmherzigkeit, denn wie Gott ihm barmherzig war, so ist er es auch zu anderen.Genau das ist der entscheidende Punkt, christodoulos. Jonas erkennt seinen Fehler, kehrt sich um zu Gott und durch seine Barmherzigkeit, seine Selbstaufopferung, bringt er das Schiff in ruhige Wasser. Dadurch ist er Vorbild für andere, die sich dann bekehren - und, er sollte auch uns ein Vorbild sein.
Seine Selbstaufopferung ist ein Hinweis auf Christus. Er beruhigt durch seinen Tod (der ja keiner ist) das "stürmische Meer" und Gottes "Strafe". Jonas soll Taube heißen - ein Sinnbild für den Hl. Geist. Die Taube ist auch immer Hinweis auf die Barmherzigkeit Gottes - so wie bei Noah die Taube durch ihre Rückkehr angezeigt hat, dass die Flut vorüber war. Der Rabe ? kam nicht zurück.
In der Frühkirche war der Prophet Jonas sehr beliebt. Man findet in den Katakomben immer wieder sein Bildnis usw...Die Kirchenväter deuten das "Fallen" ins Wasser - oder das "ins Wasser geworfen werden" als Sinnbild für die Taufe. Denn durch die Taufe wird das stürmische Meer unserer Seele beruhigt und wir steigen in den Tod hinab. Auch die Zahl 3 hat die Kirchenväter zu vielem Sinnen veranlasst - da man ja 3 x hinabsteigt.
Es gibt eine Rede des Hl. Ephraim des Syrers über den Propheten Jonas und die Buße der Niniviten:
http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2449.htm
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christodoulos
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Re: Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?

Der Herr aber schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang. Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches und er betete im Bauch des Fisches zum Herrn, seinem Gott:
In meiner Not rief ich zum Herrn / und er erhörte mich.
Aus der Tiefe der Unterwelt schrie ich um Hilfe / und du hörtest mein Rufen.
Du hast mich in die Tiefe geworfen, / in das Herz der Meere; mich umschlossen die Fluten, / all deine Wellen und Wogen schlugen über mir zusammen.
Ich dachte: Ich bin aus deiner Nähe verstoßen. / Wie kann ich deinen heiligen Tempel wieder erblicken?
Das Wasser reichte mir bis an die Kehle, / die Urflut umschloss mich; / Schilfgras umschlang meinen Kopf.
Bis zu den Wurzeln der Berge, / tief in die Erde kam ich hinab; / ihre Riegel schlossen mich ein für immer. Doch du holtest mich lebendig aus dem Grab herauf, / Herr, mein Gott.
Als mir der Atem schwand, dachte ich an den Herrn / und mein Gebet drang zu dir, / zu deinem heiligen Tempel.
Wer nichtige Götzen verehrt, / der handelt treulos.
Ich aber will dir opfern / und laut dein Lob verkünden. Was ich gelobt habe, will ich erfüllen. / Vom Herrn kommt die Rettung.
Da befahl der Herr dem Fisch, Jona ans Land zu speien.
Also der Herr schickte einen "großen Fisch" der Jonas verschlang - nicht fraß. Jonas war 3 Tage und 3 Nächte dort im Bauch des Fisches. Wie Christus im Grab. Der große Fisch symbolisiert aber auch den Tod bzw diese Welt die uns zu verschlingen sucht und uns in die Unterwelt bringt - fern ab von Gott. In seinem Gebet sagt Jonas UNTERWELT (HADES)....bemerkenswert... denn er ist ein Typos für Christus im Bauch der Erde. In der Unterwelt.
In der jüdischen Theologie symbolisiert Jonas das Volk Israel - die Auserwählten die vom Gegner verschlungen werden. Denn in Jeremia heißt es:
Jer 51,34: Nebukadnezzar, der König von Babel, / hat mich gefressen und weggerafft, / mich beiseite gestellt wie ein leeres Gefäß. Er hat mich wie ein Drache (Fisch) verschlungen, / hat sich den Bauch gefüllt / und mich aus dem Ort meiner Wonne vertrieben
Jer 51,44 Den Bel von Babel suche ich heim / und entreiße (er muss ausspeien aus) seinem Rachen, was er verschlungen hat. Die Völker strömen nicht mehr zu ihm. / Auch die Mauer von Babel muss fallen
Man muss aber auch sehen, dass hätte Gott den Fisch nicht geschickt, wäre Jonas ertrunken. Also war dieser Fisch seine Rettung auch wenn Jonas das nicht gleich verstanden haben mag. Auf Gottes geheiß spuckt der Fisch Jonas an Land wieder aus. Also diente der Fisch wie ein Schiff um "heil" ans Land zu kommen.
Manche haben auch bemerkt, dass die Schrift mitten im Buch Jonas die Gottesnamen ändert. Zuerst nur Herr - dann der Herr mein Gott. Es gibt einen Grund dafür.
Ob nun ein Mensch im Bauch eines "großen Fisches" überleben kann?
Es gibt hierzu eine Legende:
Der Hl. Augustinus soll einmal am Strand das Skelett eines Walfischs gefunden haben. Anhand dieses Skeletts habe er kritischen Intellektuellen beweisen wollen, dass sogar mehrere Menschen im Bauch eines Fisches Platz hätten.
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christodoulos
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Re: Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
Das Wort des Herrn erging ein zweites Mal an Jona. Nun folgt er dem Ruf Gottes und geht ALS HEBRÄER in das heidnische NINIVE. Ninive war GROß VOR GOTT - was das heißen mag. Die Stadt war ihm wichtig - es gab ja sicher größere und noch sündigere Städte als Ninive.Das Wort des Herrn erging zum zweiten Mal an Jona:
Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr all das an, was ich dir sagen werde.
Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der Herr es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.
Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört!
Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an.
Als die Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er von seinem Thron auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in ein Bußgewand und setzte sich in die Asche.
Er ließ in Ninive ausrufen: Befehl des Königs und seiner Großen: Alle Menschen und Tiere, Rinder, Schafe und Ziegen, sollen nichts essen, nicht weiden und kein Wasser trinken. Sie sollen sich in Bußgewänder hüllen, Menschen und Tiere. Sie sollen laut zu Gott rufen und jeder soll umkehren und sich von seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt.
Wer weiß, vielleicht reut es Gott wieder und er lässt ab von seinem glühenden Zorn, sodass wir nicht zugrunde gehen.
Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus.
Die Leute glauben Gott - sofort lassen sie von ihren Taten ab und kehren um. Sogar der König hüllt sich in ein Bußgewand - ja auch das Tier fastet.
Das ist umso erstaunlicher, da der Gott der Hebräer nicht "ihr" Gott ist -aber sie folgen seinem Ruf - wenn wir geistige Hebräer bzw. Christen ihm oft nicht folgen und wenn, nur nach langem zögern. Die Zahl 40 kommt in der Bibel oft vor als Symbol der Reinigung und Vorbereitung. In der Orthodoxen Kirche wird darum auch 40 x das Herr erbarme dich gebetet.
Gott der Barmherzig ist, hat sogleich von seiner Strafe abgesehen.
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christodoulos
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Re: Geschichten aus der Bibel - wie zu verstehen?
Das missfiel Jona ganz und gar und er wurde zornig.
Er betete zum Herrn und sagte: Ach Herr, habe ich das nicht schon gesagt, als ich noch daheim war? Eben darum wollte ich ja nach Tarschisch fliehen; denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Huld und dass deine Drohungen dich reuen.
Darum nimm mir jetzt lieber das Leben, Herr! Denn es ist für mich besser zu sterben als zu leben.
Da erwiderte der Herr: Ist es recht von dir, zornig zu sein?
Da verließ Jona die Stadt und setzte sich östlich vor der Stadt nieder. Er machte sich dort ein Laubdach und setzte sich in seinen Schatten, um abzuwarten, was mit der Stadt geschah.
Da ließ Gott, der Herr, einen Rizinusstrauch über Jona emporwachsen, der seinem Kopf Schatten geben und seinen Ärger vertreiben sollte. Jona freute sich sehr über den Rizinusstrauch.
Als aber am nächsten Tag die Morgenröte heraufzog, schickte Gott einen Wurm, der den Rizinusstrauch annagte, sodass er verdorrte.
Und als die Sonne aufging, schickte Gott einen heißen Ostwind. Die Sonne stach Jona auf den Kopf, sodass er fast ohnmächtig wurde. Da wünschte er sich den Tod und sagte: Es ist besser für mich zu sterben als zu leben.
Gott aber fragte Jona: Ist es recht von dir, wegen des Rizinusstrauches zornig zu sein? Er antwortete: Ja, es ist recht, dass ich zornig bin und mir den Tod wünsche.
Darauf sagte der Herr: Dir ist es leid um den Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet und den du nicht großgezogen hast. Über Nacht war er da, über Nacht ist er eingegangen.
Mir aber sollte es nicht leid sein um Ninive, die große Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die nicht einmal rechts und links unterscheiden können - und außerdem so viel Vieh?
Jonas heißt zwar Taube, aber manche Väter haben den Namen Jonah auch vom hebr. Stamm Yanah abgeleitet (Hl. Hieronymus zB) was soviel wie "Jammern" oder "Beklagen - Beschweren" bedeutet.
Er setzt sich "östlich" - in der Hl. Schrift wird IMMER der Osten betont. Dies wird mit Absicht so erwähnt - im Osten war das Paradies, die alte Heimat. Der Stamm der Leviten/Priester wurde im Osten aufgestellt ...usw...darum beten ja auch orthdodoxe Christen gen Osten. Dort wo die Sonne aufgeht, das Licht der Welt = CHRISTUS.
Er wird zornig über die Güte Gottes - es wäre ihm lieber würde Gott die Niniviten bestrafen. Er ärgert sich derat, dass er lieber sterben würde. Doch Gott schickt ihm einen Rizinusstrauch - den er aber dann wieder verdorren lässt über Nacht - lustig irgendwie - wieder ist Jonas verärgert - wünscht sich wieder den Tod.
Rizinusstrauch:
Im Alten Testament der Bibel wird der Rizinus im Buch Jona, Kapitel 4, in den Versen 6 bis 10 erwähnt: "Gott ließ den Rizinusstrauch über Jona wachsen, um seinem Kopf Schatten zu geben. Am nächsten Morgen jedoch schickte er einen Wurm, sodass der Rizinus verdorrte." Da schon lange bekannt war, dass Rizinus sehr giftig ist und zum Beispiel seine Blätter als Insektizide verwendet wurden, wurde diese Pflanze auch als Weinstock, Efeu oder Kürbis gedeutet. Die Natur des „Wurmes“ blieb lange völlig unklar. Seit kurzem ist nun aber bekannt, dass es sich dabei um die Raupen eines Nachtfalters der Familie der Bärenspinner (Arctiidae) handelt, der im Jahre 2005 neu beschrieben wurde und den Namen Olepa schleini erhielt. Diese Raupen fressen an Rizinus und sind vor allem nachtaktiv, was dem biblischen Bericht sehr genau entspricht.

Man sieht wie gütig und geduldig Gott ist. Es tut ihm auch leid um das viele Vieh und dann muss er sich noch "rechtfertigen" vor seinem störrischen Propheten.
Ikone des Propheten Jonah:

Die Orthodoxe Kirche gedenkt des Hl. Propheten Jonas am 21. bzw. 22. September:
Troparion zum Hl. Propheten Jonas:
Troparion (2. Ton )
Das Gedächtnis Deines Propheten,
feiern wir heute O Herr,
Auf seine Gebet hin - flehen wir Dich an,
Christus unser Gott - errette unsere Seelen!
Hl. Prophet Jonas im Prolog von Ohrid:
Jonas lebte mehr als 800 Jahre vor Christus. Es wird überliefert, dass er der Sohn der Witwe von Zarephath in Sidon war, den der Hl. Prophet Elias von Toten auferweckt hat. Durch seine 3-tägiges Eingeschlossensein im Bauch des Fisches war er ein "Vorbild-Typos" Christi und seiner Grabesruhe. Seine Errettung durch Gott war ein Typos der Auferstehung des Herrn.
NINIVE:
Ninive, Ninua (auch Niniveh, arabisch نينوى, DMG Nīnawā; akkadisch Ninu(w)a; aramäisch ܢܝܢܘܐ, Nīnwē; hebr. נִינְוֵה, Nīnəwē) war eine mesopotamische Stadt am Tigris, im heutigen Irak. Die Ruinenhügel (Tells) von Kujundschik und Nebi Jenus am linken Ufer des Tigris gegenüber der heutigen Stadt Mosul enthalten die Überreste der Stadt. Die Stadt ist eines der Zentren von Assyrien. Assyrischen Überlieferungen nach soll sie um 1800 v. Chr. von der Göttin Ištar gegründet worden sein. Nach den Grabungsbefunden ist sie allerdings um Jahrhunderte älter.
TARSIS:
Tarsis (hebräisch Tarschisch) wird als Name und Ort an mehreren Stellen der Bibel erwähnt. Nach Genesis (1. Buch Mose) 10,4 EU ist Tarschisch Sohn von Jawan und ein Ur-Enkel Noachs. Als Ort wurde Tarsis mit Tartessos in Spanien identifiziert.
Dass Tarsis ein weit entfernter Ort ist, setzt auch das Buch Jona voraus. Gott beauftragte Jona, den Einwohnern der assyrischen Stadt Ninive ein Strafgericht zu verkünden. Jona weigerte sich und versuchte, von Jaffa aus mit dem Schiff nach Tarsis zu fliehen (Jona 1,3 EU). Legt man die Identifizierung mit Tartessos zu Grunde, bedeutet Jonas Fluchtversuch, dass er in die entgegengesetzte Richtung fliehen wollte, nicht nach Osten (Ninive), sondern nach Westen (Tarsis/Tartessos); und dass er bis an das Ende der damals bekannten Welt fliehen wollte.
