Hesychia, wie wichtig ist sie ?

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AgionOros
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Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von AgionOros »

Hallo an alle,

Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit dem Hesychasmus der Orthodoxen Kirche sowie mit dem Herzensgebet, dabei ist mir das Gefühl entstanden, das die Hesychia ein Unglaublich wichtiger Zustand ist, ich habe das Gefühl bekommen das die Hesychia sozusagen die Voraussetzung für die Vergöttlichung sprich für das empfangen der Gnade ist.

meine Frage richtet sich an alle, aber vielleicht können mir diejenigen die mit der Ekklesiologie der Orthodoxie etwas besser Vertraut sind mehr Helfen.

ich habe folgende Fragen;

1. Wird die Hesychia durch eigene Bemühung erreicht (Gebet, Liturgie, Fasten etc.), oder ausschließlich durch Gottes Gnade, oder ist es ein Zusammenspiel beider ?


2. Ist der Zustand der Hesychia die Liebe die Christus im Doppelgebot der Liebe meint ? (Ich habe das Gefühl das die Hesychia alle Kriterien erfüllt, sprich Geduld, Demut, Sanftmut, Gleichmut, Bedingungslosigkeit, Vergebung usw.)


3. verwand mit 1., Schafft das geistliche tun (Herzensgebet etc.) die Hesychia, oder ist die Hesychia Grundlage für das geistliche tun ?


Ich würde mich über eure Antworten sehr freuen.

In Christo
AgionOros
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von AgionOros »

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Zuletzt geändert von AgionOros am 31.01.2012, 14:00, insgesamt 1-mal geändert.
AgionOros
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von AgionOros »

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Lazzaro
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von Lazzaro »

Lieber AgionOros !

Gleich zu Beginn: Ich bin bekennender Nichthesychast(!), versuche dennoch mal die Fragen ganz allgemein zu beantworten.

1. Das Beginnen kommt von Dir und das Vollenden von Gott. das gilt aber für das gesammte christl. Leben und nicht nur für die Hesychia.
2. Die Liebe zu Gott zeigt sich immer in der Liebe zum Menschen. Wenn Du meinst im Zustand der Hesychia dennoch jemanden nicht zu lieben, dann stimmt etwas nicht oder ich habe die Frage nicht verstanden.
3. Es ist eindeutig so, daß ein geistliches Leben auch ohne die Hesychia möglich ist :) . Daraus ergibt sich, daß die Hesychia darauf aufbaut. Das heißt sie wird erst vom Menschen eingeübt und wird dann als eine Art Gnade von Gott geschenkt (oder auch nicht!).

Mich wundert, daß Du diese Fragen hier stellst. Meiner Meinung nach solltest Du diese Fragen mit Deinem geistlichen Vater besprechen, denn sich mit Hesychasmus ohne einen persönlichen Lehrmeister zu beschäftigen halte ich für ein sehr riskanntes Unterfangen. Deutschsprachige Lehrer sind leider sehr selten. Der einzige, der halbwegs fundierte Kenntnisse zu haben scheint, ist Altabt Emanuel Jungclausen aus Niederalteich, ... so er noch lebt.
Hesychia, wie wichtig ist sie ?
Der Heychasmus ist meiner Meinung nach schon sehr wichtig, weil seine Praxis und vor allem seine Theologie uns von anderen westlichen Konfessionen unterscheiden. Und daher ist er auch immer eine gute "Rückversicherung" der orthodoxen Lehre.
Anderseits muß nicht jeder orthodoxe Christ automatisch Hesychast sein. Genauso wenig muß nicht jeder Laie altgriechisch und perfekt das NT auslegen können.

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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von Lazzaro »

:P 2x ist dieser Beitrag nicht nötig. Lazzaro
Zuletzt geändert von Lazzaro am 31.01.2012, 20:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Igor
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von Igor »

Lieber AgionOros!

Ein paar kurze Kommentare zu deinen Fragen.
AgionOros hat geschrieben:1. Wird die Hesychia durch eigene Bemühung erreicht (Gebet, Liturgie, Fasten etc.), oder ausschließlich durch Gottes Gnade, oder ist es ein Zusammenspiel beider ?
Letzteres ist richtig. Sie wird durch eigene Bemühungen und Gottes Gnade erreicht. Die Bemühungen allein sind notwendig, aber nicht hinreichend.
AgionOros hat geschrieben:2. Ist der Zustand der Hesychia die Liebe die Christus im Doppelgebot der Liebe meint ? (Ich habe das Gefühl das die Hesychia alle Kriterien erfüllt, sprich Geduld, Demut, Sanftmut, Gleichmut, Bedingungslosigkeit, Vergebung usw.)
Hesychia ist der Zustand, den man erst dann erreichen kann, wenn die anderen von dir genannten Kriterien erfüllt sind. Auch hier gilt: diese sind notwendig, aber nicht allein hinreichend.
AgionOros hat geschrieben:3. verwand mit 1., Schafft das geistliche tun (Herzensgebet etc.) die Hesychia, oder ist die Hesychia Grundlage für das geistliche tun ?
Bitte schau mal auf den Artikel "Die Lehre über das Jesusgebet nach dem Hl. Hierarchen Ignatius (Brjantschaninow)" von Prof. Osipov, er erklärt eine Menge.

In Christo
Igor
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)
AgionOros
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von AgionOros »

Lazzaro hat geschrieben:Lieber AgionOros !

Gleich zu Beginn: Ich bin bekennender Nichthesychast(!), versuche dennoch mal die Fragen ganz allgemein zu beantworten.

1. Das Beginnen kommt von Dir und das Vollenden von Gott. das gilt aber für das gesammte christl. Leben und nicht nur für die Hesychia.
2. Die Liebe zu Gott zeigt sich immer in der Liebe zum Menschen. Wenn Du meinst im Zustand der Hesychia dennoch jemanden nicht zu lieben, dann stimmt etwas nicht oder ich habe die Frage nicht verstanden.
3. Es ist eindeutig so, daß ein geistliches Leben auch ohne die Hesychia möglich ist :) . Daraus ergibt sich, daß die Hesychia darauf aufbaut. Das heißt sie wird erst vom Menschen eingeübt und wird dann als eine Art Gnade von Gott geschenkt (oder auch nicht!).

Mich wundert, daß Du diese Fragen hier stellst. Meiner Meinung nach solltest Du diese Fragen mit Deinem geistlichen Vater besprechen, denn sich mit Hesychasmus ohne einen persönlichen Lehrmeister zu beschäftigen halte ich für ein sehr riskanntes Unterfangen. Deutschsprachige Lehrer sind leider sehr selten. Der einzige, der halbwegs fundierte Kenntnisse zu haben scheint, ist Altabt Emanuel Jungclausen aus Niederalteich, ... so er noch lebt.
Hesychia, wie wichtig ist sie ?
Der Heychasmus ist meiner Meinung nach schon sehr wichtig, weil seine Praxis und vor allem seine Theologie uns von anderen westlichen Konfessionen unterscheiden. Und daher ist er auch immer eine gute "Rückversicherung" der orthodoxen Lehre.
Anderseits muß nicht jeder orthodoxe Christ automatisch Hesychast sein. Genauso wenig muß nicht jeder Laie altgriechisch und perfekt das NT auslegen können.

In Christo
Lazzaro

Hi lazzaro,

Nun, natürlich sehe ich mich nicht als Praktizierenden Anhänger des Hesychasmus (das wäre wohl sehr vermessen), dennoch denke ich das der Hesychasmus das Ideal der Orthodoxie ist, es ist sicher die konsequenteste und Aufrichtigste (in meinen Augen) aller Christlichen Lebensformen. Wenn man sich mit der Orthodoxie beschäftigt so laufen alle Bemühungen letztlich auf den Zustand der Hesychia hinaus. Da sich wie wir wissen Gott nur einem gereinigten und Demütigen Herzen Offenbaren kann. Diese Mystik ist es letztlich die uns von den Häretikern unterscheidet.


Ich bin bekennender Nichthesychast
Diese Aussage kann ich nicht ganz nachvollziehen, Entschuldige. Ich sehe den Hesychasmus als Leitstern jedes Aufrichtigen Orthodoxen Christen, selbst wenn ich auf Grund meiner Schwäche und Unvollkommenheit nicht mal in den Schatten des Hesychasmus gelange, so kann ich aber am ende wenigstens behaupten mich bemüht zu haben.

Die Liebe zu Gott zeigt sich immer in der Liebe zum Menschen. Wenn Du meinst im Zustand der Hesychia dennoch jemanden nicht zu lieben, dann stimmt etwas nicht oder ich habe die Frage nicht verstanden.

Der erste Satz ist vollkommen richtig.

Ich glaube aber Verstanden zu haben, das die Hesychia an sich, die Liebe ist, die Gott meint. Denn schließlich Vereinigt sie ja alle Tugenden in sich. Das geistliche tun, das Fasten und die Teilnahme an allen anderen Mysterien haben doch das Ziel den Menschen die Hesychia zu bringen um so Fähig zu sein die Gnade zu empfangen.


Du hast aber recht ich werde meinen Gemeinde Priester mal darauf Ansprechen.
AgionOros
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von AgionOros »

Igor hat geschrieben:Lieber AgionOros!



Bitte schau mal auf den Artikel "Die Lehre über das Jesusgebet nach dem Hl. Hierarchen Ignatius (Brjantschaninow)" von Prof. Osipov, er erklärt eine Menge.

In Christo
Igor

Danke Igor,


Ich werde mir den Artikel durchlesen.
Lazzaro
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von Lazzaro »

Ich bin bekennender Nichthesychast
Agion Oros schrieb:
Diese Aussage kann ich nicht ganz nachvollziehen, Entschuldige. Ich sehe den Hesychasmus als Leitstern jedes Aufrichtigen Orthodoxen Christen, selbst wenn ich auf Grund meiner Schwäche und Unvollkommenheit nicht mal in den Schatten des Hesychasmus gelange, so kann ich aber am ende wenigstens behaupten mich bemüht zu haben.
Mein Satzt war in der Tat mißverständlich.
Ich meinte, daß ich dazustehe den Hesychasmus nicht aktiv zu praktizieren. Gegen die Theologie des hl. Gregor Palamas etwas zu sagen, wäre für mich fast so etwas wie eine Autoexcomunikation.
Lazarus
Nassos
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von Nassos »

Wieso sollte ein Laie versuchen Hesychast zu werden?
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von AgionOros »

Nassos hat geschrieben:Wieso sollte ein Laie versuchen Hesychast zu werden?

Jeder ist berufen an den Mysterien teilzuhaben, ob Laie oder nicht. Ziel des Hesychasten ist die gesegnet und Demütige "Innere Stille" oder "Innere Seelenruhe" zu erreichen um so seinen Körper und seinen Geist für die Gnade empfänglich zu machen. Nicht jeder ist für den Weg des Hesychasmus Veranlagt, so sollten wir, die dafür keine Veranlagung haben, versuchen uns von diesem Weg Inspirieren zu lassen.

Ich habe auch nicht gesagt das ich oder sonst jemand Hesychast werden soll, ich wollte nur wissen welchen Stellenwert die Hesychia bei den Leuten hier im Forum hat.
Nassos
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von Nassos »

Der Stellenwert ist natürlich sehr hoch, zumindest bei den Orthodoxen. Ich persönlich verehre den Hl. Gregor Palamas zutiefst und jedesmal, wenn ich in Thessaloniki bin, besuche ich die Metropolitankirche, wo seine Reliquien aufbewahrt sind.

Wir dürfen aber nicht die anderen Wege zur Heiligung vergessen, die es gibt - eben weil nicht jeder zum Mönch berufen ist - so z.B. durch die Ehe.

Ich hatte Deine Frage tatsächlich mißverstanden. Ich bitte hierfür um Entschuldigung!

Lieben Gruß,
Nassos
Elvis
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von Elvis »

Nassos hat geschrieben:Der Stellenwert ist natürlich sehr hoch, zumindest bei den Orthodoxen. Ich persönlich verehre den Hl. Gregor Palamas zutiefst und jedesmal, wenn ich in Thessaloniki bin, besuche ich die Metropolitankirche, wo seine Reliquien aufbewahrt sind.

Wir dürfen aber nicht die anderen Wege zur Heiligung vergessen, die es gibt - eben weil nicht jeder zum Mönch berufen ist - so z.B. durch die Ehe.

Ich hatte Deine Frage tatsächlich mißverstanden. Ich bitte hierfür um Entschuldigung!

Lieben Gruß,
Nassos

andere wege........

:denker:
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

IC XC
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Nassos
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von Nassos »

Könntest Du bitte ein bißchen konkret werden, lieber Elvis?
Wenn ich nicht weiß, was Dich stört, dann kann ich mich nicht erklären.... :c8l:
Elvis
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Re: Hesychia, wie wichtig ist sie ?

Beitrag von Elvis »

nun ja worauf ich hinaus will, ist, dass wir eigentlich alle auf den selben weg wandern. Es hat halt so seine Formen......

Wenn man bedenkt, wie es einen Weltchristen und Mönchen geht, stellt man schnell fest, dass die "verschiedene" wege gehen.

Nun ja, ich behaupte mal, dass es doch dasselbe ist, bloss die schwerpunkte woanders liegen. Wir die wir in der Welt leben und verheiratet sind etc. sind nicht so sehr in der askese geübt als unsere monastischen geschwister. Nun unsere monastischen geschwister sind nicht so in der praxis (ich meine damit nicht die geistliche, mein Bruder) tätig als wir.

Was ich damit sagen will, ist, dass wir wohl nicht so verschieden sind wie es erscheint, aber doch verschiedene formen gegeben sind.

Als laie auch als verheiratete, kann man natürlich den hesychasmus leben, aber ich denke wohl nur in den maß wie man auch kann, denn rest schenkt uns der herr.

Hesychasmus bedeutet für mich persönlich nichts weiter als die orthodoxie mit ihrer glaubenspraxis. Es ist ja nicht nur das "stille beten", sondern auch das fasten, sowie auch bildung, also würde mal sagen hauptsächlich die geistigen disziplinen.

dadurch haben wir alle de hesychia zu leben, jeder in seinen maßen.

Mönche und nonnen sind "lediglich" die höchste stufe der nachfolge Christe, dessen, hoffe ich, wir alle sind.
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

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