M - wie Mission

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
Forumsregeln
Forumsregeln Impressum
Nassos
Beiträge: 4433
Registriert: 18.12.2008, 21:43

Beitrag von Nassos »

Sinaitis hat geschrieben:Bereit sein, für Christus zu sterben ist etwas anderes. als den Tod zu suchen. Das hat auch der Gerontas Paisios nicht getan.
Ich denke, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Das eine bedeutet nicht das andere.
Ieseanul hat geschrieben:Lieber Nassos,
ich habe Deine Frage gelesen, wollte aber nochmal auf den Beitrag von Kirill S antworten. Ich hoffe das ist in Ordnung so.
. Klaro! Und vergiß nicht die Vita der Hl. Elisabeth hier reinzustellen.

Gruß,
Nassos
Benutzeravatar
Kirill S
Beiträge: 37
Registriert: 22.09.2009, 22:53
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Beitrag von Kirill S »

Siehst du, ich bin kein Theologe und entschuldige mich hiermit für mein unwissen.
Nassos
Beiträge: 4433
Registriert: 18.12.2008, 21:43

Beitrag von Nassos »

Hallo Kirill,

tut mir leid, das sollte selbstverständlich kein Vorwurf sein. Bitte nicht so auffassen.

AuchkeinTheologe,
Nassos
Benutzeravatar
Kirill S
Beiträge: 37
Registriert: 22.09.2009, 22:53
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Beitrag von Kirill S »

Ich meine auch mit Eusebius und alles.
Benutzeravatar
Priester Alexej
Priester
Beiträge: 1481
Registriert: 27.11.2008, 22:18
Religionszugehörigkeit: Russisch-Orthodox
Skype: AVeselov
Wohnort: Krefeld
Kontaktdaten:

Re: M - wie Mission

Beitrag von Priester Alexej »

Wieder etwas von bogoslov.ru/de http://www.bogoslov.ru/de/text/1250847.html - ich finde diesen Mann toll (und nicht nur, weil ich bei ihm meine Dilomarbeit schreibe:)

Übrigens wird Ende 2011 in Limburg wieder eine Tagung stattfinden, mit dem Thema Mission. Kann allen sehr emfehlen zu kommen - eine gute Gelegenheit sich ein Update zu holen, mit andere auszutauschen. Eine seltene Gelegenheit in Deutschland. Ich werde auch einen Vortrag halten: "Mission in der Orthodoxen Kirche - Mythen und Realität". Das schöne an den Tagungen ist, dass die Vorträge nicht troken sind, sondern vielmehr in eine moderierte Diskussion übergehen.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.
Benutzeravatar
Stephanie
Beiträge: 289
Registriert: 08.01.2011, 17:27
Religionszugehörigkeit: orthodox
Wohnort: Nürnberg

Re: M - wie Mission

Beitrag von Stephanie »

Limburg an der Lahn?

Lieber Alexej,

würdest du Bescheid geben, wenn's so weit ist? Längere Bahnreisen müssen nämlich längerfristig geplant und gebucht werden...andernfalls muss man auf Goldbarren zur Zahlung zurückgreifen ;-)
Und ich könnte dann die Gelegenheit vielleicht nutzen und in der Skite des Hl. Spyridon mal vorbeischauen, was sonst ein ziemlich zeit-und kostenintensives Unterfangen so aus dem Süden wäre.
Benutzeravatar
Priester Alexej
Priester
Beiträge: 1481
Registriert: 27.11.2008, 22:18
Religionszugehörigkeit: Russisch-Orthodox
Skype: AVeselov
Wohnort: Krefeld
Kontaktdaten:

Re: M - wie Mission

Beitrag von Priester Alexej »

Genau, an der Lahn :)

Es gibt natürlich eine Annonce, wie auch beim letzten mal. Bevor ich meinen Führerschein hatte (gernicht so lange her) bin ich immer mit der Mitfahrtgelegenheit gefahren, das ist um einiges Günstiger. Bis Berlin bezahlt man z.B. statt 90 Eur für ICE nur 25 für die Mitfahrt.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.
Benutzeravatar
Priester Alexej
Priester
Beiträge: 1481
Registriert: 27.11.2008, 22:18
Religionszugehörigkeit: Russisch-Orthodox
Skype: AVeselov
Wohnort: Krefeld
Kontaktdaten:

Re: M - wie Mission

Beitrag von Priester Alexej »

Soo, pünktlich zu unserem Gespräch kam grade eine Einladung von V. Johannes: viewtopic.php?f=2&t=2462
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.
Benutzeravatar
Igor
Diakon
Beiträge: 2368
Registriert: 15.01.2010, 21:02
Religionszugehörigkeit: (russisch-)orthodox
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Kontaktdaten:

Re: M - wie Mission

Beitrag von Igor »

Grüß Gott!

Das Thema Mission wird häufig im Forum angesprochen und das Forum selbst trägt ja auch dazu bei, den Missionsgedanken weiter zu tragen. Daher könnte die folgende Information hier von Interesse sein:
Am 27. März 2007 wurde auf einer Sitzung des Geweihten Synods der Russischen Orthodoxen Kirche das von der Synodalen Abteilung für Mission des Moskauer Patriarchats erarbeitete Dokument namens „Die Doktrin der missionarischen Tätigkeit der Russischen Orthodoxen Kirche“ in Kraft gesetzt.
Inzwischen ist das Dokument auch auf dem Auf dem wissenschaftlich-theologischen Portal bogoslov.ru verfügbar:

:arrow: Die Doktrin der missionarischen Tätigkeit der Russischen Orthodoxen Kirche

In Christo
Igor
Bild
Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)
Ehemaliger
Beiträge: 217
Registriert: 21.07.2011, 22:35

Das böse M ... -Wort

Beitrag von Ehemaliger »

"Der Geist des Apostelschaft ist unauflösbar in die wesentliche Natur der Kirche eingewebt und sollte zu allem Zeiten gelebt werden," stellt Erzbischof Anastasios von Albanien fest. "Die Mission ist Teil der genetischen Ausstattung der Kirche, ein festes Element in ihrer DNS. Kirche ohne Mission ist ein Widerspruch in sich selbst. Wenn die Kirche indifferent, gleichgültig gegenüber der apostolischen Aufgabe, mit der sie betraut worden ist, verbleibt, dann verneint und widerspricht sie sich selbst in ihrem eigentlichen Wesen."

Starke Worte eines der bedeutendsten orthodoxen MIssionare in unserer Zeit(http://www.orthodoxalbania.org/English/MainMenu.html ). Aber er steht damit nicht einsam. In einer Erklärung der orthodoxen Hierarchen aus der ganzen Welt, die 2008 erschien, stehen unter anderem folgende Worte:

"Inspiriert durch die Lehren und das Lebenswerk des Apostels Paulus betonen wir als Erstes und vor allem anderen die Bedeutung der Pflicht zur Mission für das Leben der Kirche und für das Priestertum von uns allen in Übereinstimmung mit dem letzten Auftrag des Herrn: "und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde." (Apostelgeschichte 1, 8 ). Die Evangelisation des Volkes Gottes und auch derer, die nicht an Christus glauben, stellt die wichigste Aufgabe der Kirche dar."

In anderen Worten, wenn wir getreulich unseren Orthodoxen christlichen Glauben leben, müssen wir danach streben, die Gute Botschaft (Evangelium) unseres Herrn und Heilandes aktiv anderen mitzu-teilen, Ihn teilen, und jedermann mit unbedingter Liebe begegnen. Orthodoxes Christentum sollte immer beinhalten, nach aussen zu schauen und die Anderen nicht zu vergessen.

Die Philokalie, eine Sammlung von Vätersprüchen, lehrt: " Gesegnet sei der, der sich seiner Errettung erfreut, aber darüber hinaus sei der gesegnet, der sich an der Rettung anderer erfreut.". Der heilige Chrysostomos betont die gleiche Idee: "Ich glaube nicht an die Rettung dessen, der nicht versucht, andere zu retten."

Wir müssen weg von unseren selbstbezogenen Versuchungen wie auch von unserem Wunsch, einfach den status quo, das "so, wie es ist" in unserem Glauben und auch in unserer Kirche (Gemeinden) bewahren zu wollen und hin dazu, glaubensvoll unseren reichen spirituellen Schatz mit anderen zu teilen! Zu wissen, dass wir uns engagieren sollten reicht indes nicht aus. Wir müssen auch wissen, WIE wir evangelisieren sollen.

Als einzelne Christen wie auch als Kirche, was also sollten wir als Erstes tun? Was sind die praktischen Schritte um an diesem Evangelisierungsauftrag unseres Herrn teilzuhaben? Gute Absichten sind nicht immer genug. Leidenschaft ohne Kenntnis und Fähigkeiten sind gefährlich.

Ich habe, liebe Geschwister, dieses posting bewusst in die Abteilung "Orthodoxe Kirche" und nicht unter "Verhältnis zu anderen Konfessionen" gestellt, denn uns begegnen tagtäglich keine oder nur wenige ausgemachten Christen gleich welcher Art, sondern meist ganz 'normale' Menschen, Menschen ohne Interesse, ohne Meinung, Laue, Leugner, Gegner oder auch Spötter. Aber auch denen gehört das Evangelium gepredigt. UND WIE! siehe Apg 1, 8. Und auch sie liebt der Herr und will sie erretten! Und diese Missionarbeit ist aus unserem Orthodox-sein, Nachfolger-Christi-sein, heraus begründet, nicht aus unserem Besser-als-wer-auch-immer-sein.

Ich freue mich auf einen hoffentlich lebhaften Austausch

Euer
Benedikt
Lazzaro
Beiträge: 1120
Registriert: 09.01.2011, 17:09
Kontaktdaten:

Re: M - wie Mission

Beitrag von Lazzaro »

Amici mei!
Ich habe von einem Missionstheologen folgendes gelernt:
Mission und Evangelisierung sind im Prinzip das gleiche. Evangelisierung ist eine innerkulturelle Arbeit, Mission kulturübergreifend.
In unserer Kirche haben wohl eine Mischung aus beiden.
Lazarus
Benutzeravatar
Elias
Diakon
Beiträge: 709
Registriert: 17.12.2008, 18:08
Religionszugehörigkeit: Orthodox
Wohnort: Stuhr

Re: M - wie Mission

Beitrag von Elias »

Hier ein schöner Artikel aus Österreich

Orthodoxe Kirche verstärkt Bemühungen um Jugend

"Ein wichtiger Hinweis sei das Erlebnis der Panorthodoxen Vesper zum "Sonntag der Orthodoxie" am Sonntagabend in der Wiener griechisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale gewesen, sagte Metropolit Arsenios. Die Vesper wurde erstmals auf deutsch zelebriert. Bei aller selbstverständlichen Respektierung der Identität der einzelnen orthodoxen Kirchen zeige sich, dass die derzeitige Generation und die kommenden Generationen in der Seelsorge auch in der Landessprache angesprochen werden müssen."



http://www.kathpress.at/site/nachrichte ... 45296.html
Ehemaliger
Beiträge: 217
Registriert: 21.07.2011, 22:35

Re: M - wie Mission

Beitrag von Ehemaliger »

Lazzaro hat geschrieben:Amici mei!
Ich habe von einem Missionstheologen folgendes gelernt:
Mission und Evangelisierung sind im Prinzip das gleiche. Evangelisierung ist eine innerkulturelle Arbeit, Mission kulturübergreifend.
In unserer Kirche haben wohl eine Mischung aus beiden.
Lazarus
Salve, amicus meus!

Also, ich nehme die beiden Begriffe weniger akademisch sondern praktisch. Missio ist die Sendung, die womit uns der Herr versehen hat. Hinzugehen 'bis an die Enden der Erde', also auch an unsere Arbeitsplätze. Und das Evangelisieren ist doch der Inhalt, oder? Den Menschen von unserem Herrn zu erzählen, eben die "eu angelion", die gute Botschaft von der Liebe Gottes weiterzusagen/weiterzugeben. Auch unserem Nachbarn oder dem Busfahrer, je nachedem wir sie in den Weg gestellt bekommen. In Tat und Wort.

Und unsere Kirche, alle darin, also auch wir, sollen ja Beides betreiben. Und das könnte und soll und muss mehr werden.

findet
Benedikt
Benutzeravatar
Igor
Diakon
Beiträge: 2368
Registriert: 15.01.2010, 21:02
Religionszugehörigkeit: (russisch-)orthodox
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Kontaktdaten:

Re: M - wie Mission

Beitrag von Igor »

Grüß Gott!
Benedikt hat geschrieben:Also, ich nehme die beiden Begriffe weniger akademisch sondern praktisch.
Danke, Benedikt, das ist ein sehr gutes Stichwort. Dieser Strang umfasst an die 200 Beiträge; also theoretisch haben wir das Thema – so denke ich – so ziemlich durchdrungen.

Nun zur Praxis: Es sei einfach nochmals an die Bitten unseres Administrators, Diakon Alexej, erinnert.

Z.B. geäußert in den folgenden Strängen:


viewtopic.php?f=16&t=2182&p=22488
viewtopic.php?f=19&t=1854&p=15721
viewtopic.php?f=7&t=2164&p=25560
viewtopic.php?f=7&t=2164&p=24720
viewtopic.php?f=16&t=2449&p=25161

Meines Erachtens nach ist eine Hilfe dabei unser/euer praktischer Beitrag zur Mission.
Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.
(1. Joh 3,18 )

Zu guter Letzt: s. Pkt: 3: dieses Beitrags.

In Christo
Igor
Bild
Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)
Ehemaliger
Beiträge: 217
Registriert: 21.07.2011, 22:35

Re: M - wie Mission

Beitrag von Ehemaliger »

Ihr Lieben,

ja, praktisch meinte ich meine Anfrage. Und das auf unterschiedlichen Ebenen. Ich z.B. bin nicht der Mann, der Beschlüsse auf den verschiedensten Ebenen mitgestalten will oder in der Öffentlichkeit vertreten will. Das können andere viel besser als ich. Ich finde, es ist auch nicht an der Zeit "auf die da oben" zu warten, also bis sich unsere Bischöfe geeinigt haben und all die Worte dann in Taten gegossen werden. Versteht mich recht, es geht mir keinesfalls um eine 'Kirche von unten', mein Anliegen ist es unseren Hierarchen/Gemeindepriestern, Chorsängern, Krankenbesuchern usw Gegebenheiten zu bieten, in denen sie dann ökumenisch (innerhalb der Orthodoxie) wirksam werden können. Martin Luther hat ein Lied gedichtet, dass mit den Worten: "Wach auf, wach auf du deutsches Land, du hast genug geschlafen!" beginnt. Meine Version wäre eben die mit "Wacht auf ihr Orthodoxen im Lande, es wurde Vieles viel zu lange selig verschlafen".

Das fängt aber nicht damit an, dass ich mich frage, was mein Priester, mein Bischof und wer auch immer tun kann/"eigentlich" sollte. Meine Frage an uns heisst: Was können, sollen, müssen wir tun. Ist es genug mit der Zimmertemperatur, bei der sich alle so schön wohl fühlen? Es ist sicherlich etwas drastisch, wenn man die Stelle aus Offb 3 wo der Herr die in Laodicea anspricht, so übersetzt: "Ich kenne eure Wischi-Waschi Haltung: nichts Ganzes und nichts Halbes. Mir wäre es lieber, wenn ihr entweder kalt wäret oder so richtig heiss. Eure Wohlfühltemperatur finde ich zum Kotzen". Wörtlich steht genau dieses Wort im griechische Text: Erbrechen, nicht so fein 'ausspeien'. Seht selber nach.
Und das fängt bei mir an. Brenne ich für Gott oder geniesse ich das feine, säuselnde, knisternde Geräusch der 'Rechtgläubigkeit' im Ofen und halte mich 'so eben gut'. Und dabei leisten wir uns auch noch den Luxus mit gespitzten Mäulern übereinander herzufallen wenn wir lang anhaltend 'diskutieren', ob "natürlich" Birkenholz mehr (weil aus dem orthodoxen Russland und schon der Heilige XY oder der Altvater YZ haben Birkenholz verwendet) zu verbrennen sei, und ob Pappelholz nicht schon fast häretisch ist.
Der Herr hat eine andere Vorstellung von Seinen Nachfolgern.

Benedikt

P.S. natürlich kennt ihr meine Meinung dazu: Das alles wäre viel einfacher und effektiver unter einem Hierarchen und mit einer Verwaltung. Ich bin also, frei nach Cato, im Übrigen der Meinung, dass Deutschland EINEN Bischof braucht. :!:
Antworten