Behinderte Heilige
Behinderte Heilige
ich habe heute auf dem blog o nekros einen sehr schönen Artikel über Heilige gefunden, die behindert waren und sich in ihnen Gottes unermessliche Gnade offenbarte. Anlass war der gestrige Gedenktag, an dem wir sowohl des Hl. Seraphim von Sarov gedenken wie auch - für manche Leute auch ein großer Heiliger - der Hl. Markus der Taube. Im Anschluss wurden dann weitere behinderte Heilige vorgestellt, von denen ihr sicher den einen oder anderen kennen werdet.
Vorbilder für jene, die durch eine Behinderung in Verzweiflung fallen und ihr Herz Gott und den Menschen verschließen. Vorbilder aber auch für die sog. Gesunden (nach orthodoxer Ansicht ist nur dann jemand gesund, wenn er an der Heiligkeit Gottes teilhat, unabhängig vom Grad seiner köperlichen oder geistigen Behinderung).
Ich möchte sehr gerne ein paar dieser Heiligen aus dem blog hier vorstellen. Mögen sie für uns beten vor dem Herrn. Amen.
Re: Behinderte Heilige

Schutzpatron der Gehörlosen.
Mönch in der byzantinischen Zeit, über den leider nicht viel bekannt ist.
Apolytikion:
Du hörtest die himmlische Einladung, obwohl taub. Deine Ohren hörten sehr wohl die Stimme des Logos. Somit - das Vergängliche und Vorläufige verachtend - schenktest Du mit Deinem Willen Christus Dein Herz.
Heiliger Markus, Beschützer der Tauben, stütze sie.
Der Verband der Gehörlosen des Präfektur Rethymnon/Kreta baute 2001 eine schöne Kirche des Heiligen im Bereich des historischen Kloster Arsaniou, einige Kilometer außerhalb von Rethymno. Dort feiert der Verband den Heiligen und verehrt jedes Jahr auch den Heiligen Seraphim von Sarov (die zwei heiligen sind dort zusammen abgebildet). Von dort stammt auch die obige Ikone.
Re: Behinderte Heilige

Heiliger aus Zypern, lebte im 10. Jahrhundert, Sohn eines Priesters.
Mit 18 wurde er zur Verlobung gezwungen. Da er aber schon von klein auf sich Christus widmen wollte, widersetzte er sich.
Die Angehörigen der Braut nahmen ihm das übel. Sie luden ihn zum Essen ein, das vergiftet war und davon blieb der junge Mann blind.
Er nahm das demütig an, widmete sich Christus und erreichte einen hohen Grad der Heiligkeit. Wenige Tage vor seinem Tod wurde ihm nochmal sein Augenlicht gewährt.
Er wirkt heute noch bei jenen Wunder, die sich ihm mit Glauben nähern, insbesondere Besessene.
Re: Behinderte Heilige

Ich empfehle ihre Vita zu lesen. Was für eine große Heilige Gottes, jeder Russe kennt sie und auch in Griechenland sehr verehrt.
Unerschütterliche Säule Russlands.
Hier ihre Vita: http://edition-hagia-sophia.de/de/Heili ... von-Moskau
Re: Behinderte Heilige

Leider habe ich bisher nur diesen Link auf die Vita des Heiligen.
Neumärtyrer während des Kommunismus, gefesselt am Rollstuhl.
Re: Behinderte Heilige
Geboren 1890 in Chania/Kreta.
Die Lepra setzte im Alter von 13 Jahren ein, als er schon Vollwaise war und als Friseur arbeitete. Auf die Insel Spinalonga ausgesetzt, weil man damals vor dieser ansteckenden Krankheit panische Angst hatte.
Mit 16 verlässt er die Insel und setzt sich nach Ägypten ab. Als die Zeichen der Lepra auf seinen Händen und im Gesicht immer deutlicher hervortreten (er arbeitete in Alexandria wieder als Friseur) ging er durch Vermittlung eines Priester auf die Insel Chios in ein Lepra-Krankenhaus, wo Vater Anthimos (der später selber Heiliger wurde) als Priester diente.
Auf dem Foto die Heiligen Nikephoros und Anthimos

Auf Chios begann schnell sein geistlicher Weg unter Anthimos und schon nach zwei Jahren (1916)erhielt er das Engelsschema und den Namen Nikephoros (sein weltlicher Name war Nikolaos Tzanakakis).
Währendessen wurde die Krankheit immer schlimmer (Medizin hierfür gibt es erst seit 1947). Ein Leben in reinem Gehorsam, strengem Fasten und Gartenarbeit. Er schrieb die Wunder des Heiligen Anthimos nieder, deren Augenzeuge er war (insbesondere die Heilung Besessener).
Stundenlanges nächtliches Beten, unzählige Metanien und Hauptpsalter in der Kirche. Doch langsam verlor er sein Augenlicht und um so mehr sang er Psalme und las den Apostel voller Inbrunst.
1957 schloss das Lepra-Krankenhaus auf Chios und die Patienten wie auch Vater Nikephoros wurden nach Ägaleo verlegt. Inzwischen waren sein Gesicht und seine Augen verformt.
Massen an Leuten besuchten seine Zelle um sich seinen Segen zu holen, denn er hatte durch seine Engelsgeduld viele geistliche Gaben erhalten. So zum Beispiel die stetige Tröstung der Verzweifelten. Trotz seines verformten Körpers und seiner Schmerzen war er stets lächelnd, warmherzig, erzählte schöne und lustige Anekdoten, war liebenswert. Sein zerfressenes Gesicht leuchtete und die ihn besuchten gingen immer mit einem Gefühl der Freude, wenn sie diesen armen und dem weltlichen Anschein nach kranken Mann besuchten, der stets sagte "Gepriesen sei Sein Name!".
Am 4. Januar 1964, im Alter von 74, entschlief Vater Nikephoros und nach seiner Beerdigung stieg Wohlduft von Seinen Überresten auf. Seine Wunder wurden unter anderem von seinem Schüler, dem Heiligen Eumenius dem Lachenden (der selber Leprakrank war aber geheilt wurde und trotzdem weiter mit Vater Nikephoros in Ägaleo Dienst an den Leprakranken tat) bezeugt.
Foto des Hl. Eumenios, des lachenden Heiligen

Re: Behinderte Heilige
Sie litt an Gigantismus, war 2,30m lang und trug Schuhgröße 57. Die Verwachsungen im Kopf übten Druck auf ihre Augen aus und sie würde ihr Augenlicht verlieren.
In jungen Jahren wurde sie in die USA geschickt, um ihre Krankheit zu diagnostizieren, doch die Ärzte dort waren sich nicht einig und boten ihr an, nach ihrem Tod ihr Skelett zu erhalten um weiterzuforschen, was Maria absolut entsetzte.
Total verzweifelt kehrte sie nach Athen zurück, wo sie eine Freundin auf den Altvater Porphyrios ansprach, der vielleicht helfen konnte.

Maria war voll der Zweifel, denn Gerontas Porphyrios war selber blind und konnte nicht deutlich sprechen. Sie machte sich dennoch mit ihrer Freundin und ihrer Mutter auf den Weg, um von Vater Porphyrios mit der Frage empfangen wurde, warum sie denn nicht mit ihrer Freundin hatte kommen wollen und er wiederholte das Gespräch zwischen den zwei Frauen. Bis dahin hatte noch keine von ihnen mit ihm gesprochen.
Maria schämte sich und der Gerontas fragte sie, was sie denn hätte.
Sie weinte und sagte, sie würde ihr Augenlicht verlieren. Nein, sagte der Gerontas, du wirst nicht Dein Augenlicht verlierern, sondern Deine Knochen werden brechen.
Nein, Väterchen, mein Augenlicht werde ich verlieren.
Nein, Kind, Deine Knochen werden brechen.
Das wiederholte sich dreimal.
Er bat sie niederzuknien, umfasste ihren Kopf und begann zu beten. Währenddessen fühlte Maria ihren Kopf kochen und der Gerontas sagte nochmal, sie würde an den Knochen leiden. Sie glaubte das nicht. Der Gerontas fragte sie, was sie denn hätte und sie sagte ihm, die Ärzte waren nicht imstande das herauszufinden.
Der Gerontas wandte sich an Marias Mutter und fragte sie, ob sie sich noch an die Schwangerschaft erinnere. Das tat sie, sagte die Mutter (Maria war damals beim Gerontas schon 43 Jahre alt).
Erinnerst Du Dich, wie oft Du Dich im zweiten Monat übergeben musstest?
Ganz schwach, Väterchen.
Erinnerst Du Dich daran, dass Dich Dein Mann zum Arzt brachte? Und er beschrieb ihr die Szene von damals.
Die Mutter erinnerte sich langsam wieder daran.
Frau, der Arzt bei dem ihr wart, gab dir 15 Pillen, erinnerst du dich? Aber es waren Epilepsiepillen, der Arzt hat eine Fehler begangen, und die Pillen haben das Embryo verformt und deshalb ist deine Tochter so geworden.
Diese Information wurde an die Ärzte in den Staaten weitergegeben, die daraufhin das bestätigten. Mit der Zeit stoppte der Augenlichtverlust und das Reiben der Knochen aneinander begann. Offene Knochenbrüche traten ein (bzw. es traten Knochen aus der Haut hervor).
Als Maria den Gerontas verlies, sagte dieser: diese ist eine Heilige.
Maria wurde Nonne und geistliches Kind des Hl. Joseph vom Vatopaidikloster, hier ein Foto

Sie ertrug ihre Krankheit mit Demut, pries unaufhörlich Gott. So wurde sie auch der Seele nach ein Gigant. Trost für jeden, der vorbeikam, in stetiger Angst, den Weg des Herrn zu fehlen, im harten asketischen Kampf.
Ich könnte hier noch viel mehr schreiben, über das was der Mönch Nephon vom Athos über sie schreibt.
Mögen unsere Heiligen vor Gott für uns bitten, unabhängig was gewisse Bibelkenner über sie denken mögen und herauszulesen glauben. Mögen diese heiligen Gefäße Gottes uns vor Prelest bewahren und uns helfen, selber den Weg zu gehen.
Ich werde demnächst weitere Artikel hereinsetzen. Sie sind frei übersetzt, deshalb bitte ich um Entschuldigung, wenn sie nciht das vermitteln können, was ich selber beim Kennenlernen dieser Heiligen emfpand.

Re: Behinderte Heilige
er wurde erst kürzlich vom Ökumenischen Patriarcht kanonisiert und dürfte somit der “jüngste“ Heilige sein. Jetzt erinnere ich mich auch daran, dass Vikarbischof Bartholomäus (griechische Metropolie) dies in seiner Predigt im letzten Dezember in der Peter und Paul Kirche in Stuttgart-Feuerbach erwähnt hatte.
Heute ist auch sein Gedenktag des Hl. Nikephoros, er entschlief am 4. Januar.
- songul
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Re: Behinderte Heilige
Sie sind die besten Lehrer für die Geduld...
Sag mal, ist den die Maria die Lange schon gestorben und gibt es auch schon eine Ikone von ihr?
Re: Behinderte Heilige
Sie ist wohl noch nicht kanonisiert.
LG,
Nassos
- Igor
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Re: Behinderte Heilige
Nassos hat geschrieben:Heilige Matrona die Augenlose
[...]
Ich empfehle ihre Vita zu lesen. Was für eine große Heilige Gottes, jeder Russe kennt sie und auch in Griechenland sehr verehrt.
Unerschütterliche Säule Russlands.
Hier ihre Vita: http://edition-hagia-sophia.de/de/Heili ... von-Moskau
Ja, das stimmt. Etwas mehr
-
holzi
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Re: Behinderte Heilige
Sie fiel als junge Magd in einen Kessel mit kochender Waschlauge und war die nächsten 22 Jahre bis zu ihrem Tod bettlägrig und zuletzt gelähmt. Am letzten Mittwoch war eine Reliquie von ihr zur Verehrung in unserer Kirche ausgesetzt.
Re: Behinderte Heilige
Gestern war der Gedenktag Marias.Nassos hat geschrieben:Die Magd Gottes Maria ist am 20.1.1998 im Herrn entschlafen. (geb. 20.7.1947)
Sie ist wohl noch nicht kanonisiert.
LG,
Nassos
Holzi, vielen Dank für den Hinweis. Generell sind Menschen, die ihr Leid in Glauben und gar Dankbarkeit ertragen (z.B. Altvater Paissios) uns Vorbilder. Ist es das, wofür wir in den Ektenien bitten (um ein christliches Ende)?
Ich denke, irgendwo schon.
Lieben Gruß,
Nassos
