Was antwortet man Materialisten?

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Mary
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Re: Was antwortet man Materialisten?

Beitrag von Mary »

MariaM hat geschrieben:
Habr ihr Erfahrungen mit ähnlichen Diskussionen? Wie agiert ihr da? Wohlgemerkt, es geht NICHT um jemanden, der "gegen alles" ist, was Glauben, Religion und Kirche angeht - aber doch recht kritisch.

Danke und nochmals schöne Weihnachten für alle!!! Gruss, M.
Liebe Maria,
auch Dir wünsche ich frohe Weihnachten. (Ich muss ja noch bissel warten mit dem Feiern :wink: )

Erstmal schick ich Dir einen link, der Dir vielleicht helfen kann (englisch)... so ganz prinzipiell

http://www.ancientfaith.com/podcasts/ho ... christians

melde mich gleich nochmal
Maria
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Mary
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Re: Was antwortet man Materialisten?

Beitrag von Mary »

MariaM hat geschrieben:
ABER - es gibt Dinge, die ihn trotz allem "am Christentum irritieren".
Ich pick mir die Fragen mal raus, ja?
Es sind ja ganz schön viele.... erstmal: super, dass ihr solche Gespräche führt!
MariaM hat geschrieben:Mein Mann meinte dann, OK, aber dann sollte man das auch so darstellen, und nicht einen auf "heilige Familie" machen, die allen als Vorbild hingestellt wird, aber es ja eigentlich gar nicht war. Was würdet ihr da entgegnen? Die orthodoxe Kirche stellt es doch so dar - oder?
Nach orthodoxer Tradition wurde Maria ab ihrem 3. Lebensjahr dem Tempel übergeben und dort erzogen. (Das war damals nicht unüblich, dass das erste Kind frommer Eltern so gelebt hat) Später (als sie erwachsen wurden) wurden solche Mädchen dann Witwern und ähnlichen "bewährten" Männern als Ehefrauen gegeben. So hat auch Josef Maria als Verlobte zu sich genommen. Und dann hat sie noch ein Kind bekommen, dessen Vater Josef nicht war! Wenn das Vorbild sein soll für eine klassische Familie??
Vorbild kann sein: die Elternliebe und Fürsorge des Josef für das Kind das nicht seins war und die Mutter, die nicht wirklich seine Frau war. Die Liebe zu Gott und ihrem Sohn der Maria, und solange er lebte, natürlich auch zu Josef. Die Liebe Jesu zu seinen Eltern, vor allem seiner Mutter. Aber definitiv NICHT, die klassische Familie, würd ich behaupten.
MariaM hat geschrieben:Er meinte auch, warum sollte man z.B. gegen gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften wettern - wenn es gute und anständige Menschen sind, könnten sie doch u.U. besser Kinder erziehen, als irgendein asoziales Frau-Mann-Paar (jetzt als Extremfall gedacht)
Ich meine, Kinder sollten schon nach Möglichkeit Vater und Mutter - und nicht Elter 1 uns 2 haben. Mit asozialen Zuständen oder Alleinerziehenden zu argumentieren, ist unfair, denn auch dies ist natürlich für ein Kind nicht zuträglich! Man möchte doch das Beste für alle Kinder und nicht die am wenigsten schlimmen Zustände, oder?
MariaM hat geschrieben:Ich habe dann allgemein etwas von dem gesagt, was ich über das orthodoxe Verständnis von Liebe und Ehe weiss bzw. gelesen habe - und damit hatte er dann kein Problem. (Er hat sogar irgendwann mal was in die Richtung gesagt wie der Hl.Apostel Paulus, also im Sinne "sein Körper gehöre mir als seiner Frau nd nur mir" (und andersrum entsprechend auch), das fand ich interessant :-)!)
Ist doch super! :angle:
MariaM hat geschrieben:Auch meint er, als wir über das ewige Leben sprachen (sowas sagte er auch früher schon mal), dass er sich das eher nicht in dem Sinne vorstellen kann, sondern eher meint, dass wir in den Gedanken und evvtl. auch Taten anderer Menschen weiterleben. Und dass wir vielleicht in eine "überirdische" Sphäre übergehen, in Form irgendwelcher Energie, und aus dieser Sphäre gehen dann wieder neue Menschen hervor, die geboren werden... eine Art "Recyling" quasi. Das ist seine selbstgemachte Vorstellung - im Prinzip ja schon, dass das Leben von Gott kommt und wiieder zu Gott geht - aber halt "recycelt wird", das ist wohl bei ihm der UNterscheid. Er lehnt also nicht die Existenz von etwas Unsichtbarem, einer "anderen Sphäre" also solcher ab.
Eine Art Wiedergeburt ohne Karma?
Naja, das ist immerhin mal ein Anfang, dass Gott als Ursache vorkommt, oder?
Aber so richtig Ursache ist Gott dann nicht, sondern eher Seelenverwalter oder so was?
Nun, letztlich kannst Du Deinen Mann aber nicht zwingen zu einer Vorstellung, die er (noch) nicht mittragen kann. Das ist überhaupt ja die Thematik, wo wir am allerwenigsten Genaues wissen.
Du kannst ihm aber erzählen von der Liebe Gottes zu jedem Menschen, von unserer Einzigartigkeit vor Gott, davon, dass Gott sich Beziehung wünscht und diese über den Tod hinaus dauert.
MariaM hat geschrieben:Aber zur christlichen Vorstellung vom ewigen Leben sagt er, dann müssten sich ja schon seit Jahrtausenden die verstorbenen Menschen/Seelen dort (im Paradies/Himmel) "häufen/sammeln", und das sei unlogisch, denn irgendwann müsste es dort ja total überfüllt sein! Klar hört sich das jetzt platt an ;-), aber ich verstehe schon die Überlegung. Was antwortet ihr auf so etwas?
Naja, das ist nun für einen Naturwissenschaftler, der vom sich rasant ausdehnenden Weltenraum weiss, ein wenig eng gedacht? :lol:
MariaM hat geschrieben:Auch sagt er, dass es seiner Ansicht bestimmt verschiedene richtige Wege gibt, nicht nur den einen. Und wer sagt uns, dass wir mehr recht haben als z.B. ein Buddhist, Hinduist etc.? Klar gibt es Buddhisten, die sich taufen lassen und Christen werden - aber eben auch umgekehrt.
Auch hier gibt es weder Zwang noch Argumente noch Diskussion, sondern nur Vorleben, Liebe, Einladung.
MariaM hat geschrieben:Was sagt man darauf? Klar sage ich, dass es uns nicht obliegt zu urteilen, wer auf welchen Wegen zum Heil kommt und wen Gott errettet, auch wenn er nicht in der Kirche ist. Aber dass halt der Weg der Orthodoxie ein recht sicherer Weg ist, da es dazu viele Quellen und Materialien gibt, mal platt gesagt. So änlich formulierte das mal ein orthodoxer Priester, den ich hier kennengelernt habe. Er sagte ungefäht: "Wir sagen nicht, dass unser Weg der einzige zu Gott und zum ewigen Leben ist, es mag auch andere geben, das weiss nur Gott. Wir sagen nur, dass unser Weg sich quasi bewährt hat, dass es ein sicherer und gut beleuchteter Weg ist." So ungefähr...
Man muss dazu aber auch ehrlich sagen, dass Orthodoxsein bei Leibe kein Garant ist, um in den Himmel zu kommen.
Wichtig ist, finde ich, dass man den einmal für sich erkannten Weg mit Ernsthaftigkeit geht.
Gott obliegt das Richten und Entscheiden.
MariaM hat geschrieben: Aber das mit der Privatsache... hm, die Frage ist wie man das versteht, oder?
Orthodoxie ist sehr gemeinschaftlich. Wir helfen einander auf dem Weg. Und selbstverständlich wird der Glaube eines Christen - und hoffentlich auch eines anderen Gläubigen - sich im Alltag auswirken. Und ja, ich meine, dass auch die Bischöfe, die Kirche sich äussern soll zu Fragen des Lebens.
MariaM hat geschrieben:Habr ihr Erfahrungen mit ähnlichen Diskussionen?
Oh ja... täglich.
Meine Erfahrung ist, dass Argumente wenig bis garnichts bringen. Vorleben mindestens ins Nachdenken bringt. Lieben und Begleiten am ehesten wirkt. Und.... Beten. Denn nicht wir sind es, die Bekehrung letztlich bewirken, sondern der Heilige Geist selbst
Ganz liebe Grüsse und viel Geduld auf deinem Weg.
Maria
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Nassos
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Re: Weihnachtsgruss...

Beitrag von Nassos »

MariaM hat geschrieben:Und hier noch ein Weihnachtsgruss an euch alle! :-) M.
Καλά Χριστούγεννα, χρόνια πολλά, και με το καλό το νέο έτος.

Schön, dass man noch die alte griechische Tradition des Weihnachtsschmucks sieht... :-)
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MariaM
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Re: Was antwortet man Materialisten?

Beitrag von MariaM »

Liebe Mary, ich möchte mich ganz herzlich bedanken, dass du dir die Mühe gemacht hast, so ernsthaft auf meine Fragen zu antworten - das bringt mich schon mal weiter!

Nassos, auch dir danke für die Grüsse - und ja, ich mag die griechische Weihnachtsschmucktradition sehr, also haben wir auch ein eigenes Schiffchen - χριστουγεννιάτικο καραβάκι :sailor: :-)...
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MariaM
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Re: Was antwortet man Materialisten?

Beitrag von MariaM »

P.S. Ach so, nochmal zu der "klassischen Familie": Mein Mann meinte das, soweit ich ihn verstanden habe, ungefähr so, dass er von kirchlicher Seite (er meinte aber nicht die Orthodoxen, die er bis vor kurzem kaum kannte) das Gefühl hat, es wird einerseits ein Idealbild von Familie vorgeführt (klassisch biologischer Vater, biologische Mutter, kirchlich verheiraret, und deren Kind(er) ), auch der Begriff "Heilige Familie" ist ihm aus dem Zusammenhang bekannt... - aber andererseits war das bei Jesus ja eigentlich ein ziemliches "Patchwork" (sorry ;-)) und eben KEINE klassische Familie! Warum also - so fragt er - wenn sogar der Herr Jesus in solch "unklassischen" familiären Umständen geboren wurde, warum sollten dann wir Menschen heute unbedingt irgendein angeblich klassisches Ideal von Familie erfüllen müssen??? Warum sollte es nicht viel eher darauf ankommen, dass in der Familie gute Menschen sind, die sich gegenseitig helfen und beistehen...? So in etwa...
Ich selber habe noch nie SO darüber nachgedacht. Ich weiss nicht, woher er das mit der "klassischen heilogen Familie" hat?
Gruss, M.
Nassos
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Re: Was antwortet man Materialisten?

Beitrag von Nassos »

Hallo MariaM,

was genau ist von Deinem Ehemann mit "ideale Familie" gemeint?
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MariaM
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Re: Was antwortet man Materialisten?

Beitrag von MariaM »

Nassos hat geschrieben:Hallo MariaM,

was genau ist von Deinem Ehemann mit "ideale Familie" gemeint?
Hallo Nassos,
ich habe ihn so verstanden, dass die Kirche so wie er sie wahrnimmt - v.a. die römischkatholische meint er wohl, die am meisten präsent ist - die klassische Familie propagiert - also Mann und Frau, natürlich verheiratet, und deren biologische Kinder. Kein "Patchwork", keine Alleinerziehenden und schon gar nicht gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, das alles fällt quasi aus dem Raster und ist schlecht (nach Ansicht "der Kirche"). Er meint, die "heilige Familie" werde von der Kirche auch so dargestellt - obwohl sie ja überhaupt nicht "klassisch" war! Das findet er heuchlerisch. Und er fragt, warum es nach kirchlicher Ansicht so verwerflich sei, wenn es auch andere Formen von Familie gibt - wo doch auch schon Jesus in einer solchen aufwuchs??? So ungefähr. - Wobei ich nicht weiss, wie er drauf kommt, die Familie von Jesus werde so dargestellt - machen das die Römischkatholischen wirklich? Ich habe ja von ganz früher eher Erfahrung mit den Protestanten, da war das. glaube ich, nicht so.

Aber naja, wir haben ja noch mehr Diskussionsthemen hier... ;-)
christiana
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Re: Was antwortet man Materialisten?

Beitrag von christiana »

Auf deine Frage, was antwortet man Materialisten, schliesse ich mich der Meinung an, dass viele Worte nutzlos sind.
Im Falle, dass der vermeintliche Materialist eine nahestehende Person ist, würde ich ihn in mein Gebet einschliessen und ihm mit beosnderer Nachsicht und Liebe begegnen. Sein verhärtetes Herz wird auf diese Weise erweichen und mit Gottes Hilfe wird er eines Tages in der Lage sein, eine völlig neue Welt zu entdecken und lieben zu lernen.
Christiana
Nikolaus
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Registriert: 03.02.2014, 18:53

Re: Was antwortet man Materialisten?

Beitrag von Nikolaus »

Hallo,
eine interessante Frage. Ich denke, man darf einem Menschen, der sehr im materialistischen Denken verhaftet ist, nicht einfach vor den Kopf stoßen, vor allem dann nicht, wenn er, wie du es beschreibst und wie ich es auch von mir kenne, gegen institutionalisierte Religion ist. Da ist es sicher sinnvoll, ihn dort zu bestätigen und bestärken, wo er Positives im Glauben erkennt und wo er für eine Entwicklung aufgeschlossen ist.

LG Niko
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