Wie lebt man als Orthodoxer Christ den Alltag

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
Forumsregeln
Forumsregeln Impressum
Antworten
ichgebemein_bestes
Beiträge: 4
Registriert: 19.10.2025, 00:58

Wie lebt man als Orthodoxer Christ den Alltag

Beitrag von ichgebemein_bestes »

Hallo Orthodoxe Gemeinschaft,
ich (w, 17, evangelisch getauft als Baby) würde gerne meinen Weg mit der Orthodoxie gehen. Mir liegt allerdings eine Blockade vor. Ich führe mein Leben mehr weltlich als christlich. Wenn ich aufstehe, dann gehe ich ans Handy und mein ganzer Tag besteht aus Handy und Fernsehen, weil ich mich schäme zu Gott zurückzukehren. Manchmal gehe ich auch mit meiner Cousine raus. Ich habe es mal gut hinbekommen oft zu beten, zu Gott zu sprechen und die Bibel zu lesen aber ich bin jedes Mal abgestürzt und vom Weg abgekommen.
Ich habe jetzt immer den Gedanken, dass wenn ich mal wieder beten möchte, dass ich es ja eh nicht durchzieh und Gott wieder zurück lasse. Ich schäme mich dafür, weiß aber, dass ich diesen Fehler immer wieder machen werde. Liegt vielleicht daran, dass ich noch keine Gemeinschaft habe.

Ich gehe bewusst nicht feiern oder sonstiges. Es geht eher darum wem ich meinen Tag widme. Was kann man den jeden Tag machen ohne ständig, dass Handy im Vordergrund zu haben und nicht gelangweilt zu sein?
Hat jemand eine Tagesroutine um nach Gottes Willen zu leben? Gibt es vielleicht ein Buch dafür?
Benutzeravatar
Thuja
Beiträge: 1031
Registriert: 05.01.2012, 01:13
Religionszugehörigkeit: russisch-orthodox
Wohnort: Oberbayern

Re: Wie lebt man als Orthodoxer Christ den Alltag

Beitrag von Thuja »

Hallo, liebe Neue!

ES klingt so, als wärest Du nicht mehr auf der Schule oder machst eine Ausbildung, sondern "hängst nur daheim herum"... stimmt das? Oder ist das momentan nur vorübergehend so?
Da ist das mit einer Tagesroutine natürlich viel schwieriger, einerseits, weil man vielleicht weniger Beschäftigung hat. Andererseits kannst Du immer wieder mit einem kurzen Gebet zu Gott zurückkehren zwischen - oder auch bei - anderen Tätigkeiten. Ein "Herr erbarme Dich meiner" ist da schon ein guter Anfang.
Gott nimmt Dich immer wieder an, Du brauchst Dich nicht zu schämen und damit erst recht nicht mehr zu beten...
Es wäre aber wichtig, dass Du Dir eine Gemeinde suchst, wo Du regelmäßig in den Gottesdienst gehen kannst und dort auch mit dem Priester sprechen, was er Dir noch rät, Du brauchst eine gute Begleitung in Deiner Situation.

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!
ichgebemein_bestes
Beiträge: 4
Registriert: 19.10.2025, 00:58

Re: Wie lebt man als Orthodoxer Christ den Alltag

Beitrag von ichgebemein_bestes »

Vielen Dank. Ich mache tatsächlich eine Ausbildung aber wenn ich dann nach Hause komme bin ich nicht bei Gott und am Wochenende auch nicht.
Benutzeravatar
Thuja
Beiträge: 1031
Registriert: 05.01.2012, 01:13
Religionszugehörigkeit: russisch-orthodox
Wohnort: Oberbayern

Re: Wie lebt man als Orthodoxer Christ den Alltag

Beitrag von Thuja »

Na dann wird das Ganze doch schon einfacher... Du kannst morgens beim Aufstehen, vor dem Handy, erst mal Gott für die vergangene Nacht, die Du gut verbracht hast, danken, dannn kannst Du vor dem Frühstück beten. Wenn Du aus dem Haus gehst, kannst Du um Seinen Segen auf Deinem Weg beten, wenn Du gut angekommen bist, dafür danken und darum bitten, Deine Arbeit zu segnen, so dass Du sie gut in seinem Sinne verrichten kannst. Wenn Du zwischendrin mal "Luft" hast, ist ein "Herr erbarme Dich meiner" immer passend. Vor dem Mittagessen kannst Du kurz beten, dass Deine Speise gesegnet sei. Und wenn Du mit der Arbeit fertig bist, Gott danken, dass Du's geschafft hast, und dann wieder um den Segen für den Heimweg bitten. Wenn Du daheim angekommen bist, kannst Du Gott danken, dass Du gut angekommen bist und vor dem Abendessen nochmals beten. Und vor dem Ins-Bett-gehen ebenso, nochmal Gott für diesen vergangenen Tag danken, um Vergebung für die da bewussten oder unbewussten Sünden bitten und um eine gute gesegnete Nachtruhe!
Das sind jetzt alles kurz Gebete, ohne Gebetbuch, aber das wäre schon ein guter Anfang!

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!
Elvis
Beiträge: 738
Registriert: 29.12.2009, 22:16
Religionszugehörigkeit: Serbisch-Orthodox
Wohnort: Lindau (Bodensee)

Re: Wie lebt man als Orthodoxer Christ den Alltag

Beitrag von Elvis »

du bist mit deinen Begehren eigentlich schon so hoch, dass du schon auf einer asketischen stufe bist die gar nicht anerzogen werden kann (Das unablässige gebet) :roll:

also als orthodoxer christ lebt man so:

man steht auf, hält seine morgengebete, verrichtet seinen tag, hält seine abengebete, chillt den aben und legt sich dann schlafen. Sonn- und feiertage ist liturgie, auf die man sich vorbereiten tut, dazu kommen noch die Stunden wenn möglich und wenn möglich.

Gefastet wird auch regelmässig, nach gesunden ermessen (und nein das heisst nicht das man mal da und da verzichtet sondern man hält sich an das typikon nach seinen kräften)

So das ist der alltag bzw. das mindestmass.

Du siehst das ist schone etwas mehr als bei dir im protestantischen raum.

Es bedeutet:

Geh es locker und einfach an. Geh am besten regelmässig zum orthodoxen gottesdienst und knüpf kontakt zum dortigen Priester und teil ihnen dein begehren zur konvertierung mit.

Das kommt dann schon keine sorge, aber dafür geduld. :king:
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

IC XC
NI KA
Antworten