Bezug der Orthodoxen Kirche zu den Altorientalischen Kirchen

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
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Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Lieber Joseph,
ich habe mich ausschließlich zum historischen Unfug geäußert, unser kanonischer orthodoxer Patriarch in Alexandria (und Jerusalem) wäre angeblich ein Gegenpatriarch, also unkanonisch und verbotenerweise. Und es ging überhaupt nicht um "Meinungen", die ich selbstverständlich akzeptiere, sondern um historische Fakten, und da akzeptiere ich keine Geschichtsfälschung. Zur OCA habe ich kein Wort gesagt (außer dem Hinweis auf den bislang von niemandem bestrittenen C.28). Wenn Du mir Deinen Mist, den Du nicht zurückgenommen hast, mir in meinen Garten karren willst, mußt Du ihn noch einmal aufschaufeln und nochmals losfahren.

Aber noch ein Nachtrag zu Alexandria. Ich glaube, ich kenne das Patriarchat von Alexandria ein klein wenig. Bin jedes Jahr 1 bis 2x dort. Das letzte Mal vor 4 Wochen. Im Unterschied zum koptischen Patriarchat ist das orthodoxe Patriarchat seit 1926 ein Patriarchat für ganz Afrika und damit nicht nur geographisch, sondern auch zahlenmäßig größer als das koptische, vor allem auch, weil es Mission betreibt. Das orthodoxe Patriarchat hat eigentlich keine überzähligen Kirchen in Ägypten, vor allem weil es neue arabischsprechende Gemeinde von diophysitischen Syrern gibt. Und trotzdem sind schon einige Kirchen den Kopten gegeben worden, etwa in Suez. Aber was nützt alle Freundschaft, wenn zum Beispiel seit 5 Jahren historisch erstmalig ein koptischer (Gegen-)Bischof des Sinai (in Raitho=El Tur) neu erfunden und eingesetzt wurde, den es bislang noch nie gegeben hat. Der Bischof des Sinai hat im 6. Jahrhundert von Raitho/Faran ins Katerinenkloster gewechselt und wohnt seitdem dort und hat den Titel: Faran, Raitho und ganzer Sinai. Kein Akt, der einen realen Vereinigungswillen zeigt.

Und zum Schluß ein persönliches Bekenntnis: Für mich ist Archimandrit Elpidophoros einer der größten Vorbilder, ein besonders integrer Kleriker, hochintelligenter Kirchendiener und einer der Hoffnungsträger des Patriarchats und der ganzen Orthodoxie weltweit. Nicht, weil das ökumenische Patriarchat über den anderen steht, sondern weil es Erfahrung, Geschichte und Weitblick hat und als einziges Patriarchat nicht national ist. Der Phyletismus ist bekanntermaßen eine Häresie. Am vergangenen Montag habe ich mit einem arabischen Erzbischof des Jerusalemer Patriarchats zusammen zelebriert. Wir können das! Der griechische Paß ist nicht notwendig.
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Joseph
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Beitrag von Joseph »

Nassos hat geschrieben:Nur denke ich, dass eins ohne Respekt und Kontruktivität auch zum Tod verurteilt ist.

Nassos wenn Du damit sagen willst, daß ich respektlos geschrieben habe so muß ich Dir leider widersprechen. Sollte dieses Forum ein offener Markplatz sein auf dem sich Orthodoxe Christen ihre verschiedenen Meinungen und Ideen gegenseitig vorlegen können, muß man davon ausgehen, daß es nicht immer beim Händchenhalten und Küsschen geben bleibt. Sollte das aber der angestrebte Sinn dieses Forums sein dann werde ich mich lieber schnell wieder verabschieden um die stille Forenharmonie nicht zu stören, es wäre eine sinnlose Zeitverschwendung meinerseits.
Ich bat nicht darum, sich mit rosa Federn zu bewerfen, aber ich kann doch wohl davon ausgehen, dass - ob es Dir nun passt oder nicht - ein Geistlicher gemäß unseres Glaubens mit Respekt zu behandeln ist.

Wiederum wirfst Du mir vor respektlos zu sein. Fr. Martinos und ich haben schon früher und außerhalb des Forums korrespondiert, er kennt mich und meinen Hintergrund. Das er ein Geistlicher ist macht ihn aber nicht automatisch zur unfehlbaren Authorität in allen Dingen und ich glaube auch nicht, daß er sich so sieht denn sonst würde er wohl nicht in einem Forum posten. Er hat das Recht auf seine Meinung und ich auf meine. Allerdings sind die Fakten immer neutral.
Ich glaube nicht, daß ich ihn von meiner Seite überzeugen kann (oder gar will). Ebensowenig kann er es mit seinen Postings von mir erwarten, zumal ich außer Entrüstung darüber das ich mich für die Kopten stark mache, keine Antwort auf die von mir gestellten Fragen erhalten habe.
Eines möchte ich noch generell loswerden: es tut mir sehr leid, dass dies unter diesem Thread (den ich nunmal als sehr persönlich empfinde) stattgefunden hat. Jemand anders scheint es nicht zu interessieren. Schade.
Warum Schade? Du hast eine Diskussion gestartet, ist das nicht Sinn eines Forums? Okay, man hätte den Thread auslagern können. Aber seit wann sind wir Orthodoxe pünktlich oder gar pingelig...?

Gruß
Joseph
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Joseph
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Beitrag von Joseph »

Sinaitis hat geschrieben:Lieber Joseph,
ich habe mich ausschließlich zum historischen Unfug geäußert, unser kanonischer orthodoxer Patriarch in Alexandria (und Jerusalem) wäre angeblich ein Gegenpatriarch, also unkanonisch und verbotenerweise. Und es ging überhaupt nicht um "Meinungen", die ich selbstverständlich akzeptiere, sondern um historische Fakten, und da akzeptiere ich keine Geschichtsfälschung.
Lieber Fr. Martinos,

Sie kennen doch sicher die schriftstellerische Freiheit der Hyperbole? Nun ich habe mir erlaubt sie zu benutzen um eine, wie es scheint, recht angeregte Diskussion zu starten.

Ich würde gerne Ihre Meinung zu den von mir gestellten Fragen lesen. Es geht nicht an, daß sie mich in den Winkel des anti-orthodoxen Verräters malen wollen ohne meine, belegt mit offiziellen Dokumenten, Fragen auch nur im vorbeigehen zu beantworten.

Ein tit-for-tat, was denn nun der griechische Patriarch alles unter den Kopten zu erleiden hatte, oder vice versa, war nicht in meinen Fragen enthalten. So wie Sie ein treuer Sohn der Kirche sind bin ich es auch, eine Sachlage die hier auch nicht in Frage steht. Alles was sie mir geschrieben haben ist gut und schön, beantwortet aber nicht meine Frage; gibt es ein Grundsatzkommunique der Übereinstimmung in Glaubensfragen zwischen der Orthodoxen Kirche und den Oriental Orthodoxen (einschl. der Kopten) und wenn ja warum sind wir noch nicht in Kommunionsgemeinschaft?
Zur OCA habe ich kein Wort gesagt (außer dem Hinweis auf den bislang von niemandem bestrittenen C.28).

Ich habe auch nicht den Canon 28 in Verbindung mit der OCA genannt sondern, daß die Auslegung desselben und der angeblich darauf beruhende Machtanspruch von Konstantinople in Chambesy von den anderen OK abgelehnt wurde. Haben sie den link zum Holy Cross Seminary gelesen (Fr. Elpidophoros' Rede)? Soll ich Ihnen die Antworten der OCA, der Antiocher, der Rumänen, der Russen und sogar der Mehrheit der Griechen (besonders die Antworten der gr. Klöster), von Nordamerika zuschicken?
Wenn Du mir Deinen Mist, den Du nicht zurückgenommen hast, mir in meinen Garten karren willst, mußt Du ihn noch einmal aufschaufeln und nochmals losfahren.
Der "Mist" wurde, mit Verlaub, von Ihnen in die Diskussion eingebracht. Ich hatte Ihnen aus Höflichkeit die Hälfte davon in brüderlicher Liebe für Ihren Rosengarten angeboten. Den Rest behalte ich gerne, denn mein eigener Haufen Mist kann immer neues Material vertragen...
Und zum Schluß ein persönliches Bekenntnis: Für mich ist Archimandrit Elpidophoros einer der größten Vorbilder, ein besonders integrer Kleriker, hochintelligenter Kirchendiener und einer der Hoffnungsträger des Patriarchats und der ganzen Orthodoxie weltweit.
Gestatten Sie mir, und ungefähr 90% aller Orthodoxen Christen in Nordamerika, respektvollst zu widersprechen... Sollte Archimandrit Elpidophoros das hellste Licht im Phanar sein, bieten wir NA Orthodoxe gerne an Carepakete mit Glühlampen und Batterien nach Istambul zu schicken.

Sollten Sie interesse haben wie NA auf seine unglaublich, uninformierte und herablassende Rede reagiert hat gehen Sie bitte auf diese Webseite: http://www.aoiusa.org/blog/

Ich hoffe, daß Sie mir vielleicht doch noch meine vorher gestellten Fragen beantworten können und wir dieses unfruchtbare, parteiische Geplänkel ad acta legen können und verbleibe

mit besten Grüßen
Joseph
Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Lieber Joseph,
in Deinem Posting vom 17.6. hatte ich keine Frage entdeckt, die meine Antwort benötigt. Nur deshalb hast Du keine Antworten gefunden, nicht etwa, weil ich dir nicht antworten will oder kann. Ich hatte mich nur über einen Begriff aufgeregt, den Du anscheinend nur als "Provokation" oder besser Anregung für eine Diskussion verstanden hast.

Das Communiqué existiert natürlich und zwar seit über 15 Jahren. Das geschah noch zur Zeit von Patriarch Parthenios. Ich habe damals die laufenden Diskussionen aktuell in Ägypten mitbekommen. Die Papiere liegen nun bei den Kopten und in Konstantinopel. Allerdings bei beiden in der Ablage bzw. im Archiv. Der wohl neuralgischste Punkt, so wird kolpotiert, ist, daß wir den Dioskoros nicht in den Heiligenkalender aufnehmen können (er war auch kirchenpolitisch nicht gerade heiligmäßig und theologisch ohnehin nicht), aber noch weniger sind die Kopten bereit, die Häresieverurteilung von Papst Leo zurückzunehmen. Der bleibt für sie offensichtlich ein rotes Tuch. Außerdem weigern sich die Kopten bis heute, irgendeine nicht koptische Taufe anzuerkennen. D.h. sie taufen auch jeden Orthodoxen, der koptisch werden will (was allerdings selten genug bis gar nicht vorkommt). Die moderne Bischofssitzverdoppelung ist auch nicht förderlich, die theoretischen Theologenpapiere aus dem Archiv zu holen.
Praxis ist aber, sowohl im orthodoxen Patriarchat von Alexandria wie von Konstantinopel, daß wir Kopten und Äthiopiern (Eritreiern) die Sakramente nicht verweigern, wenn sie darum bitten. Umgekehrt ist das ausgeschlossen. (vielleicht nicht in Amerika, aber in einer koptischen Kirche in Ägypten definitiv!)
Menschlich mag ich die Kopten sehr. Sie sind sehr tapfer in ihrem Glauben. Aber für theologische Diskussionen fehlt ihnen halt eine Bildungsstätte. Daran sind sie freilich keineswegs schuld. Aber die Sonntagsschulpredigten von Patriarch Shenuda können das leider auch nicht kompensieren.
Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Zur kirchlichen Situation in Amerika äußere ich mich nicht. Das steht mir nicht zu. Und meine persönliche Meinung ist hier auch nicht gefragt.

Zu Archimandrit Elpidophoros habe ich ein privates persönliches Bekenntnis abgelegt, das respektvoll behandelt werden möchte. Ich kann es auch wieder löschen. Im Unterschied zu 90% der orthodoxen Christen in USA kenne ich ihn persönlich und zwar gut. Seine Rede habe ich bereits damals von ihm erhalten.

Ansonsten sehe ich unsere Diskussion als offen an. Da spielen weder Rang noch Titel eine Rolle, sondern die Argumente und Fakten. Niemand muß meine Postings mit gefalteten Händen lesen. Allerdings hoffe ich, daß mir gelegentlich zugestanden und geglaubt wird, daß ich mich manchmal ein bißchen auskenne, und zwar keineswegs, weil ich Priester bin.
Mops
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Beitrag von Mops »

Lieber P. Martinos,

bei dem Sachverhalt möchte ich 2 Fragen stellen.

1. besteht zu den Kopten von allen OK Landeskirchen Kommunionsgemeinschaft?
und
2. wie verhält es sich mit in diesem Zusammenhang mit Chalkedon 451?

Meines Wissens gib es kein ökumenisches Konzil (oder kein Konzil aller Orth. Landeskirchen), das dieses aufgehoben hätte, oder irre ich da?
Oder zählen die Kopten nicht oder nicht mehr zu den Monophysiten?

Vorab vielen Dank für die Mühe
L.G. Rene
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Joseph
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Beitrag von Joseph »

Lieber Rene,

wie ich das besprochene Dokument verstehe sind die christologischen "Mißverständnisse" zwischen der OK und den OOK beglichen. Sie sind daher nicht mehr als Monophysiten zu verstehen da sie dieselbe Lehre über die Natur Christi haben wie die OK (ausgedrückt in anderen Worten). Aber vielleicht hat Fr. Martinos dazu noch mehr zu sagen.

Hier in NA sind die Kopten zur Hl. Kommunion in der OK zugelassen (und vice versa). Ob das aber nun "offiziell" ist kann ich nicht sagen, daher ja auch meine Fragen.

Wie ich es weiters lese ist Chalcedon daher von den OOK anerkannt und es geht nun um das "Kleingedruckte"

Gruß
Joseph
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Elias
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Beitrag von Elias »

Echte kommunionsgemeischaft gibt es nur wenn die Orthodoxen auch bei den Kopten die Sakramente gespendet bekommen und unsere Taufe nicht wiederholt werden.
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Joseph
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Beitrag von Joseph »

Sinaitis hat geschrieben:Lieber Joseph,
in Deinem Posting vom 17.6. hatte ich keine Frage entdeckt, die meine Antwort benötigt. Nur deshalb hast Du keine Antworten gefunden, nicht etwa, weil ich dir nicht antworten will oder kann. Ich hatte mich nur über einen Begriff aufgeregt, den Du anscheinend nur als "Provokation" oder besser Anregung für eine Diskussion verstanden hast.
Danke lieber Fr. Martinos. Vielleicht sollten wir beide eine Lehre aus diesem Vorfall ziehen, Sie sollten nicht gleich mit "Quatsch und Mist" werfen und ich muß mich zusammen nehmen und besser aufpassen was meine, manchmal zugegebenerweise provokative, Wortwahl auf der anderen Seite meines Computers für einen Eindruck hinterläßt. Ich bin froh, daß wir diesen Stein beiseiterollen konnten, "peace!" :D
Das Communiqué existiert natürlich und zwar seit über 15 Jahren. Das geschah noch zur Zeit von Patriarch Parthenios. Ich habe damals die laufenden Diskussionen aktuell in Ägypten mitbekommen. Die Papiere liegen nun bei den Kopten und in Konstantinopel. Allerdings bei beiden in der Ablage bzw. im Archiv. Der wohl neuralgischste Punkt, so wird kolpotiert, ist, daß wir den Dioskoros nicht in den Heiligenkalender aufnehmen können (er war auch kirchenpolitisch nicht gerade heiligmäßig und theologisch ohnehin nicht), aber noch weniger sind die Kopten bereit, die Häresieverurteilung von Papst Leo zurückzunehmen. Der bleibt für sie offensichtlich ein rotes Tuch. Außerdem weigern sich die Kopten bis heute, irgendeine nicht koptische Taufe anzuerkennen. D.h. sie taufen auch jeden Orthodoxen, der koptisch werden will (was allerdings selten genug bis gar nicht vorkommt). Die moderne Bischofssitzverdoppelung ist auch nicht förderlich, die theoretischen Theologenpapiere aus dem Archiv zu holen.
Danke für diese Erklärung, sie deckt sich mit dem was ich weiß und vermutete. Man kann nur hoffen, das dieses "Kleingeschriebene" nun bald verarbeitet und abgelegt werden kann. 1700 Jahre der Trennung sind nun mal schwer aufzuarbeiten. Auf der anderen Seite sollten wir Orthodoxe uns zuerst einmal mit unseren Brüdern und Schwestern in den Oriental OK einigen bevor wir nach Rom schielen... und ja leider ist der intellektuelle Pool in den OOK durch die traurigen politisch-religiösen Umstände es Mittleren Ostens nicht sehr tief und umfangreich. Aber die Hauptsache ist wir reden miteinander und lernen uns kennen als Brüder in Christus.
Praxis ist aber, sowohl im orthodoxen Patriarchat von Alexandria wie von Konstantinopel, daß wir Kopten und Äthiopiern (Eritreiern) die Sakramente nicht verweigern, wenn sie darum bitten. Umgekehrt ist das ausgeschlossen. (vielleicht nicht in Amerika, aber in einer koptischen Kirche in Ägypten definitiv!)
Hier wird gegenseitig die Hl. Kommunion gereicht und gute Beziehungen bestehen zwischen der Koptischen / Eriträischen Gemeinde und der OK. Wie gesagt, ob das nun "offiziell" ist weiß ich nicht, aber wir sehen sie und sie uns als Brüder in Christus.
Menschlich mag ich die Kopten sehr. Sie sind sehr tapfer in ihrem Glauben. Aber für theologische Diskussionen fehlt ihnen halt eine Bildungsstätte. Daran sind sie freilich keineswegs schuld. Aber die Sonntagsschulpredigten von Patriarch Shenuda können das leider auch nicht kompensieren.
Ja da sind wir in vollkommenem Gleichklang. Pope Shenuda ist ein Heiliger Mann aber ob er und sein Team der manchmal schlimmen "west-östlichen Sophisterei" gewachsen ist bezweifele ich.... Hoffen wir, daß der Heilige Geist uns allen in dieser Sache beisteht.

Ich bin froh, daß unsere disputierliche "Schlittenfahrt" nun in einem sanften Schneehaufen endete... :angle:

Viele Grüße
Joseph
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Joseph
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M - wie Mandorla

Beitrag von Joseph »

Sinaitis hat geschrieben:Zur kirchlichen Situation in Amerika äußere ich mich nicht. Das steht mir nicht zu. Und meine persönliche Meinung ist hier auch nicht gefragt.

Lieber Fr. Martinos,

Nun dazu kann ich ja "unfehlbare" Aussagen machen... :lol:
Zu Archimandrit Elpidophoros habe ich ein privates persönliches Bekenntnis abgelegt, das respektvoll behandelt werden möchte. Ich kann es auch wieder löschen. Im Unterschied zu 90% der orthodoxen Christen in USA kenne ich ihn persönlich und zwar gut. Seine Rede habe ich bereits damals von ihm erhalten.

Ich akzeptiere Ihre persönlichen Ansichten und Freundschaft mit und über Fr. Elpidophoros und meine Aussagen über ihn sind nicht in diese Richtung adressiert gewesen. Aber Fr. Elpidolphoros hat eine offizielle Rede in seiner Funktion als Vertreter des Phanars hier in NA gegeben welche ein Feuer der Entrüstung quer durch die NA Orthodoxie entfachte. Meine negative Aussage gilt dieser Tatsache.
Ansonsten sehe ich unsere Diskussion als offen an. Da spielen weder Rang noch Titel eine Rolle, sondern die Argumente und Fakten. Niemand muß meine Postings mit gefalteten Händen lesen. Allerdings hoffe ich, daß mir gelegentlich zugestanden und geglaubt wird, daß ich mich manchmal ein bißchen auskenne, und zwar keineswegs, weil ich Priester bin.
Amen...! Und aus diesem Grund hatte ich Sie ja auch um Klärung meiner Fragen gebeten.

Viele Grüße
Joseph
Mops
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Beitrag von Mops »

Joseph hat geschrieben:Lieber Rene,

wie ich das besprochene Dokument verstehe sind die christologischen "Mißverständnisse" zwischen der OK und den OOK beglichen. Sie sind daher nicht mehr als Monophysiten zu verstehen da sie dieselbe Lehre über die Natur Christi haben wie die OK (ausgedrückt in anderen Worten). Aber vielleicht hat Fr. Martinos dazu noch mehr zu sagen.

Wie ich es weiters lese ist Chalcedon daher von den OOK anerkannt und es geht nun um das "Kleingedruckte"

Gruß
Joseph
Lieber Joseph,

da habe ich die Aussagen von P. Peter Huber im alten Forum (ich zitierte ja daraus) ganz anders verstanden. ES ist zwar quasi eine Entscheidung die auf Buchstaben beruht, dennoch zeigen auch die Anmerkungen von P.Theodoros, dass der Disput noch immer zu bestehen scheint.
Vielleicht kann P. Martinos da etwas dazu sagen.
Ich werde mich auch etwas umhören...

Sollte aber von der OOK der angesprochene Beschluss des ök. Konzils anerkannt worden sein, wie deine Zeilen vermuten lassen, wäre es eine große Freude, denn ich sehe das auch so, dass wir zuerst die innerorthodoxen Probleme lösen sollten, bevor wir und an Fragen wagen, die vorerst eh nicht zu lösen sind, oder glaubst du ernsthaft, dass Rom seinen Alleinvertretungsanspruch oder andere Neuerungen die sie eingeführt haben fallen lassen? Ich nicht. Aber Rom ist auch nicht mein Problem in diesem Sinne, ist nicht meine Familie...
l.G. Rene
Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Liebe Freunde,
es gibt keine Sakramentengemeinschaft mit den altorientalischen Kirchen!
Die Zulassung zu Sakramenten ist reine OIKONOMIA in der Diaspora. Wir können einen einfachen koptischen Gläubigen, der weit und breit keine eigene Gemeinde hat, ja nicht hängen lassen oder für das Schisma verantwortlich machen. Er persönlich ist wahrscheinlich weder ein Monophysit noch ein Diophysit sondern glaubt irgendwie an den dreieinen Gott und unseren Herrn Jesus. Und wir sind zu dieser Oikonomia auch berechtigt, weil der theologische Konsens ja aufzeigt, daß wir mit verschiedenen Worten denselben Glauben verkünden (angeblich, ich persönlich habe da meine Zweifel und ich habe auch Bauchweh bei dieser Oikonomia, die ich auch nicht übe. Dafür kenne ich die koptische Kirche viel zu gut, wohl besser als jeder andere Priester in Deutschland. - das ist eine rein persönliche Bemerkung ohne offiziellen Charakter).

Deswegen, zu Deiner Frage, Rene, wie das in den verschiedenen Orth. Kirchen gehandhabt wird, kann das nicht generell beantwortet werden. Ich denke, daß die Kirchenleitungen dazu offiziell eher nichts sagen, damit nichts verwirrt wird, sondern daß diese Oikonomia quasi unter der Hand auf der Ebene der Pfarreien läuft. In Ägypten gibt es diese Oikonomia kaum, obwohl Patriarch Parthenios sie offiziell erlaubt hat - aber die Kopten kommen von sich aus nicht, auf dem Athos gibt es sie natürlich auch nicht. Und in der Diaspora, wo es koptische Gemeinden existieren, auch nicht. Wir bekommen aber sehr viele Anfragen, daß Äthiopier ihre Kinder griechisch-orthodox taufen lassen wollen, weil sie um keinen Preis zu den Kopten wollen. Die führen sich seit Jahrhunderten wie Feudalherren gegenüber Äthiopien auf. Die sind allerdings auch "Monophysiten". Un die Äthiopier führen sich gegenüber den Eritreiern noch schlimmer auf, zumal sie ja auch politisch abtrünnig sind. Überall dieselben Probleme...
Aber Schenuda ist für mich - mit Verlaub gesagt - kein "Heiliger Mann". Sein eigener Klerus stöhnt unter seiner Knute. Aber das ist nicht mein Thema, weil er auch gottlob nicht mein Papst und Patriarch ist - und auch wieder nur eine persönliche Meinung.
Nassos
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Registriert: 18.12.2008, 21:43

Beitrag von Nassos »

« Nassos » hat folgendes geschrieben:
Nur denke ich, dass eins ohne Respekt und Kontruktivität auch zum Tod verurteilt ist.

Nassos wenn Du damit sagen willst, daß ich respektlos geschrieben habe so muß ich Dir leider widersprechen. Sollte dieses Forum ein offener Markplatz sein auf dem sich Orthodoxe Christen ihre verschiedenen Meinungen und Ideen gegenseitig vorlegen können, muß man davon ausgehen, daß es nicht immer beim Händchenhalten und Küsschen geben bleibt. Sollte das aber der angestrebte Sinn dieses Forums sein dann werde ich mich lieber schnell wieder verabschieden um die stille Forenharmonie nicht zu stören, es wäre eine sinnlose Zeitverschwendung meinerseits.

Zitat:
Ich bat nicht darum, sich mit rosa Federn zu bewerfen, aber ich kann doch wohl davon ausgehen, dass - ob es Dir nun passt oder nicht - ein Geistlicher gemäß unseres Glaubens mit Respekt zu behandeln ist.

Wiederum wirfst Du mir vor respektlos zu sein. Fr. Martinos und ich haben schon früher und außerhalb des Forums korrespondiert, er kennt mich und meinen Hintergrund. Das er ein Geistlicher ist macht ihn aber nicht automatisch zur unfehlbaren Authorität in allen Dingen und ich glaube auch nicht, daß er sich so sieht denn sonst würde er wohl nicht in einem Forum posten. Er hat das Recht auf seine Meinung und ich auf meine. Allerdings sind die Fakten immer neutral.
Ich glaube nicht, daß ich ihn von meiner Seite überzeugen kann (oder gar will). Ebensowenig kann er es mit seinen Postings von mir erwarten, zumal ich außer Entrüstung darüber das ich mich für die Kopten stark mache, keine Antwort auf die von mir gestellten Fragen erhalten habe.

Zitat:
Eines möchte ich noch generell loswerden: es tut mir sehr leid, dass dies unter diesem Thread (den ich nunmal als sehr persönlich empfinde) stattgefunden hat. Jemand anders scheint es nicht zu interessieren. Schade.
Warum Schade? Du hast eine Diskussion gestartet, ist das nicht Sinn eines Forums? Okay, man hätte den Thread auslagern können. Aber seit wann sind wir Orthodoxe pünktlich oder gar pingelig...?

Gruß
Joseph
Mann, Joseph,

wie kommst Du darauf, dass ich auf Händchenhalten und Küsschen stehe? Wie oft muss ich noch betonen, dass ich das nicht verlangt habe? Das hat auf die meinerseits wohl falsche Annahme basiert, dass Du respektlos bist. Sorry, den Eindruck machte es auf mich, und ja, es hatte mich gestört. Umsonst, wie Du nun unterstreichst. Akzeptiert.

Mit scheint - nach oben zitiertem Beitrag - dass wir den gleichen Irrtum begehen, wir gehen beim anderen immer von dem jeweiligen Extrem aus. Ich flower-power und wir haben uns alle lieb, und du voll inne Fresse, Alda.

Was stimmt ist, dass ich weicher vorgehe als Du, das heißt aber nicht dass ich mich anbiedere (das hast Du nicht behauptet, das kommt von mir). So fühle ich mich nun mal wohl, that's my way.

Was ich nicht will (doch davon sind wir noch weit entfernt), ist das, was ich in anderen Foren von geistigen Blutgrätschen lese, und dann eher denke, der Mensch ist der Arsch der Schöpfung, nicht die Krone...

Also, hamma uns?

Für dich ganz besonders liebe, schweinchenrosa, wolkige Grüße ;-)
Nassos
Nassos
Beiträge: 4433
Registriert: 18.12.2008, 21:43

Beitrag von Nassos »

Ja wie?

jetzt hatte ich gedacht, dass die Fetzen weiterfliegen werden, und jetzt sehe ich das, um was ich gebeten hatte. Jetzt bin ich ja fast enttäuscht.

Nee, Spaß beiseite. Genau das hatte ich gemeint. Ist das jetzt nicht irgendwie effizienter?

ADMINS: Warum separiert ihr nicht entsprechend diesen Thread und verschiebt die entsprechenden Postings dorthin ("Beziehung zwischen Kopten und der Orthodoxie").
Ich habe ja nichts gegen Diskussionen, aber ich mag Struktur.

Nassos
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Joseph
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Beitrag von Joseph »

Sinaitis hat geschrieben:Liebe Freunde,
es gibt keine Sakramentengemeinschaft mit den altorientalischen Kirchen! ...
Die Zulassung zu Sakramenten ist reine OIKONOMIA in der Diaspora.
Dachtichsmir...!
Ich denke, daß die Kirchenleitungen dazu offiziell eher nichts sagen, damit nichts verwirrt wird, sondern daß diese Oikonomia quasi unter der Hand auf der Ebene der Pfarreien läuft.
yes so isses.... kann ich von hier bestätigen!
Un die Äthiopier führen sich gegenüber den Eritreiern noch schlimmer auf, zumal sie ja auch politisch abtrünnig sind. Überall dieselben Probleme...
Ja, wir haben hier eine Koptische Kirche mit guten Beziehungen zu den OK. Wir haben hier auch viele Eritreier (Einwanderer) welche sich aber fast alle in den OCA Kirchen eine Heimat gesucht haben. Allein in unserer kleinen Kirche haben wir 5 oder manchmal sechs von ihnen regelmäßig und 4 sind eingeschriebene parish members.
Aber Schenuda ist für mich - mit Verlaub gesagt - kein "Heiliger Mann". Sein eigener Klerus stöhnt unter seiner Knute. Aber das ist nicht mein Thema, weil er auch gottlob nicht mein Papst und Patriarch ist - und auch wieder nur eine persönliche Meinung.
Sosind auch nicht Met. +Philip der Antiocher, Abp. +Demetrius der GOA, unser + ex-Metr. Herman (zwangs retired) und der OCA Bischof von Alaska Nicholas (ebensolcher unschöner Abgang) .... man fragt sich wo da der ehemalige Mönch hin verschwunden ist.... Limousinen, Staatsbanquette, photo-ops, und byzantinisch imperiales Gehabe sind nun mal das tägliche Brot der Mönche könnte man meinen wenn man diesen Hierarchen zuschaut.... :shock:

Ach was solls....

Gruß
Joseph
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