Hl. Bonifatius von Crediton
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Hl. Bonifatius von Crediton
Apostel Deutschlands
Fr. Andrew Phillips,
Broschüre, 64 S., 3,00 €
Verlag Hl. Tryphon - Oekumene 3000
Postfach 100729
10567 Berlin
E-Mail: oekumene3000@web.de
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Hl. Bonifatius von Crediton
Apostel Deutschlands
Daß der heilige Bonifatius, dessen Reliquien in Fulda aufbewahrt sind, bisher als „Apostel Deutschlands“ vor allem vom römischen Katholiszismus vereinnahmt wurde, ist bekannt. Daß aber dieser „Freund des Friedens“ (Winfrith sein Taufname) englisch-keltischer Herkunft war, wahrscheinlich in Crediton, Wessex (Westsachsenland) geboren, in Klöstern bei Essex und Southhampton aufgezogen wurde, seine erste Festlands-Mission wegen des Verfalls der fränkisch-katholischen Kirche scheitern sah, später durchweg im gespannten Verhältnis zu jener fränkisch-gewalttätigen Art der „Verbreitung des Christentums“ stand, dies ist in Deutschland weniger bekannt. Vr. Andrew Philipps, russisch-orthodoxer Priester in Felixstowe, Suffolk, beschreibt in der Startbroschüre des Verlags Hl. Tryphon anschaulich und folgerichtig, daß dieser Winfrith als orthodoxer Heiliger gelten kann. Er erhielt im Jahr 719 von Gregor II., als Papst noch „Patriarch des Westens“ (orthodoxer als manche fränkischen Bischöfe) den Namen „Bonifatius“ (Wohltäter) für seinen Missionsauftrag in den „Erdteilen der Heiden“. Unermüdlich wirkte er in Hessen, Thüringen, Sachsen, Bayern als Prediger, Klostergründer, Bischof, Erzbischof, letztlich als Metropolit und Apostel für den ganzen Nordwesten Europas, bis zum ruhmreichen Märtyrertod 754 in Friesland. Die Reform der Fränkischen Kirche stellt nach Vr. Andrew die „Verkörperung seiner Orthodoxie“ dar. Dem Hl. Bonifatius sei zu verdanken, daß sich das römische Schisma nicht schon früher ereignete. An der Häresie Karls des „Großen“ auf der Frankfurter Synode des Jahres 794 hatte er keinen Anteil. Die mit einer schönen Ikone geschmückte Broschüre öffnet auch Einblicke in Beziehungen des Hl. Bonifatius zu englischen Glaubensbrüdern und -schwestern, die ihm nachfolgten, z.B. zur Hl. Lioba.
ich sehe Bonifatius mit ganz anderen Augen. Ein Mann, der das fränkische Christentum für heidnisch hielt, immerhin gegründet von heiligen Gestalten wie Kilian und Wolfgang usw., weil sie nicht romorientiert waren, sich sogar mit Namenswechsel zu seinem Superrömer macht und nun mit speziellem Segen und neuem römisch-lateinischen Namen (der keltische war ihm wohl nicht gut genug) das neue römische Christentum einzupflanzen, weil das alte romfreie Christentum gar kein Christentum war und die gewachsene Ortskirche völlig ignoriert .... Vielleicht klingelt es jetzt in machen Ohren ... Wir befinden uns immerhin in der Zeit nach dem photianischen Schisma, als Rom schon massive Krallen gegen Konstantinopel zeigte und sich zudem erheblich in Gebiete außerhalb seiner Jurisdiktion eingemischt hat, auch nach großen jurisdiktionellen Streiten um Aquilea, Klagenfurt usw. Winfried empfand sich jedenfalls erst nach seinem Rom-Gang legitimiert und "neu-geweiht". Das römische Selbstbewußtsein ist nicht erst nach dem endgültigen Schisma entstanden, und das Schisma nicht über Nacht. Aber die Missionsbemühungen seiner Vorgänger verächtlich zu machen als "Heidentum", ist mir zu dick.
In orthodoxe Lobeshymnen kann ich da nicht ausbrechen.
Für mich ist Bonifatius kein Apostel Deutschlands, sondern der Unterwerfer des keltisch missionierten Germaniens unter Rom. Apostelgleich sind für mich Leute wie Kilian, Willibrord, Suitbert usw. Das waren asketische Mönchsmissionare, keine mächtigen römischen Kirchenorganisatoren.
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vielen Dank für den Hinweis.
Mir wird langsam immer klarer, warum ich immer öfter höre, dass man bei den Heiligen ab 5. JH aufpassen muss...
Selbstverständlich haben Sie Recht mit dem entstehen des Schismas. Das kommt nicht urplötzlich über Nacht...
Im Synaxarion wird der Heilige aber auch erwähnt...
Sollten wir die Buchempfehlung hier vielleicht rausnehmen? Was denken Sie?
Grund zum Zweifel aus Orthodoxer Sicht scheint ja genug zu bestehen...
Was denken die anderen Foristen darüber?
l.G. Rene
- ich bin mir bewußt, daß ich da auch die Ikone von Geilnau in ein kritisches Licht rücke. Und die Väter dort wissen das auch und kennen meine Meinung.