M - wie Mission

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
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Elias
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Beitrag von Elias »

ehrlich gesagt mag ich den Begriff "Messdiener" oder "Ministrand" nicht! Es ist ein Begriff der Lateinischen Kirche und ich finde ihn wirklich unpassend für uns. Noch nie hat ein Priester (Egal ob Serbische, Russische oder Georgische) mich in der Kirche so genannt! Natürlich wenn du dich so nennen willst kannst es ja weiter so tun....
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Jeremias
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Beitrag von Jeremias »

Lieber Ilja,

wie gesagt, mein Priester nennt mich auch so.

Warst du zufällig mal in der Metropolitankirche von Bonn? Kann es sein, dass wir uns dem StudiVZ kennen?
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Jeremias
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Beitrag von Jeremias »

Lieber Ilja,

wie gesagt, mein Priester nennt mich auch so.

Warst du zufällig mal in der Metropolitankirche von Bonn? Kann es sein, dass wir uns dem StudiVZ kennen?
Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Lieber Jeremias,
Messe ist NICHT der deutsche Begriff für Liturgie. Der deutsche Begriff für (Theia) Litourgia ist (Göttl.) Liturgie. Messe ist der deutsche Begriff für eine römisch katholische Messe. Auch die Lutheraner würden ihr Abendmahl niemals Messe nennen.
Ich kenne kein einziges seriöses orthodoxes oder auch nur "ostkirchliches" modernes Buch, was unsere göttliche Liturgie "Messe" nennt, (abgesehen von protestantischen ostkirchenkundlichen Büchern und historischen Reiseberichten aus dem 18. und 19. Jahrhundert).
Ministrant würde ich unsere Altardiener auch nicht nennen. Denn so wie Messdiener kommt auch Ministrant aus dem Lateinischen. Das ist zwar keine Sünde, aber hat für uns keinen Sinn. Ebensowenig wie das "Ite missa est", was bei uns in der Göttlichen Liturgie nicht vorkommt.
Ich hätte ja kein Problem mit Messdienern, wenn wir Messen feiern würden. Aber das tun wir definitiv nicht. Oder wir nennen in Zukunft auch unsere Prosphora Oblate, das Phelonion Kasel, unseren Diskos Patene und den Patriarchen Papst. Dann können wir das Sticharion auch Messdienerrochett nennen.

Wir können Dich ja Papadaki nennen. So nennen wir ja die Kinder, die die Kerzen tragen. Aber wir dürfen das dann nicht ins Deutsche übersetzen: Priesterlein.
Schon erstaunlich, was so kleine Worte alles auslösen können.
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Elias
Diakon
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Beitrag von Elias »

Lieber Jeremias,
ja der bin ich :) Schön dich hier zu sehen....Ich wollte jetzt keine Disko vom Zaun brechen. Es ist meine persönliche Meinung...

Ilija
Ehemaliger

Beitrag von Ehemaliger »

Rene hat geschrieben:Lieber Benedikt,
Benedikt hat geschrieben: Ich sehe nicht, dass es sinnvoll sein könnte auf deine Antwort im Einzelnen einzugehen. Ich versuche es also ein wenig 'genereller'.
wie ich den Satz auffassen soll ist mir noch nicht ganz klar...



Lieber Rene,

ich bin ein wenig ratlos wie ich auf deine Antwort reagieren soll. Ich fühle mich missverstanden und ich spüre deine Aggression ohne dass ich verstehe warum.

Lass mich diesen ersten, oben zitierten, Satz von mir erklären, der tatsächlich missverständlich formuliert war, damit du verstehen kannst warum ich so 'generell' war.

Normalerweise beantworte ich mails oder postings indem ich Abschnitt für Abschnitt durchgehe. Ich tue das, weil es meine Erfahrung, gerade auf solchen Foren ist, dass ansonsten die Gefahr der 'Herauspickerei' von Gedanken oder Sätzen beginnt, die dann unweigerlich in einer Polemik der negativen Art endet. Mit deinem Posting hatte ich Schwierigkeiten das so zu tun weil ich den 'roten Faden' für mich nicht klar hatte. Daher habe ich versucht, deine Gedanken etwas zusammenzufassen und 'genereller' zu beantworten. Das Ergebnis hast du ja erhalten und wieder in einer Art beantwortet, die ich nicht recht verstehe weil sie so 'aufgeteilt' ist, Einzelheiten betont und den Gedankengang, den ich mich bemüht habe aufzubauen, verlässt.

Ich bin mir bewusst, dass meine Art zu ellenlangen Antworten führt, die dann im Einverständnis der Redenden wieder auf das Wesentliche reduziert werden müßen. Aber ich halte mich daran, weil es mir die respektvollste Art erscheint, meinem Gegenüber gerecht zu werden.

Dazu kommt dann die grosse Schwierigkeit, eine Konversation ausschließlich schriftllich zu führe. Wir lesen nur Worte. Sonst nichts. Säßen wir uns gegenüber dann sähe ich deine Körperhatung, deine Hände, dein Minenspiel. Wir könnten scharfe Bemerkungen mit einem Lächeln entschärfen oder stirnrunzelnd dem Anderen zu verstehe geben, dass wir zweifeln und so weiter. Beim reinen Lesen sind wir auf unsere Fantasien angewiesen, was der jeweilig Andere denn 'auch noch' meint, jenseits des Wortsinnes und diese Fantasien können ziemlich falsch sein.

Drei Beispiele (ich sage gleich im Vorhinein, dass ich es durchaus glaube, dass ich falsch liegen kann) In deinem Beitrag taucht das Wort 'Unsinn' als ein Kommentar auf. Nun, das verletzt mich als Person, wiewohl es duchaus 'kameradschaftlich oder freundlich' gemeint sein könnte. Du unterstellst mir, indem du deine grosse Demut betonst, das eben nicht zu sein, das bringt mich auf, denn ich fühle mich in Frage gestellt, wobei du vielleicht gemeint hast, wer nach Rom geht, soll es wie die Römer halten. Du unterstellst durch eine Bemerkung, dass ich mich teutsch-triumphal benehme, woher kennst du mich denn, dass du so etwas in den Raum stellst? In mir löst das eine Reaktion wie: 'elender Oberlehrer' aus. Du magst das völlig anders gemeint haben aber in mir kommt Ärger auf, und mit dem bin ich alleine in meinen Fantasien.

Obendrein fällt es mir schwer zu sehen, dass ich 'meine russische Gemeinde' besonders gerne kritisiere. Ich wüßte nicht, wo ich das 'besonders' getan habe. Und: Kritik ist für mich etwas positives. In meinem Beruf bin ich darauf angewiesen, mit den 'Problemen' zu arbeiten, sie weisen mir den Weg hin zur Heilung, oder zu dem was getan werden muss. Ja, wenn ich eine unangenehme Sache übersehe oder falsch deute dann entstehen Probleme erst richtig. Auch hier kann es sein, dass du etwas anderes als das was ich gelesen habe meinst. Aber ich kann nur auf das reagieren was ich inmir erlebe.

Zuletzt habe ich den Eindruck, dass du dich verletzt fühlst, weil ich V. Martinos' Ansichten infrage gestellt habe und du meinst ihn verteidigen zu müßen. Warum? Er kann doch für sich selber reden, was er ja auch getan hat. Es ist doch nichts ungebürliches, einen Priester zu hinterfragen in seinen Ansichten? Oder? Er wird doch nicht unfehlbar durch seine Weihe. Und respektlos werde ich doch nicht gewesen sein, oder?

Ich erwarte keine Antwort auf meine Beispiele, sie sind nur Beispiele. Und: Ich erkläre dir ausdrücklich den Frieden!!!

Das alles bringt mich zu dem Vorschlag, uns zu treffen! Wir diskutieren hier Herzensangelegenheiten und das mit viel Herzblut und gutem Willen. Und ich denke, wenn ich weiss wer Songul oder Rene, Ilja, Aleks, Loukia oder V. Martinos ist weil ich sie 'er-lebt' habe, dann können wir freier und un-mittel-barer miteinander reden. Ich weiss es nicht genau aber dieser Vorschlag ist gewiss schon einmal gemacht worden. Ich stelle meinen zur Debatte: Ein Wochenende im Jahr in irgendeiner Jugendherberge oder sonstwo, am Anfang vielleicht auf 'neutralem' Boden oder auch als Gäste eines Forumteilnehmers die Reihe herum. Ich sehe die Schwierigkeiten mit Schweden und Kanada, aber vielleicht kann da etwas wachsen...

Wenn du, Rene, besser weißt wie ich, der Benedikt, ticke, dann mag es vielleicht nicht leichter zwischen uns werden, aber klarer auf jeden Fall.

Sei lieb und brüderlich gegrüßt

Benedikt
Zuletzt geändert von Ehemaliger am 22.06.2009, 10:00, insgesamt 1-mal geändert.
Ehemaliger

Beitrag von Ehemaliger »

Sinaitis hat geschrieben: Lieber Benedikt,
ich danke Dir, Du hast sehr vieles sehr treffend formuliert.
Lieber Vater Martinos,

ich erbitte den Segen.

Wenn ich Ihre Bemerkung oben und Ihren Satz über den Tod der Kirche im ethnischen Gettho zusammenstelle, dann ist mir nicht einsichtig warum wir unterschiedliche Positionen vertreten.
Ich möchte eine Basis vorschlagen:

Zum einen: Wir sind beide der Auffassung, dass es ein Urauftrag der Kirche ist, zu missionieren. Dies ist keine 'freie Wahl' sondern Auftrag des Herrn. Eine Kirche, die diesen unmissverständlichen Auftrag zugunsten von was auch immer aufgibt/schmälert läuft Gefahr nicht mehr Kirche zu sein.

Zum Zweiten: Wer orthodox ist soll seinen Hintergrund nicht 'revidieren' müssen, um orthodox sein zu können. (Den Griechen ein Grieche, den Juden ein Jude .... den Deutschen???)

Zum Dritten: Es ist seit den Anfängen immer so gewesen, dass 'ein Land- ein Bischof' galt und die ersten Bibelübersetzungen wurden von Orthodoxen in die jeweiligen Landessprachen geleistet (das war durchaus nicht Luther!), eben in die Sprache des Landes des Bischofs.

Zum Vierten: Kulturexport ist nicht gut geheissen worden. Die Antwort des Bischofs an die griechische Frau, die klagte, in Rom würde alles falsch, oder zumindest nicht richtig gemacht lautete: Bist du in Rom so mach es wie die Römer es machen! Wohl hat es immer 'Befruchtungen' gegeben und die jeweilige kirchliche Form hat sich durch Assimilation gebildet. Nicht durch 'Germanisierung' sondern 'Eindeutschung' wird sich eine deutsche Orthodoxie bilden. Denn, des bin ich gewiss: Gott hätte Deutschland gerne orthodox! Es gibt einen kanonisch sanktionierten 'westlichen Ritus' innerhalb der Orthodoxie und es gibt den byzantinischen im Bereich der Römer. Nie in der Geschichte war das ein Problem. Die ersten tausend Jahre haben die unterschiedlichsten Formen nebeneinander existiert und der römische Soldat ist ohne jede Schwierigkeit zur Eucharistie in Jerusalem gegangen so wie der Syrische Kaufmann in Gallien. Also die These: Griechisch oder römisch oder jerusalemitisch sei gleich 'richtig orthodox' ist ein Fehlschluss von jeher.

Nun wir es wohl eher kontrovers. Und ich möchte auch sagen, es geht mir nicht darum in irgendeinerweise zu gewinnen oder herabzusetzen. Weder Sie noch eine Teilkirche oder einen Ansatz.


Orthodoxie im Westen ist immer als etwas 'zugefügtes' also nichts organisches begriffen worden.In Deutschland oder Frankreich ist das verständlich. Abgesehen von den russischen Kirchen in Homburg oder Bad Nauheim oder auch Baden-Baden die als exotisch begriffen wurden hat es ja keine Orthodoxie gegeben bis die Griechen, Russen und Serben in grossen Zahlen kamen. Dass dabei erst einmal die 'Versorgung' im Vordergrund stand ist klar. Und dass man auch keinen Streit mit den Römern oder wem auch immer wollte ist auch klar. Aber dann geschah es eben, dass diese 'Versorgung' unter der Hand zur bestimmenden Tätigkeit wurde. Und hierbei ist der, sagen wir mal, ethnische Gedanke stärker als der orthodoxe gewesen. Man war und ist eben 'griechisch'- oder 'serbisch'-orthodox. Und alles andere steht im Hintergrund. Dabei war die 'Burg'-Menatalität der Griechen schon bemerkenswert. Das mag aus der Geschichte resultieren. Griechenland war über sehr lange Zeit vom Westen her von den Lateinern bedroht durch immer wiederkehrende Versuche der Übernahme, und das nicht erst seit den Kreuzzügen, im Osten, Norden und im eigenen Haus waren es die Türken/Muslime. Russland war sehr früh ein Vielvölkerstaat. Vielleicht liegt es daran, dass V.Serius Heitz in der Russischen Kirche zuhause, sehr früh 'Orthodoxie heute' und das 'Mysterium der Anbetung'herausgab. V. Maltzew so viel übersetzte, das 'Orthodoxe Gebetbuch', der Psalter, das 'Orthodoxe Glaubensbuch' usw von der ROKA herausgegeben wurde. Susanna Hausermann hat vier Bände Kirchengeschichte aus dem Blickwinkel, oder zumindest in Berücksichtigung orthodoxer Sichtweisen geschrieben. Die auch für Laien geniessbare 'Orthodoxe Dogmatische Teologie' ist von V.Pomazanskij.....

Gewiss gibt auch griechisches und ich kenne das vielleicht nicht genug weil ich eben in der ROKA zuhause bin. Allein, die Tendenz meine ich schon ausmachen zu können. Ich sage das nicht mit Kritik im Sinne von niedermachend: Ich habe es allzu oft erlebt, dass Deutsche griechischer als Griechen glaubten werden zu müssen, um Orthodoxe sein zu können (das kenne ich aus meiner Kirche allerdings auch). Dies sind Fehlentwicklungen. Die Blickrichtung muss nach vorne gehen, hin zu einer Orthodxie für alle menschen in Deutschland/Schweden/Österreich/Spanien und so weiter. Der Ethnizismus ist falsch!

Darum, Vater, meine Anfrage jenseits aller Argumentation: Was würden Sie sich wünschen wenn Sie drei Wünsche frei hätten, wenn es darum geht, Kirche missionarischer in Deutschland zu machen?

Ich lade dazu auch gerne den Rest des Forums ein. Was wünschten wir Deutsche/Andere uns? UND was sind wir bereit einzubringen.

Ich bin gespannt.

Liebe Grüsse

Benedikt
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Jeremias
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Beitrag von Jeremias »

Ich enthalte mich mal zu weiteren Wortdiskussionen. Das ist nur ein kleiner teil des von Benedikt angesprochenen Themenkomplex und ein Streit um Kleinigkeiten.

Nun aber zu der Frage von Benedikt, was wünsche ich mir:
Ich wünsche mir, dass wir die Gebete, insbesondere Lesungen aus dem AT und die Evangelien, auch auf Deutsch haben, in einer guten Übersetzung.
Ich wünsche mir, dass eine Fremdsprache nicht notwendig sein sollte, um als korrekter Orthodoxer angesehen zu werden.
Ich wünsche mir, dass die übersetzbaren Teile des Gottesdienstes in Deutsch gehalten werden. Nicht die auskomponierten Lieder, aber die Psalmenlesungen u.ä.
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Mary
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Beitrag von Mary »

Benedikt hat geschrieben: Das alles bringt mich zu dem Vorschlag, uns zu treffen! Wir diskutieren hier Herzensangelegenheiten und das mit viel Herzblut und gutem Willen. Und ich denke, wenn ich weiss wer Songul oder Rene, Ilja, Aleks, Loukia oder V. Martinos ist weil ich sie 'er-lebt' habe, dann können wir freier und un-mittel-barer miteinander reden. Ich weiss es nicht genau aber dieser Vorschlag ist gewiss schon einmal gemacht worden. Ich stelle meinen zur Debatte: Ein Wochenende im Jahr in irgendeiner Jugendherberge oder sonstwo, am Anfang vielleicht auf 'neutralem' Boden oder auch als Gäste eines Forumteilnehmers die Reihe herum. Ich sehe die Schwierigkeiten mit Schweden und Kanada, aber vielleicht kann da etwas wachsen...
Lieber Benedikt und alle,

ich wär dabei! Und würd mich auch gern zur Verfügung stellen, mit zu organisieren.
Ich fände es schön, so ein Wochenende des Kennenlernens auszuprobieren. Ich würde mir dann wünschen, es so zu legen, dass wir alle gemeinsam in der Nähe die Liturgie mitfeiern könnten (wenn möglich in deutsch ;-) ) und wir könnten uns ein Thema raussuchen, über das wir uns austauschen.

LG Maria
Let Your mercy, O Lord, be upon us, as we hope in You.
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Mary
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Beitrag von Mary »

Jeremias hat geschrieben:Ich enthalte mich mal zu weiteren Wortdiskussionen. Das ist nur ein kleiner teil des von Benedikt angesprochenen Themenkomplex und ein Streit um Kleinigkeiten.

Nun aber zu der Frage von Benedikt, was wünsche ich mir:
Ich wünsche mir, dass wir die Gebete, insbesondere Lesungen aus dem AT und die Evangelien, auch auf Deutsch haben, in einer guten Übersetzung.
Ich wünsche mir, dass eine Fremdsprache nicht notwendig sein sollte, um als korrekter Orthodoxer angesehen zu werden.
Ich wünsche mir, dass die übersetzbaren Teile des Gottesdienstes in Deutsch gehalten werden. Nicht die auskomponierten Lieder, aber die Psalmenlesungen u.ä.
Drei Wünsche frei? Das ist ja wie im Märchen :wink:

Ich wünsche mir einen deutschsprachigen orthodoxen Gesprächskreis im richtigen Leben.

Ich wünsche mir, dass neue (deutschsprachige) Besucher einer gottesdienstlichen Gemeinde wahrgenommen und "an die Hand genommen" werden. (und engagiere mich auch dafür)

Ich wünsche mir, dass Orthodoxie nicht länger das "bestgehütete Geheimnis" bleibt und dass viele Menschen in Westeuropa die Chance bekommen, ihre Vorurteile über Orthodoxe abzulegen und kennenzulernen, was Orthodoxie zu schenken hat.

Jeremias, deinen Wünschen schliess ich mich gerne an.

LG Maria
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Jeremias
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Beitrag von Jeremias »

Mary hat geschrieben:
Benedikt hat geschrieben: Das alles bringt mich zu dem Vorschlag, uns zu treffen! Wir diskutieren hier Herzensangelegenheiten und das mit viel Herzblut und gutem Willen. Und ich denke, wenn ich weiss wer Songul oder Rene, Ilja, Aleks, Loukia oder V. Martinos ist weil ich sie 'er-lebt' habe, dann können wir freier und un-mittel-barer miteinander reden. Ich weiss es nicht genau aber dieser Vorschlag ist gewiss schon einmal gemacht worden. Ich stelle meinen zur Debatte: Ein Wochenende im Jahr in irgendeiner Jugendherberge oder sonstwo, am Anfang vielleicht auf 'neutralem' Boden oder auch als Gäste eines Forumteilnehmers die Reihe herum. Ich sehe die Schwierigkeiten mit Schweden und Kanada, aber vielleicht kann da etwas wachsen...
Lieber Benedikt und alle,

ich wär dabei! Und würd mich auch gern zur Verfügung stellen, mit zu organisieren.
Ich fände es schön, so ein Wochenende des Kennenlernens auszuprobieren. Ich würde mir dann wünschen, es so zu legen, dass wir alle gemeinsam in der Nähe die Liturgie mitfeiern könnten (wenn möglich in deutsch ;-) ) und wir könnten uns ein Thema raussuchen, über das wir uns austauschen.

LG Maria
Die Idee ist sehr gut. Ich wäre ebenfalls bereit, so etwas zu organisieren oder besser bei der Organisation mitzuhelfen.
Mops
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Beitrag von Mops »

Lieber Bruder Benedikt,

ganz zuerst bitte ich dich um Verzeihung, da ich dich scheinbar verletzt habe.
Dies war nicht in meiner Absicht, bitte verzeihe mir!
Ich wollte dir weder mangelnde Demut vorwerfen (steht mir nicht zu, keine Frage) noch mich selbst hervorheben.
Es war ledigtlich mein Ansinnen, meine Erfahrungen den deinen entgegenzustellen, da sie (so wie ich das verstanden habe) dem sehr entgegenstehen.
Die Demut war nicht auf mich bezogen, sondern auf generelles Verhalten, dass ich an den Tag legen sollte, wenn ich in eine fremde Gemeinde gehe und in der Kirche sowieso.
Es ist eine Tatsache, dass es Leute gibt, die in die Kirche kommen und erstmal aufzählen, was ihnen alles nicht gefällt... mit solchen Neuerungs- bzw "Verbesserungs"vorschlägen habe ich öfter deutsche Menschen erlebt. Genug dazu.

Natürlich, du hast 100 % Recht, wenn du schreibst, dass ein Gespräch ganz anders verlaufen würde, wenn man sich sieht. Da stimmt ich dir gerne zu!
Und ich muss mich unbedingt bedanken, für diesen Hinweis, der mir zeigt, dass ich besser doch mehrmals lesen sollte, bevor ich antworte.
Klar ist auch, dass P. Martinos meine "Verteidigung" nicht nötig hat. Ohne jeden Zweifel, dem ist so! Er ist der Priester und nicht ich!

Die Kritik mit den russischen Gemeinden entspringt dem Eindruck, den die vermehrt russischen Beispiele bei mir hinterlassen haben. Wenn du das nicht so gemeint hast, dann freut es mich umsomehr. Fakt ist aber auch, dass die Nationalität eben keine Rolle spielt! Gott sei es gedankt!
Das soll auch genügen, da wir uns wohl beide gründlich missverstanden haben, wie es aussieht.
Frieden, selbstverständlich! Dem schließe ich mich dankbar und wohlwollend an! Frieden, Liebe und die besten Wünsche für dich!!!

In der Liebe unseres Herrn
Rene
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Joseph
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Registriert: 15.12.2008, 21:43
Religionszugehörigkeit: OCA

Beitrag von Joseph »

An alle Brüder und Schwestern welche an dieser Diskussion teilgenommen haben.
Hier ist die Rede von Metropolitan +Jonah (OCA) welche er im St. Vladimir Seminary anlässlich einer Konferenz über Orthodoxe Einheit gestern gegeben hat. Da wir mit denselben Problemen der Jurisdiktionen und Mission in Nordamerika ringen, habe ich diese Rede mal hier geposted.
Sie ist in Englisch und sollte daher im englischen Teil sitzen, aber ich fürchte, daß sie dort untergehen würde.
Schaut Euch mal insbesondere die Vorschläge zur Vereinigung der Orthodoxen Kirche in NA an die Met. +Jonah macht. Einges davon kann auch in Europa angewendet werden...
Viele Grüße
Joseph
http://www.aoiusa.org/blog/2009/06/met- ... /#comments
Ehemaliger

Beitrag von Ehemaliger »

Lieber Rene,

eine Entschuldigung ist nicht nötig.

Um im Thema zu bleiben möchte ich aber noch ein paar Gedanken anführen, die es meiner Meinung nach unabweislich notwendig machen, dass die Orthodoxie sich der Landessprache annimmt. Ich möchte hier gerne vom 'Deutschen' weg, denn die Probleme sind hier in Schweden exakt die gleichen.

1. Die nachfolgenden Generationen der Einwanderer werden in grosser Zahl in Deutschland/Fremdland bleiben und sich doch assimilieren. Wenn Orthodoxie das nicht ernst nimmt und sich weiterhin abgrenzend als religiöser Heimatverein geriert, dann wird das wichtigste Erbe, dass die Gläubigen mitgebracht haben, der Orthodoxe Glaube, notwendigrweise verschwinden. Ihm geht ganz einfach die Luft aus mangels Sprache. Es werden noch ein paar 'Reine' bleiben und in der 4/5/6. Generation werden nur noch Sektierer oder Ultranationalisten die Glieder der Kirche sein.
Meine Vorfahren kommen aus Schlesien, ich spreche keinen Dialekt mehr und will auch nicht zurück. Trotzdem hat mein Vater es fertig gebracht, mich im Alter von 6 Jahren in der Jugendabteilung des VfR Schlesien, einem ehemaligen Breslauer Sportverein, anzumeden obwohl ich nie einen Fuss in Breslau hatte. Monströs, oder?

2. Orthodoxie muss ernst nehmen, dass Deutschland/'christlich geprägtes Fremdland' kein Ödland ist. "Der Herr sei mit Euch --- und mit deinem Geiste" "Im Namen des Vaters und des Sohnes ..." und "Herr erbarme Dich" wird hier schon ein paar Jahrhunderte gesagt und gesungen. Es muss also in Rechnung gestelt werden, dass es eine religiöse Sprache gibt, die dann orthodox durchdrungen und belebt werden muss. NICHT übergebügelt! Worte wie Ikone oder Analoi oder Prosphora können wie Computer oder downloaden ins Deutsche übernommen werden, weil sie Fachbegriffe sind. Gnade oder Erlösung, Wiedergeburt und Jungfräulichkeit sind schon belegt und müssen gefüllt werden. WIR BRAUCHEN KLÖSTER!!

3. Europa ist Einwanderungsland. Was machen wir wenn die ersten Uganda-stämmigen oder Pakistani in den Gemeinden auftauchen????? Orthodoxie muss eine Kultur der dynamischen Einschmelzung für viele und Vieles werden. Charles de Foucauld hat mal gesagt: "Tradition bedeutet nicht die Asche aufzuheben sondern die Flamme am Brennen zu erhalten". Eben das gilt es zu entwickeln und nicht sich zu vergraben! Es geht also nicht darum, eine DEUTSCHE ( im Sinne von: Noch 'ne nationale) Orthodoxie zu entwickeln, sondern um eine Orthodoxie in Deutschland die lebt. Dass sie deutsch-sprachlich sein muss ergibt sich aus der Tatsache, dass 75(?) der 85 Mio in Deutschland lebenden Deutsch als Muttersprache haben und es für alle die Verkehrssprache ist. Wenn wir das verpennen, dann stirbt die Orthodoxie und wir hätten des Auftrag des Herrn schlecht erfüllt. Oder wie viele aus der Nachbarschaft kennt ihr, die z.B. de Mezière oder Guillaume heissen und immer noch französisch sprechen?

4. Und gewiss, es kann nicht darum gehen, Griechisch, Russisch oder Serbisch zu verbannen oder die Traditionen zu verleugnen. Mir geht es wahrhaftig nicht darum, die Leitkulturdebatte durch die Hintertür in die Orthodoxie zu tragen. Es geht mir darum, die bewusste Zersplitterung in Ethnien als das zu benennen was sie ist: Eine Sünde. Und der gemeinsame Nenner in Deutschland ist eben Deutsch so wie es hier Schwedisch ist.

5. Und deswegen ist es hohe Zeit, dass Mönche und Nonnen in Deutschland leben und Zentren für die Orthodoxie aufbauen. Ein Hiob-Kloster in München in dem hauptsächlich Russisch gelebt wird ist kein Zukunftsmodell, eher ein Anachronismus, nur aus der Geschichte verständlich. München liegt nun mal nicht in der Nähe von Petersburg.

Jetzt mache ich mich auf Kritik gefasst

Liebe Grüsse

Benedikt

P.S. Dass meine 'Negativbeispiele' hauptsächlich aus der ROKA stammen hat damit zu tun, dass ich finde, ich müsste erst mal vor meinen eigenen Tür kehren.
Zuletzt geändert von Ehemaliger am 23.06.2009, 17:27, insgesamt 3-mal geändert.
Ehemaliger

Beitrag von Ehemaliger »

Anastasis hat, wie ich gerade entdeckt habe, einen Link zu unserem Thema Deutsch als orthodoxe Sprache eingestellt. Zu finden unter G wie Göttliche Liturgie.

:) Danke
Antworten