Der heitere Friedhof von Sâpânta

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Hanna
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Der heitere Friedhof von Sâpânta

Beitrag von Hanna »

Der heitere Friedhof von Sâpânta 2007


Der 'Cimitirul Vesel' in Sâpânta, im Norden Rumäniens, ist ein ungewöhnlicher Friedhof. So ungewöhnlich wie sein Name, ins Deutsche übersetzt heißt er: 'Der heitere Friedhof'. Rund um die orthodoxe Kirche suggerieren Kreuze in dunklem Blau mit bunten Bildern in ihrer Farbenpracht Heiterkeit. Auf den Kreuzen sind Szenen dargestellt, die den Verstorbenen charakterisieren. Doch das ist nicht immer positiv. Kurze Verse beschreiben seine Eigenarten. Dabei wird nichts beschönigt und nichts verschwiegen. Da ist zu lesen: 'Schnaps ist reines Gift. Er bringt nur Leid und Qual. Denn auch mir hat er gebracht den Tod, der mich dann holte.'

Außereheliche Verhältnisse, Gaunereien, Prügeleien, Unglücksfälle, Beruf und Vorlieben, Schicksalsschläge - der Schnitzer, Maler und Poet der Kreuze, Dumitru Pop, entscheidet über den Nachruf und thematisiert, was ihm in Erinnerung ist. 'Ihr Leben war nun so, und dann muss ich eben schreiben, dass jemand viel gesoffen oder es mit der Ehe nicht so genau genommen hat. Aber ich gehe nicht so weit, dass ich jemand verletze.' Das wissen die Hinterbliebenen. Trotzdem ist es für manchen nicht leicht, mit dieser schonungslosen Ehrlichkeit umzugehen.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Friedhof von Sâpânta zum Gedächtnis des Dorfes entwickelt. Hier nimmt keiner seinen Ruf mit ins


Bayern, Sonntag, 01.11., 10:15 - 11:00 Uhr
[color=#FF0040]Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet![/color]
Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Der Film ist alleine schon wegen einer gezeigten orthodoxen Taufe bemerkenswert
Anastasis+
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Beitrag von Anastasis+ »

Vielen Dank, liebe Hanna für den TV-Tipp!
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Ieseanul
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Beitrag von Ieseanul »

Der "Fröhliche Friedhof von Săpânţa" geht in der Hauptsache auf das Schaffen des Holzbildhauers Stan Ioan Pătraş (1908 - 1977) zurück, der aus dem Ort stammte und aus einer Familie, die die Holzbildhauerkunst schon seit Generationen betrieb, hervorging.

Stan Ioan Pătraş schnitzte bereits im Alter von 14 Jahren Holzkreuze.
1935 fing er an, Holzkreuze mit Inschriften und kleinen Gedichten zu verzieren, die in der 1. Person verfasst waren und teilweise sogar diverse Rechtschreib- bzw. gramatikalische Fehler enthielten.
Die Kreuze waren aus Eichenholz geschnitzt, am Anfang kam er auf ca. 10 Kreuze jährlich.
Ab 1936 fing er an, seinen Stil zu vervollkommnen, die Kreuze erhielten jetzt Bilder. Auch erhielten die Kreuze Farben, die er aus Naturpigmenten gewann, dominierend ist hier die Farbe blau, von Experten als "Blau von Săpânţa" bezeichnet.

Die gewählten Farben hatten auch eine symbolische Bedeutung: grün - Leben, gelb - Fruchtbarkeit, rot - Leidenschaft, schwarz - Tod.
Bis zum Jahr 1977 schuf Pătraş ca. 700 Kreuze in beiden Friedhöfen von Săpânţa, die als "Fröhlicher Friedhof von Săpânţa" bekannt sind.
Sein Nachfolger, Dumitru Pop wohnt jetzt in dem Haus des Meisters und unterhält dort ein Museum und ein Atelier.

Nach einer Geschichte, die ich mal gehört hatte, verstarb irgendwann in der Anfangszeit des Schaffens von Pătraş in Săpânţa ein Mann, der im Dorf als sehr fröhlich und humorvoll bekannt war. Es entstand dann die Idee, dem Mann ein besonderes Grabkreuz zu machen, da man der Meinung war, dass das Grabkreuz dessen Leben und dessen Humor entsprechen müsste.
Das Grab dieses Mannes bekam ein "fröhliches" Grabkreuz, mit dem Resultat, dass dies in dem Ort Schule machte. Anschließend wollten alle solche Kreuze und Pătraş kam mit den Bestellungen kaum noch nach.
So soll der Friedhof entstanden sein.
Wie ja schon erwähnt wurde, sind natürlich nicht alle dargestellten Geschichten "fröhlich" bzw. komisch, auf einigen Kreuzen sind z.B. Autounfälle oder auch die Alkoholleidenschaft eines Verstorbenen dargestellt. Grundsätzlich kommt hier aber eine rumänische Redensart zum Tragen (meine Beobachtung): "Despre morţi numai de bine" (über Tote nur Gutes erzählen).

Die Grabkreuze können im Internet unter folgendem Link bewundert werden:

http://maramures.it.home.pl/maramures/i ... de%20cruci

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bis jetzt noch nie in Săpânţa war. Sehr sehr schade. Das liegt bei mir aber daran, dass Săpânţa nicht wirklich an den großen Routen, die durch das Land führen, liegt, sondern sehr weit im Norden, genauer gesagt im Nordwesten, wenige Kilometer von der Ukrainischen Grenze entfernt.
Auf meiner "Liste" der Sehenswürdigkeiten Rumäniens, die ich noch nicht gesehen habe und wo ich gerne mal hin möchte, befindet sich der Cimitirul Vesel aber auf Platz 1.
Der Friedhof ist Nationaldenkmal und steht unter Denkmalschutz. Die Maramureş, in deren Gebiet der Friedhof liegt ist eine der kulturell reichsten und landschaftlich schönsten Gegenden in Rumänien.

In der Maramureş befinden sich auch viele orthodoxe Klöster und vor allem viele der weltberühmten Holzkirchen, die zum Teil in die Klöster integriert sind.

(P.S. Wenn Ihr auf den Link klickt und die Fotos anschaut, habt ihr über den Fotos eine Art Menüleiste, über die ihr auch zu den anderen Fotos kommt (gerade entdeckt).
Klickt rechts neben den "preferences" diese ^^^ an, dann kommt ihr zu einem weiteren Link:
"Biserici de lemn din Maramureş înscrise pe Lista Patrimoniului Mondial UNESCO" .
Dann könnt Ihr Euch auch eine Bilderserie mit den Holzkirchen anschauen. )
"Das Buch der Bücher gleicht einer Quelle, die beständig fließt und um so reichlicher strömt, je mehr man daraus schöpft."
(Hl. Johannes Chrysostomus)
"Cartea Cărţilor se aseamănă cu un izvor care curge in continuu şi care cu atât mai bogat va curge, cu cât cineva va lua din el ."
(Sf. Ioan Gură de Aur)
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