1. Januar

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
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Nassos
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1. Januar

Beitrag von Nassos »

Beschneidung Christi
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Loukia
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Re: 1. Januar

Beitrag von Loukia »

WOW, das habe ich so noch nicht gesehen, finde ich ja toll.
Ἡ χάρις τοῦ Κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ μεθ' ὑμῶν. 1. Korinther 16,23
Sinaitis
Priester
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Re: 1. Januar

Beitrag von Sinaitis »

Neujahrsbotschaft des Metropoliten von Deutschland und Exarchen von Zentraleuropa Augoustinos
Liebe orthodoxe Christen in Deutschland,
am 1. Januar ehren wir das Gedächtnis des hl. Basilius und feiern in allen orthodoxen Kirchen der Welt die Göttliche Liturgie, die seinen Namen trägt. Ich möchte mich im folgenden auf eines der priesterlichen Gebete dieser Liturgie be¬ziehen. In diesem Gebet beschreibt der Priester sich selbst und bekennt im Namen aller Gläubigen seine Unwürdigkeit angesichts der nahenden Teilnahme an den heiligen Mysterien. Er bekennt, dass wir keine Werke der Gerechtigkeit vorzuweisen haben, weil wir nichts Gutes auf Erden getan haben, und dass wir es dennoch wagen, zur Quelle des Lebens hinzuzutreten, weil das Erbarmen und das Mitleid, das Gott uns in überreichem Maße gewährt, uns dazu ermutigen.
Auf Anhieb erscheint uns die Aussage, wir hätten nichts Gutes auf Erden getan, als übertrieben oder maßlos. Wenn wir uns aber eingehender mit der Sache selbst befassen, werden wir weniger Schwierigkeiten haben, zuerst gegenüber uns selbst, dann aber auch unseren Mitmenschen und Gott gegenüber zu bekennen, dass wir wirklich in Verlegenheit sind, irgendetwas vorzuweisen, was von Bedeutung wäre.
Es gibt den Brauch, zwischen den Jahren Bilanz zu ziehen und für das kommende Jahr Vorsätze zu fassen. Im Allgemeinen stellen wir dabei fest, dass wir nichts wirklich gravierend falsch gemacht haben. Wenn wir aber aufrichtig sind, müssen wir zugeben, dass die guten Augenblicke des vergangenen Jahres an einer Hand abzuzählen sind, besonders dann, wenn wir sie den Worten und Taten gegenüberstellen, die wir übersehen haben und die unsere Würde beeinträchtigen. Ich bin sicher, dass ich mit dieser Feststellung für die allermeisten von uns spreche. Andererseits bin ich mir ebenso sicher, für die allermeisten zu sprechen, wenn ich behaupte, dass wir unsere guten Vorsätze nur in seltenen Fällen wahrgemacht haben, selbst wenn diese Vorsätze einem edlen Ziel dienten, das wir uns an einem vergangenen Neujahrstag gesetzt hatten, bewogen von dem tiefen inneren Bedürf¬nis, ein ehrenwerter und guter Mensch zu sein.
Jetzt verstehen wir, dass das Bekenntnis, nichts Gutes auf Erden getan zu haben, zumindest einen wahren Kern in sich birgt. Natürlich beabsichtigt die Kirche nicht, uns durch die Feststellung unseres Unvermögens zur Verzweiflung zu bringen. Auch will sie uns nicht dazu bewegen, darauf zu verzichten, das Gute nicht nur zu wollen, sondern auch zu vollbringen. Die Kirche verfolgt vielmehr das Ziel, uns zu ertüchtigen, den Kampf, der unser Leben ist, nicht traurig und niedergeschlagen, sondern froh und mutig fortzuführen. Gerade hier muss die Einzigartigkeit der Hilfe betont werden, die uns nur unsere Kirche freigiebig und ununterbrochen gewährt.
Unser Unvermögen ist eine Tatsache. Doch der Gott der Liebe verwirft uns nicht, verlässt uns nicht, besonders dann nicht, wenn wir in Schwierigkeiten sind. Er schließt uns in seine Arme, und zwar so wie wir sind. Er leidet mit uns und duldet - „lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte", wie es in der Heiligen Schrift heißt. Und gerade darum schenkt er uns reichlich sein Erbarmen. Das Erbarmen Gottes ist seine tätige Liebe. Eine Liebe, die an keine Voraussetzung gebunden ist. Eine Liebe, der jeder Mensch anvertraut ist, der zur Welt kommt. Eine Liebe, die den verwandelt, der bereit ist, sie zu empfangen und sie seinerseits zu erwidern, denn bekanntermaßen ist die Liebe keine Einbahnstraße, sondern ein Dialog. Gottes Erbarmen verfolgt uns, wie es im Psalm heißt, alle Tage unseres Lebens, denn Gott will, „dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen".
Das ist, liebe Brüder und Schwestern in Christus, mein väterlicher Wunsch für uns alle, heute und allen Tagen des Neuen Jahres: dass wir, solange wir leben, täglich in der Freude kämpfen, die uns das Bewusstsein gibt: Der barmherzige Gott steht uns unablässig zur Seite. Und sogar, „wenn wir in Todes Schatten gehen, fürchten wir kein Unheil, denn Gott ist bei uns". Lasst uns anfangen, uns vollkommen und immer mehr der Liebe Gottes, „von der uns nichts trennen kann", anzuvertrauen.
Ein gesegnetes Neues Jahr 2010, eine neue Chance zu unserem Heil!
In väterlicher Liebe
+ Metropolit Augoustinos von Deutschland
Loukia
Beiträge: 982
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Re: 1. Januar

Beitrag von Loukia »

Dankeschön :)
Ἡ χάρις τοῦ Κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ μεθ' ὑμῶν. 1. Korinther 16,23
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