alle wissen hoffentlich
Was meint ihr, sollten wir "altkalendarier" unseren ändern damit wir endlich alle auf der Welt gemeinsam am gleichen Tag die Feiertage feiern?
Grüße,
altkalendarier
Solch eine Begründung habe ich noch nie gehört oder gelesen. Ich habe sogar zur Sicherheit noch einen in Katechismusfragen recht erfahrenen Priester gefragt. Bevor ich aber dazu etwas schreibe, möchte ich gerne wissen, wer so etwas sagt oder schreibt?Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:ich persönlich denke - auf keinen Fall.
Es steht z.B. in der Bibel, dass man Jesus auf keinen Fall vor dem Pessach-Fest gefangen nehmen soll.
Also darf man Ostern auch nicht vor oder zusammen mit dem Pessachfest feiern. Dies kann man aber nach neuem Kalender nicht gewährleisten.
Ich habe auch schon ... verschiedene Leute nach Ihrer Meinung gefragt.
Hier meinst Du hier den "Mischkalender" Alt-Neu. Spätestens, wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen werden, wird man den Mischkalender wohl wieder abschaffen. Ich hoffe, schon früher.Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Der Neue Kalender bringt nicht nur wie gesagt Ostern durcheinander sondern auch andere Fixpunkte. Der wichtigste ist das Apostelfasten. Ich wurde von einem Bruder im Herrn auch gerade auf das Apostelfasten hingewiesen.
Hier muss man aber zugestehen, dass der gregorianische (zumindest für die nächsten 6000 Jahren) wirklich exakt ist. Sowohl zu Zeiten der Kirchenväter als auch zu Zeiten Papst Gregors hat man sich auch schon auf die Naturwissenschaft bei der Vorgabe des Frühlingsanfangs verlassen. Daher sollte man heute einfach den Weltzeitberechnung gekoppelten internationalen Kalender nehmen.Milo hat geschrieben:Aber eins muss ich denoch bemerken: wenn man über die Änderung des Kalenders nachdenkt aus orthodoxer Sicht, dann ist es nicht der gregorianische (also den der Papst Gregor einleitete) den man annehmen würde, sondern ein Dritter der noch vielfach genauer ist...die orthodoxe Kirche ist sich der Ungenauigkeit länger bewusst, seit XIV Jhd., daher wird es sicher eine Frage sein beim panorthodoxen Konzil...und ich persönlich schätze das man ihn auch abändern wird.
Das ist entscheidend!Milo hat geschrieben:Es gibt Dinge die man ändern darf, wenn alle den Konsens finden, vor allem die welche nicht dogmatischen Karakter haben.
Da stimme ich A. zu.Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Lieber Walter,
ersteinmal danke, für deine Antwort.
Alexander hat auch schon sinngemäß zu mir gesagt, dass es veränderbare Dogmen und unveränderbare gibt. Er zählte die Kalenderfrage zu den veränderbaren Dogmen.
Dazu siehe unten.Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Mir wurde auch geschrieben, "..zu den Angaben für die Berechnung des Ostertermins gehört auch die Maßgabe, daß er nicht zusammen oder vor dem Pessah sein darf.
Nochmals: Du meinst den "Mischkalender". Wenn auch Ostern wie im Westen nach dem NK festgelegt würde, käme es nicht zu diesen unrühmlichen Situationen.Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Der NK betrifft alle unbeweglichen Feste, d.h. die die auf einen bestimmten Kalendertag fallen. Der NK wirkt hier jedoch störend, da er einige andere Fixpunkte durcheinanderbringt. Der wichtigste Punkt ist dabei das Apostelfasten. Dieses beginnt am Montag nach Allerheiligen, also dem Sonntag nach Pfingsten und dauert bis zum Fest der Apostel am 29. Juni AK. In den Kirchen, die den NK eingeführt haben, gibt es daher bei einem späten Ostertermin nicht nur kein Apostelfasten, sondern sogar "minus 8 Tage". Das Apostelfasten hört bei denen also 8 Tage vor seinem Anfang bereits auf. Ein solches Absurdum für eine der wichtigen Fastenzeiten im Kirchenjahr zeigt wohl deutlich, wie wenig der NK akzeptabel ist."
Die Auferstehung fand auf jeden Fall während des jüdischen Passah statt. Den genauen Kalendertag (nach unserem Kalender) können wir nicht sagen, weil wir das Jahr nicht wissen. Es ist auch für den Glauben unwichtig, denn:Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Die Schrift stellt eindeutig fest, dass die Auferstehung des Herrn nach dem jüdischen Passah stattfand.
Das Frühlingsäquinoktium wird ja auch beim westlichen Osterdatum beachtet. Der falsche Frühlingsbeginn des julianischen Kalenders läuft aber immer weiter vom eigentlichen weg in den Sommer, irgendwann auch in den Herbst und Winter hinein.Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Aber das
Apostolischer Kanon VII - "Wenn irgendein Bischof, Priester oder Diakon das Osterfest vor dem Frühlingsäquinoktium zusammen mit den Juden begeht, der sei seines Amtes enthoben."
Das sind aber keine spezifischen Feststellungen über den Glauben (s. A., oben). Jeder "Brauch" kann gebrochen werden, wenn es z.B. das Liebesgebot erfordert. Sonst hätte es z.B. auch in der Vergangenheit nie ein gemeinsamens Osterdatum gegeben.Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:"Es sollen die alten Gebräuche siegreich bleiben" - Kanon VI, Erstes Ökumenisches Konzil
"insofern der Brauch und die alte Tradition siegreich geblieben sind..."
Kanon VII, Erstes Ökumenisches Konzil
"...gemäß den Kanones der Heiligen Väter und dem alten Brauch..." - Kanon VIII, Drittes Ökumenisches Konzil
Der gregorianische Kalender wurde erst 800 Jahre nach dem letzten Ökumenischen Kalender entwickelt. Bei der Festlegung des gemeinsamen Osterdatums haben sich die Kirchenväter übrigens auch auf die damals besten wissenschaftlichen Berechnungen bezogen. Nur müsste ein ökumenisches oder zumindest ein panorthodoxes (die anderen haben das ja schon "unerlaubt" beschlossen) Konzil einen neuen einheitlichen Kalender festlegen, dass er gültig ist. Insofern sind auch die Festlegungen auf den Mischkalender in einigen orthodoxen Kirchen ungültig.Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Ich weiß nun nicht, was noch alles in den ökumenischen Konzilen beschlossen wurde, darum meine Frage, gab es ein Ökumenisches Konzil, wo man sich zum Gregorianischen Kalender bekannte? Wo man die alten Beschlüsse aufhob?
Was ist mit der Feststellung, dass die Auferstehung des Herrn nach dem jüdischen Passah stattfand? Geht das nicht aus dem NT hervor?