Orthodoxe Kirche = Ostkirche ?
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protopeter
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Orthodoxe Kirche = Ostkirche ?
In zahlreichen Publikationen, Medienberichterstattungen und diversen Meinungsäußerungen findet sich sehr häufig die Gleichsetzung der Begriffe "Orthodoxie/Orthodoxe Kirche" und "Ostkirche". Es würde mich nun Ihre Meinung interessieren - ist dies berechtigt oder gibt es doch gewisse Unterschiede ?
Auf Antworten und Diskussionen freut sich
Erzpr. Peter
Vielleicht ist eine Diskussion unter folgenden Aspekten als Ergänzung ganz hilfreich, bzw spannend:
- Sendungsauftrag/bewusstsein der Kirche
- Oststrom/Weststrom
nur so eine Anregung.
Mit besten Wünschen,
Sebastian
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protopeter
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Guter Gedanke - natürlich sind sowohl die historische Dimension als auch die ekklesiologischen Grundlagen in diesem Kontext von Bedeutung; darum nehme ich Ihre Anregung gerne auf und hoffe, daß sich die Diskussion dann auch in die entsprechende Richtung bewegt. Warten wir es ab!
In brüderlicher Verbundenheit grüßt
Erzpr. Peter
Lieber v. Peter,
ich bewege mich szs. ständig zwischen Ost und West, geographisch gesehen, aber auch kennenlernend nicht-orthodoxe Denkweise und Glaubensrichtungen, erlaube ich mir dadurch zu sagen, das ich längst verstanden habe "woher der Wind weht"!
Zu Ihrem aufgesetztem Thema, würde ich folgendes meinen:
Wir sind uns alle, sowohl Orthodoxe als auch Nichtorthodoxe, weitgehendst der Geschichte, auch der Kirchengeschichte bewusst.
Wenn wir den Begriff "orthodox" erstmal betrachten, so will dieser aufzeigen wo der "rechte Glaube" gewahrt wird! Wir wissen das durch dass große Shisma die größte Verwirrung und Verschleierung manipulativ unternommen wurde, seitens derer die eben nicht den orthodoxen Glauben wahr haben (besser gesagt leben) wollten, und somit das Christentum in der Weltöffentlichkeit (vor allem im Westen) selten objektiv wahrgenommen wird! So waren erstmal jahundertelang, die Orthodoxen als "Shismatiker" öffentlich im Westen deklariert! Nach dem sich aber die Machtstruktur der Welt neu geordnet hat, und die Glaubensrichtungen zugenommen haben, war das aufeinander Zugehen (wenn auch unfreiwillig) unumgänglich. Aber es ist wie so oft, nicht der ehrliche Wille und Einsicht dar, derer die abwichen, sondern es wird wieder heuchlerisch, manipulativ, die Tatsache herruntergespielt. So fängt man eben an dann von der sogenanten "Ostkirche" zu reden. Um nicht näher zu erwähnen die Theorie der Lunge und Lungenflügel, "Schwesterkirchen" usw.
Das Traurige dabei ist, das heutzutage sogar manche orthodoxe Theologen, diese Termine wie "Ostkirche", "Kirche des Ostens", verwenden.
Der nichtorthodoxe Mensch, macht sich, das unterstell ich mal, keine alzutiefe ekklisiologische Gedanken dazu, was die Kirche vom Wesen her ist. Man schaut nur auf "aktuelle und äusserliche" Formen. Bei dem Orthodoxen ist das aber ein Bewusstsein, das kontinuierlich weitergelebt wird, wie eben die Kirche als Institution selbst "in kontinuo" steht zu ihrem Gründer.
Die orthodoxe Kirche sah sich nie als eine geographisch-lokal orientierte Kirche, sondern als oikumenische (ganze Welt betreffend) Kirche, gemäß dem Sendungsauftrag ihres Gründers. Daher kann sie sich nie mit dem Begriff "Ostkirche" oder "Schwesternkirche" zu der RKK begreifen. Ein ist der HErr, ein ist der Glaube an IHN der uns im Band der Liebe verbindet, ein ist die Kirche, welche das heilige Leib des HErren bildet.
Wer das Band bricht, die Gemeinschaft der Heiligen verlässt, kann sich nicht als "wahre" Kirche empfinden !? Wo ist der Garant? Wo ist der Hl. Geist der nur eine Gemeinschaft kennt? (vrgl. Apg-Pfingstgeschehen)
Ganz klar also was bedeutet Orthodoxe- und was Ostkirche!
Orthodoxe Kirche = das heilige Leib des HErrn
Ostkirche = betreffend mancher Gemeinden im Osten
Die Medien werden sich, auf Grund ihrer Natur der schnellen Sensatinsverfolgung und verbreitung, noch weniger Gedanken dazu machen.
Jetzt habe ich viel geschrieben aber wenig gesagt!
Verzeiht,
Euer unwürdiger Milo
Leute haut in die Tasten! ;-)
wollte die anderen Schreiberlinge mal zum Schreiben zu diesem Thema bewegen, denn auch ich finde die Frage, die V. Peter stellte sehr diskussionswürdig und aktuell und zu schade dafür, dass sie jetzt schon verebbt.
Gruss
Sebastian
habt Dank für die Themenanregung und die Beiträge dazu. Sebastian hat das Thema zuvor schon im Kreuzgang angeregt, dort wurde es zuvor auch immer einmal angeschnitten, etwa in der Frage, ob es irgendwann einmal eine Deutsch-orthodoxe Kirche geben wird (in der sich natürlich auch die Österreicher heimisch finden sollten).
Als Vormerkung sei noch gesagt, dass bei uns im Westen immer noch in der Kategorie 1./2./3. Welt gedacht wird, wodurch Ost generell auch gern als defizitär gegenüber West angesehen wird. Das spielt zwar sicher auch eine Rolle bei der westlichen Bewertung der orthodoxen Kirche, aber prinzipiell geht es mehr um die Frage:
Ist die Orthodoxe Kirche eine Universal- oder eine Lokalkirche?
Diese Frage wird besonders dadurch interessant, da sich die Katholische Kirche genau der gleichen Frage zu stellen hat. Um hier schon gleich Haarspaltereien vorzubeugen: Wenn ich Orthodox und Katholisch groß schreibe, meine ich nicht eine spezifische Eigenschaft der entsprechenden Kirche(n) ? beide beanspruchen ja beide Eigenschaften für sich ?, sondern die allgemein üblichen Bezeichnungen. Auch römisch-katholisch ist nämlich nicht ganz richtig, denn zu der Katholischen Kirche gehören alle katholischen Kirchen, die in Einheit mit dem Papst stehen. Genauso ist die Orthodoxe Kirche nicht gleichzusetzen mit z.B. der griechisch-orthodoxen Kirche.
Der Anspruch, Universalkirche zu sein, ergibt sich aus dem Glauben an die Wahrheit. Ganz sicher kann man sagen, dass auch die Katholische Kirche an die Wahrheit ihrer Lehre glaubt und nicht gegen ihren Glauben verschleiern, manipulieren oder Verwirrung stiften will. Milo hat in seinem Beitrag das Selbstverständnis der Katholischen Kirche hervorragend wiedergegeben: Man muss nur Ost und West, sowie Orthodox und Katholisch vertauschen. Einzig das in der Erklärung Domunus Iesus erklärte Modell der Schwesterkirchen bezieht sich in erster Linie auf die Kirchen innerhalb der katholischen Kirche und nur peripher auf die Orthodoxe Kirche. Aber das ist ein anderes Thema.
Die Beschränkung, nur Lokalkirche zu sein, stammt aus der Zeit vor dem großen Schisma. Auch wenn das Reich 395, also nur vier Jahre, nachdem das Christentum zur Staatsreligion erhoben wurde, in ein West- und ein Ostreich zerfiel, blieb die Kirche geeint, die einzelnen Patriarchate waren zwar lokale Kirchen, die aber den Gläubigen aller Rassen und Nationen in gleicher Weise offenstanden. Der Tatbestand, dass es in Deutschland sowohl eine griechisch-orthodoxe Kirche für die Griechen, sowie eine (oder gar zwei) russisch-orthodoxe für Russen und ein Teil der Ukrainer hier, für den anderen Teil eine andere, dazu bulgarisch-, rumänisch-, georgisch-, usw.-orthodoxe Kirchen gibt, deren zuständigen Patriarchen und Metropoliten weit weg ihre Sitze haben, dass hätte es auch nach ursprünglichem orthodoxen Kirchenverständnis nicht geben dürfen. Es ist ein Trick, um orthodoxe Gemeinden im Westen. Die Tricks, mit der die Katholische Kirche im Osten arbeitet, heißen Unitarismus und Proselytismus. Beide Vorgehensweisen werden natürlich mit dem universalen Wahrheitsanspruch begründet. Der Spracheinwand ist insofern unbegründet, dass es z.B. im Bistum Mainz, Köln, Berlin usw. auch Gemeinden mit verschiedener Liturgiesprache geben könnte. Dazu braucht es keinen Patriarchen in Moskau, New York, Belgrad oder Istanbul.
Mögliche Konsequenzen:
Die beste Lösung wäre natürlich eine schnelle Wiederherstellung der Kircheneinheit, es gäbe dann weder Unionskirchen (bzw. alle wären das) noch Proselytismus, sämtliche Gemeinden in Berlin, Köln oder Hamburg würden den katholischen (und zugleich orthodoxen) Bischöfen dieser Städte unterstehen. Diese Lösung ist leider auf absehbare Zeit Utopie.
A. Die klassische Lösung: Bei der Reichsteilung 395 wurde eine gerade Nord-Süd-Linie gezogen (unabhängig von Bevölkerung und geographischen Merkmalen ? das gab es erst in dem Stil erst über 1000 Jahre später bei der Aufteilung von Nordamerika und Afrika). Interessanter Weise verläuft die heutige Grenze zwischen Katholischer und Orthodoxer Kirche noch oder wieder exakt in Verlängerung dieser über 1600 Jahre alten Linie. Die katholische Kirche müsste alle Unionen und Missionen östlich dieser Linie aufgeben. Die orthodoxen Kirchen müssten im Gegenzug alle ihre Gläubigen im Westen in Obhut der Katholischen Bistümer geben.
Vorteile: Frieden, Gute Voraussetzung für den ökumenischen Dialog, da man ja keine Gläubigen beim Umzug über diese Line wissentlich den Häretikern überlassen will.
Nachteil: Genau das macht man, wenn man den eigenen Wahrheitsanspruch für solch einen Kompromiss relativiert. Wie soll das Modell auf die »Neue Welt« übertragen werden?
B. Die radikale Lösung: Man nimmt den Missionsauftrag wie zu Zeiten der Urkirche universal und radikal wahr: Ohne Rücksicht auf die ursprünglichen Religionen der Bevölkerung.
Vorteil: Beide Kirchen bräuchten sich keine Vorwürfe von wegen Nichterfüllung des Sendungsauftrages ihres Gründers machen.
Nachteil: Allerdings hat der Gründer auch nicht zum feindlichen Wetttaufen mit den eigenen Apostelbrüdern aufgerufen. Ergebnis wäre nicht endende gegenseitige Beschimpfungen, Bündnisse mit Medienmächten, am Ende Krieg, etc. Einzige Nutznießer wären dritte wie Freikirchen, Atheisten oder der Islam, die den Kampf der apostolischen Kirchen zum Beweis ihrer beider Unwahrheit machen.
C. Die Kompromisslösung: Man macht weiter wie bisher, überlegt aber, einvernehmlich (!) neue Strukturen zu schaffen, die für die Gläubigen in Ost- und West Vereinfachungen bringen:
Einrichtung neuer hierarchischer Strukturen außerhalb der klassisch orthodoxen Gebiete, wie z.B. eine autonome Orthodoxe Kirche von Deutschland (bzw. Mitteleuropa), etc.
Gleichfalls eine Umwandlung der Unionskirchen in autonome Kirchen, im Gegenzug sollte auch die Möglichkeit lateinischer Gottesdienste in den klassisch- orthodoxen Ländern.
Noch intensivere Bemühung um Kircheneinheit (auch hier könnte mehr in den Dimensionen von Akribie und Ökonomie gedacht werden, auch was eine Einheit in Vielfalt angeht. Die gab es schon vor 1054. Ein Beharren auf »Rückkehr« zu einer akribischen Einheit in allen Formen (die es historisch nie gab) ist genauso falsch, wie eine uniforme Kompromiss-Einheit »in der Mitte«.
Vorteil: Diese Lösung kommt der ursprünglichen Kircheneinheit am nächsten, ist theoretisch machbar (wenn auch sicher nicht von heute auf morgen). Auch heute schon verbindet die Christenheit mehr, als sie trennt. Gemeinsamkeit (wenn auch nicht im Sakrament) ist im Handeln gegen den gemeinsamen Feind sehr wichtig.
Nachteil: Man wird es nie allen recht machen können.
Falsche Signale:
Auf jeden Fall darf die Orthodoxe Kirche nicht zu offensichtlich zweigleisig fahren, und sich nur öffentlich darüber aufregen, wenn Rom das auch tut. Zwei Beispiele:
Die Orthodoxe Kirche kann nicht gleichzeitig betonen, dass sie sich als universale Kirche versteht, nicht als Ostkirche, gleichzeitig dem Papst vorwerfen, er würde die Beziehungen zur Orthodoxie trüben, indem er den alten Titel »Patriarch des Abendslandes (=der Westkirche)« ablegt.
Der Metropolit Kyrill wird wie Putin nicht müde zu betonen, dass Russischsein und Orthodoxsein, ein und dasselbe ist. Mag man damit Nationalisten für die orthodoxe Kirche gewinnen, der Orthodoxie als Kirche aller Christen schadet dies. Zudem hat die Orthodoxe Kirche eigentlich Nationalismus streng verurteilt. Die anderen orthodoxen Kirchen schauen da aber gern weg oder hegen ähnliche, wenn nicht nationalistische, so doch panslawistische Gedanken. Auch das wirft ein falsches Licht auf die Orthodoxie.
LG
Walter
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protopeter
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Herzlichen Dank für Ihre Ausfühungen; ich gestatte mir, erst zu einem späteren Zeitpunkt zu diesem Problemkreis Stellung zu nehmen.
Hier noch eine zusätzliche Frage an alle Schreibwilligen: Ist die Wiederverwurzelung der Orthodoxen Kirche nicht auch von gewissen Sekundärfaktoren zivilisatorischer Dimension, die insbesondere inerhalb der europäischen Gesellschaften prägenden Charakter haben, abhängig ?
Mit besten Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
ich bedanke mich für deinen Fleiß, den du hier investiert hast! (Milo natürlich auch!).
Beim lesen der ganzen Lösungsansätze, kam in mir irgendwie ein unwohles Gefühl hoch. Ich betone, dass es mir bewusst ist, dass du selbst nur die Möglichkeiten aufzeigen wolltest und möchte mal zuerst exemplarisch auf Lösungsvorschlag A. eingehend ergänzen. Dort schreibst du:
Die katholische Kirche müsste alle Unionen und Missionen östlich dieser Linie aufgeben. Die orthodoxen Kirchen müssten im Gegenzug alle ihre Gläubigen im Westen in Obhut der Katholischen Bistümer geben.
und als Nachteil:
Nachteil: Genau das macht man, wenn man den eigenen Wahrheitsanspruch für solch einen Kompromiss relativiert. Wie soll das Modell auf die »Neue Welt« übertragen werden?
Das stimmt, gute Frage!
Mein Nachteil wäre, dass ich gerne orthodoxe Spiritualität im Gottesdienst erleben möchte. Müsste ich dann immer in den Osten?
Ich möchte nur sagen, dass es mir einiges Unbehagen bereitet, wenn irgendwelche (Hohen-)Amtsträger auf Karten Grenzen ziehen. Der "einfache" Gläubige könnte sich übergangen, oder verletzt fühlen.
Gerade zu B. zum Beispiel bin ich sehr froh, dass die OK kein radikales Missionsverständnis hat.
Die "Kompromisslösung" finde ich sehr ansprechend und logisch, allerdings wäre ich froh, wenn vorher einige theologischen Fragen geklärt wären...
Zu den falschen Signalen gibt es nichts weiter von meiner Seite zu sagen. Das hast du gut in Worte gefasst!
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protopeter
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Nur ein kleiner Denkanstoß: Sogenannte "Kompromisse" (wie gut sie auch immer gemeint sein mögen) bringen das Problem mit sich, von den ursprünglichen Grundlagen allzu weit abzuweichen; wenn schon, wäre ein Konsens anzustreben - man beachte bitte den Unterschied. Eine solche Haltung würde gerade auch dem orthodoxen Missionsverständnis (im Hinblick auf Ablegung eines authentischen Glaubenszeugnisses) viel eher entsprechen !
In der Liebe Christi grüßt
Erzpr. Peter
Frucht
Also nach meiner Meinung: das Wichtigste ist das die Menschen gerettet werden und zu Gott kommen, dass sie auch Sakramente als Hilfe für ihr Leben auch bekommen. Das bedeutet für die Orthodoxie aktiver zu werden....
Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.
Lieber Walter,Walter hat geschrieben:Wenn ich Orthodox und Katholisch groß schreibe, meine ich nicht eine spezifische Eigenschaft der entsprechenden Kirche(n) ? beide beanspruchen ja beide Eigenschaften für sich ?, sondern die allgemein üblichen Bezeichnungen. Auch römisch-katholisch ist nämlich nicht ganz richtig, denn zu der Katholischen Kirche gehören alle katholischen Kirchen, die in Einheit mit dem Papst stehen. Genauso ist die Orthodoxe Kirche nicht gleichzusetzen mit z.B. der griechisch-orthodoxen Kirche.
das kann man so nicht stehen lassen. Die Eigenschaften stehen der einen Urkirche zu, welche auch bis ans Ende der Zeit bestehen wird, da der HErr mit ihr ist.
Heilig (von Gott gestiftet), katholisch (allumfassend) und apostolisch ( kontinuierlich) muss sie sein.
Jedoch wollte Rom (Papst) nach dem Shisma das "allumfassend" für sich beanspruchen, um damit zu betonen wo die Fülle der Kirche liege, daher nennt sie sich katholisch, aber sie ist es nicht.
Deshalb muss man , und das hat auch die uverändert gebliebene und rechtgläubige (orthodoxe) Kirche differenziert in dem man die sg. katholische, römisch-katholische Kirche nennt, da sie sich am Rom orientiert (hat) statt an der Hl. Überlieferung.
Es ist nicht das Gleiche wie die Relation zwischen der Orthodoxen Kirche und der zB. griechischen orthodoxen Kirche oder serbischen oder oder....
Hoffe es kam verständlich rüber was ich meinte.
Das als Terminusklärung vor der eigentlichen Diskusion um Union etc.
Gruß
Milo
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protopeter
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Ist es - unter Berücksichtigung des bisher Gesagten - wirklich uneingeschränkt denkbar, die Erfüllung des orthodoxen Sendungsauftrages in unmittelbaren Bezug zu sogenannt "ökumenischen" Bemühungen zu setzen ? Trifft es nicht eher zu, daß auf diese Weise eine vollkommene Desorientierung die unmittelbare Folge sein kann und das Zeugnis unserer Kirche dementsprechend verfälscht wird ?
Mit brüderlichen Grüßen,
Erzpr. Peter
Die eine Kirche, welche den Leib Christus, dank des Hl. Geistes bildet, hat den Sendungsauftrag allen Völkern zur aller Zeit, die offenbarte Wahrheit unverfälscht zu verkünden und zu bezeugen.
Dem nach, kann es nicht ihre Hauptaufgabe sein dem modernen und zeitweiligen Ökumenismus (der im Protestantismus seine Wurzel hat) hinter her zu rennen. Es gibt noch genug anderer Gebiete wo sie sich bemühen sollte das Zeugniss für die Auferstehung abzulegen, dh. zu misionieren. Ich denke da zB. an Atheisten, Heiden, Juden aber auch an eigenen Nachwuchs, Gemeinde usw.
Der HErr selbst ist niemendem hinterher gerannt, und das zeigt auch einen bestimmten Sinn. Er hat allen Menschen ausnahmslos das Evangelium angeboten (geprädigt) aber niemals aufgedrängt. Manche wollen die Wahrheit hören, manche eben nicht. Manche öffnen ihr Herz, manche bleiben in ihrer Starre.
Nur so kann man dann die Worte des HErrn verstehen:
Off 22.11 Wer Böses tut, der tue weiterhin Böses, und wer unrein ist, der sei weiterhin unrein; aber wer gerecht ist, der übe weiterhin Gerechtigkeit, und wer heilig ist, der sei weiterhin heilig.
Würden wir uns nur auf die quasi-Ökumene konzentrieren, würden wir sicher die Gnade des Hl. Geistes verlieren.
Meine Meinung.
Ihr unwürdiger br. in Christus,
milo
ich finde das so nicht recht verständlich. Mein Einwand kurz zum Thema Ökumene - um dann auf das Sendungsbewusstsein über zu schwenken. Ich weiss, ich mag mich vielleicht wiederholen, aber dennoch: Ökumene ist meiner Ansicht nach ein muss, allerdings muss die Orthodoxe Kirche einen orthodoxen Weg (eindeutig) einschlagen. Dadurch kann sie auch viel an Profil gewinnen. Der Einheit in Verschiedenheit muss eine klare Absage erteilt werden (ich glaube das meinst du mit "moderner Ökumene") um so die Einheit zu fördern.
Lasst mich kurz mal V. Georgios ins Spiel bringen. Ich habe einige Anfragen zu seiner Person bekommen, was ja nicht verwunderlich ist, wenn Aleksandra und ich ständig von ihm schreiben. Vater Georgios erzählte uns, dass er gerne ökumenisch "aktiv" ist. Er berichtete, wie er vor einiger Zeit bei einer Versammlung des ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) war. In seinem fast schon trockenem Humor erzählte er, wie er in die sehr redselige Gruppe von Vertretern verschiedener Kirchen schaute. Da sagte er auf einmal ganz locker: "Freunde! Hier sind soviele Kirchen vertreten, wo Jesus doch nur eine gründete. Ist es nicht an der Zeit wieder eins zu werden?" Die Vertreter fühlten sich nicht provoziert, sondern eher fast schon beschämt, da er einfach recht hatte. Das ist meiner Meinung nach der Weg, den die OK auch mutig weiter gehen sollte. Offen, ehrlich (auch zu sich selbst) und in so mancher Sache kompromisslos.
Die rechte Ökumene widerspricht nicht dem Sendungsauftrag, sondern stützt ihn. Hände reichen, gegenseitg Vergeben, aber auch Umkehr von Irrlehren. Die Infoabende mit Vater Georgios sind so erbaulich. Eine Katholikin fragte letztens, was denn der Unterschied zwischen der GOK, der ROK und den orthodox Gläubigen hier und in aller Welt sein. Darauf die Antwort: "Die Sprache!" So einfach und einfach so. Mit zwei Wörter wurde dem Zuhörer verdeutlicht, dass die OK keine Landeskirche(n) ist / sind, die geographisch in Grenzen einordbar wäre.
Eine Möglichkeit dem Klischee, die OK sei (Ost)Landeskirche entgegen zu treten ist daher meiner Meinung nach in einer bewussten Öffentlichkeitsarbeit hier im Westen gegeben. Ich möchte euch in der weiteren Diskussion anregen, mal einen Gedankengang von mir weiter zu spinnen:
Öffentlichkeitsarbeit für die Orthodoxie, mit Hilfe moderner Medien (Fernsehen, Plakate als Werbung zum Beispiel für Infoabende, Internet [Foren
Könnte man dadurch nicht ein verständlicheres Bild der OK den Menschen zeigen? (Und so ganz nebenbei auf Gott aufmerksam machen
Was meint ihr?
die da wären? Entschuldigung, aber ich verstehe die Frage nicht so genauprotopeter hat geschrieben: Hier noch eine zusätzliche Frage an alle Schreibwilligen: Ist die Wiederverwurzelung der Orthodoxen Kirche nicht auch von gewissen Sekundärfaktoren zivilisatorischer Dimension, die insbesondere inerhalb der europäischen Gesellschaften prägenden Charakter haben, abhängig ?
Lieben Gruss in der Liebe unseres Herrn Jesus Christus
Sebastian