Lieber Nassos, herzlichen Dank für deine milden Worte! Wie gesagt weiß ich noch nicht, wo Gott mit mir hin will, und solange bleibe ich lieber erstmal in der Sicherheit der angeborenen Kirche.
Lieber Songul,
Sundar Singh ist einem indischen Heiligen.
Er wurde von zahlreichen Christen verschiedener Konfession als überzeugender Christ anerkannt. Seine Worte und Predigten sind sehr kraftvoll und lebendig, fast wie das, was in der Bibel zu finden ist. Ich bin mir sicher, dass er ein von Gott geheiligter Christ war, der Christus mehr verwirklicht hat als viele andere. Sundar Singh war zu 100% christlich; was indisch war, war seine Sprache, seine Kleidung und seine Offenheit für die persönliche spirituelle Begegnung mit Christus.
Synkretismus ist eine Mischung verschiedener Religionen, z.B. von Christentum mit Hinduismus oder Heidentum. Von diesem Vorwurf ist Sundar Singh freizusprechen. Innerhalb des Christentums könnte man ihn vielleicht als "ökumenische" Person bezeichnen, die sich bei allen Christen heimisch fühlt, die Christus ernsthaft lieben.
Sich nur die Sahnestücke der Orthodoxie - was man auch immer dafür halten mag - ist für Orthodoxe nicht ernst zu nehmen.
Sich das Himmelreich zu erwerben, dazu gehört wesentlich mehr dazu, nicht nur Lob für die Orthodoxie um aber sonst sich der vermeintlichen Liebe Christi zu verbergen.
Falls ihr es als falsch empfindet, kann ich die genannten orthodoxen Elemente vermeiden. Dennoch bin ich der Meinung, dass von Jesus Christus her keine Spaltung in der gesamten Christenheit existiert. Dort gibt es nur eine Kirche, nämlich die, die der HERR sich aus der verlorenen Menschheit herausgerufen hat. Sie leben durch Ihn und sind Sein. Er ist die Tür und der Weg. Die orthodoxe Kirche ist darin ein "auf Christus hin" ein besonders schöner Teil der Gesamtkirche, aber ohne die Restkirche fehlt da einfach was: erstens von den Christen und zweitens vom HERRN, der in Seiner ganzen Kirche eingepflanzt ist. Umgekehrt fehlt der Kirche ein Teil von Gott, wenn sie ohne die orthodoxe Kirche auskommen muss, in der Er ja zweifellos ist.
Vielleicht ist sowas "synkretistisch", aber mir scheint, dass ich darin Gott am meisten gehorche.
Gerade diese Aussage zeigt, dass dir die Orthodoxie nie wirklich verständlich sein kann solange du meinst "nur den Glauben" für dich annehmen zu wollen ohne die Orthopraxie, die für uns genauso wichtig ist wie die Orthodoxie.
Wie gesagt: Gott will nicht deinen Glauben und nicht deine Werke, sondern DICH! Guck mal, was der Unterschied zwischen Abel und Kain war und was das Besondere bei Abraham war. Abraham hat nicht seine Werke oder seinen korrekten Glauben Gott geopfert, sondern sich selbst! Für wen hat Gott sich am Kreuz gegeben? Für den christlichen Glauben? Nein, sondern für jede einzelne Person ganz besonders und mit ganzem Herzen.
Für mich unverständlich: Christus ist das Zentrum Seiner Kirche?
Welcher, deiner oder meiner?
Christus ist der wesentliche Inhalt Seiner Kirche; außerhalb von Ihm gibt es nur Heulen und Zähneklappern. Das Gebet vermag viel, wenn es voller Hingabe geschieht. Durch das Gebet kann sich unser Herz für Gott öffnen und Er kann einziehen. Paulus schrieb, wir sollten ohne Unterlass beten. Das bedeutet im Grunde eine ständige Eucharistie. Wer immer im Gebet den dreieinigen Gott in sein Herz einziehen lässt, der ist Sein. Wer sich dem verweigert, der ist nicht Sein.
Du brauchst die Einheit der Ganzen Kirche und meinst diese ist mit der lutherischen Kirche am ehesten zu erreichen.
Gott ist in Seiner ganzen Kirche. Wenn ein Teil davon abgetrennt und als "unchristlich" oder "unkirchlich" benannt wird, dann wird damit immer auch etwas von Gott abgetrennt und "ungöttlich" genannt. Unsere Beziehungen zu unseren Mitbrüdern und Mitschwestern in Christus haben immer auch Auswirkungen auf unsere Beziehung zu Gott Selbst. Das ist der Grund, weshalb die Konfessionen allein für sich oftmals kraftlos sind und dürr erscheinen. Sie brauchen die Fülle des ganzen Gottes, der sich in der ganzen Kirche versenkt hat, um sie zu tragen.
In allen Konfessionen gibt es natürlich immer auch Christen, die den HERRN nicht in ihr Herz lassen und sich Ihm nicht gleich Abraham und Maria hingeben. Das lässt sich von außen nicht immer erkennen, aber im Zweifelsfall ist es vielleicht besser, das Urteil Gott zu überlassen.
Die Liebe, mit der der Vater Jesus liebt, sei mit euch allen!
Metanoia