Hallo Metanoia,
herzlichen Dank für deine ausführlichen Beschreibungen zum Islam!
Keinen Dank dafür bitte, denn eigentlich habe ich keine grosse Lust über den Islam zu schreiben, aber ich finde einfach, dass in einem religiösen Forum über eine andere Religion immer korrekt geschrieben werden muss; vor allem was die Glaubensinhalte betrifft.
Wenn dann ein Moslem mitliesst, kann er wenigstens nicht behaupten, man würde seinen Glauben verunglimpfen.
Ansonsten haben ich und alle Orthodoxen die ich kenne mit Moslems und Islam nichts am Hut.
Allerdings gleich vorab: wenn irgendwelche Protestanten, allen voran Evangelikale, ihre Thesen hier verkünden wollen, selbst wenn sie in Form einer Diskussion verpacken, wird das hier ebenso auf nicht zu viel Gegenliebe treffen.
Und damit will ich dir gleich auf ein paar deiner Posts antworten:
Das kann ich mir gut vorstellen. Die orthodoxe Kirche hat ihre Ursprünge im Orient und kann darum vielleicht besser auf die orientalische Religion "Islam" besser zugehen als westeuropäische Evangelikale.
Die orthodoxe Kirche hat nicht ihre "Ursprünge im Orient".
Sie ist die originäre Kirche Christi und das die ersten tausend Jahre zusammen mit der "westeuropäischen" Kirche; nach dem Schisma und der immer extremer werdenden römischen Kirche hat uns das letztendlich auch noch den Protestantismus eingebrockt.
Ich drücke nur mit ein paar einfachen Worten aus, was uns bis heute endlose Debatten beschehrt, anstatt dass sich mal alle danach umschauen wo den das Original geblieben ist.
Gerade du, der du dir den schönen Namen "Metanoia" =Busse, Umkehr zu Gott (nach orth. Interpretation) gegeben hast, solltest dich wirklich darum kümmern.
Gibt es Wege der Rettung und Heiligung in den häretischen Konfessionen?
Jede Häresie wird für sich in Anspruch nehmen, den Weg zur Rettung zu wissen.
Dagegen anzudiskutieren macht wenig Sinn.
Rettung ist nur innerhalb der orthodoxen Kirche möglich, nicht weil wir der Meinung sind, die einzig wahre "Konfession" zu sein, sondern weil wir den christlichen Glauben repräsentieren von Anfang an unverändert bis heute.
Rettung innerhalb anderer Konfessionen ist nur dann möglich, wenn es irgendwann - so unser aller Hoffnung - die gespaltene Christenheit wieder zueinander gefunden hat.
Dann gäbe es zwar immer noch verschiedene Kulte und Traditionen aber die Theologie wäre dann einheitlich.
Diese Möglichkeit besteht meines Wissens jedoch nur für die röm. Kirche, die Protestanten hochkirchlicher Praxis, Altkatholiken - sofern sie von Frauenordination und ähnlichem wieder abkommen - für Evangelikale wird das sehr schwer sein; zu fern sind sie schon von der kirchlichen Praxis, der Lehre, den Sakramenten.
Was bedeutet die Orthopraxie im täglichen Leben?
Bedeutet für uns, unser Leben nach den Geboten der Kirche auszurichten:
zu Fasten, die Gottesdienste wann immer möglich zu besuchen, eine Gebetsregel für sich einzuhalten, zur Beichte zu gehen, so oft wie möglich die Hl. Kommunion empfangen, die Hl Schrift zu lesen, dazu die Lehren der Kirchenväter, die Heiligen zu ehren und vieles mehr....
All das richtet sich nach dem Glauben des einzelnen, denn obwohl viele von uns den Eindruck haben, wir seien ja viel strenger als die röm. Kirche, haben wir nie diese unerbittliche Dogmatik zu ertragen wie deren Gläubigen.
Die Orthodoxie ist ein ganzheitlicher Glaube und hat sich einer mal auf den Weg des Glaubens begeben, kommt das meiste ganz von selbst.
Vor allem wenn mad die Göttliche Liturgie regelmässig besucht.
Eine Bitte:
Fang nicht an uns mit Bibelzitaten zu überhäufen; wir Orthodoxe haben einfach ein ganz anderes Selbstverständnis, wie du vielleicht aus dem oben angeführten erkennen kannst und so nützen auch die besten Bibelsprüche nichts, dass wir uns zu euren Gunsten ändern sollten oder eurer Praxis des Christentums Zuspruch zollten.
LG Songul