Verfasst: 09.09.2007, 15:34
Lieber Hans-Peter !
Die Wirkung kirchenväterlicher Schriften zur Zeit der Herausbildung einer eigenständigen, auf Basis der (in den ersten Zeiten zu einem nicht geringen Teil noch mündlich tradierten) Überlieferung stehenden Kirchenlehre kann in ihrer Bedeutung nicht unterschätzt werden. Aus dieser Perspektive betrachtet, genossen die Vertreter der Rechtgläubigkeit - neben Clemens von Rom sei aus derselben Generation etwa Ignatios von Antiochia genannt - höchste Autorität. Für die gesamtkirchliche Wirkung war es nun in jener Epoche tatsächlich von relativ geringer Bedeutung, woher die Kirchenväter nun stammten - es zählte alleine die Treue zur apostolischen Kontinuität.
Ein deutliches Beispiel für diese Auffassung ist Irenäus von Lyon, der in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts wirkte und als erster den Begriff der paradosis deutlich prägte; so sah er sich selbst durch seinen Lehrer - den zu den Apostolischen Vätern zählenden Polykarp von Smyrna, der wiederum als ein Schüler des Apostels Johannes galt - mit der authentischen apostolischen Überlieferung auf das Engste verbunden.
Unter diesen Gesichtspunkten erscheint es wohl nicht unbedingt zutreffend, aus dem Brief des Bischofs Clemens einen möglichen Dominanzanspruch des römischen Stuhls im gesamtkirchlichen Kontext herauszulesen; erste Ansätze einer solchen Entwicklung zeigten sich (allerdings aufgrund einiger ungüstiger Verflechtungen zwischen den Bischofssitzen) Mitte des 3. Jahrhunderts in der Auseinandersetzung der römischen Ortskirche mit dem Kirchenvater Cyprian von Karthago.
Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
Die Wirkung kirchenväterlicher Schriften zur Zeit der Herausbildung einer eigenständigen, auf Basis der (in den ersten Zeiten zu einem nicht geringen Teil noch mündlich tradierten) Überlieferung stehenden Kirchenlehre kann in ihrer Bedeutung nicht unterschätzt werden. Aus dieser Perspektive betrachtet, genossen die Vertreter der Rechtgläubigkeit - neben Clemens von Rom sei aus derselben Generation etwa Ignatios von Antiochia genannt - höchste Autorität. Für die gesamtkirchliche Wirkung war es nun in jener Epoche tatsächlich von relativ geringer Bedeutung, woher die Kirchenväter nun stammten - es zählte alleine die Treue zur apostolischen Kontinuität.
Ein deutliches Beispiel für diese Auffassung ist Irenäus von Lyon, der in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts wirkte und als erster den Begriff der paradosis deutlich prägte; so sah er sich selbst durch seinen Lehrer - den zu den Apostolischen Vätern zählenden Polykarp von Smyrna, der wiederum als ein Schüler des Apostels Johannes galt - mit der authentischen apostolischen Überlieferung auf das Engste verbunden.
Unter diesen Gesichtspunkten erscheint es wohl nicht unbedingt zutreffend, aus dem Brief des Bischofs Clemens einen möglichen Dominanzanspruch des römischen Stuhls im gesamtkirchlichen Kontext herauszulesen; erste Ansätze einer solchen Entwicklung zeigten sich (allerdings aufgrund einiger ungüstiger Verflechtungen zwischen den Bischofssitzen) Mitte des 3. Jahrhunderts in der Auseinandersetzung der römischen Ortskirche mit dem Kirchenvater Cyprian von Karthago.
Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter