Xpistos anesti!
Ich würde nicht einfach irgendwelche Einzelbeiträge aus Strängen bringen, sondern auch den Rest dazu lesen. Dort hat man nämlich auch dazu gesagt, im weiteren Verlauf der Diskussion, dass das "Vaticanum I" nur für die röm. Kirche spricht - was auch stimmt. Das mag so sinnig oder unsinnig sein, wie es will - m. E. ist es unsinnig - und das Konzil mag so ökumenisch oder nicht sein, wie sie meinen - m. E. ist es kein ökumenisches -, aber es ändert nichts daran, dass die "Ostkirche", d. h. die Orthodoxie aus röm. Sicht, sich deswegen
nicht im Anathema befindet.
Das würde bedeuten, dass sie in ihrem Studium nur Murmeln spielen würden.
Hast du schon einmal erlebt, wie es in 08/15-Fakultäten der kath. Theologie zugeht? Fundierte Kenntnis der Patristik oder besondere Beachtung derselben, sieht anders aus - und zwar gewaltig anders!
Die gewöhnlichen Priester wissen von diesen Scherzen nur höchst bedingt und verzerrt etwas. Anders sieht es mit gewissen traditionalistischen und konservativen Priestern aus, die eine wirklich fundierte Ausbildung genossen haben, hier trifft die Einschätzung zu. Nur, von denen gibt es nicht sonderlich viele, das kannst du mir glauben. Außerdem hat der gewöhnliche röm. Priester in der Gemeinde, ganz andere Sorgen, als sich um solche - für sie - unwichtigen Detailfragen, wie z. B. um irgendein Wort im Nicäno-Konstantinopolitanum, das in den gewöhnlichen Gottesdiensten, nicht einmal gebetet wird (in erster Linie kommt das Apostolicum vor), zu kümmern.
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Wenn nun aber der erzkonservative Geist dem VK2 praktisch Verrat vorwirft, dann wäre ja aus der urkatholischen Sicht das Anerkennen der orthodoxen Kirche als sakramentsbeinhaltende Schwesterkirche durch das VK2 ein Anbiedern bzw. ein "sell-out".
Ach, Lefebvre konnte viel erzählen, wenn der Tag lang war. Er war nicht das röm. Lehramt und was er vertrat, war "Traditionalismus", also eine vom röm. Lehramt verurteilte Häresie. Deswegen trifft es hier auch nicht "konservativ", sondern "traditionalistisch", was durchaus ein Unterschied ist. Seine Position führte ihn ja sogar so weit, dass er aufgrund seiner eigenen Voraussetzungen, das, was er da durchzog, eigentlich gar nicht tun konnte. Um seinen Aufstand gegen das Lehramt überhaupt durchziehen zu können, musste er sich eine gewaltige Verschwörungstheorie zusammenbasteln (siehe den "Freimaurer" Papst Johannes XXIII. u. ä. m.) und für seine unerlaubten Priesterweihen, musste er die "Notstandsklausel" bemühen, weiters haben seine Gesellen auch keine Erlaubnis die Beichte zu hören etc. (das wird auch im, von Mops verlinkten Forum besprochen). Was er bzw. seine Anhänger mein(/t)en, kann in dieser ausgeprägten Form, eigentlich gar nicht möglich sein bzw. haben sie gar nicht das Recht, das zu tun, was sie tun (das Recht hätten sie, bei einem wirklichen Notstand, aber den mussten sie, in dieser krassen Form, erst erfinden, um sich zu rechtfertigen). Die Sicht der Pius-Brüder zur Orthodoxie ist die, die zwischen dem 18. und den frühen 60ern des 20. Jhdt. in der röm. Kirche Usus war - für sie ist das die "allein seligmachende Sicht", aber das ist selbst für Rom doch wesentlich zu beschränkt und in dieser Form nicht rechtfertigbar. Traditionalismus eben ...
Trotzdem gibt es auch bei den Pius-Brüdern einige Dinge, bei denen sie sich durchaus im positiven Sinne konservativ gezeigt haben. Das Positivste, ist eben die Bewahrung der alten Form des röm. Ritus: Ohne sie, wäre dieser Ritus wohl wirklich vom Erdboden verschwunden. Auch biedern sie sich nicht an den Zeitgeist an, im Bereich der Sittenlehre z. B. oder lassen sich die Bibel zerflettern von irgendeiner pseudo-wissenschaftlichen Exegese etc. Ich denke, der derzeitige Papst möchte diese positiven Aspekte in seiner Kirche gestärkt sehen, auch geht es ihm wohl um die gläubigen Laien, die fest zur Pius-Bruderschaft stehen.
Gottes Segen,
Irenäus