Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
a)
- Beginnender Segen (Gesegnet sei das Königreich des Vaters...Amen(2))
- Große Synapte(3) (In Frieden lasset zum Herrn uns beten...), Erste Bitte (Herr, unser Gott, dessen Macht unvergleichlich...), Ausruf (Denn dir gebühret alle Herrlichkeit, Ehre und Anb..).
- Erster Antiphon, (Psalm(4): Durch die Fürbitten der Gottesgebärerin, Soter, errette uns (5))
b)
- Kleine Synapte(6)(Wieder und wieder lasset uns in Frieden zum Herrn beten...), Zweite Bitte (Herr, unser Gott, rette dein Volk und segne dein Erbe...), Ausruf (Denn dein ist die Macht und dein ist das Reich und die Kraft und die
Herrlichkeit...)
- Zweiter Antiphon, (Psalm(7): Errette uns, Sohn Gottes, ...)
c)
- Kleine Synapte (Wieder und wieder lasset uns in Frieden zum Herrn beten...), Dritte Bitte (Der du uns dieses gemeinsame und einmütige Beten geschenkt...), Ausruf (Denn ein guter und menschenliebender Gott bist du,...)
- Dritter Antiphon(8), (Psalm)
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
Bis zum 5. Jahrhundert war der Einzug des Klerus und der Laien in den Tempel einfach und die Liturgie begann mit dem kurzen Segen des Priesters "Friede allen" und es folgten die Lesungen. Vom 5. bis zum 6. Jahrhundert und während der Dauer der Litanei, die für die Durchführung von einem Tempel zum anderen durchgeführt wurde (?), gab es einen antiphonischen("entgegentönend", also im Wechsel gesungen) Psalm, der als Ephymnium (Einleitung) das Trishagion (Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher...).
Im 7. Jahrhundert wurde während der Litanei ein antiphonischer Psalm gesungen, der als Ephymnium das "Errette uns, Sohn Gottes..." hatte.
Ab dem 8. Jahrhundert und um die Zeit zur Vorbereitung der Gaben (Proskomidie, die an dieser Stelle schon an den Anfang gestellt wurde und ihre Dauer länger wurde) zu überbrücken, sang das Volk zwei weitere Psalme antiphonisch.
Somit bilden das alte Antiphon der Einleitung und die zwei neueren nun eine Einheit und einen nicht mehr wegdenkbaren Teil der Göttlichen Liturgie.
Es gibt auch die Ansicht, dass aller drei Antiphona schon am Anfang während der Litanei gesungen wurden. Wie dem auch sei, der litaneutische Charakter des Beginns der Liturgie ist ein Fakt und wird durch die fortwährende Wiederholung des "Kyrie Eleison"durch das Volk betont.
Der doxologische Ausruf "Gesegnet sei das Reich des Vaters..." existiert als einleitender Segen der Göttlchen Liturgie seit dem 10. Jahrhundert. Der Typus dieses Segens ist überhaupt nicht zufällig. Der Priester hält das Evangelium in den Händen und bekreuzigt damit den Tisch und - gemäß Sophronius, Patriarch von Jerusalem, einen der Kommentatoren dessen, was in der Göttlichen Liturgie passiert - bittet die Heilige Dreieinigkeit bei diesem Mysterium anwesend zu sein - natürlich ohne jeglichen weltlichen Sinn. Die Hl. Dreieinigkeit ist es, die wir in der Versammlung preisen.
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
Darauf antwortend bringt das Volk zum Ausdruck, dass es annimmt, was der Priester sagt bzw. hofft (bittet), dass dies wahr werden solle.
Da die Ausrufe sich auf die Hl. Dreieinigkeit beziehen, ist das "Amen" im Grunde ein Bekenntnis zur Dreieinigkeit und gleichzeitig der Wunsch (Bitte), dass jeder Gläubige ihre Gaben erhalte.
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
Früher befanden sich die Synaptes vor dem Trishagion, und noch früher (4. - 5. Jahrhundert) in den Bitten der Gläubigen. An die Stelle, an der sie sich heute befinden, also vor den Antiphona, kamen sie im 9. Jahrhundert.
Charakteristisch ist auch die Struktur der Bitten, denn sie entfalten sich in Dreiergruppen, ein sehr häufiges Schema der Anbetung. Die erste Dreiergruppe mit generellen Bitten (Frieden von oben, Frieden der ganzen Welt, für das heilige Haus), die nächste mit den Bitten für Personen (Erzbischof, Kirchenführer, Einwohner der Stadt, und die dritte Gruppe mit speziellen Bitten (günstige Witterung, Reisende und unsere Errettung vor jeglicher Trübsal, Zorn und Gefahr).
Das "Für die frommen und orthodoxen Christen..." ist sehr spät und wurde während der Zeit des Osmanischen Reiches eingeführt. Es ersetzte die Bitten um den König und seine Familie.
Die Bedeutung und der Sinn der Bitten zeigt, wie die Kirche mit der Göttlichen Liturgie direkt am Puls des Lebens und den Nöten der Menschen steht. Alle Probleme und Situationen, in den Hilfe gebraucht wird, wird gegenüber Gott erwähnt. "Dies Mysterium ist ein Mysterium des Friedens" sagt Chrysostomus über die Göttlichen Liturgie. Der Frieden, um den wir in der Liturgie bitten, ist der Frieden Christi, "der wahre Frieden". Diesen benötigt der Mensch und die Gesellschaft um leben zu können.
Wir bitten nicht nur für die Seele sondern auch für den Leib, um gemäß Kavasilas zu erkennen, dass Gott Ursache und Stifter allen ist.
Das "Kyrie eleison" (Herr, erbarme Dich), mit dem das Volk nach jeder Bitte anwortet, weist - genau wie das "Amen" - den Charakter eines Dialoges auf, aber vor allem die Notwendigkeit der Göttlichen Gnade, derer wir Menschen bedürfen um errettet zu werden. Es ist bezeichnend, dass in der Urkirche das "Kyrie eleison" natürlich vom Volk gesagt wurde, aber "vor allem die Kinder" (eucharistische Erziehung von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren).
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
Es gibt natürlich auch andere Arten der Psalmodie in der Urkirche, nach der einer eine Psalmzeile sagte und das Volk darauf antwortete (Akrostichia bzw. Akroteleftia - also die Beendigung der Psalmodie, wie zum Beispiel das "Amen" oder das "Alleluia").
Es war auch möglich, dass nicht ein gesamter Psalm gesungen wurde, sondern nur bestimmte Zeilen daraus zusammen mit dem Ephymnium - genau so, wie es heute im Falle der Antiphona geschieht. Antiphona wurden die Psalmodien genau deswegen genannt, weil sie gegenstimmig gesungen werden.
Die Antiphona der Göttlichen Liturgie sind drei und ihr Zweck ist es uns geistig auf das Sakrament der Hl. Kommunion vorzubereiten. Sie beziehen sich prophetisch auf die Parusie (Anwesenheit, Ankunft) des Gottessohnes und führen uns in die Kommunion und Danksagung an Ihn.
Vor jedem Antiphon gibt es eine Bitte und den Ausruf. Die Bitten haben einen liturgischen Sinn, der nicht verloren gehen darf. Sie bilden eine Rekapitulation der Bitten des Volkes, die vorausgehen, und ihr Inhalt ist Gebet an Gott für Sein Volk. Somit betreffen sie unmittelbar die ganze Versammlung. Daher ist es gut, sie an der richtigen Stelle zu sprechen (zuerst die Bitte, dann der Ausruf und daraufhin das Antiphon) und sauber vorzulesen und in einem Ton, der von jedem Anwesenden vernommen werden kann. Die Bitte wird vorgelesen und der Ausruf melodisch wiedergegeben, da die Vokalisation (was hier mit Aussprache gemeint ist) im griechischen εκφωνώ, ein musikalischer Begriff ist.
So wird die Ordnung eingehalten und das Wesen geht nicht verloren. Es ist bezeichnend, dass die drei Bitten der Antiphona die Anwesenheit des Volkes in der Kirche voraussetzen. Es sind Bitten der Versammlung.
Die "Typika", die statt der Antiphona gesungen werden, ist monastisch. Sie werden so genannt, weil sie einen Typus, ein Abbild der Göttlichen Liturgie bildet, und auf seine Art ein Ersatz hierfür ist. Es ist etwas Paralleles zur Vorheiligung. Kommunion ohne Liturgie. Es begann genau aus dieser Notwendigkeit der Mönche, persönlich nach der Vesper bzw. nach der neuenten Stunde an Tagen, an denen keine Liturgie stattfand, zu kommunizieren.
Heute gibt es diesen Sinn nicht mehr, da wir die vorgeheiligten Gaben haben, und sie wird in den Gemeinden nicht mehr zelebriert. In den Klöstern werden sie komplett gesungen: nach der sechsten Stunde oder der neunten Stunde während der Tessarakoste (der Vorfastenzeit zu Ostern) und ihr erster Teil (laso die zwei ersten Psalme und die Makarismen) werden an der Stelle der Antiphona gesungen, soweit die Liturgie zelebriert wird und es keine speziellen Antiphona zum Tag gibt.
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
Hier sei angeführt, dass es in der Geschichte der Liturgie drei Fälle der Antiphona haben; die alten, die neueren und jene, die heute gesagt werden. Die alten und die neueren beihalten die selben Psalme (91, 92, 94), unterscheiden sich jedoch in ihren Ephymnia.
Die alten Ephymnia sind für das erste Antiphon "Durch die Fürbitten der Gottesgebärerin...", für das zweite Antiphon "Fürbitten Deiner Heiligen..." und für das dritte "Errette uns, Sohn Gottes...".
Die neueren Ephymnia sind für das erste Antiphon "Durch die Fürbitten der Gottesgebärerin...", für das zweite Antiphon "Errette uns, Sohn Gottes..." und für das dritte das Apolytikion des jeweiligen Tages oder Festes (Gedenktages).
Die heutigen Ephymnia, wie sie sonntags in den Kirchen gehört werden, sind ein Versuch der Zusammenführung der Typika mit den neueren Ephymnia. Alle Fälle werden später im Anhang angeführt werden.
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
In den alten Antiphona gab es das "Fürbitten Deiner Heiligen...". Leider wird heute als zweiter Antiphon fürgewöhnlich Zeilen aus dem Psalm der Typika gesungen "Lobe, meine Seele, den Herrn" (146)
In diesem Antiphon betont man und zeigt sich der christozentrische Cahrakter des Antiphons. Christus ist gegenwärtig in der Göttlichen Liturgie. Und die Hymne, die am Ende des Antiphons betont "Der einziggeborene Sohn und Wort Gottes...".
Das Troparion mag eine Schöpfung Kaiser Justinians sein ist ab dem sechsten Jahrhundert ein zweites Credo und wurde als Troparion des Einzuges an Nichtfeiertagen gesungen. Ab dem zehnten Jahrhundert wurde es jedoch ans Ende des zweiten Antiphons versetzt als "Überschuss", als etwas zusätzliches, das überbleibt und inbrünstiger gebetet wird. Wir bekennen, dass "Christus ist der Besieger der Sünde und des Todes. Und nun, die Gläubigen um Ihn versammelt, singen Ihm die Lobrede des Sieges".
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
In den alten Antiphona war das dritte Ephymnium das "Errette uns, Sohn Gottes...". Die Apolytikia vermitteln uns synoptisch den Sinn und den Inhalt jedes Feiertags und können alle recht einfach von den Gläubigen gesungen werden. Abgesehen davon dient das Ephymnium jedes Antiphons genau diese Notwendigkeit der Teilnahme des Volkes an der Psalmodie und der Anbetung im allgemeinen.
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
Der Diakon begibt sich auf seinen gewöhnlichen Platz, d. h. vor die heilige Tür
der Ikonostase, macht drei tiefe Verbeugungen und spricht:
D Segne, Gebieter.
Der Priester steht vor dem heiligen Altartisch, vor dessen Mitte und ruft laut mit
deutlicher Stimme. Dabei hebt er gleichzeitig das heilige Evangelium und macht
mit ihm das Zeichen des Kreuzes über dem heiligen Antimension.
P Gesegnet sei das Reich des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
jetzt und immerdar, und in die Ewigkeiten der Ewigkeiten.
V Amen.
Der Diakon trägt die Friedensektenie vor, und das Volk antwortet jedesmal mit:
Kyrie eleison.
D In Frieden lasset zum Herrn uns beten.
V Kyrie eleison.
D Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen, lasset zum Herrn uns
beten.
Um den Frieden der ganzen Welt, den Wohlbestand der heiligen Kirchen Gottes
und um die Einigung aller, lasset zum Herrn uns beten.
- Für dieses heilige Haus und für jene, die es mit Glauben, Ehrerbietigkeit und
Gottesfurcht betreten, lasset zum Herrn uns beten.
- Für die frommen und orthodoxen Christen, lasset zum Herrn uns beten.
- Für unseren hochgeweihten Herrn N. N. Metropolit, von ... , (für unseren
ehrwürdigen Abt oder: Archimandriten), für die ehrwürdige Priesterschaft, für das
Diakonat in Christo, für den ganzen Klerus und für das Volk, lasset zum Herrn uns
beten.
- Für dieses Land (oder: für dieses Kloster oder: für dieses Dorf) und diese Stadt,
für alle Städte und Länder, so in den selben wohnen, lasset zum Herrn uns beten.
- Um günstige Witterung, um reiches Gedeihen der Früchte der Erde und um
friedliche Zeiten, lasset zum Herrn uns beten.
- Für die Reisenden zu Wasser, zu Lande und in der Luft, für die Kranken und
Leidenden, für die Gefangenen und um ihre Rettung, lasset zum Herrn uns beten.
- Auf, daß wir errettet werden von jeglicher Trübsal, Zorn Gefahr und Not, lasset
zum Herrn uns beten.
- Stehe bei, errette, erbarme dich und bewahr uns, o Gott, in deiner Gnade.
- Unserer allheiligen, reinsten, über alles gesegneten und ruhmreichen Gebieterin,
der Gottesgebärerin und immerwährenden Jungfrau Maria, samt aller Heiligen
eingedenk, lasset uns selbst und einander und unser ganzes Leben, Christos,
unserem Gott hingeben.
V Dir, o Herr.
Der P spricht leise das Gebet der 1. Antiphon:
P Herr, unser Gott, dessen Macht unvergleichlich, dessen Herrlichkeit unbegreiflich,
dessen Erbarmen unermeßlich und dessen Menschenliebe unaussprechlich ist,
blicke du selbst Gebieter, nach deiner Barmherzigkeit auf uns und dieses heilige
Haus und mache reich über uns, und alle, die mit uns beten, deine Gnade und deine
Erbarmungen.
laut:
Denn dir gebühret alle Herrlichkeit, Ehre und Anbetung, dem Vater und dem Sohne
und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar, und in die Ewigkeiten der
Ewigkeiten.
V Amen.
Hierauf singen die Chöre, oder das Volk, die Typiken oder die 1. Antiphon nach
den Rubriken. Der D verbeugt sich und verläßt seinen Platz und begibt sich vor
die Ikone der Gottesgebärerin, gegen die Ikone des Christos gewandt, und hält mit
drei Fingern der Rechten das Orarion.
Nach dem Gesang geht der D an seinen gewöhnlichen Platz, macht eine
Verbeugung und verrichtet die
kleine Ektenie:
D Wieder und wieder lasset uns in Frieden zum Herrn beten.
V Kyrie eleison.
D - Stehe bei errette, erbarme dich und bewahre uns, o Gott, in deiner Gnade.
- Unserer allheiligen, reinsten, über alles gesegneten und ruhmreichen Gebieterin,
der Gottesgebärerin und immerwährenden Jungfrau Maria, samt aller Heiligen
eingedenk, lasset uns selbst und einander und unser ganzes Leben, Christos,
unserem Gott hingeben.
V Dir, o Herr.
Der P spricht leise das Gebet der II. Antiphon:
P Herr, unser Gott, rette dein Volk und segne dein Erbe. Bewahre die Fülle deiner
Kirche. Heilige diejenigen, so die Schönheit deines Hauses lieben. Verherrliche
du sie dafür mit deiner göttlichen Kraft und verlaß uns nicht, die wir auf dich
hoffen.
laut:
Denn dein ist die Macht und dein ist das Reich und die Kraft und die
Herrlichkeit, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und
immerdar, und in die Ewigkeiten der Ewigkeiten.
V Amen
Der D stellt sich abermals vor die Ikone der Gottesgebärerin gegen die Ikone des
Christos gewandt, und hält mit drei Fingern der Rechten das Orarion, und der
Chor singt die zweite Antiphon:
Dazu wird gesungen:
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste (und folgend die
Antiphon) jetzt und immerdar, und in die Ewigkeiten der Ewigkeiten. Amen.
O du eingeborener Sohn, Wort Gottes, Unsterblicher, der du um unseres Heiles
willen von der heiligen Gottesgebärerin und immerwährenden Jungfrau Maria
Fleisch zu werden geruhtest, der du, ohne dich zu verändern, Mensch geworden
bist. Gekreuzigt, Christos unser Gott, hast du den Tod durch den Tod zertreten.
Einer in der Heiligen Dreifaltigkeit, gleich verherrlicht mit dem Vater dem
Heiligen Geiste, rette uns.
Nach dem Gesang geht der D an seinen gewöhnlichen Platz, macht eine
Verbeugung und verrichtet die kleine Ektenie:
D Wieder und wieder lasset uns in Frieden zum Herrn beten.
V Kyrie eleison.
D Stehe bei errette, erbarme dich und bewahre uns, o Gott, in deiner Gnade.
- Unserer allheiligen, reinsten, über alles gesegneten und ruhmreichen Gebieterin,
der Gottesgebärerin und immerwährenden Jungfrau Maria, samt aller Heiligen
eingedenk, lasset uns selbst und einander und unser ganzes Leben, Christos,
unserem Gott hingeben.
V Dir, o Herr.
Der P spricht leise das Gebet der III. Antiphon:
P Der du uns dieses gemeinsame und einmütige Beten geschenkt und uns verheißen
hast, das Beten zweier oder dreier, die in deinem Namen versammelt sind, zu
erhören, erfülle auch jetzt die Bitten deiner Knechte zu ihrem Nutzen. Führe uns in
der gegenwärtigen Welt zur Erkenntnis deiner Wahrheit und in der künftigen Welt
gewähre uns das ewige Leben.
laut:
Denn ein guter und menschenliebender Gott bist du, und dir senden wir die
Verherrlichung empor, dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt
und immerdar, und in die Ewigkeiten der Ewigkeiten.
V Amen.
Nun geht der D in den Altarraum und öffnet die heilige Tür zum kleinen Einzug,
während der Chor od. Volk) die Antiphon singt...
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
a) Die Bitte des Einzugs (Lasset zum Herrn uns beten...)
b) Das Isodikon(10) (Kommt, lasset uns anbeten und niederfallen vor Christo....)
c) Die Apolytikia und das Kontakion(11)
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
Die Priester, in ihren Amphia (Priesterkleidung), starteten vom Atrium aus und betraten den Haupttempel, um mit der Göttlichen Liturgie anzufangen. Und da die Lesung aus dem Evangelium vorgesehen war, wurde das Evangelium aus der Utesilkammer (σκευοφυλάκιο) mitgebracht. Die Kammer befand sich außerhalb des Haupttempels im Atrium. Das Evangelium wurde zur Kanzel gebracht und dort aufbewahrt - von wo aus auch die Lesung vernommen wurde.
Am Tempeleingang wurde auch die Bitte des Einzugs gelesen. Wenn ein Bischof zelebrierte, dann betrat er den Tempel in genau diesem Moment, nachdem er seine Amphia vor der Kirche angezogen hatte. Und heute können wir beobachen, dass er den Altarraum (Allerheiligstes) erst zum Kleinen Einzug betritt und nicht von Anfang an. Das ist ein Element der alten Ordnung und Praxis, doch mit dem Unterschied, dass er schon vor der Göttlichen Liturgie in den Amphia eingekleidet ist. Die anfängliche Bedeutung und der praktische Sinn dieses Einzugs sind verlorengegangen.
Wie wir schon anführten, änderte sich die Form und Struktur dieses ersten Teils der Göttlichen Liturgie mit der Verlegung der Eirinika (Friedensbitten) vor den Lesungen und die seit dem 8. Jahrhundert Zufügung de ersten zwei Antiphona.
Der Einzug, der stattfindet, ist der Einzug am Allerheiligsten und nicht der Einzug des Klerus und des Volkes in den Tempel. Das Volk ist schon im Tempel und die Priester im Altarraum. Von dort startet auch die Prozession, die Einzugslitanei in der heutigen Form. Der Priester bzw. der Diakon, wenn einer da ist, nimmt das Evangelium vom Altartisch und die Prozession beginnt, mit einer Kerze voranschreitend, die das Göttliche Licht darstellt, gemäß des Sophronios aus Jerusalem.
Die Litanei stoppt im Zentrum der Kirche, wo dann das Einzugsgebet verlesen wird "Gebieter, Herr unser Gott..., so dass es vom Volk vernommen werden kann. Das Einzugsgebet handelt vom gemeinsamen Zelebrieren der Liturgie mit den Engeln und bezieht sich auf den Einzug in den Altarraum und nicht auf den in den Tempel. Es handelt sich also um ein später dazugekommenes Gebet und setzt die Form der Liturgie voraus, die sich nach dem 7. Jahrhundert entwickelt hat.
Danach erfolgt der Einzugssegen und das Hervorheben des Evangeliums, das von den Worten "Weisheit. Aufrecht" begleitet wird. Die Prozession endet mit dem Einzug in den Altarraum. Die zwei Wörter, die in der Liturgie im 7. Jahrhundert auftauchen, sind nichts weiter als Weisungen zur Aufmerksamkeit. Und in diesem Fall weisen sie das Volk an aufzustehen und den Bischof zu empfangen und die Leser, um zu singen "Kommt, lasset uns anbeten...".
An dieser Stelle sei hervorgehoben, dass die Begriffe "kleiner" und "großer" Einzug im 14. Jahrhundert auftauchen, da der erste Einzug des Volkes und des Klerus in die Kirche ihren Glanz verloren hat und sich in einen einfachen Einzug des Evangeliums entwickelt hat, im Gegensatz zum Einzug der Gaben, die einfach angefangen hatte - wie wir später sehen werden - und sich zu ihrer Größe und ihrem Glanz, die sie heute hat, entwickelte.
Desweiteren sei hervorgehoben, dass einige Symbolismen über den praktischen Sinn und die historische Bedeutung des "kleinen EInzugs" hinaus gegeben wurden, aber diese späteren Datums sind.
Um einige von ihnen anzuführen, nennen wir den des Herman von Konstantinopel, für den "der Einzug des Evangeliums offenbart die Anwesenheit und den Einzug des Sohnes Gottes in diese Welt". Für den Hl. Maximus bedeutete der Einzug des Volkes in die Kirche die Versetzung von der Bosheit und der Unwissenheit in die Tugend und Kenntnis.
Und gemäß Kavasilas erklärt sich Christus durch das Evangelium.
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
Wenn also die Prozession das Zentrum der Kirche erreicht, wird die Psalmodie des Antiphons unterbrochen, die Bitte des Einzugs gelesen, der Segen findet statt etc. und im Folgenden das Isodikon gesungen.
Dem Leser mag der Begriff "Exodus" also "Ausgang" bekannt sein. "Esodus" bzw. "Isodos" ist der Eingang. Das Isodikon bedeutet also hier den Moment des Eintretens der Liturgierenden in den Altarraum.
Der Vers wird von einem Ephymnium begleitet, mit dem Unterschied, dass man statt das Apolytikion des Tages, das Ephymnium des zweiten Antiphons singt, also "Errette uns, Gottes Sohn...".
Die Herrentage, die sich also auf Christus beziehen, haben ihre eigenen Isodika, da sie ihre eigenen Antiphona haben. Das gewöhnlichste Isodikon, dass wir sonntags oder werktags hören ist "Kommt, lasset uns anbeten und niederfallen vor Christo" (Psalm 94, 6).
Normalerweise wird es vom Volk gesungen, aber während der Zeit der Türkenherrschaft setzte es sich durch, dass es von den Priestern gesungen wurde.
Das Isodikon ist eine Aufforderung Christus anzubeten.
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
An dieser Stelle wurden die Troparia gesungen. Entweder in der "Ehre" das Apolytikion und im "und jetzt" das Kontakion oder nach dem Isodikon das Apolytikion und beim "Ehre und jetzt" das Kontakion als "Überschuss", als etwas zusätzliches, das überbleibt und inbrünstiger gebetet wird.
Mit der Zeit jedoch wurde das "Ehre und jetzt" nicht mehr gesungen und die Troparia nahmen zu.
Die Zunahme begründet sich in der Notwendigkeit, die Zeit der geheimen Lesung der Bitte des Trishagions zu nutzen, aber auch in der Notwendigkeit, der Hingabe des Volkes und der Verehrung mehr Heiliger entgegenzukommen.
Re: Göttliche Liturgie des Hl. Ioannis Chrysostomos
vor dem Altar, der P übergibt dem D das hl. Evangelium, und beide vollziehen
den kleinen Einzug, indem sie um den Altar schreiten und durch die nördliche
Tür gehen.
Ihnen gehen Kerzenträger voran. In der Mitte des Kirchenschiffs angekommen
der D mit dem Gesicht zur heiligen Tür, bleibt er stehen und spricht:
D Lasset zum Herrn uns beten.
V Kyrie eleison.
Der P spricht das Eingangsgebet (leise).
P Gebieter, Herr unser Gott, der du in den Himmeln die Ordnungen der Heere der
Engel eingesetzt hast zum Dienst deiner Herrlichkeit, laß mit unserem Einzug
heilige Engel einziehen, die mit uns die Liturgie vollziehen und deine Güte mit
verherrlichen. Denn dir gebührt alle Herrlichkeit und Ehre und Anbetung, dem
Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar, und in die
Ewigkeiten der Ewigkeiten. Amen.
Der D weist mit seiner rechten Hand nach Osten und hält mit der linken Hand das
hl. Evangelium und spricht:
D Segne, Gebieter den heiligen Einzug.
P Gesegnet + sei der Einzug deiner Heiligen, allezeit, jetzt und immerdar, und in
die Ewigkeiten der Ewigkeiten. Amen.
Der D wendet sich zum P und reicht ihm (bzw. dem Oberen) das hl. Evangelium
zum Kuß, während er selbst die Hand des P küßt.
Er wendet sich zur hl Tür zurück, und nach Beendigung der III. Antiphon hebt er
das hl. Evangelium hoch und ruft:
D Weisheit. Aufrecht.
Darauf wird vom Chor (oder dem Volk) das übliche Isodikon gesungen.
Kommt, lasset uns anbeten und niederfallen vor Christo. Rette uns, Sohn Gottes
(am Sonntag: der du auferstanden bist von den Toten; an den Festen der
Gottesgebärerin: auf die Fürbitten der Gottesgebärerin; an den Festen der
Heiligen: wunderbar in deinen Heiligen) die wir dir singen: Alleluia.
Nun geht der D in den Altarraum und legt das hl. Evangelium auf den heiligen
Tisch; der P küßt die auf dem südlichen Flügel der heiligen Tür befindlichen
Ikone, macht nach Westen gewendet, das Zeichen des Kreuzes gegen den mitten
vor die heilige Tür gestellten Leuchter, küßt die Ikone auf dem nördlichen
Türflügel, und kehrt zu dem hl. Tisch zurück, welchen er zusammen mit dem D
küßt.
Das Volk oder der Chor singen dann:
Troparion und Kontakion des Feiertages; und des Heiligen vom Tage, sowie des
Tempels; und Theotokion vom Ton.
Während dieser Gesänge beräuchert der P die heiligen Ikonen, den Bischofsthron,
die Sänger und das Volk, dann kehrt er zurück und beweihräuchert den heiligen
Altartisch und den Tisch der Prothesis und darauf alle, die mit ihm die Liturgie
vollziehen und alle, die im Altarraum sind nach der Rangordnung. Dann stellt er
das Gefäß ab.
Bei Beendigung dieser Gesänge beugt der D sein Haupt, indem er sein Orarion
mit den ersten drei Fingern der rechten Hand hält, und sagt zum P :
D Segne, Gebieter die Zeit des Trishagions.
Der P macht das Zeichen des Kreuzes über ihn und sagt laut:
P Denn heilig bist du, unser Gott, und dir senden wir die Lobpreisung empor, dem
Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar, (Wenn der P
ohne D dient, fährt er fort-) und in die Ewigkeiten der Ewigkeiten.
Der D kommt zur hl. Tür, weist mit dem Orarion auf die Ikone Christi und spricht:
D Herr, errette die Frommen und erhöre uns.
V Herr, errette die Frommen und erhöre uns.
Der D weist mit dem Orarion halbkreisförmig auf das, Volk und sagt:
D Und in die Ewigkeiten der Ewigkeiten.
V Amen.