Panorthodoxes Konzil
Re: Panorthodoxes Konzil
Und ausserdem, was soll das eigentlich genau sein - DIE "westliche Presse"??? Ist das nicht auch ein Klischee??
Wenn ich z.B. griechische und tschechische Artikel und KOmmentare auf verschiedenen Websites lese, ist das nun "westlich" oder nicht? Tschechien ist ziemlich genau Mitteleuropa, also "weder noch" (weshalb es auf unserem Gebiet historisch gesehen auch immer wieder erbitterte Kämpfe gab, in welche Einflussphäre wir nun gehören sollten), Griechenland ist auch kein eindeutiger "Fall"... was nun? Das nur mal so als Denkanstoss... aber nichts für ungut. :-)
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SebastianS
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Re: Panorthodoxes Konzil
Und natürlich sind nicht alle Medien gleich, das ist schon klar. Aber eine gewisse Grundtendenz ist schon häufig zu erkennen. Und gerade in katholischen Medien hier (z.B. auf katholisch.de) fand ich schon so ein Muster in der Berichterstattung (wobei ich die Berichterstattung dort auch als Katholik häufig äußerst fragwürdig fände
- Thuja
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Re: Panorthodoxes Konzil
Schade, hätte schon gern gewusst, was sie nun dazu sagt...
Liebe Grüße
Thuja
Re: Panorthodoxes Konzil
Re: Panorthodoxes Konzil
Sie äusserte nämlich ihr Bedauern darüber, dass auch ihre, die russische Orth.Kirche zu denen gehört, die nun nicht am Konzil teilnehmen. Sie verurteile niemanden, aber hätte es auf jeden Fall besser gefunden, alle wären gekommen und hätten im Vertrauen auf den Heiligen Geist (der "wirkt wie er will") versucht, sich gemeinsam mit allen Themen auseinanderzusetzen. Schon das Zusammenkommen an Pfingsten wäre wichtig und gut gewesen, ihrer Meinung nach.
Ach Mensch, schade dass ich es nicht runtergeladen habe, sie hat ziemlich viel gesagt, es war recht lang... Aber mir wäre nicht eingefallen, dass es gelöscht wird, normalerweise stehen ihre Videos doch ewig im Netz - das ist wirklich komisch!!!
Re: Panorthodoxes Konzil
Die zweite Begründung lautet, dass es keinen Sinn mache hinzufahren, wenn man nicht genau mit allen Textentwürfen/Dokumententwürfen ubereinstimme. Sie betont, dass es ENTWÜRFE sind. Es sei doch der Sinn, zusammenzukommen und zu diskutieren, Entwürfe zu ändern, und das sei auch von Anfang an kommuniziert worden.
Das Zusammenkommen betrachtet sie als sehr wichtig, weil die Kirche nicht nur die Eine und Heilige ist, sondern auch apostolisch und "katholisch" - καθολική / "sobornaja ", also sowas wie das Ganze umfassend, sich auf das Ganze beziehend - etwas was über einzelne nationale Kirchen und Teilinteressen hinausgeht. Das ist oft schwer, diese partikulären Interessen zu überwinden, aber ihrer Meinung nach unumgänglich. Zumindest in bestimmten Zeitabständen müssen wir als Ganzes zusammenkommen zu Konzilen - so war es seit jeher, seit es die Möglichkeit, Konzile zu veranstalten, überhaupt gibt.
Sie sagt auch, dass Probleme mit der Einheit/Einigkeit nichts Neues in der OK sind. Sie zitiert Apostel Paulus, der schon in den Korintehrbriefen davon sprach, dass es "Unterschiede unter euch" gebe. Man solle sich dadurch nicht entmutigen lassen.
Auch spricht sie über Pfingsten. Nikodemos habe nicht verstanden, was Jesus Christus über den Heiligen Geist gesagt hat, und Jesus sagte "der heilige Geist weht wo er will", lässt sich nicht beherrschen. UNd ohne Heiligen Geist gibt es keine Kirche. "Der Heilige Geist ist der Chef"
Der Hl. Petrus sagte (gefragt was sie tun sollten) alle sollen Reue üben, umkehren und sich taufen lassen. Und heute könnten wir uns diesen Aufruf wieder bewusst machen. Getauft sind wir und partizipieren an der Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Das als erstes erwähnte "Reue üben" ist im Griechischen metanoia-μετανοια,eine Umkehr im Geist, im Denken.
Mehr weiss ich jetzt nicht mehr... Gute Nacht!
Gruss, M.
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SebastianS
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Re: Panorthodoxes Konzil
Ich glaube auch nicht, dass ihre Videos wichtig genug wären, dasa man sie verbieten müsste... Finde auch diese Argumente nicht sehr überezeugend... Aber kann ja jeder anders sehen.
- Igor
- Diakon
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Re: Panorthodoxes Konzil
Sehr geehrte Damen und Herren,
es folgt die deutsche Übersetzung eines Statements S.E. des Metropoliten Augoustinos von Deutschland zu den aktuellen Ereignissen bzgl. des Heiligen und Großen Konzils der Orthodoxen Kirche. Dieses hat Metropolit Augoustinos, der am Konzil teilnehmen wird, kurz vor seinem Abflug nach Kreta abgegeben.Mit freundlichen GrüßenIn Chalki haben wurden wir durch die Lebensweise darüber belehrt, eine wie große Tugend das kirchliche Bewusstsein ist. Darum habe ich bis zum letzten Augenblick gehofft, die Kirche Russlands, die ihre vielgepriesene Autokephalie von der Mutterkirche Konstantinopel so empfangen hat, wie sie sie empfangen hat, hätte nach mehr als fünf Jahrhunderten und jedenfalls nach den Schrecknissen der langen Jahre des Atheismus wenigstens ein gesundes kirchliches Denken erworben und sich zur Höhe der Tatsachen erhoben. Gewiss, die Höhe gehört den Aufrichtigen und nicht den Worten, den Glaubensmächtigen und nicht den Zahlen.
Der ins Feld geführte Vorwand war von vielen erwartet worden. Denn er hat durch die allbekannten Spielchen, die Täuschungsmanöver und unsinnigen Boykottmaßnahmen bereits die präkonziliaren Verhandlungen gelähmt und zielt nicht auf die Verschiebung, sondern auf das Scheitern des Heiligen Großen Konzils.
Sie haben das schlecht verstandene persönliche Interesse, das auf nationalistischen Bestrebungen und Vormachtstreben beruht, über das höchste Interesse der Einheit unserer heiligen orthodoxen Kirche gestellt.
Selbst das braucht uns nicht zu befremden, wenn eine Kirche nach der Logik und dem Kalkül weltlicher Macht lebt.
Es ist noch Zeit, diese Position zu revidieren und in Übereinstimmung mit dem recht verstandenen Interesse unserer Kirche zu handeln.
für die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland
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i.A. Dr. Vliagkoftis,
Sekretär
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Dr. Konstantinos Vliagkoftis, Sekretär
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Re: Panorthodoxes Konzil
Re: Panorthodoxes Konzil
https://www.youtube.com/watch?v=0pDrF0s ... h7&index=8
Ein gesegnetes Pfingstfest euch allen!
Re: Panorthodoxes Konzil
Aber es ist immer Zeit zur Umkehr, man sollte die Hoffnung wohl nicht aufgeben. M.
Re: Panorthodoxes Konzil
Re: Panorthodoxes Konzil
Aber Nationalismus oder partikuläre Machtinteressen sind ebengefährlich, auch da muss man aufpassen. Muss sich ja nicht unbedingt ausschliessen, oder?
Man hätte auch hinfahren und sich eine heisse kontroverse (aber trotzdem christlich-brüderliche) Debatte zu den Themen liefern können, statt unter Vorwänden zu Hause zu bleiben... Notfalls hätte man halt nichts verabschiedet, wäre aber intensiver ins Gespräch gekommen, + zusammen Gottesdienst feiern kann auch helfen, zumal an Pfingsten (denke/hoffe ich mal). OK, nur meine Laien-Meinung.
Re: Panorthodoxes Konzil
Liebe Maria,MariaM hat geschrieben: Das war doch bei den Päpsten in der Geschichte auch so, nach dem Schisma - sobald sie sich mit der weltlichen Macht eingelassen hatten, sei es dass sie mit ihr zusammen arbeiteten oder mit ihr um Macht und Einfluss kämpften (z.B. wie werden die Kaiser und Könige gekrönt, wer und wo macht das?), ging es bergab
Eine Verbindung von weltlicher Macht und Kirche gab es im Westen schon viel früher... Stichworte Karolinger und Frankenreich - also nicht erst seit dem Schisma.
In Ost und West war immer eine Zusammenarbeit von Staat und Kirche üblich. Das ist heute in Russland absolut nichts Neues.
Und es ist sogar durchaus biblisch, dass Christen nicht von der Welt, aber IN der Welt leben und natürlich Verbindungen zu den jeweiligen Machthabern haben oder sich zumindest nicht dagegen stemmten, dem Kaiser gaben, "was des Kaisers ist" und für ihre Könige dankten und Fürbitte taten. Ist bis heute nicht anders, oder?
- Priester Alexej
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Re: Panorthodoxes Konzil
Nun steht man vor einem großen Image-Problem. Aber anstatt sich mit den tatsächlichen Gründen auseinanderzusetzen, versucht Konstantinopel einen Sündenbock zu finden. Anscheinend soll es Russland werden.
