H - wie Hypostasen

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
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Loukia
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Beitrag von Loukia »

Mary, du kennst bestimmt die Podcasts von Father Thomas Hopko bei Ancient Faith Radio? Die über die Namen Jesu Christi... habe mir alle runtergeladen, da kann man dann ganz gefestigt über die Heilige Dreiheit reden, wenn man das alles durchgehört hat und viele Argumente greifen auch in anderen Lebensbelangen...
Ἡ χάρις τοῦ Κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ μεθ' ὑμῶν. 1. Korinther 16,23
Nassos
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Beitrag von Nassos »

Hallo Loukia,

hast Du eventuell einen Link?

Thanks,
Nassos
Loukia
Beiträge: 982
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Beitrag von Loukia »

Ich kann es gleich mal posten, Moment :D Am besten bei den nützlichen Links im Englischforum^^
Ἡ χάρις τοῦ Κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ μεθ' ὑμῶν. 1. Korinther 16,23
Ehemaliger

Beitrag von Ehemaliger »

http://ancientfaith.com/

Und dann ein wenig suchen. Eine wahre Schatzkammer
Nassos
Beiträge: 4433
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Beitrag von Nassos »

Mensch, Benedikt. Dat hätte ich auch noch geschafft. Ich wollte aber die volle Kanne auf dem Tablett serviert bekommen.

Eine gesegnte Woche,
Nassos
Metanoia
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Beitrag von Metanoia »

Da müsstest Du erstmal klarer definieren, was für Dich ein Geist ist
Der Geist eines schönen Liedes ist das, was es in mir erzeugt: nicht seine Lautstärke, seine Höhen oder Tiefen, sondern seine Stimmung oder Atmosphäre. Der Geist ist nicht identisch mit den Noten des Liedes und auch nicht mit dem Verfasser des Liedes, trotzdem gehören alle drei zusammen (wie bei der Trinität?).
Im Heidentum galten Elfen als "Flussgeister" ... einen munter fließenden Bach oder Fluss zu beobachten, wirkt heute auf Menschen beruhigend. Woher kommt diese Wirkung von fließendem Wasser?

Vielleicht hat einfach jedes Ding und jedes Ereignis in der Welt seinen eigenen Geist, d.h. seine Wirkung auf den Menschen. Dieser Geist ist nicht das, was Menschen sinnlich (Augen, Ohren, Nase) wahrnehmen, sondern das, was unsichtbar wirkt.

Der Heilige Geist wäre - wenn das auch bei ihm zutrifft - dann das, was die Worte und Werke Gottes umgibt und auf die Menschen wirkt: sei es die Bibel, sei es die Predigt, ein Sakrament oder Jesus - immer wenn Gott darin ist oder handelt, dann geht davon der Heilige Geist aus. Er ist eine Person, aber bedeutet das, dass der Geist eines Liedes ebenfalls eine Person ist?
Anastasis+
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Beitrag von Anastasis+ »

Es wurde hier schon viel Richtiges gesagt, aber immer wenn ich bei solchen Themen über Gott nachdenke, erkenne ich meine Kleinheit und mein Unwissen und meine Nicht-Erkenntnis...

Gott, die Dreiheit Gottes, können wir nicht mit unserem Verstand fassen, glaube ich. Er, der Menschenliebende, der Anfangslose, der Allgütige ist und bleibt ein Mysterium. Ich denke, dass wenn ich Ihn mit meinem kleinen Verstand erklären will, dies Sein Wesen nicht im Enferntesten streift. Wenn ich aber aus dem Herzen an Ihn Glaube, ist er mir plötzlich näher als es ein Mensch sein kann.

Einige Gedankenanstöße aus dem reichen Schatz unserer Kirche über die Heilige Dreiheit:

Wir verherrlichen nicht drei Götter, sondern eine Gottheit.
Wir verehren die Personen, welche wahrhaft drei sind,
den ungezeugten Vater,
den vom Vater gezeugten Sohn,
den Heiligen Geist, der vom Vater ausgeht,
einen Gott in Dreien;
und in wahrem Glauben lobpreisend,
nennen wir jeden von ihnen: Gott.
Aus dem Fastentriodion

Kommt, ihr Völker,
die dreipersönliche Gottheit lasst uns verehren,
den Sohn in dem Vater mit dem Heiligen Geist.
Denn es zeugte zeitlos der Vater
den gleichewigen, gleichthronenden Sohn.
Und der Heilige Geist war in dem Vater
mit dem Sohne verherrlicht,
eine Macht, eine Wesenheit, eine Gottheit.
Diese verehrend sprechen wir alle:
Heilig bist du, o Gott,
der durch den Sohn
unter dem Beistand des Heiligen Geistes das All geschaffen.
Heilig bist du, Starker,
durch den wir den Vater erkannt
und der Heilige Geist in der Welt erschien.
Heilig bist du, Unsterblicher, Tröster-Geist,
der aus dem Vater hervorgeht und ruhet im Sohn.
Heilige Dreifaltigkeit, Ehre sei dir!
Idomelion aus der Vesper vor Pfingsten

Ich preise die Gottheit, Einheit in drei Personen,
denn der Vater ist Licht,
der Sohn ist Licht,
und der Geist ist Licht.
Doch das Licht bleibt ungeteilt,
aufscheinend in seinem Einssein,
doch ausstrahlend in den drei Personen.
Aus dem Fastentriodion
Meine Hoffnung ist der Vater,
meine Zuflucht der Sohn,
mein Schutz der Heilige Geist.
Heilige Dreiheit, Ehre sei dir.
Nassos
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Registriert: 18.12.2008, 21:43

Beitrag von Nassos »

Liebe Mitforer,

nachdem am Anfang bei den Hypostasen Beiträge eher verhalten kamen, finde ich die Diskussion gerade sehr gut.

An dieser Stelle einfach mal Danke an alle.

Anastasis, eine schöne und passende Signatur hast Du da ;-)

Gruß,
Nassos
Anastasis+
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Wohnort: Wien

Beitrag von Anastasis+ »

Hier eine gängige Form die Dreiheit Gottes auf Ikonen abzubilden:

Bild

Besuch der drei Engelsboten bei Abraham und Sara (1. Mose 18,1-33)

Bildquelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... Bv_001.jpg
Anastasis, eine schöne und passende Signatur hast Du da
Danke ;)
...und was bedeutet denn deine, lieber Nassos?
Zuletzt geändert von Anastasis+ am 16.09.2009, 05:59, insgesamt 4-mal geändert.
Meine Hoffnung ist der Vater,
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mein Schutz der Heilige Geist.
Heilige Dreiheit, Ehre sei dir.
Nassos
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Beitrag von Nassos »

Αναχθέντες ουν από τις Τρωάδος ευθυδρομήσαμεν εις Σαμοθράκην, τη δε επιούση εις Νεάπολιν
Wir fuhren nun von Troas ab und kamen geraden Laufs nach Samothrace, und des folgenden Tages nach Neapolis

Apostelgeschichte 16,11.

Samothraki ist meine Herkunft...

Nachtrag:
Ca. 49 n.Chr. besuchte der Apostel Paulus Samothraki auf seiner Reise nach Samothraki. Im Andenken wurde im 5. Jahrhundert dort eine paläochristliche Kirche erbaut, deren Fundamente heute noch existieren.


Gruß,
Samothraker
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Mary
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Beitrag von Mary »

Metanoia hat geschrieben:
Da müsstest Du erstmal klarer definieren, was für Dich ein Geist ist
Der Geist eines schönen Liedes ist das, was es in mir erzeugt: nicht seine Lautstärke, seine Höhen oder Tiefen, sondern seine Stimmung oder Atmosphäre. Der Geist ist nicht identisch mit den Noten des Liedes und auch nicht mit dem Verfasser des Liedes, trotzdem gehören alle drei zusammen (wie bei der Trinität?).
Im Heidentum galten Elfen als "Flussgeister" ... einen munter fließenden Bach oder Fluss zu beobachten, wirkt heute auf Menschen beruhigend. Woher kommt diese Wirkung von fließendem Wasser?

Vielleicht hat einfach jedes Ding und jedes Ereignis in der Welt seinen eigenen Geist, d.h. seine Wirkung auf den Menschen. Dieser Geist ist nicht das, was Menschen sinnlich (Augen, Ohren, Nase) wahrnehmen, sondern das, was unsichtbar wirkt.

Der Heilige Geist wäre - wenn das auch bei ihm zutrifft - dann das, was die Worte und Werke Gottes umgibt und auf die Menschen wirkt: sei es die Bibel, sei es die Predigt, ein Sakrament oder Jesus - immer wenn Gott darin ist oder handelt, dann geht davon der Heilige Geist aus. Er ist eine Person, aber bedeutet das, dass der Geist eines Liedes ebenfalls eine Person ist?
Danke für Deine Präzisierungen zur Idee von "Geist".

Der Geist eines Liedes? nö, das ist keine Person, das ist eine Stimmung, ein Gefühl, das geweckt wird.
Ein Flussgeist? Jedes Ding hat seinen Geist.. das erinnert doch sehr an animistische Vorstellungen von Naturgöttern. Der Heilige Geist ist der Lebensschaffende, der, der jeder Lebensäusserung zugrunde liegt, aber er ist deshalb nicht gleichzusetzen mit einer Flusselbe oder einem Baumgeist (Herr der Ringe lässt grüssen...)

Nein, der Heilige Geist ist nicht ein ETWAS, das umgibt oder bewirkt oder doch wieder nur Attribut Gottes ist, wie etwas der "Atem Gotte"s oder der "Hauch Gottes". Der Heilige Geist IST Gott, eins im Wesen mit dem Vater und dem Sohn.
Ich gehe übrigens einig mit der weiter oben geschriebenen Meinung, dass wir das Geheimnis der Trinität nicht auseinanderdividieren sollten und schon garnicht wirklich verstehen können. Mir will scheinen, dass im Herausfinden der Besonderheiten der einzelnen Hypostasen die Gefahr liegt, Gott nicht mehr als EINEN sondern als drei gesonderte "Formen" zu sehen.

Lg Maria
Let Your mercy, O Lord, be upon us, as we hope in You.
Nassos
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Beitrag von Nassos »

Mary hat geschrieben:Ich gehe übrigens einig mit der weiter oben geschriebenen Meinung, dass wir das Geheimnis der Trinität nicht auseinanderdividieren sollten und schon garnicht wirklich verstehen können. Mir will scheinen, dass im Herausfinden der Besonderheiten der einzelnen Hypostasen die Gefahr liegt, Gott nicht mehr als EINEN sondern als drei gesonderte "Formen" zu sehen.
Das ist richtig. Speziell die Hl. Trias ist hochtheologisch und es geht bestimmt hier nicht darum, eine "Lösung" zu finden.
Aber ein bißchen Theologie tut hier ganz gut finde ich, unter anderem auch, um auf die von Dir genannte Gefahr hinzuweisen.

Hat sich eigentlich jemand schon den Link Loukias im englischen Teil angehört?

Gruß,
Nassos
holzi
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Beitrag von holzi »

Nassos hat geschrieben:Hat sich eigentlich jemand schon den Link Loukias im englischen Teil angehört?
Die Namen Jesu? Ich - gerade eben läuft bei mir der erste Teil,
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)
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Mary
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Beitrag von Mary »

Nassos hat geschrieben:
Mary hat geschrieben:Ich gehe übrigens einig mit der weiter oben geschriebenen Meinung, dass wir das Geheimnis der Trinität nicht auseinanderdividieren sollten und schon garnicht wirklich verstehen können. Mir will scheinen, dass im Herausfinden der Besonderheiten der einzelnen Hypostasen die Gefahr liegt, Gott nicht mehr als EINEN sondern als drei gesonderte "Formen" zu sehen.
Das ist richtig. Speziell die Hl. Trias ist hochtheologisch und es geht bestimmt hier nicht darum, eine "Lösung" zu finden.
Aber ein bißchen Theologie tut hier ganz gut finde ich, unter anderem auch, um auf die von Dir genannte Gefahr hinzuweisen.

Hat sich eigentlich jemand schon den Link Loukias im englischen Teil angehört?

Gruß,
Nassos
Ja, ich oute mich mal als bekennende Dauer-ancientfaithradio-Hörerin.
Grad heute habe ich wieder in "pilgrims from paradise" was Tolles entdeckt zu "Oneness and the Trinity". Passt hier auch gut rein...

Lg Maria
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Metanoia
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Beitrag von Metanoia »

Hallo Mary,
Nein, der Heilige Geist ist nicht ein ETWAS, das umgibt oder bewirkt oder doch wieder nur Attribut Gottes ist, wie etwas der "Atem Gotte"s oder der "Hauch Gottes". Der Heilige Geist IST Gott, eins im Wesen mit dem Vater und dem Sohn.
Der Heilige Geist wird von Jesus Tröster oder Beistand genannt (Paraklet). Er übernimmt allem Anschein nach die Rolle, für uns zu beten, uns vor dem göttlichen Vater zu vertreten. Eigentlich könnte ja auch Jesus selbst diese Rolle übernehmen, aber wenn es stimmt, dass Jesus "zur Rechten Gottes, des Vaters" sitzt, dann kann er nicht einfach so in unsere persönliche Sphäre kommen, sondern er ist fern von uns.
Können wir über den Heiligen Geist sagen, dass er "Gottes Gegenwart" in unserem Leben ist, und dass er zugleich auch eine göttliche Person ist? Er ist ja Gott, Gott Selbst. Die drei Personen sind zwar getrennt, aber auch wieder eins, und im Heiligen Geist müsste ich dann Jesus und den Vater erfahren.
Nach meinem Empfinden (darin kann ich irren) sind Christen sogar berufen, Teil der Trinität zu werden, gewissermaßen auf die Seite Gottes gegenüber der Schöpfung zu treten. Wir sind ja berufen zu erben, nicht Geschenke oder Lohn zu erhalten.


Der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruht auf euch. (1. Petrus 4,14)
Metanoia
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