Mira hat geschrieben: Guten Morgen,
Mut ist in Ordnung. Bitte, wie finde ich die richtige Richtung? Ich meine diese Frage sehr ernst.
Gestern habe ich nochmal selbst einen Versuch gestartet die Richtung zu finden und bin wieder auf die Nase gefallen. Ich habe versucht beichten zu gehen. Mein erster mühsamer Satz wurde aber direkt so torpediert, dass sich meine Seele verschloß, so dass eine Begegnung mit Christus dem Erlöser hier nicht mehr möglich war. Liegts an mir oder liegts an katholischer Kirche? Ich weiß es nicht. Ich bin aufgestanden und gegangen und habe mir danach die Augen aus dem Kopf geheult. Damit fällt für mich eigentlich auch der Ostergottesdienst flach, was sehr traurig ist.
Die Skite in Geilnau ist 2 Stunden Autofahrt entfernt. Das wäre an einem freien Tag also schon möglich. Ich wohne westlich des Ruhrgebietes, vielleicht weiß jemand von Euch hier noch einen guten Ort? Wobei ich nicht weiß, wie man sich in einem solchen Gespräch benimmt. Gibt es feste Regeln? Ist es ein Problem, dass ich katholisch bin?
Und dann habe ich noch eine grundsätzliche Frage. Das Jesusgebet ist eine orthodoxe Lebenshaltung, dass weiß ich, aber darf ich als Katholik diesen Weg auch suchen?
LG Mira
Liebe Mira,
ich antworte selten hier im Forum, denn in erster Linie bin ich selbst auf der Suche nach Antworten
oder vielmehr Denkanstößen auf die Fragen, die sich mir tagtäglich auftun.
So habe ich auch Deine Beträge und die Dir gegebenen Antworten mit Interesse gelesen.
Seit dem letzten Beitrag sind ein paar Wochen vergangen...vielleicht hast Du inzwischen schon
ein paar Schritte in die neue Richtung unternommen...?
Dennoch möchte ich Dich in 3 Punkten an meinen Erfahrungen teilhaben lassen:
1. Einen Besuch in der Skite des Hl. Spyridon in Geilnau würde ich Dir wärmstens empfehlen.
Sicherlich besteht bei einer Wegstrecke von 2 Stunden ein gewisser Aufwand - nicht nur zeitlich.
Wenn Du 2 zusammenhängende Tagen finden könntest, Dich auf den Weg zu machen,
hättest Du -vor allem für das erste Mal- sicher auch mehr davon.
Du hast die Möglichkeit, in der Skite zu übernachten und könntest Dich am nächsten Tag ausgeruht
auf den Heimweg begeben.
Der Besuch in der Skite wird einiges in Dir aufwühlen (darum solltest Du ein wenig Ruhezeit einplanen),
aber hinterher wird Dein (geistiger) Blick auch um einiges klarer sein.
2. Ich kenne diese Unsicherheit selbst, nicht zu wissen, wie man sich benehmen soll.
Lass Dir gesagt sein: das ergibt sich ganz von selbst.
Bevor Du hin fährst, solltest Du Deinen Besuch telefonisch bei Archimandrit Basilios oder
dem Priester-S'chimamönch Vater Justin ankündigen (Tel.Nr. und Gesprächszeiten findest Du auf der Homepage
http://www.spyridon-skite.de und kannst dabei Dein Anliegen schon einmal grob umreißen.
Du wirst feststellen, dass das "Eis" schon bei diesem ersten Telefonat gebrochen werden wird.
Dann werdet Ihr gemeinsam einen geeigneten Termin für das persönliche Gespräch vor Ort finden.
Es ist ein sehr angenehmes Gefühl, auf der langen Hinfahrt zu wissen, dass man bereits erwartet wird.
3. Prinzipiell gibt es kein Problem bezüglich Deiner katholischen Konfession.
In der Skite sind ALLE gern gesehen. Jeder erfährt die gleiche Gastfreundschaft, kann an allen Veranstaltungen und Gottesdiensten teilhaben und bekommt die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch.
Nur die Beichte kann Dir Vater Basilios nicht abnehmen.
Bei einem meiner Besuche in der Skite kam auch einmal ein Katholik zur Beichte und wurde, mit Bedauern,
wieder weg geschickt.
Ich bin jedoch zuversichtlich, dass er Dir diesbezüglich einen guten Rat geben wird.
Liebe Mira, ich wünsche Dir weiterhin Kraft und Ausdauer für Deinen Weg und Gottes Segen.
In Christo, Katarina