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Nassos
Beiträge: 4433
Registriert: 18.12.2008, 21:43

Beitrag von Nassos »

ist doch schnurzegal, wo das hergestellt wurde. Ich bin den Veneziern dankbar, auch wenn sie wohl hierfür bezahlt worden sind. Ich glaube, zu jener Zeit waren viele Griechen nach Italien "geflohen".

Samothraki selber stand auch unter venezianischer Herrschaft, die Gattilusi-Brüder. Mächtige Familie mit besten Kontakten bis zum byzantinischen Kaiser.

Noch heute zeugen die Ruinen der Gatilusitürme davon.

Die Bücher in den Fotos (es gab noch viel mehr) werden aber nicht verwendet, sondern liegen in ner Glasvitrine.

Gruß,
Nassos
Nassos
Beiträge: 4433
Registriert: 18.12.2008, 21:43

Beitrag von Nassos »

Ich lese derzeit ein Buch über die Geschichte der Balkanländer. Da steht bezogen auf "die griechische Kirche und der Phanar":

Edgar Hösch* hat geschrieben:Venedig selbst entwickelte sich zum Sammelpunkt einer wachsenden griechischen Gemeinde aus Flüchtlingen, Handelstreibenden, Seeleuten, und Handwerkern mit eigener Kirchenorganisation (Metropolit von Philadelphia) und kulturellen Einrichtungen. Die Druckerpressen der griechischen Verlagshäuser in Venedig deckten über mehrere Generationen den Bedarf der orthodoxen Balkanchristen und lieferten kirchliche Texte bis in das entfernte Moskau.
Es kann also durchaus sein, dass die oben erwähnten Bücher, die im Schaukasten ausgelegt sind, durchaus von Griechen in Venedig gedruckt worden sind. Vielleicht ergibt sich mal die Möglichkeit, dies rauszufinden.

Wer weiß...

* Edgar Hösch, Geschichte der Balkanvölker Von der Frühzeit bis zur Gegenwart, C.H. Beck Verlag, München.
Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Lieber Holzi.
da vermischst Du zwei verschiedene Dinge. Es gibt im Westen hergestellte und gedruckte Bücher, also westliche Editionen gewissermaßen, die wissenschaftlich und historisch interessant sind, aber keine kirchliche Relevanz haben.

Aber es gibt auch genügend (Mehrzahl) von Büchern, speziell liturgischen, die im Westen gedruckt wurden und authentisch sind.
Das Dezemberminaion, das Nassos photographiert hat, stammt von 1812. Damals gab es keine Möglichkeit und keine Erlaubnis, im osmanischen Reich zu drucken. Und Druckmaschinen gab es auch nicht. Die erste wurde übrigens auf den Heiligen Berg gebracht. Alle Bücher, die die Kirche brauchte, wurden in Venedig, Wien, Leipzig und sogar in Rom gedruckt. Die meisten unserer Bücher vor der Befreiung 1821 (und noch danach) stammen aus Venedig. Wahrscheinlich 80%. Das waren Auftragsarbeiten, die in westlichen Druckereien hergestellt wurden, so wie wir heute in Polen und Indien drucken lassen. Auch die Philokalia wurde in Venedig gedruckt.
Also, nicht nur nicht ungewöhlich, sondern ganz normal und gewöhnlich. Bücher aus Athen ab es im 19. Jahrhundert noch nicht.
Man muß sich mal bewußt machen, was 400 Jahre Kulturunterdrückung bedeuten und dann die Leistung der Griechen bewundern, die ihre Kultur trotzdem gerettet haben, während zur selben Zeit die Unterdrücker so gut wie keine Kultur (Literatur, Malerei usw.) hervorgebracht haben oder sich ihrer Unterdrückten bedienen mußten (Architektur).
holzi
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Beitrag von holzi »

Guten Morgen,
Sinaitis hat geschrieben:Man muß sich mal bewußt machen, was 400 Jahre Kulturunterdrückung bedeuten und dann die Leistung der Griechen bewundern, die ihre Kultur trotzdem gerettet haben, während zur selben Zeit die Unterdrücker so gut wie keine Kultur (Literatur, Malerei usw.) hervorgebracht haben oder sich ihrer Unterdrückten bedienen mußten (Architektur).
das hab ich auch schon oft festgestellt, wenn von der "blühenden islamischen Kultur" gesprochen wurde. Diese Blüte ist nur zusammengeräubert worden und dann recht schnell auch wieder verblüht.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)
Nassos
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Beitrag von Nassos »

Gälte das auch für eine Alhambra????
holzi
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Beitrag von holzi »

Nassos hat geschrieben:Gälte das auch für eine Alhambra????
Die meinte ich ja unter anderem. Die Eroberer, die Omajaden, Almohaden und Almoraviden waren allesamt Krieger aus der Wüste, aber für ihre Paläste und Moscheen brauchten Sie Handwerker entweder aus dem eroberten Land oder sie holten sie von weit her. Bei der Moschee von Cordoba gar aus Syrien (Damaskus). Man darf nie vergessen, dass vor den ethnischen Säuberungen am Anfang des 20. Jahrhunderts in fast allen heute rein islamischen Ländern stellenweise bis zu 50% Christen und Juden lebten!
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)
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