Eucharistie
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Rene
ich sehe das auch so. Natürlich entscheidet schlußendlich der Priester.
Ich würde mein Kind auch nicht dazu zwingen, man erreicht oftmals nur eine Protesthaltung dadurch. Manchmal ist es besser mit Liebe zu handeln, ist weniger einfach mehr.
Bei mir ist es ähnlich, mein kleinster Sohn lebt bei seiner Mutter, diese hat für alles was mit Kirche und Glauben zu tun hat nichts am Hut, ist eher dagegen.
Nun, mein geliebter Sohn sieht dass vor und nach dem Essen gebetet wird und dass es zu unserem leben gehört zu beten, in die Kirche zu gehen und so manche Schrift zu lesen. Würde ich ihn zwingen mitzubeten, würde er vielleicht nicht mehr gerne zu mir kommen und dies hätte dann vielleicht Konsquenzen. So sieht er es und gut ist. Wenn er dann mal will, kann er jederzeit gerne ins Gebetbuch schauen oder in irgendein anderes Buch oder mit in die Kirche kommen.
Unser Herr weiß wann die Zeit reif ist und wenn es in Seinem Willen liegt dann kann vieles möglich werden...
In der Liebe unseres Herrn
Rene
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danadoina_3
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Walter zum Thema Orthodoxie in Amerika hat geschrieben:Diese Form ist aber genauso wenig ursprünglich wie unsere Kommunion mit dem Löffel, die es zudem m.W. im Westen nie gab.
In den ersten Jahrhunderten haben wohl im Osten wie im Westen sowohl Priester als auch Laien den Leib Christi auf die Hand gelegt und anschließend den Kelch gereicht bekommen, so wie es heute auch in einigen röm.-katholischen und in den meisten protestantischen Gemeinden wieder üblich ist. Der Löffel wurde in der byzantinischen Kirche zuerst nur für Kleinkinder und Kranke zu Hilfe genommen, hat aber auch bei Erwachsenen den Vorteil, dass nichts vom Leib und Blut Christi verloren gehen kann.
Also wurde die östliche Art der Kommunionsspendung mit dem Löffel vor allem aus Gründen der Vorsicht (das etwas vom Leib und Blut verloren gehen kann) entwickelt?
Weisst du, oder die anderen wie die Heiligen Gaben während der Jakobusliturgie gespendet werden?
Liebe Grüße
Sebastian
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protopeter
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Dies geschieht in folgender Weise: Das Lamm wird geteilt und auf den Diskos gelegt. Bei der Kommunion der Gläubigen hält der Priester den Diskos und legt den Gläubigen jeweils ein Teilchen des eucharistischen Brotes in den Mund; der Diakon gibt ihnen aus dem Kelch zu trinken.Weisst du, oder die anderen wie die Heiligen Gaben während der Jakobusliturgie gespendet werden?
Einen gesegneten Sonntag und gute Besserung wünscht
Erzpr. Peter
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Rene
Lieber Sebastian,Sebastian hat geschrieben: Also wurde die östliche Art der Kommunionsspendung mit dem Löffel vor allem aus Gründen der Vorsicht (das etwas vom Leib und Blut verloren gehen kann) entwickelt?
wenn ich nichts durcheinander bringe, geschah dies wegen dem Missbrauch, der mit dem Lamm geschah. Man nahm dies mit nach hause, eigentlich für die Kranken und Alten. So geschah es, dass es z.B. für "magische" und abergläubische" Zwecke missbraucht wurde.
Ein Beispiel ist die so genannte Ritualmagie, wo "Zeichen und Charaktere" der anzurufenden Geister dort aufgemalt wurde usw...
Ebenso wegen der Profanierung, dass man zu hause einfach so das Lamm zu sich nahm, wie ein gewöhnliches Nahrungsmittel.
Dies nur 2 Beispiele.
L.G. Rene
PS.: Sollte Vater Peter der Meinung sein, dieser Beitrag sollte lieber entfernt werden, dann habe ich kein Problem damit
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protopeter
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Ganz und gar nicht - was sollte denn gegen die Erwähnung historisch feststehender Tatsachen sprechen; damit brauchen wir uns doch keine Probleme zu machen !PS.: Sollte Vater Peter der Meinung sein, dieser Beitrag sollte lieber entfernt werden, dann habe ich kein Problem damit
Sonntägliche Grüße von
Erzpr. Peter
"alkoholfrei" bei Evangelen
Liebe Schwestern und Brüder
Die Evangelen bieten darum "alkoholfreies" Abendmahl, um trockenen Alkoholikern ermöglichen, am Abendmahl teilzunehmen.
Da ich mich mit Obdachlosen beschäftige, weiss ich, dass ein einziger Tropfen Alkohol genügen kann, den trockenen Alkoholiker rückfällig zu machen.
Die Regelung der Evangelen macht also Sinn.
Bei einigen Evangelenkirchen gibt es aber dennoch gesonderte Weinkelche.
Alkoholfrei wird aber fast immer angeboten.
Mit lieben Grüssen
o
Doxa Theou
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Rene
Evangelisches Abendmahl
Kyrie eleisonRene hat geschrieben:Hallöchen,
ich gestatte mir den Einwand, dass es sich bei der Kommunion nicht um profanen Alkohol handelt. Wir reden vom Blut des Herrn, von der Vereinigung mit Ihm...
L.G. Rene
Lieber Rene
Gott sei Dank bringst Du diesen Einwand. Ja, es ist das Blut des Herrn, daran glaube ich ganz fest, der Kyrios selbst hat es mir offenbart. Sonst würde ich mich nicht orthodox taufen lassen wollen.
Es ist (leider) auch Tatsache, dass die Evangelen evangelisch-reformierter Tradition und wahrscheinlich auch die Lutheraner nicht daran glauben, dass eine Wandlung ins Blut Christi stattgefunden hat. Für sie bleibt der Wein (leider) purer Alkohol. Wenn der trockene Alkoholiker auch nur einen Tropfen davon trinkt, begibt er sich in grosse Gefahr.
Beim orthodoxen Abendmahl kann er vor dem Genuss des Mahles den Kyrion um Bewahrung vor dem Rückfall bitten. Es empfiehlt sich in diesem Fall auch ein Gespräch mit dem geistlichen Vater vor der Kommunion.
Dies nur als kleine Zusatzinformation, die dank dem sehr berechtigten Einwand von Rene zustandegommen ist.
Doxa Theou
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Lisa
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ich möchte noch mal auf zwei Themen eingehen:
Was darf ich im Zusammenhang mit der hl. Kommunion machen oder nicht.
--> Dieses Thema ist von Traditionen extrem be(oder über)lastet. In den griechischen Gemeinden gibt es Menschen die immer gehen und sich auf dem Weg dorthin die neuesten Nachrichten erzählen. Aber es gibt auch die fromme Frau, die ihr Leben im Dienst der Kirche versieht und sich nur in den Fastenzeiten traut. Beides ist nicht richtig. Aber so wurde es ihnen beigebracht. Ein jeder sollte für sich entscheiden wann, warum und wie er die hl. Kommunion zu sich nimmt. Denn er muss auch dafür geradestehen. Aber ein Priester (wie Eingangs berichtet) sollte auf jeden Fall wissen was der richtige Weg ist. Es gibt auch sehr große Unterschiede in den Traditionen der Jurisdiktionen.
Das Kind mit Zwang bringen.
--> Dies ist natürlich furchtbar. Das Kind verbindet Zwang und Qualen mit der Kirche. Nun man kann sich lebhaft vorstellen wie dies endet.
Bei uns war es so, dass dieser Weg nicht beschritten werden durfte, wenn sich die Kinder noch in der Kirche gestritten hatten. So wurde die hl. Kommunion zu etwas Belohnendes und Schönes. Heute entscheiden sie selber, ob die Vorbereitung in Ordnung war.
Im Griechischen gibt es sogar den Strafspruch, wenn Du nicht brav bist hole ich den Pappas (Priester). Wie schrecklich. So behält man die Kinder nicht mit frohem Herzen in der Kirche.
Mit lieben Grüßen und der Bitte um Verständni
Elisabeth
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protopeter
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Ich stimme Ihren Ausführungen insoferne zu, als der Eucharistieempfang oftmals durch sogenannte "Traditionen" geregelt wird; dabei handelt es sich leider in vielerlei Hinsicht um selbstentwickelte Ideen, die im eigentlichen Sinne mit der kirchlichen Praxis wenig bis nichts zu tun haben. Sie sagen sehr richtig, daß die Eigenverantwortung in dieser Frage einen zentralen Platz einnehmen sollte. Diverse Ängste vor dem Kommunionempfang - in dem Sinn, man könnte nicht "würdig genug" sein - sind für das geistliche Leben in und mit der Kirche (wofür die Eucharistie als "Nahrung" universellster Dimension unverzichtbar ist) mehr als kontraproduktiv. Andererseits besteht eben auch die Gefahr eines gewissen "Automatismus", der in einer Weise die Bedeutung dieses Mysterions herabwürdigt und sich durchaus auch mit der Vorstellung verbindet, man hätte als Mitglied der Kirche gleichsam ein "Anrecht", die Kommunion zu empfangen.
Was Kirche und Religion betrifft, so ist es klar, daß Kindern gegenüber in dieser Frage niemals mit Zwang oder Druck begegnet werden darf - die von Ihnen angedeutete Konsequenz zeigt dies überdeutlich. Mir persönlich kam beispielsweise die Überlegung einer Mutter zu Ohren, die ihr sich sträubendes Kind ständig zum Eucharistieempfang nötigte und folgendermaßen dazu argumentierte: "Jetzt ist er ja noch klein, da darf er ohne Beichte und Fasten kommunizieren" - man wollte also gewissermaßen die sich bietende "Gelegenheit", solange sie bestand, nützen ! Es bedurfte eines längeren Gespräches, um den Eltern klarzumachen, welche Problematik mit einer solchen Denkweise denn eigentlich verbunden war.
Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
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Re: Eucharistie
Lasset die Kindlein zu mir kommen…
Teil 1: Spendung der Kommunion an Kinder unter sieben Jahren
Wie oft soll Kleinkindern die Kommunion gespendet werden? Darf man Kinder zur Kommunion zwingen? Warum weigern sich Kinder, die Kommunion zu empfangen? Wie sollen Kinder fasten, und sollten sie das überhaupt? In dem hier publizierten Artikel skizziert Erzpriester Georgy Krylov, Vorsteher des Gotteshauses zu Ehren der Neomärtyrer und der Glaubensbekenner Russlands, Wege zur Lösung der Probleme, die bei der Aufnahme von Kleinkindern ins kirchliche Leben eintreten.
- Priester Alexej
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