Stefan hat geschrieben:Benedikt, zu deinen Ausführungen kann ich dir beipflichten. Gerade was den Haustürpredigtdienst angeht, finde ich es besonders schlimm, weil dort so gut wie jeder eingebunden wird, ganz gleich ob er sich zum Predigen überhaupt eignet. Allerdings kommt mir das mit dem Kaufen der Materialien komisch vor, so weit ich weiß gibt es sämtliche Materialien kostenlos. Und "der treue und verständige Sklave" bleibt mir ein Rätsel, fast schon geheimbündlerisch. Interessant finde ich, dass viele Menschen immer angeben, dass sie solch ein Miteinander wie bei den ZJ in keiner anderen Religionsgemeinschaft kennengelernt haben. Dürfte meiner Meinung nach aber auch an der gemeinsamen Abgrenzung von allen anderen liegen - schließlich sind sie ja angehalten, ihre Privatkontakte ausschließlich unter Zeugen zu suchen.
Lieber Stefan,
der "treue und verständige Sklave" ist ein Zitat aus Matth 25, 23: "Sein Herr sagte zu ihm: ‚Wohlgetan, [du] guter und treuer Sklave! Du warst über weniges treu. Ich will dich über vieles setzen." Schon diejenigen, die mit dem Gründer der ZJ, einem Herrn Russel gleichzeitig lebten glaubten, Er, der Herr Russel, sei dieser Sklave (das zur Bindung an eine Person ...) Später war es nicht mehr ganz so klar 'wer' es nun eigentlich ist. Die jetzige Lesart (ich verbürge mich nicht zu 100%, da ich die 'neueste Wahrheit' (als ob die Wahrheit sich je nach Jahreszahl verändern würde) nicht kenne) ist es eben dieses Gremium aus 8 oder 9 Oberzeugen, die in Brooklyn sitzen.
Und wir . . . . haben 'nur' Patriarchen

und die ohne Wahrheitsgarantie.
Die Sache mit den Menschen, die die ZJ soooo toll finden, die kenne ich auch schon. Das ist ein Dauerbrenner, jedenfalls in ihren Publikationen und ganz gewiss im Königreichssaal. Dort strotzt es nur so von frohen Menschen. Frag mal welche, die sich davon gelöst haben und nicht mehr behaupten müssen alles sei supertoll, weil sie sonst zugeben müssten, dass sich sich geirrt haben.
Es gibt im net Seiten von Aussteigern, die klingen völlig anders. Ich halte das also für Zweckpropaganda, und was für welche!
Auf diesen Aussteigerseiten (und ich bezeuge, dass ich mit mehreren Aussteigern gesprochen habe und die haben mir bestätigt, dass es so ist) ist sehr wohl die Rede von Druck und Ablehnung bis hin zu handfesten Massnahmen, die Familienzerstörung und Arbeitsosigkeit nach sich zogen, beim Verlassen dieser Sekte.
Bei all der berechtigten Ablehnung dieser Sekte frage ich mich aber doch sehr, was können wir
FÜR Menschen tun, die ZJ sind und nicht uns einfach einig darin sein, dass wir dagegen sind. Das ist leicht.
Wie wäre der Herr ihnen begegnet?