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Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 25.03.2010, 14:00
von Michael
Andromachi hat geschrieben:Oh, nein, wir sind "innere Mönche", wie ein Schriftsteller es bezeichnete, d.h. wir folgen unserem Beichtvater in allem. Nur da, wo die Kirche keine Aussagen gemacht hat und wir unseren Beichtvater nicht erreichen können, folgen wir nach innigem Gebet, dem, was uns als nicht schädlich erscheint. Aber zum Thema Fasten, hat unsere Kirche genaue Anweisungen gegeben.
Der Apostel Johannes (2Joh 1,10) schreibt:
"Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre mitbringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf, sondern verweigert ihm den Gruß".
Und das tut man aus christlicher Liebe, denn vielleicht erkennt er seinen Fehler und kehrt um. Wir liegen also nicht falsch, wenn wir solche Einladungen nicht annehmen.
Ich habe einen Artikel in Übersetzung aus dem Russischen gelesen, der hieß "Das rosa Christentum". Entschuldigung, wenn meine Angaben nicht ganz stimmen. Den Text hat Vjatseslav Maltschev geschrieben und er wurde in der Zeitung "Orthodoxes Heiliges Petrupolis" veröffentlicht. Der Autor bezeichnete als "rosa" die Meinung, dass Gott so gütig sei, dass Er am Ende alle Menschen verzeihen werde. Maltschev sagt, dass dem nicht so sei: Gott ist Liebe, aber Er ist auch Gerechtigkeit. Wir können nicht nur die eine Seite vom Christentum sehen. Wer sagt, das eine ist richtig, aber das andere auch, der ist im Unrecht.
Mein Beichtvater sagt: Εinige meinen: Christus hat gesagt: "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Und sie fahren fort: "Seht ihr? Christus sagte also "Wer will". Warum zwingt ihr uns, etwas zu tun? Christus hat uns die Freiheit der Wahl überlassen". Nun, sagt mein Beichtvater, das ist nicht so. Christus hat gesagt, dass niemand gezwungen ist, Ihm zu folgen. Jeder hat die freie Wahl Christus zu folgen oder nicht. Wer aber Christus als Retter anerkennt und Ihm folgt, für den gilt ganz fest: Er soll das Kreuz Christi tragen.
Schließlich soll ich den weisen Rat eines Priesters erwähnen. Er sagt: Immer wenn du in einem Dilemma stehst, sollst du dem schwierigen Weg folgen. Du kannst sicher sein, er entspricht Gottes Willen.
Das komische ist, auf der einen Seite ist er Gerecht aber auf der anderen Seite auch nicht. Denn wenn er gerecht wäre, würden wir alle schon nicht mehr Leben, weil wir es verdient haben, in der Hölle zu schmoren und das wäre doch auch gerecht?!
Also ist er ungerecht aber auf eine gute Weise.
Das meinte ein Heiliger, ich gucke mal wer es war. Durch deinen Beitrag Andromarchi ist mir das wieder eingefallen..

Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 25.03.2010, 14:45
von Priester Alexej
Andromachi hat geschrieben:Entschuldigung, was bedeutet Strang? Ich denke, es bedeutet nur ein Thema innerhalb eines Forums, nicht das ganze Forum, oder?
Genau!
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 25.03.2010, 15:28
von holzi
Andromachi hat geschrieben:Entschuldigung, was bedeutet Strang? Ich denke, es bedeutet nur ein Thema innerhalb eines Forums, nicht das ganze Forum, oder?
Richtig: Strang, Thema, Thread, bedeutet alles das Gleiche.
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 25.03.2010, 19:59
von Elias
Michael hat geschrieben:Wieso fragt Ihr denn nicht euren beichtvater einfach wie er das sieht.
Wenn er sagt, nein faste, egal was auch kommt dann machste das so.
genau das tue ich ja und ich habe einen geistlichen Vater in Georgien und unseren Priester hier und beide sagen mir dies aber worauf ich hinaus wollte ist wenn ihr aus irgenwelchen Grund das fasten bricht und einer sagt, er bricht es für niemanden (Auch nicht aus so genannter Nächstenliebe) dann redet doch nicht auf ihn ein das er so etwas aus Nächstenliebe tun könne! Wenn wir unser Fasten nicht brechen wollen dann sollen wir dafür sorgen das es auch nicht passiert! Der hl. Nikolai (Velimirovic) hat einmal wärend der Fastenzeit einen Braten von einer ganz wichtigen Person (Bin mir jetzt nicht ganz sicher wer!) vor die Nase gesetzt bekommen und was hat er gemacht? Genau, egal wer da vor ihm sitzt, er hat diesen Braten aus dem Fenster geworfen und war so dermaßen über die Respektlosigkeit wärend des Fastens verärgert. (Geschehen immerhin in Serbien) Das bedeutet jetzt nicht das wir irgend etwas aus dem fenster werfen sollt aber wir sollten uns an das wichtigste in der Fastenzeit halten, an das verzichten. Natürlich ist es euch überlassen was ihr macht aber Aleks, ich und noch viele andere machen das so und zwar nicht nur weil wir Tradis sind sondern dem Rat unser geistlichen Väter folgen...
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 25.03.2010, 22:07
von apxwn
Ilija hat geschrieben:...wir sollten uns an das wichtigste in der Fastenzeit halten, an das verzichten.
Man könnte ja z.B. auch mal auf die Meinung von der eigenen Rechtschaffenheit verzichten. Dafür käme ein Braten in der Fastenzeit gerade recht.
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 25.03.2010, 22:15
von Andromachi
Meine Freundin N. aus früheren Zeiten kann meinen Umschwung nicht akzeptieren. Sie hat mir sogar verboten, ihr gegenüber Christus zu erwähnen. Sie hat mich zu einer Theateraufführung mitgenommen, wo über unsere Gottesmutter gelästert wurde, sie hat über unsere Kirchen Witze erzählt. Ich machte mit dieser Freundschaft weiter, weil ich dachte, das verlangt die LIebe zum Nächsten. Bis mir mein Beichtvater darauf aufmerksam gemacht hat, dass auch Christus nicht versucht hat, sich mit den Pharisäern anzufreunden. Wieder hatte ich meine Bedenken, weil ich dachte, wenn ich ganz abbreche, wird sie mir Fondamentalismus anlasten und dass ich "das Andere" nicht dulde. Bis ich in der Predigt hörte, dass solche Leute eventuell ihren Fehler einsehen und zur Kirche zurückkehren, wenn wir sie abschneiden. Nun, die Freundin hat mich am Samstag zu ihrem Geburtstag eingeladen. Ich habe die Einladung abgelehnt und sagte, dass diese Zeit keine Zeit für Einladungen ist, außerdem faste ich. Ich weiß nicht, ob das richtig war, aber der Sonntag war ein herrlicher Tag: Kirchgang, andere Gläubige zum MIttagessen, Predigt am Nachmittag, ein festes Datum für die nächste Beichte, Frühlingswetter, alles zeigte mir, dass mein Opfer lohnend war.
Wie denkt ihr darüber?
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 25.03.2010, 23:31
von Michael
Andromachi hat geschrieben:Meine Freundin N. aus früheren Zeiten kann meinen Umschwung nicht akzeptieren. Sie hat mir sogar verboten, ihr gegenüber Christus zu erwähnen. Sie hat mich zu einer Theateraufführung mitgenommen, wo über unsere Gottesmutter gelästert wurde, sie hat über unsere Kirchen Witze erzählt. Ich machte mit dieser Freundschaft weiter, weil ich dachte, das verlangt die LIebe zum Nächsten. Bis mir mein Beichtvater darauf aufmerksam gemacht hat, dass auch Christus nicht versucht hat, sich mit den Pharisäern anzufreunden. Wieder hatte ich meine Bedenken, weil ich dachte, wenn ich ganz abbreche, wird sie mir Fondamentalismus anlasten und dass ich "das Andere" nicht dulde. Bis ich in der Predigt hörte, dass solche Leute eventuell ihren Fehler einsehen und zur Kirche zurückkehren, wenn wir sie abschneiden. Nun, die Freundin hat mich am Samstag zu ihrem Geburtstag eingeladen. Ich habe die Einladung abgelehnt und sagte, dass diese Zeit keine Zeit für Einladungen ist, außerdem faste ich. Ich weiß nicht, ob das richtig war, aber der Sonntag war ein herrlicher Tag: Kirchgang, andere Gläubige zum MIttagessen, Predigt am Nachmittag, ein festes Datum für die nächste Beichte, Frühlingswetter, alles zeigte mir, dass mein Opfer lohnend war.
Wie denkt ihr darüber?
Hasst Sie unseren allmächtigen Gott? Wenn ja dann darfst du Sie auch hassen!
Du bekommst Rückendeckung von einem Heiligen. Deswegen, wenn sie Gott hasst, dann darfst du Sie mit guten Gewissen auch hassen.
Ich weiß ja nicht, sie lästert ja nur unsere Kirche. Will Ihr auch nicht unterstellen, dass sie Gott hasst.
Aber du kannst Sie ja mal fragen ob Sie Gott hasst. Wenn ja dann darfst du Sie VOLLKOMMEN hassen.
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 25.03.2010, 23:31
von Nemanja
Andromachi hat geschrieben:Meine Freundin N. aus früheren Zeiten kann meinen Umschwung nicht akzeptieren. Sie hat mir sogar verboten, ihr gegenüber Christus zu erwähnen. Sie hat mich zu einer Theateraufführung mitgenommen, wo über unsere Gottesmutter gelästert wurde, sie hat über unsere Kirchen Witze erzählt. Ich machte mit dieser Freundschaft weiter, weil ich dachte, das verlangt die LIebe zum Nächsten. Bis mir mein Beichtvater darauf aufmerksam gemacht hat, dass auch Christus nicht versucht hat, sich mit den Pharisäern anzufreunden. Wieder hatte ich meine Bedenken, weil ich dachte, wenn ich ganz abbreche, wird sie mir Fondamentalismus anlasten und dass ich "das Andere" nicht dulde. Bis ich in der Predigt hörte, dass solche Leute eventuell ihren Fehler einsehen und zur Kirche zurückkehren, wenn wir sie abschneiden. Nun, die Freundin hat mich am Samstag zu ihrem Geburtstag eingeladen. Ich habe die Einladung abgelehnt und sagte, dass diese Zeit keine Zeit für Einladungen ist, außerdem faste ich. Ich weiß nicht, ob das richtig war, aber der Sonntag war ein herrlicher Tag: Kirchgang, andere Gläubige zum MIttagessen, Predigt am Nachmittag, ein festes Datum für die nächste Beichte, Frühlingswetter, alles zeigte mir, dass mein Opfer lohnend war.
Wie denkt ihr darüber?
Also ich denke auch so darüber wie du.ich bin mit einem befreundet,schon seit früher kindheit.ich habe schon als jünger bursche an gott geglaubt, da ich das von meinem vater bekommen habe.nun ja, ich hatte immer schwierigkeiten im freundeskreis, da jeder immer etwas anstellen wollte oder halt irgenwelche dummen sachen machen wollten.im meinem 17 lebensjahr kam es dann sogar soweit, dass ich mich von diesen leuten verleiten ließ und ich auch total so wurde wie sie und ich nicht mehr meinen glauben zu gott pflegte und ich dann zum schluss der schlimmste von allen wurde.lange zeit hat es gedauert, dass ich wieder zu unserem lieben gott fand, er hat mir auch geholfen wieder den richtigen weg einzuschlagen.gut, nun bin ich noch irgenwie mit diesem freund "befreundet" .ich habe ihm sogar ausdrücklich gesagt ,dass ich nun meiner religion sehr nachgehe und meinen glauben zu gott pflege.ich merkte dann mit der zeit dass ich mit diesem typen eigentlich nichts gemein habe, andauernd will er über sex und anderen frauen reden, über betrinken und all so sinnlose sachen.ich dachte mir, nun gut, er kann ja so sein, ich muss es aber nicht.doch ständig wenn wir uns traffen ging immer ein gespräch los über sex, frauen und geld und er machte sich sogar öfters lustig über mich und meine entscheidung zum glauben.so ich dachte mir, nächstenliebe schön und gut, aber ich treffe mich nicht mehr mit diesem menschen, und ich bin überzeugt dass wie du sagst durch das sogenannte abschneiden, auch diese menschen selber besser dazu lernen.ich werde versuchen zu jedem menschen lieb und nett zu sein.aber meine freunde und meinen freundeskreis such ich mir selber aus.ich kann nicht mit einem menschen befreundet sein , bei dem es nur um sex, saufen und geld geht, wo ich mich doch für den anderen weg entscheiden habe.bei manchen leuten muss ich ein schlussstrich ziehen.am ende wird es besser für beide sein.außer du hast an dieser person noch irgendwelche guten sachen entdeckt, die du noch gern pflegst mit ihr, musst du selber wissen.für mich ist es besser da eine trennung zu machen, diejenige person wird selber einiges daraus lernen und wird dann ihr eigenes spiegelbild sehen.meine meinung
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 25.03.2010, 23:55
von Michael
Liebe Andromarchi,
jetzt habe den Text gefunden!
http://docs.google.com/viewer?url=http% ... Gebete.pdf
15.
Er soll Erbarmen für alle Feinde des
wahren Glaubens empfinden, denn sie sind
seelisch blind, und er soll mit all seinen Kräften
versuchen, sie zur Erkenntnis Gottes anzuleiten.
Er soll sich jedoch von denen abwenden, die in
ihrer Verblendung verharren. Er soll alle, die
den Herrn hassen, mit vollkommenem Hass
hassen.
Die Überschrift des Themas heißt: Taten für Errettung.
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 26.03.2010, 00:57
von Aleks
Michael hat geschrieben:Hasst Sie unseren allmächtigen Gott? Wenn ja dann darfst du Sie auch hassen!
Du bekommst Rückendeckung von einem Heiligen. Deswegen, wenn sie Gott hasst, dann darfst du Sie mit guten Gewissen auch hassen.
Ich weiß ja nicht, sie lästert ja nur unsere Kirche. Will Ihr auch nicht unterstellen, dass sie Gott hasst.
Aber du kannst Sie ja mal fragen ob Sie Gott hasst. Wenn ja dann darfst du Sie VOLLKOMMEN hassen.
Lieber Bruder Michael
Unser lieber Gott Christus hat uns nicht gelehrt zu hassen. Seine wichtigsten 2 Gebote sind, dass man 1. Gott , und 2. die Nächsten lieben sollte. "Nächstenhass" ist im Christentum ein Fremdwort. Als man unseren Gott Christus geschlagen, gepeinigt, bespuckt, verspottet usw hat... bat er seinen Vater aus LIEBE, dass er diesen Menschen vergeben möge...

Auch der erste Märtyrer, der Diakon Stefan, der von den Juden gesteinigt wurde, hat aus LIEBE zu Gott gebetet, dass der Allmächtige den Peinigern diese gruselige Todsünde nicht als Sünde anrechen möge.
Christus lehrt uns nicht unsere Feinde (oder Scheinfreunde) zu hassen, sondern zu lieben und für sie zu beten

. Der Teufel will dass wir die Nächsten - die Menschen - die nach dem Ebenbild Gottes erschaffen wurden, hassen um Gott damit zu kränken.
Wir sind orthodoxe Christen und versuchen unseren Gott Christus nachzuahmen um ähnlich wie Er zu sein, deshalb werden wir auch als "Christen" bezeichnet. Unser Ziel ist es ins HImmelreich zu gelangen können, wo sich
nur jene befinden die ausschließlich heilig sind und Gott ähnlich sind.
Man sollte Leute meiden die die Orthodoxe Kirche verspotten und auch sollte man mit Leuten nicht befreundet sein die blasphemisch sind. Solcherart Leute zu meiden, wie es eben Nemanja und Andromachi beschrieben haben, widerspricht nicht gegen die Nächstenliebe.
Dazu folgendes Zitat:
"werfet auch nicht eure Perlen vor die Schweine, damit sie dieselben nicht etwa mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen" (Matthäus 7,6).
Perlen = Orthodox-christliche Lehre, Die Nächstenliebe
Schweine = "unzähmbare" Verspotter der Kirche
mit ihren Füßen zertreten = verspotten die Kirche, blasphemische Ausdrücke
En Christo
Bruder Aleks
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 26.03.2010, 02:54
von Joseph
apxwn hat geschrieben:Ilija hat geschrieben:...wir sollten uns an das wichtigste in der Fastenzeit halten, an das verzichten.
Man könnte ja z.B. auch mal auf die Meinung von der eigenen Rechtschaffenheit verzichten. Dafür käme ein Braten in der Fastenzeit gerade recht.

Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 26.03.2010, 09:05
von Andromachi
Danke, Brüder für den guten Rat. Also kein Hass, aber von solchen Leuten abwenden.
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 26.03.2010, 09:50
von Elias
apxwn hat geschrieben:Ilija hat geschrieben:...wir sollten uns an das wichtigste in der Fastenzeit halten, an das verzichten.
Man könnte ja z.B. auch mal auf die Meinung von der eigenen Rechtschaffenheit verzichten. Dafür käme ein Braten in der Fastenzeit gerade recht.
Na dann guten Appetiet...
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 26.03.2010, 11:25
von Priester Alexej
Bei mir kommt es auf die Situation an. Das Fasten ist ja für den Menschen, nicht für Gott - er hat von unserem Fasten nichts. Und wenn wir beichten, dass wir das Fasten gebrochen haben, tun wir es, weil wir den Gehorsam gegenüber der Kirche gebrochen haben, die uns die Fastenregeln aufgetragen hat, um uns wiederum zu helfen, nicht Gott.
Wenn ich also bei meiner Oma zu Gast bin, die sich ein halbes Jahr auf meinen Besuch gefreut hat, uns sie mit ihrem kaputten Rücken alle möglichen Gerichte zubereitet hat, und dann sage, leibe Oma, ich faste leider. Das würde sie zutiefst kränken und beleidigen. Sie hat sich so viel Mühe gemacht, mit Liebe, und ich weise das alles ab...
Eine andere Sache ist natürlich, wenn ich von freunden auf einen Geburtstag eingeladen bin, da kann ich auch ganz absagen.
Hierarchen und Priester müssen übrigens sehr oft offizielle Veranstaltungen besuchen, bei den es auch ein Essen gibt. Ich weiß nicht, wie es in Griechenland ist, aber in Russland bekommen sie nicht extra Fastenspeisen serviert. Und wenn unsere Hirten in solchen Situation nicht Fasten, müssten wir ihnen wenigsten aus Demut folgen.
Re: "Beraten Sie mich, Vater"
Verfasst: 26.03.2010, 11:33
von Priester Alexej
P.S. Es gab im Moskau in einer Kirche einen Erzdiakon, er diente mit einem Metropoliten und war zu den Altardienern und allen anderen in der Kirche sehr streng. An einem Tag der Gr. Fastenzeit haben alle im Altar besonders viel einstecken müssen, selbst der Metropolit bekam etwas ab.
Nach dem Gottesdienst rief er den Erzdiakon zu sich und schickte ihn ins Geschäft Wurst holen. Dieser war ein Mönch und gehorchte. Er kam in den Nebenraum mit der Wurst. "Schneide." Er schnitt sie auf. "Nun iss." Er aß ein Stück und frage warum. "Es ist besser, du isst Wurst, als dass du Menschen aufisst."
Diese Geschichte ist übrigens war uns passierte vor nicht allzu langer Zeit einem bekanten Erzdiakon im Moskau.