XB!
son hat geschrieben:Ich wurde nach der Taufe nicht gesalbt, es wurden mir nur die Hände aufgelegt und gebetet, dass ich den Heiligen Geist empfange.
Heißt das, dass ich kein richtiger Christ bin? Oder bin ich das aus eurer Sicht sowieso nicht, weil das nicht bei euch passiert ist?
Noch kurz zu den Bezeichnungen: Die Baptisten gehören eigentlich nicht zu den Täufern, auch wenn wir viele Ähnlichkeiten mit den Täufern haben.
Und wir halten nicht die Erwachsenen, sondern die Glaubenstaufe für obligatorisch.
Ein paar Ergänzungen von mir:
Um zu verstehen wie orthodoxe und ebenso die altorientalischen Kirchen sich verstehen solltest du Geschichte der christlichen Kirche gut und gründlich kennen.
Denn dann wäre dir schnell klar dass wir eben ununterbrochen seit 2000 Jahren existieren und ohne uns weder der Kanon der biblischen Bücher noch die christliche Lehre existieren würde.
Und ohne den Heiligen Geist wären die damaligen Konzilien nicht in der Lage gewesen, dieses alles zu berwerkstelligen.
Darüber waren sich die Christen einig bis zum ersten Schisma; die röm. kath. annerkennt den Kanon auch an hat aber die Tradition in ihrer Machtgier und Egoismus immer mehr zu ihren Gunsten abgeändert. Das hat dann, wie wir alle wissen, den Protestantismus durch Luther hervorgerufen. Das war dann das zweite grosse Schisma. Ein Schisma beinhaltet immer eine Rebellion gegen etwas und öffnet dem Teufel Tor und Herzen, wenn man nur die eigenen Ziele im Auge hat und nicht sofort sich um die Lehre der Kirchenväter kümmert. Denn wir glauben, dass uns die Tradition der Apostel und der Kirchenväter davor beschütz und deshalb ist uns das so teuer. Luther hat sich in seinem Hass auf die Kirche von Rom blenden lassen und ist nur noch seine eigenen Wege gegangen.
Schon die vielen Denominationen die der Protestantismus hervorgerufen hat zeigt ja wenn man sich an die christliche Tradition nicht halten mag wohin das führt. Jeder selbsternannte "Apostel" oder Prediger meint es noch besser zu wissen (obwohl gerade diese Leute auch die frühchristlichen Schriften lesen aber eben durch ihr selbsternanntes Aposteltum verblendet sind) und dann meint seine "eigene" Kirche meint einrichten zu müssen.
Dass sie aber sich, wenn sie die trinitarische Lehre beibehalten dann gerne mal aus dem frühchristlichen Fundus bedienen (der ja von unseren Kirchenvätern stammt) wird natürlich verschwiegen oder ignoriert.
Ich weiss natürlich, dass in der christlichen Geschichte es schon ziemlich von Anfang an Streit und Hader geben hat und das sich wie ein roter Faden durch die christl. Geschichte zieht.Leider. Auch in den orthodoxen Kirchen gab es das.
Ich kann das Bestreben vieler protestantischer Denominationen durch diese Tatsache, sich davon abzuheben, durchaus verstehen. Gerade die Babtisten btrifft das wohl sehr.
Aber gerade wenn man die Taten der einzelnen oder von Gemeinschaften als Gradmesser nimmt um deren Glauben zu beurteilen geht man oft falsche Wege.
Man könnte noch viel schreiben, aber ich denke you get the point I'm trying to make out...
Im Dialog mit Orthodoxen oder der Beschäftigung mit Orthodoxie ist das Lesen der Kirchenväter wirklich wichtig; sowohl die Schriften der frühen wie auch der späteren und dann könnte man merken dass sich beide ergänzen.
Auch in der Orthodoxie gibt Entwicklungen durch die Zeiten; warum auch nicht. Schliesslich ist die Kirche nicht ein starres Gebilde sondern ein lebendiger Glaube. Nur haben sich diese Entwicklungen in der Regel nicht gegen die Überlieferung gewandt, als sie mit einbezogen.
son hat geschrieben:Canon 9 - §1. Since catechumens are in union with the Church in a special manner, that is, under the influence of the Holy Spirit, they ask to be incorporated into the Church by explicit choice and are therefore united with the Church by that choice just as by a life of faith, hope and charity which they lead; the Church already cherishes them as its own.
So hält es die orthodoxe Kirche auch mit diesen und wenn das Kathechumenat vorbei ist (meist zu Ostern) werden sie durch die Taufe (oder Chrismation) in die Kirche aufgenommen. Das kann man dann durchaus mit einer Glaubenstaufe vergleichen, denn einfach hingehen und sagen: "Ich will orthodox werden!" und dann is alles paletti geht nich.
Man soll schon Bescheid wissen.
Die Kindertaufe hat einfach gesagt zwei Gründe: einmal steht schon in der Schrift das sich zu der Apostel Zeiten ganze Hausstände taufen haben lassen - also auch Kinder und andererseits wollen wir unsere Kinder gleich von Anfang an an den Mysterien teilhaben lassen.
Die Taufe verpflichtet die Eltern ihre Kinder im Sinne der Kirche zu erziehen und damit das auch klappt werden für jeden Täufling gleich zwei Paten eingesetzt; die müssen denen dann auf die Finger schauen. Dieses haben dann in der Familie einen hohen Stand, der soweit geht, dass Taufgeschwister (d.h. die Paten untereinander) sich nicht heiraten dürfen. Ebenso nicht ihre Patenkinder.
LG Songul